mini|rechts|Luftbild von Kanzach (1984) Kanzach ist eine Gemeinde im baden-württembergischen Landkreis Biberach.
Geographie Lage Die Gemeinde liegt etwa fünf Kilometer westlich des Federsees und nordwestlich von Bad Buchau.
Gemeindegliederung Zu Kanzach gehören das gleichnamige Dorf, der Weiler Seelenhof, das Gehöft Vollochhof (Obervolloch) und die Häuser Bahnhof Seelenwald und Vollochmühlen (Untervolloch).
Nachbargemeinden Von Westen beginnend grenzt Kanzach an die Gemeinden Ertingen, Dürmentingen, Betzenweiler, Moosburg, die Stadt Bad Buchau, Dürnau und eine Exklave der Stadt Riedlingen.
Schutzgebiete
Zu Kanzach gehören Teile der beiden Naturschutzgebiete Westliches Federseeried/Seelenhofer Ried und Blinder See Kanzach sowie des FFH-Gebiets Federsee und Blinder See bei Kanzach und des Vogelschutzgebiets Federseeried.Daten- und Kartendienst der LUBW
Geschichte mini|Pfarrkirche Kanzach Vom Mittelalter bis zum Untergang des alten Reichs Kanzach ist 1169 als „Canca“ erstmals urkundlich erwähnt. Um 1230 baute Ortolf von Pflummern auf dem „Schlößlesberg“ eine Bachritterburg in der Bauweise einer Turmhügelburg. Von 1442 bis 1803 gehörte Kanzach zum Damenstift Buchau. Infolge des Reichsdeputationshauptschlusses fiel der Ort an die Fürsten von Thurn und Taxis, die ihn dem Reichsfürstentum Buchau einverleibten. Nach dem Preßburger Frieden kam er 1806 zum Königreich Württemberg.
Seit der Zugehörigkeit zu Württemberg Für mehr als ein Jahrhundert gehörte Kanzach zum Oberamt Riedlingen. Bei der Kreisreform während der NS-Zeit gelangte das Dorf 1938 zum Landkreis Saulgau. Kanzach wurde 1945 Teil der Französischen Besatzungszone und kam somit zum Nachkriegsland Württemberg-Hohenzollern, das 1952 im Bundesland Baden-Württemberg aufging. Seit der Kreisreform von 1973 gehört der Ort zum Landkreis Biberach, er schloss sich damals dem Gemeindeverwaltungsverband Bad Buchau an.
Religion Kanzach ist seit jeher katholisch geprägt. Die römisch-katholische Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt gehört zur Seelsorgeeinheit Federsee im Dekanat Biberach der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Kanzach hat acht Mitglieder. Neben dem stimmberechtigten Bürgermeister als Vorsitzendem besteht er aus ehrenamtlichen Gemeinderäten. Bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 wurde der Gemeinderat durch Mehrheitswahl gewählt.Vorläufiges Ergebnis der Gemeinderatswahlen 2024 beim Statistischen Landesamt Eine solche findet statt, wenn kein oder nur ein Wahlvorschlag eingereicht wird. Die Bewerber mit den höchsten Stimmenzahlen sind dann gewählt. Die Wahlbeteiligung betrug 72,0 % (2019: 67,5 %).
Bürgermeister
1984 bis 2007: Rudolf Obert 2008 bis 2019: Erwin Hölz seit 1. April 2019: Klaus Schultheiß
Wappen
Gemeindepartnerschaft Eine Partnerschaft besteht mit der südwestfranzösischen Gemeinde Segonzac in der Weinbauregion Cognac im Département Charente.
Verkehr Eine der letzten Schmalspurstrecken Baden-Württembergs, die Federseebahn von Bad Schussenried über Bad Buchau nach Riedlingen, wurde 1915 bis Dürmentingen verlängert. 1916 war das letzte Stück bis Riedlingen fertiggestellt. Die Strecke mit Haltestellen in Kanzach und Seelenwald wurde 1960 stillgelegt.
Durch Kanzach führt als Landes-Radfernweg der Oberschwaben-Allgäu-Radweg. Er ist eine Rundstrecke über Ulm und Tettnang und verläuft dabei von Bad Saulgau kommend über Dürnau nach Kanzach und weiter nach Moosburg am Federsee.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Bachritterburg Kanzach Alle Kulturdenkmale der Gemeinde sind in der Liste der Kulturdenkmale in Kanzach verzeichnet.
Bauwerke Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt Bachritterburg Kanzach, vollständig rekonstruierter Nachbau einer mittelalterlichen Turmhügelburg eines Niederadligen Pfarrscheuer, erbaut um 1800 (seit 1975 unter Denkmalschutz) Burg Rußegg, abgegangene Burg beim Weiler Seelenwald
Naturschutzgebiet mini|Blinder See Blinder See
Literatur
Weblinks
|audio=0|video=0 Offizielle Internetpräsenz der Gemeinde Kanzach Bachritterburg Museum Heuneburg
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Biberach Kategorie:Ort in Oberschwaben
Kategorie:Ersterwähnung 1169