Kneissl ist ein österreichischer Hersteller von Ski- und Sportartikeln mit Hauptsitz in Kufstein. Die Firma befindet sich im Besitz einer Beteiligungsgesellschaft von Mohamed Bin Issa Al Jaber. Das Unternehmen produziert und vertreibt Ski samt Bekleidung und Accessoires sowie Tennisschläger und Fahrräder.

Geschichte mini|Kneissl-Schifabrik in Kufstein-Zell (1969) Die Firma Kneissl wurde 1861 als Landwagnerei gegründet. In den Jahren 1919 bis 1921 wurden die ersten Ski in Serie gefertigt. 1980 musste die Firma erstmals Konkurs anmelden. Der Betrieb wurde 1981 zu 75 % durch den Schweizer Hauenstein und zu 25 % durch den deutsch-amerikanischen Langlaufskihersteller "Trak" übernommen und es konnte innerhalb eines Jahres ein Gewinn von 5 % des eingesetzten Kapitals erwirtschaftet werden. Es kam wieder zu einem Aufwärtstrend.

1990 brachte Kneissl das Ski-Modell „Big Foot“ auf den Markt. 1992 wurde durch Fusion der Firmen Kneissl und Dachstein die Kneissl Dachstein Sportartikel AG mit Firmensitz in Molln gegründet. Mit 320 Mitarbeitern setzte die Firma 1993/94 627 Millionen Schilling um.Kneissl Dachstein Sportartikel AG 2003 war Kneissl zum zweiten Mal insolvent.. In: WirtschaftsBlatt. Abgerufen am 11. Januar 2011. Größte Aktionäre waren damals die BREG Gesellschaft für Bau und Revitalisierung von Hans Peter Haselsteiner und Erhard F. Grossnigg.

2006 wurde die Produktion von Kufstein nach Tschechien verlagert.Aus für Massen-Skis in Kufstein www.oe24.at, 20. Oktober 2006.

Ende 2010 konnte ein neuerlicher Konkursantrag gegen Kneissl abgewendet werden, der jedoch Anfang 2011 folgte.

Neuausrichtung ab 2008

2008 übernahm Mohamed Bin Issa Al Jaber über seine JJW Hotels & Resorts Firmengruppe die Mehrheit an Kneissl. Die Neuausrichtung von Kneissl sah vor, unter anderem durch die Eröffnung von weltweit bis zu 70 Kneissl Star Lounges – einem Konzept für Shop und Gastronomie unter einem Dach – sowie mehreren Kneissl Star Resort Hotels als Lifestyle Marke zu etablieren.. In: WirtschaftsBlatt. Abgerufen am 10. Januar 2011.

2009 wurde in der Innenstadt von Innsbruck die erste Kneissl Star Lounge eröffnet.Kneissl baut aus, Star-Lounge eröffnet Eine 2010 in Hochfügen gebaute Kneissl Star Lounge wurde nicht bezogen.Aus mit der Kneissl-Lounge. In: meinbezirk.at, abgerufen am 11. Januar 2011. Die Errichtung der angekündigten Kneissl Hotelprojekte wurde mehrfach verschoben.Kneissl Hotels: Architekten klagen Honorare ein. In: DerStandard.at, abgerufen am 11. Januar 2011. Die Pläne zur Errichtung einer Skimanufaktur in Kiefersfelden wurden wieder verworfen.Kino-Attraktion statt Ski-Manufaktur. In: rosenheim24.de, abgerufen am 10. Januar 2011.

Am 3. Januar 2011 beantragte Ex-Kneissl-Eigentümer Fritz Unterberger, dem das Unternehmen rund 900.000 € schulde, Konkurs.Kneissl: Warten auf Zahlung von Al Jaber. In: tirol.orf.at, abgerufen am 29. Juni 2025. Investor Mohamed Bin Issa Al Jaber hatte zuvor mit seiner zugesagten Finanzspritze von € 1,2 Mio. weiter auf sich warten lassen.Kneissl wartet weiter auf Al-Jaber-Geldspritze. In: derStandard.at, abgerufen am 11. Januar 2011. Weitere Rechtsstreitigkeiten sind unter anderem mit dem Wiener Modelabel Susan Strasser sowie dem Fußballklub FC Wacker Innsbruck anhängig.

Trotz anhaltender Berichte über Zahlungsprobleme und der Exekution lagernder Ware in der Kneissl Star Lounge in InnsbruckWieder Exekutor bei Kneissl hält Andreas Gebauer am 25 Millionen Euro teuren Hotelprojekt in Stockenboi fest.Kneissl baut Luxushotel im Seetal Gleichzeitig kündigte Gebauer Klage gegen Gläubiger sowie eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck wegen des Verdachts der Bereicherung durch ein Wiener Modeunternehmen an. Die Ermittlungen gegen die Gläubigerin wurden noch im März 2011 eingestellt.

