Dorothy Kingsley (* 14. Oktober 1909 in New York City; † 26. September 1997 in MontereyMel Gussow: Dorothy Kingsley, 87, Writer Of 1950’s MGM Screenplays. In: The New York Times, 3. Oktober 1997., Kalifornien) war eine US-amerikanische Drehbuchautorin.

Leben Kingsley wurde 1909 als Tochter der Stummfilm-Schauspielerin Alma Hanlon und des Zeitungsreporters und Presseagenten Walter Kingsley in New York geboren. Als geschiedene Mutter von drei Kindern begann Kingsley ihre Karriere in den 1930er Jahren als Gag-Schreiberin für Radioshows mit Bob Hope und Edgar Bergen. Sie war daraufhin einer der wenigen weiblichen Autoren ihres Fachs. Anfang der 1940er Jahre ging sie nach Hollywood, um das Drehbuch für Bergens RKO-Komödie Look Who’s Laughing (1941) zu überarbeiten. Filmproduzent Arthur Freed verschaffte ihr 1943 einen Vertrag als Drehbuchautorin bei MGM, wo sie sich auf Filmmusicals und -komödien spezialisierte. So schrieb sie eine ganze Reihe von Drehbüchern für Filme mit Esther Williams, darunter Badende Venus (1944), Neptuns Tochter (1949) und Jupiters Liebling (1955).

In der Filmindustrie war sie schon bald dafür bekannt, logische Handlungsstränge aufzubauen, die auch eine große Besetzung vollständig miteinbezogen. Sie sprang zudem häufig ein, wenn ein Drehbuch überarbeitet werden musste, oftmals ohne dass sie im Abspann erwähnt wurde. Sie selbst sah sich nicht als Autorin, die sich selbstverwirklichen wollte. Laut einem Interview habe sie lediglich Drehbücher geschrieben, um Geld zu verdienen. Besonders häufig arbeitete sie dabei mit Regisseur George Sidney zusammen. Zudem adaptierte sie erfolgreiche Musicals für die Kinoleinwand, woraus Filme wie Küß mich, Kätchen! (1953), Pal Joey (1957) und Can-Can (1960) entstanden. 1955 erhielt sie für Eine Braut für sieben Brüder eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch sowie den Writers Guild of America Award, für den sie im Laufe ihrer Karriere mehrfach nominiert war.

Im Jahr 1970 zog sich Kingsley mit ihrem zweiten Ehemann William Durney für viele Jahre ins Privatleben nach Carmel-by-the-Sea zurück, wo beide 1968 eine Winzerei begründeten. In den frühen 1990er Jahren trat sie kurzzeitig aus ihrem Ruhestand zurück, als sie Medienmogul Ted Turner vorschlug, ein Remake des Baseball-Films Angels in the Outfield (1951) zu drehen, für den sie einst das Drehbuch geschrieben hatte. 1994 wurde das Projekt als Angels – Engel gibt es wirklich! realisiert.

Kingsley starb 1997 im Alter von 87 Jahren im Community Hospital in Monterey, Kalifornien, an Herzversagen. Sie hatte insgesamt sechs Kinder: Michael Durney, Christine Durney Armanasco, Terry Kingsley-Smith und Susan Durney Mickelson sowie Dennis und Steven Durney, die bereits vor ihrer Mutter verstarben.Myrna Oliver: Dorothy Kingsley; Prolific Screenwriter. In: Los Angeles Times, 30. September 1997.

Filmografie (Auswahl) 1944: Broadway Rhythm – Regie: Roy Del Ruth 1944: Badende Venus (Bathing Beauty) – Regie: George Sidney 1946: Eine Falle für die Braut (Easy to Wed) – Regie: Edward Buzzell 1948: Auf einer Insel mit dir (On an Island with You) – Regie: Richard Thorpe 1948: Wirbel um Judy (A Date with Judy) – Regie: Richard Thorpe 1949: Neptuns Tochter (Neptune’s Daughter) – Regie: Edward Buzzell 1950: The Skipper Surprised His Wife – Regie: Elliott Nugent 1950: Einmal eine Dame sein (Two Weeks with Love) – Regie: Roy Rowland 1951: Angels in the Outfield – Regie: Clarence Brown 1951: Karneval in Texas (Texas Carnival) – Regie: Charles Walters 1952: Abenteuer in Rom (When in Rome) – Regie: Clarence Brown 1953: Small Town Girl – Regie: László Kardos 1953: Die Wasserprinzessin (Dangerous When Wet) – Regie: Charles Walters 1953: Küß mich, Kätchen! (Kiss Me Kate) – Regie: George Sidney 1954: Eine Braut für sieben Brüder (Seven Brides for Seven Brothers) – Regie: Stanley Donen 1955: Jupiters Liebling (Jupiter’s Darling) – Regie: George Sidney 1957: Pal Joey – Regie: George Sidney 1958: Geh nicht zu nah ans Wasser (Don’t Go Near the Water) – Regie: Charles Walters 1959: Tropenglut (Green Mansions) – Regie: Mel Ferrer 1960: Can-Can – Regie: Walter Lang 1960: Pepe – Was kann die Welt schon kosten (Pepe) – Regie: George Sidney 1967: Das Tal der Puppen (Valley of the Dolls) – Regie: Mark Robson 1994: Angels – Engel gibt es wirklich! (Angels in the Outfield) – Regie: William Dear

Auszeichnungen 1949: Nominierung für den Writers Guild of America Award für Auf einer Insel mit Dir 1952: Nominierung für den Writers Guild of America Award für Angels in the Outfield 1954: Nominierung für den Writers Guild of America Award für Küß mich, Kätchen! 1955: Writers Guild of America Award für Eine Braut für sieben Brüder 1955: Nominierung für den Oscar in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch für Eine Braut für sieben Brüder 1958: Nominierung für den Writers Guild of America Award für Pal Joey 1958: Nominierung für den Writers Guild of America Award für Geh nicht zu nah ans Wasser 1958: Nominierung für den Writers Guild of America Award für Can-Can

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Einzelnachweise

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