Das k.u.k Infanterieregiment „Graf von Khevenhüller“ Nr. 7 war ein Infanterie-Regiment der Habsburgermonarchie. Es wurde 1691 vom habsburgischen Kaiser des Heiligen Römischen Reichs in Dienst gestellt. Das Regiment bestand bis 1918 im Kaisertum Österreich bzw. in der österreich-ungarischen Monarchie. Seinen zuletzt geführten Namen erhielt es erst 1860. Im Jahre 1915 wurden die Zusatzbezeichnungen abgeschafft, es sollte von da an nur noch „Infanterieregiment Nr. 7“ heißen.wahrscheinlich um alle jetzt unliebsamen Ehren-Regimentsinhaber wie z. B. den König von Montenegro, den König von Italien oder den Zaren von Russland auf diese elegante Weise loszuwerden Dies ließ sich jedoch im allgemeinen Sprachgebrauch nicht durchsetzen, auch weil die sparsame k.u.k. Militäradministratur verfügt hatte, zuerst alle vorhandenen Stempel und Formulare aufzubrauchen.gem. „Verlautbarung der Quartiermeisterabteilung“ des Heeresgruppenkommando FM. Erzherzog Eugen / Q.Op. Nr. 665/15. Ausgegeben vom Feldpostamt 512 Aufstellung und relevante Ereignisse
Anlässlich der durch die Osmanen ausgehenden Gefahr im Großen Türkenkrieg sah sich Kaiser Leopold I. gezwungen, durch Aufstellung neuer Regimenter seine Streitkräfte zu verstärken.
Am 25. Jänner 1691 erhielt Generalfeldwachtmeister Notger Wilhelm Graf von Öttingen-Baldern ein Patent zur Aufstellung eines Regiments zu Fuß zu zehn Kompanien mit einer Stärke von 1500 Mann.Das Patent und die „Capitulation“ (Bestallung) sind noch vorhanden. Sie befinden sich im Kriegsarchiv in Wien.
Als Werbebereich wurde Franken festgelegt. Die ersten angeworbenen Soldaten kamen daher aus Nürnberg, Bamberg, Bayreuth und Ulm, sowie aus Rothenburg ob der Tauber. Die Bewaffnung des Regiments bestand aus 1320 Musketen und 80 Kurzgewehren für die Unteroffiziere. Das so benannte „Regiment Graf von Öttingen-Baldern“ erhielt bereits zwei Monate später einen neuen Inhaber und hieß nun „Regiment Freiherr von Pfeffershofen“. Die Hauptaufgabe der Einheit lag zunächst in der Abwehr der andauernden Türkeneinfälle. Dazu wurde es in der strategisch wichtigen Festung Ofen stationiert. 1720: Die Bezeichnung „Regiment zu Fuß“ wird durch „Infanterie – Regiment“ ersetzt. 1735: Verlegung des Regiments in die Toskana 1737: Am 28. Juni erschien das „1. gedruckte Dienst- und Exercierreglement für Reiterei und Infanterie“ für die österreichische Armee, verfasst von Feldmarschall Graf von Khevenhüller (Erstausgabe Wien 1739) 1745: Regimentskommandeur Oberst Freiherr Johann Carl von Wurmb fällt in der Schlacht bei Hohenfriedberg 1769: Die bisherige Praxis, die Regimenter nach ihrem Inhaber zu benennen wurde abgeschafft und durch eine ständige Nummerierung ersetzt. Dem Regiment wurde die Nummer 7 zugewiesen. Für die Rangbestimmung der Regimenter war der Rang des Inhabers maßgebend. Das Regiment hatte von nun an die erhaltene Nummer für immer zu führen und in die Säbel eingravieren zu lassen. Feldzeugmeister Graf Neipperg war damals der älteste Inhaber und erhielt nach den Hausregimentern (Kaiser, Erzherzog Ferdinand, Herzog Karl von Lothringen, Hoch- und Deutschmeister und das 1. und 2. Garnisonsregiment) als erstes Infanterieregiment der Linie die „Nr. 7“. Die als Unterscheidungsmerkmal dienende AbzeichenfarbeKragen und Ärmelaufschläge war bis 1767 blau (1. aktenmäßige erwiesene Adjustierung des Regiments) und wurden dann in dunkelbraun geändert.Die Abzeichenfarbe wurde ausgelost mini|Waisenhauskaserne in Klagenfurt mini|Truppenfahne (Vorderseite) mini|Truppenfahne (Rückseite) 1789: Oberst Emanuel Graf Auersperg fällt in der Schlacht bei Fokšani 1794: Major Graf Bolza fällt in der Schlacht bei Tournay 1809: Im Gefecht bei Urfahr-Linz fällt der Major Cajetan von Marinowsky 1817: Eine neue Regimentsbezirkseinteilung entstand. Dem Infanterie-Regiment Nr. 7 wurde der Klagenfurter Kreis mit 155.129 „Seelen“ und der Villacher Kreis mit 112.122 „Seelen“ zugeteilt. 1824: Christof Freiherr von Lattermann wird Regimentsinhaber. 