Die Landesgartenschau Apolda 2017 war die vierte Landesgartenschau (LGS) des Bundeslandes Thüringen und fand vom 29. April bis zum 24. September 2017 in der Stadt Apolda statt. Sie fand zusammen mit drei anderen Landesgartenschauen in Deutschland in 2017 statt und stand unter dem Motto Blütezeit Apolda. Das Veranstaltungsgelände bestand hauptsächlich aus zwei Kernzonen, welche sich von der Herressener Promenade über die gesamte Innenstadt und die Bahnhofsvorstadt erstreckten. Somit befand sich das Ausstellungsgelände vorrangig im Zentrum von Apolda, ähnlich wie bei den bisherigen Thüringer Landesgartenschauen.

Am 14. September 2011 beschloss der Stadtrat von Apolda in seiner Sitzung das „Handlungskonzept 2011–2017“. Es basiert auf der Machbarkeitsstudie von 2008 und wurde an die aktuellen finanziellen Verhältnisse der Stadt Apolda angepasst. Außerdem wurden die bereits getätigten Maßnahmen, Grundstücksankäufe und Gebäudeabrisse berücksichtigt.

Die Eröffnung der Landesgartenschau fand am 29. April 2017 durch den Ministerpräsidenten Bodo Ramelow statt.

Bewerbungsverfahren Bewerbung mini|250px|Blick vom Bismarckturm über das Stadtzentrum von Apolda

Der Stadtrat der Stadt Apolda beschloss am 15. November 2000, sich für die Ausrichtung einer Thüringer Landesgartenschau im Jahr 2008 oder später zu bewerben. Mit der Bekanntgabe der Thüringer Landesregierung am 16. Juni 2008, die nächste Landesgartenschau im Jahr 2013 durchzuführen, begannen Anfang 2008 die Planungsvorbereitungen. Durch ein Planungsbüro wurde ein Gesamtkonzept entwickelt, welches am 20. August 2008 dem Stadtrat, lokalen Vereinen und Politikern vorgestellt wurde.

Einen Monat später fand im Stadthaus von Apolda eine Einwohnerversammlung zum Thema Landesgartenschau statt. Dort wurden das Konzept der Bevölkerung vorgestellt sowie Ideen und Gedanken ausgetauscht. Am gleichen Tag, dem 18. September 2008, tagte der Stadtrat nochmals ausschließlich zu diesem Thema, um das Konzept und die Ideen zu konkretisieren. Sechs Tage später erfolgte der mehrheitliche Beschluss, die Bewerbungsunterlagen beim Freistaat Thüringen einzureichen.

Am 10. Dezember 2008 erfolgte die Bereisung der Stadt Apolda durch die Vergabe-Jury. Eigens dafür wurde ein Bus der Personenverkehrsgesellschaft Apolda mit Werbung für die Landesgartenschau gestaltet. Verschiedene Maßnahmen und Orte wurden von markanten Punkten im Stadtbild, beispielsweise vom Bismarckturm, vorgestellt und erläutert. Außerdem wurden Leuchtraketen gezündet, um zu verdeutlichen, wo diese Orte liegen und dass die Kernzonen nur unweit voneinander entfernt sind.

Zuschlag Am 27. September 2009 erhielt die südthüringische Stadt Schmalkalden den Zuschlag für die Landesgartenschau 2013. Neben Apolda und Schmalkalden hatten sich auch Jena, Zeulenroda-Triebes und Weißensee für die Ausrichtung beworben. Damit einhergehend bekam Apolda die Option für die LGS 2017. Die Option wurde am 23. November 2010 durch die Thüringer Landesregierung in eine feste Zusage umgewandelt.

Konzept

mini|200px|Der Garten des Glockenmuseums wird Teil des neuen Stadtparks in der Bahnhofsvorstadt. mini|200px|Auch das Museumsgebäude bedarf einer Sanierung im Innen- und Außenbereich.

Das geplante Veranstaltungsgelände erstreckt sich über zwei Kernzonen, welche über die so genannte „Stadtachse“ (Marktplatz, Fußgängerzone und restliche Innenstadt) verbunden sind. Die Entfernung beträgt ungefähr 900 Meter.

Kernzone I – Bahnhofsvorstadt Die erste Kernzone umfasst eine ungefähre Größe von 4,5 ha. Auf diesem Gelände sollen vor allem Freiland-Schauen, Ausstellungen/Vorträge sowie Veranstaltungen im Bereich Sport und Spiel stattfinden. Geplant sind Themengärten in den Richtungen Garten- und Landschaftsbau, Grab- und Denkmalgestaltung, Villengärten, Dach- und Fassadenbegrünung u. v. m. Hier liegt auch der Schwerpunkt der Kultur-Blüte (siehe Logo und Leitthema).

