Der Club Atlético Peñarol – meist kurz Peñarol [] und im deutschen Sprachraum meist Peñarol Montevideo genannt – (Spitznamen: Manyas, Aurinegros, Carboneros und Mirasoles) ist ein Sportverein aus der uruguayischen Hauptstadt Montevideo, der international vor allem für seine Fußballabteilung bekannt ist. Mit fünf Siegen bei der Copa Libertadores und drei gewonnenen Weltpokalen ist Peñarol einer der erfolgreichsten Fußballvereine der Welt.

Die Ursprünge des Vereins reichen auf den am 28. September 1891 von britischen Eisenbahnarbeitern gegründeten Central Uruguay Railway Cricket Club (CURCC) zurück. Seit 1913 führt der Verein den Namen Peñarol, nach dem gleichnamigen Stadtteil von Montevideo. Seit der ersten Saison spielt der Verein ununterbrochen in der jeweils höchsten Leistungsklasse des uruguayischen Fußballs. 1933 trug man außerdem das erste Frauenfußballspiel aus. Seit der Etablierung eines neuen Systems im Jahre 1996 gelang es mit Ausnahme einiger Jugendmannschaften aber nicht mehr, ein Frauenteam aufzustellen.

Neben Fußball existieren auch Abteilungen für Futsal und Boxen. In der Vergangenheit war Peñarol auch im Basketball, Motorradsport, Radrennen, Show Goal, im Schach, Tischtennis, Poolbillard sowie im Fechten äußerst erfolgreich. Zahlreiche Vereine weltweit haben im Laufe der Jahre den Namen Peñarols übernommen. Die mit 39 meisten sind in uruguayischen Kleinstädten ansässig. In Argentinien finden sich 23 Peñarols, im restlichen Amerika 20 und in Europa drei.

Geschichte der Fußballabteilung Die frühen Jahre 1891–1913: CURCC mini|Frank Henderson war der erste Präsident des CURCC und amtierte von 1891 bis 1899 mini|hochkant|Plakat aus dem Jahre 1900, das die Partie zwischen Peñarol und Albion FC ankündigt Seit 1878 existierte die britische Eisenbahngesellschaft der Central Uruguay Railway in Montevideo. Am 28. September 1891 gründeten 118 Arbeiter und Angestellte der Firma den Central Uruguay Railway Cricket Club (CURCC) – 72 von ihnen waren britische Staatsangehörige, einer Deutscher und 45 Uruguayer. Noch heute werden die Spieler des Vereins daher umgangssprachlich „Engländer“ genannt. In Anbetracht dessen, dass der Name für die spanischsprachigen Anhänger zu kompliziert auszusprechen war, etablierte sich im Volksmund für den Verein die Bezeichnung Peñarol nach der Montevideo vorgelagerten Siedlung, deren Name wiederum auf den italienischstämmigen Farmer Juan Bautista Crosa zurückging, der aus der norditalienischen Stadt Pinerolo stammte. Bereits ein Jahr nach der Gründung entstand 1892 die Fußballsparte, die binnen sehr kurzer Zeit die ursprünglichen Sportarten Cricket und Rugby verdrängte. Das erste Spiel wurde gegen eine Auswahl einer englischen Highschool ausgetragen und konnte mit 2:0 durch den neuen Club gewonnen werden.

mini|links|Die Mannschaft des CURCC im Jahre 1905 Im Jahre 1895 ernannte man Julio Negrón als ersten Uruguayer zum Mannschaftskapitän; bis dato hatten stets Engländer diese Aufgabe übernommen. 1900 etablierte CURCC zusammen mit Atlético Uruguay, dem Deutschen Fussball Klub sowie dem Albion FC die Asociación Uruguaya de Fútbol (AUF) mit der Uruguay Football Association League und somit die erste Amateurliga des Landes. Das erste Spiel am 10. Juni 1900 gewann CURCC mit einem 2:0 gegen Albion und die ersten offiziellen Ligatreffer des Vereins erzielten dabei Juan Peña und William Davies. Es gelang schließlich, sich den Meistertitel zu sichern – ein Erfolg, den man 1901 wiederholen konnte. 1903 war CURCC durch ein 12:0 gegen Triunfo die erste Mannschaft der Liga, die mehr als zehn Tore in einem Spiel schoss.Alvarez, Haberkorn (2005), Seite 20 Nach den ersten Meistertiteln für Nacional und einer einjährigen Ligaunterbrechung auf Grund bürgerkriegsähnlicher Zustände errangen die Schwarz-Gelben auch die Titel der Jahre 1905 und 1907. Bis 1907 waren die Vorsitzenden der Central Uruguay Railway in Personalunion auch Vereinspräsidenten, doch der neue Vorstandschef Charles W. Bayne verwies auf die anhaltenden wirtschaftlichen Probleme sowie auf die für ihn zusätzliche Arbeit und nahm den Posten nicht an. Dies war der Startpunkt eines langjährigen Konfliktes zwischen Unternehmen und Verein, der schließlich in der Abspaltung des ersteren mündete.