1830: Das Regiment war unter seinem Kommandanten Josef Freiherr von Adelstein in Oberitalien stationiert. 1849: Major Heinrich Kleinschrodt fällt in der Schlacht bei Sommacampagna 1858: Da die Regimentsfahnen durch langjährigen Gebrauch starke Abnutzungserscheinungen zeigten, war es notwendig geworden dem Regiment neue Fahnen zuzuteilen. Dies geschah am 18. Oktober 1858 in Anwesenheit des Statthalters von Triest, Gouverneur FML Baron Mertens, des Korpskommandanten von Telmer und vieler anderer Offiziere im großen Kaiserhof in Triest. Die Fahne des ersten Bataillons trug auf der Vorderseite den kaiserlichen Doppeladler und auf der Rückseite das Abbild der Jungfrau Maria. Die übrigen Fahnen waren beidseitig mit dem Doppeladler versehen. Die Fahnenmutter für das I. Bataillon war die Kaiserin Elisabeth, die ein goldbesticktes Fahnenband mit der Aufschrift „Die Kaiserin Elisabeth den tapferen Söhnen Kärntens“ und ein zweites Band mit dem Spruch „MUTH, TAPFERKEIT und TREUE“ stiftete. 1868: Am 24. Juni wurde in der Klagenfurter Stadtpfarrkirche die feierliche Enthüllung des Monuments vorgenommen, welches zur Erinnerung an die in der Schlacht bei Custozza auf dem „Feld der Ehre“ gefallenen Soldaten errichtet wurde. 1871: Das Regiment rückte nach Tirol ab, um dort bis 1882 zu verbleiben. Danach kehrt es nach Durchführung vieler Assistenzeinsätze aus Tirol nach Klagenfurt bzw. Villach zurück. 1883: Unruhen erforderten an der ehemaligen Militärgrenze eine kurzfristige Verlegung des Regiments in den Raum Agram. Anschließend nahm es an den stattfindenden Manövern in Ungarn teil (15. – 21. September). 1888: In Erinnerung an den Feldmarschall Ludwig Andreas Graf von Khevenhüller – Frankenburg erhielt die bisher nur Infanterieregiment Nr. 7 benannte Einheit am 13. Mai von Kaiser Franz Josef anlässlich der feierlichen Enthüllung des Denkmals für Kaiserin Maria Theresia in Wien den immerwährenden Namen verliehen:resp. bis zum Jahre 1915 als alle Ehrennamen ersatzlos gestrichen wurden. Woran sich allerdings niemand hielt, insbesondere die Heeresverwaltung die Anweisung erteilt hatte, zunächst alle vorhandenen Stempel und Briefbögen aufzubrauchen. mini|Kaiser Franz Josef-Kaserne in Graz Infanterieregiment Ludwig Andreas Graf von Khevenhüller Nr. 7Der Namensteil „Frankenburg“ wurde von der k.u.k. Militäradministratur nicht verwendet. 1883: Neuer Regimentsinhaber wird der FZMFeldzeugmeister – entsprach bei der Artillerie dem Feldmarschalleutnant Hermann Freiherr Dahlen von Orlaburg. 1891: Am 12. Jänner 1891 jährte sich der Geburtstag des Regimentes zum 200. Mal. Die ungünstige Jahreszeit bewog den Regimentskommandanten Oberst Rungg, die offizielle Feier auf den Gedenktag von Custozza zu verlegen. Vom 23. bis zum 25. Juni 1891 feierte das Infanterieregiment Nr. 7 sein Jubiläum in der Waisenhaus – Kaserne in Klagenfurt in Anwesenheit des Korpskommandanten, Feldzeugmeister Herzog von Württemberg und aller offiziellen Kärntner Persönlichkeiten. 1909: Das Regiment stellt am 6. Jänner die erste Maschinengewehrabteilung mit dem Maschinengewehr Schwarzlose auf. mini|Hauptmann des InfRgt Nr. 7 in Dienst/Ausgangsadjustierung
Inhaber 1691 Freiherr Johann Ferdinand von Pfeffershofen, Feldzeugmeister 1700 Graf Eberhard Friedrich von Neipperg, Feldmarschall 1717 Graf Wilhelm Reinhard von Neipperg, Feldmarschall 1774 Graf Franz Xaver von Harrach, Feldmarschall-Lieutenant 1783 Freiherr Karl Friedrich von Schröder, Feldmarschall-Lieutenant 1809 Großherzog Ferdinand von Würzburg, Feldmarschall 1814 Großherzog Ferdinand von Toscana, Feldmarschall 1824 Freiherr Christoph von Lattermann, Feldmarschall 1835 Freiherr Franz Adolf Prohaska von Guelfenburg, General der Kavallerie 1862 Freiherr Joseph von Maroicic di Madonna del Monte, Feldzeugmeister 1883 Freiherr Hermann Dahlen von Orlaburg, Feldzeugmeister Zweiter Inhaber Von 1809 bis 1824 war der FZM Freiherr Christoph von Lattermann zweiter Inhaber des Regiments.
