Bjørn Melhus (* 1966 in Kirchheim unter Teck) ist ein deutscher Videokünstler. In seinen gesellschaftskritischen Kurzfilmen, Videos und Videoinstallationen greift Melhus aktuelle globale Themen und Tendenzen auf.
Leben Melhus wuchs als Sohn einer Deutschen und eines Norwegers in Schwaben auf. In Stuttgart absolvierte er die Adolf-Lazi-Schule (heute Lazi-Akademie für Film und Design in Esslingen) sowie die staatliche Filmhochschule. Von 1988 bis 1997 studierte er Freie Kunst in der Film- und Videoklasse von Birgit Hein an der HBK Braunschweig. Im Anschluss erhielt er 1997/98 ein DAAD-Stipendium am California Institute of the Arts in Los Angeles und von 1999 bis 2001 ein Atelierstipendium als Preis des Kunstvereins Hannover. Mit einem Stipendium des Landes Niedersachsen nahm er 2001/02 an dem renommierten ISCP (International Studio and Curatorial Program) in New York teil. Melhus drehte zu Beginn seiner Laufbahn Werbefilme, aber schon seit 1986 produziert er Filme, Videos und Installationen im Experimentalfilm- und Kunstkontext.
Bjørn Melhus ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund.Bjørn Melhus. Auf kuenstlerbund.de, abgerufen am 20. Mai 2017 Er lebt und arbeitet seit 1987 in Berlin und ist seit 2003 Professor für Bildende Kunst/Virtuelle Realität an der Kunsthochschule Kassel. Im Mai 2018 wurde Melhus als neues Mitglied in die Sektion Bildende Künste der Berliner Akademie der Künste gewählt., Deutschlandfunk vom 10. Juli 2018, abgerufen am 10. Juli 2018.
Werk Melhus Arbeiten finden sowohl auf Kurzfilmfestivals wie auch in der internationalen Kunstszene statt. Seine Werke finden ihre Inspiration in den Spannungen zwischen Freiheit und Gewalt oder Unterdrückung. Oftmals reflektiert er die Wirkung und den Einfluss der Massenmedien und verwendet dafür konsequent Found-Footage-Material aus unterschiedlichen medialen Kanälen wie Filmklassikern, YouTube-Videos oder Talkshows. Mit Stilmitteln wie ironisch-grotesker Übertreibung oder Zuspitzung hinterfragt er stereotypische Vorstellungen, Figuren, Verhaltens- und Wahrnehmungsmuster. Die Protagonisten in seinen Arbeiten verkörpert er vom Mensch bis zum Tier, geschlechter- und altersübergreifend selbst. Seine eigene Stimme ist jedoch nie zu hören, stattdessen variierende, sich wiederholende Stimmzitate. Mit dem Aufbrechen der starren Beziehungen zwischen Medien und Rezipienten, öffnet Melhus mit seiner „wunderbaren, fast magischen Welt“Peter Nowak: Die wunderbare Welt des Björn Melhus. Am 4. April 2011 auf freitag.de, abgerufen am 20. Mai 2017 den Blick für die wesentlichen Elemente menschlicher Aktionen und Interaktionen.
Kurzfilme (Auswahl) 2001: The Oral Thing 2002: Auto Center Drive 2008: The Meadow 2009: Murphy 2011: I’m Not the Enemy 2012: Das Badezimmer 2013: Sudden Destruction 2014: Freedom & Independence 2016: Moon Over Da Nang 2019: Sugar
Ausstellungen Melhus’ künstlerische Arbeiten wurden in der Vergangenheit u. a. in der Tate Modern in London, im MOMA in New York, der Serpentine Gallery London, im Sprengel Museum Hannover, im Museum Ludwig in Köln, im ZKM Karlsruhe, im Centre Pompidou in Paris, und in der Pinakothek der Moderne in München gezeigt. 2003 gehörte Melhus auch zu den 44 Teilnehmern der DKB-Projektausstellung Herbarium der Blicke, die in der Bundeskunsthalle in Bonn gezeigt wurde. kuenstlerbund.de; abgerufen am 20. Mai 2017
Auswahl einzelner weiterer Ausstellungen 2011: Bjørn Melhus – Live Action Hero, Haus am Waldsee, Berlin. Auf hausamwaldsee.de, abgerufen am 20. Mai 2017Bin ich jetzt im fernsehen? oder ist es umgedreht? In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 13. Februar 2011, S. 20 2011: Olrik Kohlhoff/Bjørn Melhus · Der Wald steht schwarz, Herbert-Gerisch-Stiftung, Neumünster 2013/14: Bjørn Melhus – I love you, Kunstsammlung – Städtische Museen Jena
Auszeichnungen (Auswahl) mini|Melhus während eines Empfangs in der Villa Massimo (2024) Melhus Filme und Video sind regelmäßig bei Film- und Medienkunstfestivals, wie den Kurzfilmtagen Oberhausen, dem European Media Art Festival Osnabrück, dem IMPAKT Festival in Utrecht,How the West was One. Am 26. Oktober 2012 auf impakt.nl, abgerufen am 20. Mai 2017 dem Kino der Kunst in München. Am 29. September 2014 auf kinoderkunst.de, abgerufen am 20. Mai 2017 und der transmediale Berlin,Bjørn Melhus. Auf transmediale.de, abgerufen am 20. Mai 2017 zu sehen und wurden in der Vergangenheit vielfach ausgezeichnet.
1998: Preis der deutschen Filmkritik, European Media Art Festival, OsnabrückPreisträger bei vdfk.de 2000: Preis des Kunstvereins HannoverBjörn Melhus bei kunstverein-hannover.de 2001: Sprengel-Preis für Bildende Kunst der Niedersächsischen SparkassenstiftungVita bei kunsthochschulekassel.de 2003: Preisträger im Deutschen Wettbewerb, 49. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen 2003: HAP-Grieshaber-Preis der VG Bild Kunst, BonnHAP-Grieshaber-Preis bei art-in.de 2009: Preis der Kinojury, 55. Internationale Kurzfilmtage OberhausenDas beste aus beiden Welten bei shortfilm.de 2011: Deutscher Kurzfilmpreis (Kategorie „Experimentalfilm“, nominiert) 2015: Deutscher Kurzfilmpreis (Kategorie „Experimentalfilm“)Kurzfilmpreis 2015 bei deutscher-kurzfilmpreis.de 2023/24: Rompreis der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo
Literatur mini|Melhus bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen 2011 Katja Blomberg (Hrsg.): Bjørn Melhus – Live Action Hero, Buchhandlung König, Köln 2011, ISBN 978-3-86560-965-6 Elisabeth Bronfen: Bjørn Melhus. Göttingen 2019.
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Einzelnachweise
Kategorie:Hochschullehrer (Kunsthochschule Kassel) Kategorie:Videokünstler (Deutschland) Kategorie:Installationskünstler (Deutschland) Kategorie:Mitglied im Deutschen Künstlerbund Kategorie:Träger des Rompreises Villa Massimo Kategorie:Darstellender Künstler (Berlin) Kategorie:Absolvent der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1966 Kategorie:Mann