mini|Offizieller Wahlsieger: Omar al-Bashir Die Präsidentschaftswahl im Sudan 2010 wurde gemeinsam mit der Parlamentswahl, den Wahlen für die Gouverneure und Parlamente der Bundesstaaten des Sudan sowie mit der Parlaments- und Präsidentschaftswahl im Südsudan vom 11. bis 15. April durchgeführt., abgerufen am 2. Dezember 2011 (englisch). Offizieller Sieger der von massivem Wahlbetrug und fehlerhaften Wählerlisten gekennzeichneten Wahl war der langjährige Präsident des Sudan, Omar al-Bashir.
Vorgeschichte: Verschiebungen und Wählerlisten Die Bedeutung der Wahlen besteht weniger in den vorhersehbaren und angezweifelten Wahlergebnissen als darin, dass sich hier erstmals die Regierung des Gesamtsudan und die Regierung des autonomen Südsudans auf ein Wahlverfahren einigten und damit die Übergangsperiode nach dem Ende des Bürgerkriegs 2005 beendet wurde. Durch die weitgehende Einigung auf ein Wählerverzeichnis wurden zudem auch Voraussetzungen für das Unabhängigkeitsreferendum im Südsudan 2011 geschaffen. Mit dem erwarteten positiven Ausgang dieses Referendums und damit der Unabhängigkeit des Südsudans dürften die Wahlen zudem die letzten im vereinten Sudan gewesen sein.
Die Wahlen sollten ursprünglich bereits 2009 durchgeführt werden und sind mehrfach verschoben worden.news.bbc.co.uk, abgerufen am 2. Januar 2011 (englisch). Eine große Hürde für die Durchführung der Wahlen war die Einigung auf eine Wählerliste, die eine Volkszählung zur Voraussetzung hatte. Ursprünglich für Mitte 2007 geplant, wurde die Zählung mehrfach verschoben und schließlich im April 2008 durchgeführt.sudantribune.com, abgerufen am 2. Januar 2011 (englisch). Umstritten war hierbei insbesondere die Einwohnerzahl des autonomen Südsudans, die schließlich mit etwa 8 Millionen Menschen bei einer Gesamtbevölkerung von 38 Millionen angegeben wurde. Nachdem erste Ergebnisse angeblich nur 3 Millionen gezählt hatten, hatte die Vertretung des Südsudans mit Wahlboykott gedroht, sollte ihre Bevölkerung mit weniger als 11 – 13 Millionen Menschen angesetzt werden., abgerufen am 2. Januar 2011 (englisch). Ein Hintergrund der unterschiedlichen Zahlen war die Zählung der großen Anzahl von Binnenflüchtlingen innerhalb des Sudans.sudantribune.com, abgerufen am 2. Januar 2011 (englisch).
Kandidaten Das ergänzte Wahlgesetz, auf das sich Nord und Süd 2008 einigten, sah für Präsidentschaftskandidaten ein Minimum von jeweils 200 Unterstützern in 18 der 25 Bundesstaaten des Sudan vor. Kandidaten mussten zudem über 40 Jahre alt und frei von Vorstrafen sein.sudantribune.com, abgerufen am 2. Januar 2011 (englisch).
12 Kandidaten standen schließlich auf der Wahlliste, davon waren der bisherige Präsident des Gesamtstaates Omar al-Bashir und Yasir Arman für die Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (SPLM), also die regierende Partei des Südsudan, die von vornherein einzig chancenreichen Kandidaten. Ursprünglich hatte Salva Kiir Mayardit, der Präsident des Südsudans, seine Kandidatur für die SPML angekündigt, sie dann aber später zurückgezogen., abgerufen am 2. Januar 2011 (englisch). Einen Monat vor der Wahl zog auch Yasir Arman seine Kandidatur wieder zurück, da die SPML von geplantem Wahlbetrug ausging.news.bbc.co.uk, abgerufen am 2. Januar 2011 (englisch). Der Name des SPML-Vertreters blieb aufgrund der Kurzfristigkeit des Rückzugs dennoch auf den Wahlzetteln stehen und er erhielt mit 21 % die zweitmeisten Stimmen.
Offizielle Ergebnisse mini|Graphische Darstellung des Wahlergebnisses Kandidat – ParteiStimmen%Omar al-Bashir – Nationale Kongresspartei6 901 69468,24 %Yasir Arman – Sudanesische Volksbefreiungsbewegung (SPLM)2 193 82621,69 %Abdullah Deng Nhial – Popular Congress Party396 1393,92 %Hatim Al-Sir – Democratic Unionist Party195,6681,93 %Al-Sadiq Al-Mahdi – Umma Party96 8680,96 %Kamil Idris – Unabhängiger77 1320,76 %Mahmood Ahmed Jeha – Unabhängiger71 7080,71 %Mubarak al-Fadil – Umma Reform and Renewal Party49 4020,49 %Munir Sheikh El-din Jallab – New National Democratic Party40 2770,40 %Abdel-Aziz Khalid – Sudanese National Alliance34 5920,34 %Fatima Abdel-Mahmood – Sudanese Socialist Democratic Union30 5620,30 %Mohamed Ibrahim Nugud – Sudanesische Kommunistische Partei26 4420,26 %Stimmen gesamt10 114 310100,00 %Quelle: Sudan Tribune (englisch)
Siehe auch Geschichte des Sudan
Weblinks Die Wahl in Bildern (englisch)
Einzelnachweise
Sudan #2010