Status August 1914 Zugehörig: 6. Infanterie-Truppendivision – III. Armeekorps Nationalitäten: 97 % Deutsche – 3 % Andere Ergänzungskommando und Ersatzbataillonskader: Klagenfurt Dislozierung: Stab, I.,III.,IV. Baon: Graz – II. Baon: Klagenfurt Kommandant: Oberst Otto Koschatzky Stabsoffiziere: Obstlt Hubinger, Johann – Maj Fleischer, Hermann – Maj Palik, Maximilian – Maj Kaufmann, Johann – Maj Prünster, Ignaz – Maj Bueckeisen, Friedrich – Maj Ritter Schönhaber von Wengenroth, Heinrich – Maj Lunzer Edler von Lindhausen, Heinrich Deutsche Uniform – Egalisierungsfarbe: dunkelbraun – Knöpfe: Weißmetall Regimentssprache: Deutsch
Garnisonen 1718: Ofen 1720: Arad 1730: Belgrad 1731: Esseg und Pancsova 1736: Ferrara 1739: Parma, sowie Lucca, Siena, Pisa und die Insel Elba. 1816: Leipnik und Olmütz 1817: Stab I. Baon in Görz – II. Baon in Triest – III. Baon in Gradiška 1824: Klagenfurt 1830: Oberitalien 1893: Das Regiment wird in neue Garnison nach Graz verlegt. Das II. Bataillon bleibt in Klagenfurt
Gefechtskalender →Großer Türkenkrieg 1696: Die erste Feuertaufe erhielt das Regiment in der Schlacht von Olasch an der Bega gegen die Türken. 1697: Unter Prinz Eugen von Savoyen Einsatz in der Schlacht bei Zenta. 1699: Kampfwert, Moral und Ausrüstung des Regiments waren inzwischen dermaßen gesunken, dass eine Auflösung in Erwägung gezogen werden musste. Jedoch konnten die Reste der noch schlechter gestellten und daher aufgelösten Regimenter „Neipperg“ und „Württemberg-Mömpelgard“ eingegliedert und somit der Bestand sichergestellt werden. Die Inhaberwürde ging nunmehr an Oberst Eberhard Friedrich von Neipperg, der dieses Amt bis 1717 ausübte. Der Verband trug nunmehr den Namen „Infanterie Regiment Neipperg“.Eine verbindliche Schreibweise existierte zu diesem Zeitpunkt nicht. Ganz nach dem Gusto des Schreibers hieß es „Regiment Neipperg“ oder „Regiment Freiherr Neipperg“. Im gleichen Jahr erhielt das Regiment eine aus Trommlern und Pfeifern bestehende Regimentsmusik. 1703: Kämpfe gegen die Aufständischen in Ungarn und Siebenbürgen.
→Spanischer Erbfolgekrieg 1713: Bis etwa 1716 waren sechs Kompanien an den Operationen der Rheinarmee beteiligt.
→Venezianisch-Österreichischer Türkenkrieg 1716: Schlacht von Peterwardein Das Regiment erhielt höchste Lorbeeren für sein Verhalten während der Schlacht. Der damalige Regimentskommandant, Feldzeugmeister Eberhard Friedrich von Neipperg, wurde auf Grund seiner besonderen Verdienste in der Schlacht von Kaiser Karl VI. mit einem „Dank-Briefel“ (Dankbrief) ausgezeichnet, damals ein besonderes Zeichen kaiserlicher Gunst. Obrist Ludwig Andreas Graf von Khevenhüller, der spätere Namenspatron des Regiments – wurde die Ehre zuteil, dem Kaiser in Wien die Siegesbotschaft zu überbringen.
Im Oktober desselben Jahres beteiligte sich das Regiment an der Eroberung der starken Türkenfestung Temesvar.
1717: Am 24. Februar wurde der Sohn des bisherigen Obristen Eberhard von Neipperg, Feldmarschall Graf Reinhard Willhelm von Neipperg zum neuen Regimentsinhaber bestellt. Juni 1717: Eroberung von Belgrad 1718: Für das Regiment wurden zum ersten Mal Ergänzungsmannschaften durch Landrekruten aus Kärnten und der Steiermark geworben. Das Werbegeld betrug pro Kopf ca. 29 bis 49 fl (Gulden|Florin).
→Österreichischer Erbfolgekrieg 1741/1742: Kämpfe im Kurfürstentum Bayern, an der Maas, in Luxemburg und den Niederlanden
→Siebenjähriger Krieg 1756: Das Regiment verlegte nach Böhmen. Gefechte gegen preußische Truppen. 1757: Schlacht bei Kolin. Sturm auf das „Eichenwäldchen“ 1762: Schlacht bei Burkersdorf
→Russisch-Österreichischer Türkenkrieg (1787–1792) 1789: Unter Feldmarschalleutnant Freiherr von Schröder (1783–1810), der Franz Xaver von Harrach (1774–1783) als Inhaber des Regimentes folgte, nahm das Regiment 1789 an den Kämpfen bei Foksani und Martinestie (damals Moldau, nahe dem Schwarzen Meer) unter den Kommandanten Oberstleutnant Emanuel Graf Auersberg und Oberstleutnant Sobietitzky von Sobietitz gegen die Türken teil.