Die Augsburger Panther sind eine deutsche Eishockeymannschaft (offizielle Abkürzung: AEV) aus dem bayerisch-schwäbischen Augsburg, die aktuell in der Deutschen Eishockey Liga spielt. 1994 wurde das Gründungsmitglied der Liga in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung vom 1878 gegründeten Augsburger Eislaufverein AEV ausgelagert, der Stammverein ist noch heute für den Nachwuchsbereich verantwortlich.
Der bislang größte Erfolg des Clubs, dessen Mannschaften ihre Heimspiele seit 1936 im Eisstadion am Schleifgraben (seit 1971 Curt-Frenzel-Stadion) austragen, war der Gewinn der Vizemeisterschaft 2010 neben dem Gewinn der Zweitligameisterschaft im Jahr 1994. Die Vereinsfarben der Augsburger Panther sind rot, grün und weiß.
Geschichte Die Anfänge im Augsburger Eishockey Der Augsburger EV wurde 1878 gegründet und ist somit einer der ältesten Eislauf betreibenden Vereine Deutschlands. Sein erstes Eishockeyspiel richtete er jedoch erst 1929 aus: Am 5. Februar 1929 traf man auf die zweite Mannschaft der HG Nürnberg und unterlag mit 1:5.hockeyarchives.info Während des Zweiten Weltkrieges spielte der AEV in der höchsten bayerischen Spielklasse, der A-Klasse; teilweise in einer Kriegsspielgemeinschaft mit dem TSV Schwaben Augsburg.
HC Augsburg Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu einem Neubeginn unter dem Namen HCA „Yellow Tigers“. Bereits 1946/47 nahm man an der Bayerischen Meisterschaft teil. 1947/48 konnte man sich erstmals für die Endrunde der deutschen Meisterschaft qualifizieren und belegte den fünften Platz. Dadurch qualifizierte man sich auch für die neue Eishockey-Oberliga. Nach einem erneuten fünften Platz 1948/49 stieg man 1949/50 ab. In dieser Saison hatte die Mannschaft erst Ende Januar Eis in Augsburg und konnte bis dahin weder zu Hause spielen noch trainieren. So kam es zu heftigen Niederlagen, unter anderem einem 1:31 beim amtierenden Meister EV Füssen. 1953 kam es zur Umbenennung in den Augsburger Eis- und Rollsportverein (AERV), es stellten sich jedoch keine weiteren Erfolge ein.
Neubeginn unter Curt Frenzel 1962 wurde ein weiterer Neubeginn unter Curt Frenzel mit dem alten Namen AEV gewagt. Sechs Jahre später schaffte man endlich den Aufstieg in die erste Bundesliga. Bemerkenswert war, dass der FC Bayern München in den 60er-Jahren ein Team in der Bundesliga am Start hatte, das 1969 ein unrühmliches Ende fand. Der damalige Bayern-Manager Robert Schwan sorgte dafür, dass die Mannschaft wegen „Ligauntauglichkeit“ aufgelöst wurde. Der Augsburger EV kaufte das Team für 135.000 Mark auf, die Ausrüstung gab es vom FC Bayern als Gratis-Zugabe. In der Saison 1969/70 erreichte man unter dem späteren Bundestrainer Xaver Unsinn einen 5. Platz.
Die Zeit in der zweiten Bundesliga Nach dem Abstieg 1974 konnte man zweimal für eine Saison in die Bundesliga zurückkehren. 1979 zog sich der AEV aus wirtschaftlichen Gründen in die Oberliga zurück. Es folgten zwei Übergangsjahre in dieser Liga, ehe man 1981 nach einer starken Saison wieder in die 2. Bundesliga aufsteigen konnte. Dort verblieb der Klub allerdings nicht sehr lange und stieg bereits nach dem ersten Jahr wieder in die dritthöchste deutsche Spielklasse ab. Die folgende Saison konnte das Team souverän meistern und qualifizierte sich somit sportlich erneut für die 2. Bundesliga. Vier Jahre verbrachte man anschließend in der Spielklasse, bis sich der AEV zum Ende der Saison 1986/87 trotz eines zweiten Platzes aus der Liga zurückzog und folglich in der Oberliga spielte. Nach dieser wechselhaften Zeit sollte ein Neubeginn unter neuem Management für stetigere Erfolge sorgen.
