mini|Strand von Leme und Copacabana (2025)
Copacabana ist einer der bekanntesten Stadtteile Rio de Janeiros in der Zona Sul, der direkt zwischen dem Atlantik und den mit Favelas bevölkerten Granitfelsen liegt und über einen vier Kilometer langen Sandstrand verfügt. Gemeinsam mit dem benachbarten Leme bildet der Stadtteil außerdem die gleichnamige Verwaltungsregion Copacabana.
Lage und Demografie Den nördlichen Teil von Copacabana bildet das eigenständige Viertel Leme, welches mit dem Chapeau (Hut) Mangueira und dem Morro do Leme abschließt. Leme ist ein überwiegend gehobenes Viertel, welches von der Oberschicht bewohnt wird. Im Süden, am Übergang zum Stadtviertel Ipanema, liegen das Forte de Copacabana und die Halbinsel Arpoador. Im Westen liegt die Lagoa Rodrigo de Freitas und im Norden Botafogo. An der Grenze liegen das kleine, durch seine Karnevalsschule bekannte Viertel Mangueira und der Friedhof São João Batista. Der Zugang nach Copacabana von Norden ist durch Straßentunnel möglich.
Copacabana ist 5,08 km² groß und weist momentan mit 34.000 Bewohnern pro km² die höchste Bevölkerungsdichte Rios auf.
In dem 109 Straßen fassenden Stadtteil Copacabana leben ca. 300.000Daten aus dem Jahr 1990. Menschen.Angela Allemann: Rio de Janeiro. Regenbogen-Verlag, 1990, ISBN 3-85862-048-3. Copacabana umfasst 101 Straßenblöcke, 79 Straßen, sieben Seitenstraßen, vier Hänge und drei Favelas (Pavão-Pavãozinho, Favela Morro dos Cabritospt. – Ziegenberg und Ladeira dos Tabajaras) auf einer Fläche von 7,84 Quadratkilometern. Es wird mit einem kontrastreichen „Schmelztiegel“ verglichen, da hier ein starkes Ethnien- und Klassengemisch vorherrscht, welches in der Welt einzigartig ist. In Copacabana zeigt sich die ethnische, kulturelle und soziale Vielfalt der brasilianischen Gesellschaft. Im Gegensatz zum Nachbarviertel Ipanema, welches traditionell der Oberschicht zugerechnet wird, wird Copacabana überwiegend von der Mittelschicht und gehobenen Mittelschicht bewohnt. Dieser Stadtteil hat mit den größten Anteil an Senioren und Rentnern in Rio de Janeiro. Copacabana besitzt mehrere U-Bahn-Stationen: Cardeal Arcoverde, Siqueira Campos und Cantagalo liegen innerhalb der Grenzen des Stadtteils Copacabana; während General Osório genau auf der Grenze zu Ipanema liegt.
Die Avenida Atlântica (Atlantikallee) ist die Prachtstraße, welche sich direkt an den Strand, die Praia de Copacabana, anschließt. Ihr Bürgersteig besteht aus den berühmten, wellenlinienförmigen geschwungenen Mosaiken, welche charakteristisch für Copacabana sind. Bekannte Sterne-Hotels, die direkt an der Avenida Atlântica liegen, sind das Rio Palace, das 37-stöckige Windsor Atlantica (in Leme), das Othon Palace Hotel und das Copacabana Palace. An der Avenida Atlântica konzentriert sich die Touristenszene mit einer großen Anzahl von Straßencafés und Restaurants.
Einen umfassenden Blick auf Copacabana, Zuckerhut, Corcovado, Ipanema, Leblon und den Botanischen Garten hat man vom Vista Chinesa.
Geschichte mini|Copacabana um 1910 mit Blick auf die Halbinsel mit der Kapelle der Virgen de Copacabana, dem späteren Forte de Copacabana, Fotografie von Marc Ferrez Der Bezirk hieß ursprünglich Sacopenapã (übersetzt aus der Tupi-Sprache, bedeutet „der Weg des Sozós“, wobei das Sozós eine Art Vogel ist) bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts. Es wurde nach dem Bau einer Kapelle mit einer Nachbildung der Virgen de Copacabana, der Gottesmutter Boliviens, umbenannt. Das ursprüngliche Copacabana, der Herkunftsort der Gottesmutter Copacabana, liegt auf einer gleichnamigen Halbinsel im Titicacasee. Dessen Name wird einerseits aus der Aymara-Sprache kommend mit „Sicht auf den See“ erklärt, könnte sich aber auch vom Namen einer frühzeitlichen Wassergottheit, die ähnlich einer Aphrodite oder Venus war, herleiten.
