mini|hochkant|Erzbischof Ladislaus Zaleski (1900) Ladislaus Michael Zaleski, auch Vladislaus Michael Zaleski oder Zalesky, (* 2. Mai 1852 in Welona, Litauen; † 5. Oktober 1925 in Rom) war ein katholischer Erzbischof, Missionspionier, Apostolischer Delegat von Ostindien und Lateinischer Patriarch von Antiochien.

mini|hochkant|Erzbischof Ladislaus Zaleski (links) und Bischof Alois Benziger, 1900 mini|300px|Erzbischof Ladislaus Zaleski (rechter, der beiden weiß gekleideten Bischöfe in der Bildmitte), 1914 im Priesterseminar von Mangalore, Indien mini|Grab des Patriarchen in Pune

Leben und Wirken Sein Vater war polnischer Landadliger, Besitzer des Gutshofes Welona. Ladislaus Zaleski trat 1880 ins Priesterseminar zu Warschau ein und wechselte 1881 an die Päpstliche Universität Gregoriana in Rom. Dort promovierte er und erhielt auch eine diplomatische Ausbildung. 1882 empfing Zaleski in Florenz die Priesterweihe. Danach verwandte man ihn in diversen römischen Kongregationen und er nahm teil an diplomatischen Missionen des Apostolischen Stuhls nach Spanien (1884), Indien (1886) und England (1887). 1889 bis 1890 wirkte Ladislaus Zaleski als Nuntiaturrat in Paris.

Im Jahre 1890 entsandte man den Litauer als päpstlichen Sonderdelegierten nach Indien, am 5. März 1892 erhielt er die Ernennung zum ständigen Apostolischen Delegaten von Ostindien und zugleich zum Titularerzbischof von Theben.

Erzbischof Zaleski residierte in Kandy, wo er ein zentrales Priesterseminar gründete, aus dem im Laufe der Jahre 51 Bischöfe und 3 Kardinäle hervorgingen. Er wurde zum profunden Kenner der indischen Missionen und ihrer speziellen Verhältnisse. In einer Biografie über seinen Sekretär Alois Benziger, den späteren Bischof von Quilon, heißt es darüber:

Ladislaus Zaleski führte in Indien den Vorsitz bei mehreren Provinzialsynoden, arbeitete am Ausbau der einheimischen Kirchenhierarchie und förderte den Zuwachs an Missionaren. 1917 kehrte der Missionsbischof nach Rom zurück und wurde mit Datum vom 4. Dezember 1916 ehrenhalber zum Lateinischen Patriarchen von Antiochien ernannt. Zaleski ist Autor vieler völkerkundlicher und missiongeschichtlicher Arbeiten; u. a. schrieb er auch unter dem Pseudonym „Pierre Courtenay“. Er war Wiederentdecker und Verehrer des später seliggesprochenen indischen Priesters Joseph Vaz (1651–1711), eines Apostels von Ceylon. Über ihn verfasste er eine mehrfach aufgelegte Biografie und förderte nachhaltig seinen Kult am Seminar in Kandy.Quelle zur Förderung der Verehrung von Joseph Vaz, durch Erzbischof Zaleski Ebenso stellte er Nachforschungen über den 2012 seliggesprochenen indischen Märtyrer Devasahayam Pillai (1712–1752) an und belebte dessen Verehrung.

Ladislaus Zaleski starb 1925 in Rom, wünschte jedoch testamentarisch, bei seinen Mitbrüdern in Indien begraben zu werden. Als man 1955 das von ihm in Kandy gegründete indische Zentral-Priesterseminar nach Pune verlegte, überführte man dorthin auch seine sterblichen Überreste. Sie ruhen unter einer Grabplatte vor dem Altar der Seminarkapelle.

Erzbischof Zaleski war der Hauptkonsekrator der für Indien bedeutsamen Bischöfe Alois Benziger, Alexander Chulaparambil und Augustine Kandathil.George Thalian: The Great Archbishop Augustine W. Kandathil, D. D. The Outline of a Vocation. Dritte Auflage, herausgegeben von David C. Kandathil. Bp. Louis memorial press, Ernakulam 2006 (online, abgerufen am 19. Juni 2026).

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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