1989 gelang der Aufstieg in die 2. Bundesliga und der AEV sicherte sich in den nächsten Jahren den Klassenerhalt. 1993 verfehlte der AEV nach einem ersten Platz zum Abschluss der Hauptrunde nur knapp den Einzug in die 1. Bundesliga. Im Play-off-Halbfinale verlor man eine leidenschaftliche Serie gegen den ES Weißwasser. Saisondaten 1948 bis 1994 Saison Liga Klasse Gruppe Platz PO PD Endrunde 1993/94 2. Bundesliga I I Süd Meister 2. BL Meister ↑ 1992/93 2. Bundesliga I I Süd Meister X Halbfinale 1991/92 2. Bundesliga I I Süd Meister BL 5. Platz 1990/91 2. Bundesliga I I Süd 4. Platz 2. BL 7. Platz 1989/90 2. Bundesliga I I Süd 5. Platz X 3. Platz 1988/89 Oberliga I I I – Meister 2. BL 2. Gruppe A ↑ 1987/88 Oberliga I I I Süd 11. Platz X 1. Gruppe B 1986/87 2. Bundesliga I I Süd Vizemeister BL Rückzug ↓ 1985/86 2. Bundesliga I I Süd Meister 1984/85 2. Bundesliga I I Süd Vizemeister BL 8. Platz 1983/84 2. Bundesliga I I Süd Vizemeister 2. BL 3. Gruppe A 1982/83 Oberliga I I I Süd 3. Platz 2. BL 2. Gruppe B ↑ 1981/82 2. Bundesliga I I Süd 3. Platz 2. BL Rückzug ↓ 1980/81 Oberliga I I I Süd Meister 2. BL 1. Platz ↑ 1979/80 Oberliga I I I Süd 3. Platz OL 3. Gruppe 2 1978/79 Bundesliga I 10. Platz X Rückzug ↓ 1977/78 2. Bundesliga I I 1. Platz Meister ↑ 1976/77 Bundesliga I 10. Platz ↓ 1975/76 2. Bundesliga I I Meister ↑ 1974/75 2. Bundesliga I I Vizemeister 1973/74 Bundesliga I 10. Platz ↓ 1972/73 Bundesliga I 9. Platz 1971/72 Bundesliga I 6. Platz 1970/71 Bundesliga I 6. Platz 1969/70 Bundesliga I 5. Platz X 5. Platz 1968/69 Bundesliga I Süd 3. Platz X 5. Platz 1967/68 Oberliga I I Süd Vizemeister BL 2. Platz ↑ 1966/67 Oberliga I I Süd Meister OL Meister 1965/66 Regionalliga I I I Süd Meister RL Meister ↑ 1964/65 Gruppenliga I I I Süd Vizemeister GL 4. Platz 1963/64 Landesliga I V X Bayr. Meister ↑ 50/51-62-63 BEV 1949/50 Oberliga I 8. Platz ↓ 1948/49 Oberliga I 5. Platz 1947/48 Deutsche Meisterschaft I 3. Platz Süd 5. Platz 1946/47 Landesliga
Quelle: passionhockey.com, Passionhockey Quelle: rodi-db.de,rodi-db.de, Ligenzugehörigkeit Augsburger EV Auf-/Abstieg ↑ ↓
Aufstieg in die Deutsche Eishockey Liga Zur Gründung der DEL im Jahr 1994 stieg auch der AEV in diese Klasse auf und war so von Beginn an dabei. Die Profimannschaft des AEV benannte sich in Augsburger Panther um und besteht seither in Form einer GmbH. Die Premierensaison der DEL verlief für die Panther nicht so erfolgreich. Nach der Hauptrunde belegte das Team nur den 13. Platz, konnte damit allerdings trotzdem in die anschließenden Play-offs einziehen. Dort traf man im Achtelfinale auf die Krefeld Pinguine. Der AEV verlor diese Serie mit 1:4 Spielen.
Die folgende Saison sollte zunächst nicht besser werden. Nach der Hauptrunde verbesserte sich die Mannschaft um Topscorer Duanne Moeser lediglich um einen, auf den zwölften Platz. Im Play-off-Achtelfinale hieß der Gegner Schwenninger Wild Wings. Die Panther konnten sich in der best-of-five-Serie mit 3:1 Spielen durchsetzten und zogen somit erstmals ins Viertelfinale ein. Mit den Kölner Haien traf man auf einen Meisterschaftskandidaten, der am Ende die besseren Einzelspieler in seinen Reihen hatte und somit den AEV klar mit 3:0 Siegen besiegen konnte. mini|Augsburg beim Spiel gegen die Krefeld Pinguine mini|Erreichte mit den Panthern 2005 das Play-off-Viertelfinale, François Méthot Die Spielzeit 2000/01 verlief deutlich schlechter. Die Panther konnten nur den 14. Platz erreichen und verpassten somit die vorher angestrebten Play-offs. Die Mannschaft enttäuschte auf ganzer Linie und lief den eigenen Ambitionen hinterher. Bester Scorer des Teams war der damals 36 Jahre alte Russe Sergej Wostrikow. Er erzielte in 56 Spielen 78 Scorerpunkte.
