mini|hochkant|Diebsturm heute Der Diebsturm war Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung auf der einstigen Säckinger Insel.Der Ausdruck „Säckinger Insel“ bezieht sich auf einen Teil des heutigen Stadtgebiets und ist nicht zu verwechseln mit der Fridolinsinsel, die vor dem Diebsturm im Rhein liegt. Er bildete den stromabwärts gelegenen Endpunkt der Stadtmauer, die das Ufer am linken Flussarm (heutiges Rheinbett) schützte. Vom Diebsturm knickte die Mauer nach Westen in Richtung des rechten, 1830 zugeschütteten Rheinarms ab und trennte die Insel in zwei Teile, die Bebauung im Norden und die südlich davon liegende Au mit ihren Wiesen und Gärten.
Ein Turm stand vermutlich schon vor den Kriegszerstörungen von 1272 an dieser Stelle und wurde mit den übrigen Befestigungen von Graf Rudolf von Habsburg rasch wiederhergestellt.Diese und die folgenden geschichtlichen Angaben stützen sich auf Einträge in der Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde das Verteidigungswerk in die Anlage des Schlosses Schönau integriert. 1856 kaufte der in Säckingen ansässige Fabrikant Theodor BallyZur Person siehe ballyana.ch. das Anwesen und ließ den Turm 1864 in neogotischem Stil umbauen.
Der hohe und schlanke Rundturm aus Bruchstein erhielt damals seine großen rundbogigen Zwillingsfenster, einen Balkon zum Rhein hin und anstelle des ursprünglichen Runddaches einen funktionslosen Zinnenkranz.Auf dem bekannten Merian-Stich von 1630 trägt der Turm ein spitz zulaufendes Runddach. Er diente dem Besitzer als Aussichtsplattform und zeitweise als Wasserturm. 1928 gingen das Schloss und seine Nebengebäude in den Besitz der Stadt über.
mini|Diebsturm und Schloss um 1880 Bis zur Fertigstellung des oberhalb gelegenen Flusskraftwerks im Jahr 1966 stand der Diebsturm mit seinem Fundament im Rheinwasser. Heute trennt ihn ein Fußweg vom Ufer. Ob der Bau je als Gefängnis gedient hat, wie es der Name nahelegt, ist ungewiss.
1978/79 wurde der Turm instand gesetzt und zeitweilig als Maler-Atelier und für Volkshochschulkurse benutzt. Im Zuge einer Innenrenovierung wurde 2006 ein Trauzimmer für das nahe gelegene Standesamt eingerichtet. Seit 2024 ist der Zugang zum Turm wegen Schäden an der Außenmauer gesperrt. Eine Reparatur in Absprache mit dem Landesdenkmalamt ist in Vorbereitung.Sina Elbers: Der Diebsturm bleibt gesperrt. Badische Zeitung vom 4. Juli 2025
Weblinks Die Geschichte Bad Säckingens: Anfänge der Stadt Säckingen Alemannische Seiten: Diebsturm Bad Säckingen (abgerufen am 4. Mai 2026)
Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk in Bad Säckingen Bad Sackingen Kategorie:Erbaut im 13. Jahrhundert Kategorie:Neugotisches Bauwerk in Baden-Württemberg Kategorie:Stadtbefestigung in Baden-Württemberg Kategorie:Kulturdenkmal in Bad Säckingen