Im Jahre 1908 verließ CURCC aus Protest gegen die neue Spielplangestaltung die Liga, kehrte aber schon 1909 zurück. Im gleichen Jahr kam es zu einem aufsehenerregenden Zwischenfall, als Anhänger des CURCC einen für den Transport der Spieler der gegnerischen Mannschaften vorgesehenen Wagen in Brand setzten. In der Folge verschärften sich die Spannungen im Verhältnis zur Eisenbahnfirma. Nach dem Gewinn der Meisterschaft 1911 berief man eine Untersuchungskommission ein mit dem Ziel, einzelne Bereiche des Vereins zu reformieren. Die Kommission unterbreitete die Vorschläge, auch mit Partnern und Spielern außerhalb des Unternehmens zusammenzuarbeiten und schlug gleichzeitig eine Umbenennung des Clubs in Peñarol vor. Dieser Vorort von Montevideo war die Heimat der meisten uruguayischen Arbeiter der Central Uruguay Railway und trug seinerseits den Namen in Anlehnung an die norditalienische Stadt Pinerolo. Im Juni 1913 wurden diese Ideen auf einer Vereinsversammlung abgelehnt, da der Vorstand sich von Vorurteilen über Peñarol distanzieren wollte, die das Bild eines sozial schwächeren, von Gewalt geprägten Vorortes geprägt hatten. Im November des gleichen Jahres befragte man die Fans der Fußballsparte und es wurde offensichtlich, dass diese gewillt waren, dem Club auch im Falle einer Umbildung zu folgen. Die daraus resultierenden Anträge gingen am 15. November beim Vorstand ein. Am 13. Dezember 1913 löste sich schließlich die Fußballsparte aus der Eisenbahnfirma heraus und erhielt den Namen CURCC Peñarol.Alvarez, Haberkorn (2005), Seite 22 Einige Monate später, am 12. März 1914, erfolgte die offizielle Umbenennung in Club Atlético Peñarol, die zwei Tage darauf durch die AUF und die Regierung von Uruguay bestätigt wurde. Somit war der Verein als legitimer Nachfolger des CURCC gelistet.

1914–1931: Bleibende Dominanz in der Amateurliga Die ersten Jahre unter dem neuen Namen verliefen für den Verein weniger erfolgreich, obschon man an der Ligaspitze mitspielen konnte. 1915, 1916 und 1917 wurde jeweils der zweite Tabellenplatz errungen und in dieser Zeit war die Eröffnung des Stadions Las Acacias 1916 einer der vereinshistorischen Höhepunkte. 1918 und 1920 gelang den Fußballern dann zweimal der Gewinn des Meistertitels, bevor sich die Schwarz-Gelben gemeinsam mit Central Español und den Montevideo Wanderers in Folge gravierender Differenzen von der AUF abspaltete und die Federación Uruguaya de Football (FUF) gründete. Diese organisierte über einen Zeitraum von zwei Spielzeiten (1923 und 1924) eine parallellaufende Meisterschaft, die Peñarol im zweiten Jahr gewinnen konnte. Dieser Sieg wird im Nachhinein von der AUF jedoch nicht als offizieller uruguayischer Meisterschaftsgewinn gewertet. 1926 kam es zur Wiedervereinigung der beiden Ligasysteme und zur Auflösung der FUF. Die in jenem Jahr ausgetragene Spielzeit konnte sich Peñarol zwar sichern, doch gilt sie auf Grund der damals herrschenden Übergangsverhältnisse lediglich als Copa del Consejo Provisorio.

mini|Europa-Rundreise von Peñarol Montevideo 1927 Nach einer erstmals veranstalteten Spielereise durch Europa im Jahre 1927 konnte Peñarol auch 1928 und 1929 zum erfolgreichsten Club Uruguays gekürt werden. Ebenfalls 1929 ernannte der Verein Julio María Sosa zum ersten Ehrenpräsidenten und trat im folgenden Jahr zur ersten Partie im Estadio Centenario an, wobei der Club Olimpia 1:0 bezwungen wurde.