Dieser Bereich soll mit Hilfe der Landesgartenschau zu einem kleinen Stadtpark umgebaut werden und künftig das grüne Rückgrat der Bahnhofsvorstadt bilden. Er wird öffentlich zugänglich sein, einen Spielplatz enthalten und in den Sommermonaten auch für kleinere Veranstaltungen genutzt werden können. Am Rand dieses Parks wird Bauland für die Neubauten von Häusern zur Verfügung gestellt.

Zu den geplanten städtebaulichen Maßnahmen zählen hier u. a.: Umgestaltung des Bahnhofsgeländes/Anlegen eines P+R-Parkplatzes Straßenraumgestaltung entlang der gesamten Bahnhofstraße Umfeldgestaltung am Kunsthaus Apolda Sanierung der Alten Stadtbibliothek Sanierung vom Glocken- und Stadtmuseum Sanierung der ehemaligen Kindertagesstätte „Regenbogenhaus“ Sanierung des Bahnhofsgebäudes: Auf Grund der Internationalen Bauausstellung (IBA) in Thüringen bis 2023 wird die Nutzung des Gebäudes als IBA-Geschäftsstelle diskutiert. Hierdurch könnte das Haus einer nachhaltigen Nutzung zugeführt werden.

Kernzone II – Herressener Promenade Die Herressener Promenade mit einer Fläche von 14 ha bildet die zweite Kernzone. Diese soll nach historischem Vorbild erhalten und aufgewertet werden. Hier finden sich auch die Natur-Blüte und die Spiel-Blüte (siehe Logo und Leitthema). Auf diesem Gelände sollen beispielsweise ein Gärtnermarkt und Sonderschauen stattfinden. Eine Freilichtbühne sowie ein Festzelt bilden die Grundlage für die Durchführung von vielfältigen Veranstaltungen. Außerdem werden thematische Flächen zu Umweltschutz, Ökologie, Regenwassernutzung, Wild- und Nutzpflanzen u. a. eingerichtet. Des Weiteren wird hier die Möglichkeit zu Spaziergängen, Rad-Wanderungen und Ausflügen in die Natur geboten.

„Stadtachse“ mini|190px|Die Fassade des Stadthauses wird saniert. Im Inneren erfolgt der behindertengerechte Umbau. mini|190px|Der Vitzthum-Bau wird als letzter Teil des Schlosses saniert.

Die Stadtachse bildet das Bindeglied zwischen den beiden Kernzonen. Sie erstreckt sich über die gesamte Innenstadt mit Marktplatz, Brauhof, Kantplatz, Melanchthonplatz mit Lutherkirche, Schloss und den restlichen Teil der Fußgängerzone. In diesem Gebiet, welches mit verschiedenen Verbindungswegen von den Besuchern erschlossen werden soll, findet sich auch der Schwerpunkt der Stadt-Blüte (siehe Logo und Leitthema).

Hier soll außerdem ein großer Teil der städtebaulichen Maßnahmen erfolgen, beispielsweise sind vorgesehen: Straßenraumgestaltung der Fußgängerzone sowie weiterer Straßen und Plätze der Innenstadt: Goerdelerstraße und Johannisgasse Martinsplatz Ritterstraße und Mönchsgasse Darrplatz und Melanchthonplatz Alexander-Puschkin-Platz Verkehrsberuhigung der Bachstraße weitere Sanierung von Stadthaus, Lutherkirche und Schloss grundlegende Sanierung der Schule „Am Schötener Grund“ „Sportstättenkomplex Adolf-Aber-Straße“ (Hans-Geupel-Stadion, Freibad, Drei-Felder-Halle) Errichtung von Kreisverkehren: am Verkehrsknoten Alexanderstraße/Reuschelstraße am Verkehrsknoten Darrplatz/Tyroffstraße/Bernhardstraße am Verkehrsknoten Bernhardstraße/Robert-Koch-Straße am Verkehrsknoten Bachstraße/Heidenberg (Ausbau des provisorischen Kreisverkehrs) Sanierung oder Neuanlage von Denkmälern: „Denkmal für die Opfer des Faschismus“ „Friedensdenkmal“ im Schötener Grund

Im Fokus steht hier vor allem die Bahnhofstraße. Der südliche Teil, welcher in den 1980er Jahren zur Fußgängerzone umgebaut wurde, wird wieder für den Verkehr geöffnet, erhält Pkw-Stellplätze, eine Bushaltestelle u. v. m. Insgesamt soll die Bahnhofstraße wieder eine „Flanier-Meile mit Alleecharakter“ werden, wie sie es in früheren Jahren schon oft gewesen ist. In diesem Zusammenhang wird auch der Stadthausvorplatz umgestaltet. Die Verkehrsfläche wird verringert, um den Fußgängern mehr Platz einzuräumen. Außerdem werden die Bushaltestellen aus der August-Bebel-Straße direkt vor dem Stadthaus platziert, um eine bessere Orientierung für Besucher zu ermöglichen. Der Verkehrsfluss aus der Bahnhofstraße wird über die Teichgasse und die Darrstraße auf den Darrplatz geleitet; ausschließlich der Busverkehr darf über den Brückenborn abfahren.