Eine Saison später konnte der AEV durch einen achten Platz wieder in die Play-offs einziehen. Der dortige Gegner war der Vizemeister des Jahres 2001, die München Barons. Das erste Spiel in München konnten die Panther vor ausverkaufter Halle mit 6:5 für sich entscheiden. In Spiel zwei siegten die Barons knapp mit 2:1 und glichen die prestigeträchtige Serie zum 1:1 aus. Vor erneut ausverkaufter Kulisse im Münchner Olympia-Eissportzentrum, siegten die Barons in einem hart umkämpften Spiel mit 4:2 und gingen damit zum ersten Mal in dieser Serie mit 2:1 in Führung. Das vierte Spiel konnten sie ebenfalls gewinnen und zogen ins Halbfinale ein. Die Panther schieden somit erneut im Viertelfinale aus.
In den folgenden zwei Spieljahren konnte der AEV die Play-offs nicht erreichen, trotz prominenter Akteure wie die ehemaligen NHL-Spieler Greg Leeb oder Chris Armstrong. Zur Spielzeit 2004/05 gab es einen Umbruch innerhalb der Mannschaft. Mehrere Spieler verließen den AEV in Richtung finanzkräftiger DEL-Klubs. Konsequenz daraus war der Austausch des halben Kaders. Die Verantwortlichen der Panther setzten nunmehr überwiegend auf eine Mischung aus jungen, talentierten deutschen und erfahrenen ausländischen Spielern. Die Rechnung schien aufzugehen. Der Augsburger Eishockeyverein erreichte nach zweijähriger Pause wieder die Play-offs. Nach einer soliden Hauptrunde belegte das Team den siebten Platz und positionierte sich damit sogar vor den favorisierten Clubs aus Hamburg, Düsseldorf oder Hannover. Im Viertelfinale der Play-offs trafen die Augsburger Panther auf den Meisterschaftsfavoriten Eisbären Berlin. Letzten Endes war der AEV ohne Chance und schied klar mit 4:1 aus.
Die nächsten drei Jahre waren ohne jeden Erfolg. Man konnte die Play-offs nicht erreichen und belegte mit den Plätzen 12, 13 und 12 jeweils einen Rang im unteren Tabellendrittel.
Die Panther haben ab 2007/08 eine Zusammenarbeit mit dem EC Peiting vereinbart, so dass Förderlizenzspieler der Panther in Peiting zum Einsatz kommen sollen. Manager der Panther ist seit der Saison 2005/06 Max Fedra, der schon Manager der Landshut Cannibals, München Barons und Hamburg Freezers war. Fedra tritt die Nachfolge von Karl-Heinz Fliegauf an, der vor der Saison, nach elf Jahren bei den Panthern, zu den Frankfurt Lions wechselte und inzwischen bei den Grizzly Adams Wolfsburg tätig ist. Am 13. Dezember 2007 gaben die Panther bekannt, dass der Vertrag von Trainer Paulin Bordeleau im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst wurde.
Zur Saison 2008/09 gab es auf der Torhüterposition drei Neuverpflichtungen aus der 2. Liga (Dennis Endras – Ravensburg, Andreas Tanzer – Landsberg, Leonhard Wild – München). Als Stammtorhüter konnte sich Dennis Endras behaupten, der vom Fachmagazin Eishockey News zum „Rookie des Jahres“ in der DEL gewählt wurde und der den Sprung in die deutsche Nationalmannschaft schaffte. Mit dem zehnten Platz zum Ende der Hauptrunde 2008/09 wurden die als Saisonziel ausgegebenen Pre-Playoffs erreicht. Hier unterlag das Team gegen den EHC Wolfsburg nach vier Spielen (1:2, 4:1, 1:0, 4:3 n. V.).
Zur Saison 2009/10 konnte das Grundgerüst der Mannschaft aus der Vorsaison gehalten werden. Dem Trainer Larry Mitchell gelang es, eine schlagkräftige Mischung aus jungen deutschen Spielern und Nordamerikanern zusammenzustellen. Bis zur Länderspielpause belegte die Mannschaft durchgängig einstellige Tabellenpositionen. Larry Mitchell gelang es, die Mannschaft – trotz Bekanntwerden der Vertragsabschlüsse einiger Schlüsselspieler bei Konkurrenten – so zu motivieren, dass die Pre-Playoffs mit dem achten Tabellenrang erreicht wurden. In den Pre-Playoffs setzte sich das Team gegen die Adler Mannheim nach zwei Spielen mit 2:0 durch. Im Viertelfinale gegen die Eisbären Berlin behielt es überraschenderweise mit 3:2 die Oberhand und erreichte das Halbfinale. Dieses gewann es mit 3:1 gegen die Grizzly Adams Wolfsburg und qualifizierte sich damit für das Finale um die deutsche Meisterschaft. Im Finale gegen die Hannover Scorpions verloren die Panther dreimal hintereinander mit 1:3, 2:3 n. V. und 2:4, so dass die Scorpions den Titel gewannen.