Nachdem Al Jaber auch Ende Januar 2011 weiter mit zugesagten Geldern auf sich warten ließ, sollte über einen weiteren Konkursantrag verhandelt werden.Zahlungsverzug: Alle warten auf den Scheich Geschäftsführer Andreas Gebauer musste demnach am 7. Februar 2011 die Zahlungsfähigkeit vor dem Landesgericht Innsbruck beweisen.Immer noch kein Geld für Kneissl

Konkurs 2011

Am 8. Februar 2011 meldete Geschäftsführer Andreas Gebauer nach einer mehrfach ausgebliebenen Kapitalspritze von Mohamed Bin Issa Al Jaber Insolvenz an. Tiroler Tageszeitung, 8. Februar 2011. Davon betroffen sind die Kneissl Holding GmbH, die Kneissl Tirol GmbH sowie die Kneissl Star Lounge GmbH. In einer ersten Stellungnahme spricht Gebauer von einem rechtlichen Anspruch gegenüber Mohamed Bin Issa Al Jaber, welcher angeblich eine entsprechende Kapitalerhöhung unterzeichnet hatte und die Insolvenz eines Großteils der Unternehmensgruppe hauptsächlich zu verantworten habe.news.at Der Alpenländische Kreditorenverband warf Mehrheitseigentümer Al Jaber Habgier vor. Dieser bekräftigte, das Unternehmen nicht fallen zu lassen. Al Jaber sei bereit, die Gesellschaft in einem Sanierungsverfahren zu unterstützen. Die Gläubigerin Susan Strasser GmbH kündigte noch am selben Tag unter anderem gegen Geschäftsführer Andreas Gebauer eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck wegen Verdacht auf „grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen“, Konkursverschleppung und betrügerische Krida an. Entsprechende Ermittlungen nahm die Staatsanwaltschaft Innsbruck Ende Februar 2011 auf und weitete sie im Juni auf die Tochter Al Jabers aus.Kneissl-Ermittlungen gegen Familien Al Jaber und Gebauer, Tiroler Tageszeitung 11. Juni 2011.

Insgesamt wurden die Schulden auf 16,4 Millionen Euro geschätzt. Im Juni 2011 scheiterte ein bereits ausgehandelter Sanierungsplan an der ausbleibenden Zahlung Al Jabers in Höhe von 2,1 Millionen Euro. Im Juli wurde die Produktion am Standort Kufstein eingestellt,, Tiroler Tageszeitung, 14. Juli 2011. im Oktober erhielt das Konzept der Beteiligungsgesellschaft Friends of Sports (hinter der der fränkische Sportartikelhändler Kramer Elastics GmbH mit einer Bilanzsumme von ca. 2,5 Millionen Euro steht) den Zuschlag.Übernahme bestätigt: Friends of Sports kauft Kneissl, Tiroler Tageszeitung, 6. Oktober 2011. Das endgültige Finanzierungskonzept stand jedoch noch nicht festKneissl wartet noch auf Zahlung, Tiroler Tageszeitung, 15. Oktober 2011. und auch Al Jaber war unter den Bietern für das insolvente Unternehmen und leistete eine Anzahlung,Barbara Schaefer: Zwei Bretter, die die Welt bedeuten, Der Tagesspiegel, 5. November 2011. blieb den restlichen Kaufpreis jedoch schuldig.Kneissl-Verkauf: Al Jabers Anzahlung fällt an die Masse Wiener Zeitung, 5. November 2011. Die Übernahme durch Friends of Sports konnte jedoch wegen im November noch laufender Verhandlungen nicht rechtzeitig zur Wintersaison 2011/12 fixiert werden. Nachdem der Kaufpreis in Höhe von 1,7 Millionen Euro im Dezember noch nicht eingegangen war, wurde der Gläubigerversammlung ein erneuter Sanierungsplan vorgelegt, über den bis Januar 2012 entschieden werden sollte.Al Jaber mischt wieder bei Kneissl mit, Der Standard, 22. Dezember 2011.Neuerliche Sanierungsanträge bei Kneissl, tirol.orf.at, 22. Dezember 2011. Anfang Januar 2012 hinterlegte Al Jaber 1,98 Millionen Euro für die Insolvenzquote,Zweiter Durchgang mit Kneissl, kurier.at, 8. Januar 2012, abgerufen am 11. Januar 2012. mit Annahme des Sanierungsplans durch die Gläubiger wurde Kneissl Ende Januar 2012 mit Auszahlung der Quote von 20 % entschuldet, orf.at, 25. Januar 2012, abgerufen am 4. Februar 2012. und Al Jabers JJA Beteiligungsverwaltungs GmbH wurde zum alleinigen Eigentümer.Kneissl gerettet, Sanierung des Scheichs angenommen, Tiroler Tageszeitung, 26. Januar 2012.

Organisation Geschäftsführer sind seit 2007 Andreas Gebauer und seit Juni 2012 Andrea King. zur Wiener Zeitung vom 11. September 2012. Auf wienerzeitung.at, S. 24. Seit 2008 wurden keine offiziellen Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung veröffentlicht.

Literatur

Weblinks

Kneissl.com Geübt im Konkurs: Chronologie der Kneissl-Geschichte auf DiePresse.com Die Geschichte von Kneissl auf derStandard.at

Einzelnachweise

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