Copacabana entwickelte sich seit den 1890er Jahren zunächst zu einer Villenkolonie. Kräfte der Suburbanisierung und des entstehenden Tourismus förderten ein rasches städtebauliches Wachstum. In den 1930 und 1940er Jahren erlangte Copacabana erstmals eine international anerkannte Blütezeit, da Copacabana mit seinen vornehmen Hotels, Restaurants und Nachtclubs ein Inbegriff für die „Reichen und Schönen“ wurde. Dort entstand das Musikgenre des Bossa Nova.
Der halbmondförmige, rund 4 km lange Stadtstrand (von dem fast 1 km auf den Strand von Leme entfällt) mit der Promenade Calçadão do Leme e de Copacabana, der die Uferstraße Avenida Atlântica flankiert, wird auch „Princesinha do Mar“ (Kleine Meerprinzessin) genannt und sah in der Zeit der 1930er bis 1950er Jahre sein goldenes Zeitalter als mondäner Badeort des Jetset. Bis heute fungiert dieser Stadtraum als touristisches und kulturelles Zentrum. Seine spektakuläre Waterfront wurde ein Wahrzeichen der Stadt. Als Stadtteil der Bohème, des Reichtums und des Glanzes ist Copacabana zum Thema vieler Musikstücke, Bücher und Bilder geworden.
Das Viertel verfügt über viele Restaurants, Kinos und Theater. Durch die sukzessive Ersetzung der Villen durch zehn- bis zwölfstöckige Wohnblocks hat die Bevölkerungsdichte seit den 1960er Jahren stark zugenommen. Daher ist Copacabana heute sehr verdichtet, trotzdem ist es eines der attraktivsten Viertel mit seinen mehr als 70 Hotels, die viele Touristen anziehen.
Hauptstraßen mini|Karte von Copacabana mini|Avenida Nossa Senhora de Copacabana mini|Straßenszene an der Avenida Nossa Senhora de Copacabana mini|Av. Atlântica
Handel und Gewerbe, Modegeschäfte wie Athleta do Pé, Fabricatto, Perla & Cia., Sula Drey und Yes Brazil und andere konzentrieren sich um das Gebiet Avenida Nossa Senhora de Copacabana und Rua Santa Clara. Außerdem finden sich zahlreiche Banken, Kinos, Geldwechselstuben, Kirchen und Synagogen. Souvenirläden finden sich in den Straßenzügen um die Rua Paula Freitas und Praça Bernadelli in der Nähe des Hotels Copacabana (das nahe der Mitte nebenstehender Karte violettgrau markiert ist). An einigen Orten finden Wochen- und Straßenmärkte in der Rua Decio Vilares am Sonntag, der Rua Gustavo Sampaio am Montag, Rua Belford Roxo und Rua Ronaldo de Carvalho am Donnerstag und in der Rua Domingos Ferreira am Mittwoch statt. An der Avenida Atlântica beginnt der Straßenmarkt täglich nach Einbruch der Nacht.
Avenida Atlântica: Strandpromenade von Copacabana Avenida Nossa Senhora de Copacabana: Hauptstraße von Copacabana, welche das Viertel durchkreuzt, gehört zu den Straßen der Zona Sul mit den meisten Verkehrsproblemen Avenida Princesa Isabel: verbindet die Viertel Copacabana, Leme und Botafogo Avenida Rainha Elizabeth da Bélgica: verbindet die Viertel Copacabana und Ipanema Avenida Prado Júnior Rua Barata Ribeiro: durchkreuzt Copacabana, gehört neben der Avenida Nossa Senhora de Copacabana zu den verkehrsreichsten Straßen. „Hektisch ist die Rua Barata Ribeiro und an Lärm und Gestank wohl kaum zu überbieten, denn der gesamte Busverkehr vom Zentrum in die südlichen Stadtteile rollt in nicht enden wollender Kolonne durch die Straße.“ Rua Coelho Cintra: damals bekannt als Antiga Ladeira do Leme, verbindet die Viertel Copacabana und Botafogo Rua Toneleros Rua Pompeu Loureiro: verbindet die Viertel Copacabana und Lagoa Rua Raul Pompeia Rua Siqueira Campos Rua Figueiredo de Magalhães: verbindet die Viertel Copacabana und Botafogo Rua Santa Clara
Tourismus
mini|links|Copacabana bei Nacht, die Beleuchtung lässt den Strand grün erscheinen. mini|Blick auf den Morro da Babilônia und den dahinter liegenden Stadtteil Copacabana vom Zuckerhut aus mini|links|Hotel Copacabana Palace
Copacabana und der dazugehörige Strandabschnitt werden stark vom internationalen Tourismus geprägt. Die Skyline an der Avenida Atlântica bestimmen Großhotels der Luxusklasse wie dem Copacabana Palace, Hotel Rio Othon Palace, Windsor Atlantica Hotel, Porto Bay Rio Internacional Hotel, Pestana Rio Atlantica, JW Marriott Hotel und vielen mehr. In einiger Entfernung vom Strand finden sich Mittelklassehotels, Apartmentwohnungen,pt. kitchenete – Wohnküche Pensionen, Hostels, Bed&Breakfast Gasthäuser und eine Jugendherberge. Bekannte und traditionelle Restaurants sind z. B. das Arataca die Confeitaria Colombo, die Churrascaria Jardim, das Meriu’s Eine weitere Spezialität sind die Comida a Kilo-Self-Service Restaurants.
