Grünow ist eine amtsangehörige Gemeinde im Landkreis Uckermark im Nordosten Brandenburgs. Sie wird vom Amt Gramzow verwaltet.
Geografie Die uckermärkische Gemeinde Grünow liegt unmittelbar östlich der Kreisstadt Prenzlau in einem Grundmoränengebiet, das sich zwischen den parallel verlaufenden Tälern der Ucker und Randow ausbreitet. Die hügelige Gegend (35 bis 87 m ü. NHN) ist durch viele kleine Seen und Tümpel sowie durch eine intensive Landwirtschaft gekennzeichnet.
Das Dorf liegt am Grünower See (Bild). In der Nähe des Dorfes befinden sich in südwestlicher Richtung der Nord- und Südkoppelsee, weiter in südwestlicher Richtung die Moosbruchseen in der Gemarkung Moosbruch.
In der Nähe des Ortsteils Dreesch liegt der Klare See (nördlich von Dreesch, an der Straße nach Grünow) sowie südöstlich die Prähnsseen (Großer und Kleiner Prähnssee) in der Nähe der Straße nach Bietikow.
mini|550px|links|Grünower See
Gemeindegliederung Zur Gemeinde Grünow gehören die Ortsteile Damme Dreesch Drense Grünow sowie die Wohnplätze Ausbau Weidendamm, Heises Hof und Mönchehof.
Geschichte Verwaltungszugehörigkeit
1817–1947: Landkreis Prenzlau, Provinz Brandenburg, Preußen 1947–1952: Landkreis Prenzlau, Land Brandenburg, SBZ/DDR 1952–1990: Kreis Prenzlau, Bezirk Neubrandenburg, DDR 1990–1993: Kreis Prenzlau, Brandenburg seit 1993: Landkreis Uckermark, Brandenburg Die Gemeinde gehörte von 1992 bis zu dessen Auflösung 2001 zum Amt Prenzlau-Land und wechselte dann zum Amt Gramzow.
Die Orte Damme und Drense wurden am 31. Dezember 1997 nach Grünow eingemeindet.StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1997
Ortsteil Grünow 1287 das erste Mal urkundlich erwähnt, war Grünow eine Gründung deutscher Kolonisten mit engen Verbindungen zum Nonnenkloster in Seehausen. In der Mitte des 17. Jahrhunderts gehörte Grünow zum Amt Gramzow. Um 1900 gab es im Ort ein Gut, Halbbauern, Arbeiterfamilien und einige Handwerker.
Ortsteil Damme Der Ort Damme taucht 1354 erstmals in einer Urkunde auf. 1930 wurde das Gut aufgesiedelt: die neuen Häuser lagen nahe den dazugehörigen Äckern, so dass Damme heute mit vier Kilometern ein ausgesprochen langgezogenes Dorf ist.
Ortsteil Dreesch Als Vorwerk Drösch 1792 angelegt, gehörte der Ort der Familie von Arnim auf Kröchlendorff. 1977 erfolgte der Wechsel aus der ehemaligen Gemeinde Bietikow (heute Uckerfelde) in die Gemeinde Grünow.
Ortsteil Drense Noch heute ist der Burgwall der Ukranen in Drense zu erkennen, der aus dem 8. Jahrhundert stammt. In Urkunden der Jahre 1240 bis 1248 wird auf die Burg hingewiesen. In den 1980er Jahren wurden bei Ausgrabungen Handelswaren aus Polen, Mähren und der Kiewer Rus gefunden.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 393 1890 439 1910 465 1925 532 1933 455 1939 462 Jahr Einwohner 1946 723 1950 717 1964 560 1971 532 1981 482 1985 471 Jahr Einwohner 1990 419 1995 442 2000 1 017 2005 990 2010 923 2015 941 Jahr Einwohner 2020 946 2021 959 2022 982 2023 968 2024 956 2025 953
Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark. S. 18–21Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Der Anstieg der Bevölkerungszahl zwischen 1995 und 2000 ist auf die Eingemeindung von Damme und Drense im Jahr 1997 zurückzuführen.
Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Grünow besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde aus zehn Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Wir für Grünow 21,7 % 2 23,8 % 2 AfD 9,4 % 1 18,0 % 1 Freiwillige Feuerwehr Grünow 12,0 % 1 10,6 % 1 Einzelbewerber André Cunow 12,4 % – 10,5 % – Einzelbewerberin Claudia Wege 9,1 % 1 8,6 % 1 Einzelbewerber Jens Seligmann 11,4 % 1 6,6 % 1 Einzelbewerber Marc Kaßner – – 5,7 % 1 Einzelbewerber Rudi Steinberg – – 5,1 % 1 Einzelbewerber Karsten Stöckel – – 4,6 % – Die Linke 7,5 % 1 4,4 % – Einzelbewerber Wolfgang Britt 3,7 % 1 2,2 % – Einzelbewerber Eckhard Kittendorf 12,7 % 1 – – Insgesamt 100 % 9 100 % 8
Bei den Wahlen 2019 und 2024 kandidierte André Cunow sowohl als Gemeindevertreter als auch als Bürgermeister. Da er die Wahl zum Bürgermeister annahm, bleibt nach § 60 (3) des Brandenburgischen KommunalwahlgesetzesBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz § 60 sein Sitz in der Gemeindevertretung unbesetzt.
Bei der Wahl 2024 entfielen auf die AfD zwei Sitze, von denen einer unbesetzt bleibt, weil die Partei nur einen Kandidaten nominiert hatte.
Bürgermeister 1998–2003: Hans-Ulrich Metscher 2003–2014: Monika BorchertKommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 34 seit 2014: André CunowErgebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019
Cunow wurde bei der Wahl des ehrenamtlichen Bürgermeisters am 9. Juni 2024 mit 67,9 % der gültigen Stimmen wiedergewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.§ 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
Sehenswürdigkeiten In der Liste der Baudenkmale in Grünow stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmäler.
Frühgotische Feldsteinkirche in Grünow Schafstall mit Gaststätte und Gästezimmer am Grünower See
Wirtschaft und Infrastruktur Neben der Agrarproduktion und einer Baumschule gibt es in der Gemeinde einige kleinere Handwerksbetriebe. Grünow konnte durch Zuzug junger Familien aus dem nahen Prenzlau eine günstigere Altersstruktur erreichen.
Verkehr Grünow liegt an der Landesstraße L 25 zwischen Prenzlau und der Autobahnanschlussstelle Prenzlau-Süd an der A 20 (Kreuz Uckermark–Lübeck).
Der nächste Bahnhof liegt im rund sechs Kilometer entfernten Prenzlau, nachdem die Nebenbahnlinien Prenzlau–Löcknitz und Damme–Gramzow mit den Haltepunkten Grünow, Drense und Damme 1995 stillgelegt wurden.
Persönlichkeiten Jean Villain (1928–2006), Journalist und Schriftsteller, lebte in Dreesch Wolfgang Herrmann (* 1939), Politiker, lebt in Dreesch
Literatur
Weblinks
Grünow.de (private Seite)
Einzelnachweise Änderung des Amtes Gramzow Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 5. Oktober 2001. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 43, Potsdam, den 24. Oktober 2001, S. 672 PDF
Kategorie:Ort im Landkreis Uckermark
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