Logo und Leitthema Der Logo-Entwurf besteht zum einen aus dem Schriftzug „Blütezeit Apolda - Landesgartenschau 2017“ und zum anderen aus der bildlichen Darstellung eines Korbblütlers. In der Mitte dieses Korbblütlers bilden drei Blütenblätter das „A“ für Apolda, welches auch als Stadtlogo fungiert. Weiterhin symbolisiert es das „Große A“, einen zentralen Bereich in der Altstadt, welcher aus der Luft betrachtet dem Buchstaben A ähnlich sieht und somit für die Stadtachse in der Altstadt von Apolda steht.

Der Schriftzug nimmt auf die Blütezeiten der Stadt Apolda Bezug, welche ebenso durch die farbenfrohe Blüte im Logo symbolisiert werden. In den beiden Kernzonen des Veranstaltungsgeländes erlebt der Besucher vier verschiedene „Blüten“: Kultur-Blüte (kulturelle Institutionen und Veranstaltungen) Stadt-Blüte (neugestaltete und aufgewertete Innenstadt) Spiel-Blüte (sportliche Veranstaltungen; Wasserspiele) Natur-Blüte (Erlebnis Natur, vor allem in der Herressener Promenade)

Verkehrstechnische Anbindung mini|225px|Parkplatz am Schloss Apolda

Auf Grund der zu erwartenden Besucherzahl musste außerdem ein Konzept entwickelt werden, um ausreichend Parkplätze zur Verfügung zu stellen. Hierzu wird zum einen der Parkplatz an der Adolf-Aber-Straße ausgebaut und erweitert. Dies geschieht im Zuge der Begleitmaßnahme „Sportkomplex Adolf-Aber-Straße“; er soll nach der LGS für das Stadtbad, das dann sanierte Hans-Geupel-Stadion und die dann errichtete Drei-Felder-Halle zur Verfügung stehen. Während der LGS soll er den Verkehr aus Richtung Jena aufnehmen. Über eine kleine Brücke erreicht man direkt den Eingang zur Kernzone II. Zum anderen kann auch der Schloss-Parkplatz an der Jenaer Straße genutzt werden. Durch die Umgestaltungen im Rahmen der Begleitmaßnahmen werden zudem dauerhaft zusätzliche Parkmöglichkeiten in der Innenstadt geschaffen, welche auch von LGS-Besuchern genutzt werden können.

Der Verkehr aus Richtung Erfurt und Naumburg wird von der B 87 über die Buttstädter Straße auf den in Planung befindlichen Park-and-Ride-Platz am Bahnhof geleitet. Dieser wird für die LGS ebenfalls erheblich erweitert. Von diesem Punkt aus gelangt man innerhalb weniger Minuten zur Kernzone I. Besucher aus Richtung Bad Sulza und Camburg sollen diesen Parkplatz ebenfalls nutzen.

Reisebusse können ihre Passagiere am Busbahnhof oder am Bahnhof absetzen und sollen im Gewerbepark „B 87“ Apolda parken, um möglichst wenig Stellflächen in der Innenstadt zu besetzen. Bahnreisende erreichen ebenfalls innerhalb kurzer Zeit die Kernzone I, da diese in der Bahnhofstraße und somit nur 250 Meter entfernt vom Bahnhof liegt. Für Radfahrer besteht die Möglichkeit, über die Ringpromenade und den Ilmtal-Radweg die LGS aus allen Richtung zu erreichen, da diese weite Teile der Stadt umschließen, die regionalen Radwege verbinden und zur LGS besser angebunden und beschildert werden.

Abgeschlossene Begleitmaßnahmen mini|hochkant=0.7|Der Marktplatz vor der Sanierung. mini|hochkant=0.7|Der Marktplatz nach der Sanierung.

Seit 2008 wurden, auch ohne Zuschlag für die Landesgartenschau, bereits einige Maßnahmen aus der damaligen Machbarkeitsstudie durchgeführt, um unabhängig vom Zuschlag die Stadtentwicklung voranzutreiben und im Fall der Ausrichtung der LGS die restlichen Projekte noch realisieren zu können. Dabei wurden durch Fördermittel und städtische Anteile bereits 7,7 Mio. Euro investiert. Zu diesen Projekten zählen die Umgestaltung des Marktplatzes, des Topfmarktes, die Sanierung der Lessingschule, der Umbau der ehemaligen Geschwister-Scholl-Schule zum Mehrgenerationenhaus sowie der Ersatzneubau der Kindertagesstätte „Regenbogenhaus“. Weitere 0,9 Mio. Euro wurden in die beiden künftigen Kernzonen investiert, um beispielsweise Grundstücke zu kaufen und Gebäude abzureißen.

Veranstaltungen Thüringentag Neben der Landesgartenschau findet vom 7.- bis 9. Juni 2017 auch der Thüringentag in Apolda statt.