Sehenswürdigkeiten Die bekannteste Sehenswürdigkeit von Copacabana ist der Strand mit der vier Kilometer langen Calçadão de Copacabana. 1906 mit zunächst senkrecht zur Avenida Atlântica angeordneten Wellen angelegt, bekam sie 1970 im Rahmen einer Neugestaltung von Burle Marx ihre heute bekannte Form mit paralleler Anordnung. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten gehört das Forte de Copacabana,offizielle Homepage Forte de Copacabana eine ursprünglich militärische Anlage, welche heute das Museu Histórico do Exército (Historisches Museum des Heeres) beherbergt. Der Platz Serzedelo Correia, Praça Edmundo Bittencourt, die Dorival-Caymmi-Statue, der etwas abgelegene Praia do Diabopt. – Strand des Teufels und das Shopping Cassino Atlântico gehören zu den weiteren Attraktionen des Viertels. Die Rua Guimarães Natal am Hang des Morro de São João führt zum Eingang des Parque Estadual da Chacrinha, einem 13,3 Hektar großen Stadtwald und Ausgangspunkt für Wanderungen zum Morro da Babilônia und Morro do Urubú in Leme.
Strandleben
mini|links|Uferpromenade (Calçadão de Copacabana)
An der Grenze zu Ipanema befindet sich der legendäre Strandkiosk Posto 6 (Rettungsschwimmerposten), an dem teilweise traditionelle Fischer ihrem Gewerbe nachgehen. Der Posto 6 gilt als Treffpunkt der Bevölkerung von Copacabana, die sich dort zu Meinungsaustausch, Karten- und Brettspielen trifft. Der Strand und die Strandpromenade werden von einer großen Zahl von ambulanten Händlernpt. camelôs aufgesucht, welche Waren wie Sonnenmilch, Handtücher, Mate oder Kokoswasser verkaufen. Fußball und Beachvolleyball kann am Strand teilweise auch noch nachts unter Flutlicht gespielt werden. Der Strand von Copacabana mit seinem weißen Sand und seiner Sauberkeit genießt Weltruhm und steht symbolisch für den Ort, an dem Sport, Lebensfreude und der Körperkult Brasiliens zelebriert wird.Körperkult am Zuckerhut. In: Die Welt am Sonntag. 27. Juni 2010. Der Atlantische Ozean weist am Strandabschnitt von Copacabana zeitweise starke Strömungen auf. Bei starker Unterströmung ist das Schwimmen verboten. Hinzu kommt eine häufig starke Brandung und ein relativ steiler Abfall an der Uferzone, was das Baden nicht ganz ungefährlich macht. Der Badebetrieb wird tagsüber von Rettungsschwimmern, welche auf Aussichtstürmen postiert sind, überwacht.
Olympische Sommerspiele 2016 mini|Lageplan der Wettkampfstätten Die Beachvolleyball-Arena () war die temporäre Wettkampfstätte für Beach-Volleyball bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. Die Arena befindet sich auf dem Copacabana-Strand, der Wiege und dem Zentrum des brasilianischen Beach-Volleyballs. Sie liegt an der Avenida Atlântica auf Höhe der Avenida Princesa Isabel. Die Sportstätte hat eine Kapazität von 12.000 Zuschauern. Neben dem Hauptspielfeld (Center Court) umfasst die Anlage fünf Trainings- und zwei Aufwärm-Courts.
Am Forte Copacabana wurde bei den Olympischen Spielen das Straßenrennen im Radsport, der Triathlon und das Langstreckenschwimmen ausgetragen. Bei den Paralympics 2016 war es das Start und Ziel für Triathlon und den Marathon.
Veranstaltungen Sich wiederholende oder einmalige Copacabana dient um die Silvesterzeit (Reveillon) In: Augsburger Allgemeine. und bei anderen Anlässen häufig als Kulisse für Großveranstaltungen, bei denen das Viertel teilweise von über einer Million Besuchern frequentiert wird.