Profiära 1932–1957: Erste Erfolge Saisondaten 1932–1943 Saison Platz 1932 1 1933 2 1934 2 1935 1 1936 1 1937 1 1938 1 1939 2 1940 4 1941 2 1942 2 1943 2 Hellorange: Gewinn der uruguayischen Meisterschaft Saisondaten 1944–1957 Saison Platz 1944 1 1945 1 1946 2 1947 2 1948 – 1949 1 1950 2 1951 1 1952 2 1953 1 1954 1 1955 2 1956 2 1957 2 Hellorange: Gewinn der uruguayischen Meisterschaft Am 29. April 1932 führte die AUF offiziell den Profifußball ein, und die Liga wurde dementsprechend umgestaltet. Das erste Spiel der neuen Ära bestritt Peñarol gegen River Plate Montevideo und am Ende der Eröffnungssaison konnten sich die Schwarz-Gelben den ersten professionellen Meistertitel sichern – mit fünf Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten Rampla Juniors FC. Nach zwei zweiten Platzierungen in den Folgejahren gelang dem Verein in den Jahren 1935 bis 1938 die Seltenheit vierer Landesmeisterschaften in Serie. Die Saison 1939 war gekennzeichnet und überschattet vom ersten Streik von Profifußballern in Uruguay überhaupt, und im Jahre 1943 erwarb Peñarol großflächige Außenanlagen zur sportlichen Nutzung. Fünf Jahre darauf, 1948, organisierte die Vereinigung der Mutualisten der uruguayischen Fußballer einen großen Arbeitskampf, in dessen Folge die Spielzeit abgebrochen werden musste. 1955 erfolgte auf dem zwölf Jahre zuvor gekauften Land die Eröffnung der Mehrzwecksporthalle Palacio Peñarol. Insgesamt sicherte sich Peñarol in den 26 Jahren von 1932 bis 1957 elf Meistertitel.

1958–1968: Dominanz in Südamerika und die Krone der Welt Saisondaten 1958–1968 Saison Platz 1958 1 1959 1 1960 1 1961 1 1962 1 1963 2 1964 1 1965 1 1966 2 1967 1 1968 1 Hellorange: Gewinn der uruguayischen Meisterschaft mini|Spieler vom CA Peñarol mit dem Weltpokal 1966 Das Jahrzehnt von 1958 bis 1968 ist das erfolgreichste und titelträchtigste in der Historie der Manyas. Von den ausgespielten elf nationalen Meisterschaften konnten neun gewonnen werden, wobei man 1958 bis 1962 sogar fünfmal in Serie siegte (Quinquenio de Oro) und den Ligarekord des Rivalen Nacional (1939 bis 1943) egalisierte. 1960 qualifizierte sich Peñarol als amtierender Meister für die neu gegründete Copa Libertadores, den schon bald wichtigsten südamerikanischen Vereinsfußballwettbewerb, vergleichbar mit der europäischen UEFA Champions League. Sein erstes Spiel in diesem neuen Modus absolvierte der Verein am 19. April 1960 gegen den bolivianischen Club Jorge Wilstermann und gewann 7:1. Das erste Tor der Partie war gleichzeitig auch das erste Tor in der Geschichte der Copa Libertadores überhaupt und wurde von Peñarols Luis Borges erzielt. Nach dem Sieg über CA San Lorenzo de Almagro im Halbfinale gewann die Mannschaft aus Montevideo auch das Finale gegen den paraguayischen Club Olimpia und durfte sich als offiziell bestes Team des südamerikanischen Kontinentes feiern lassen.

mini|links|Jubelnde Spieler vom CA Peñarol beim Gewinn der Copa Libertadores im Jahre 1966