mini|hochkant|Andrej Sannikau (2010)

Andrej Alehawitsch Sannikau (; / Andrei Olegowitsch Sannikow, * 8. März 1954 in Minsk, Weißrussische SSR, Sowjetunion) ist ein belarussischer Diplomat und Oppositioneller.

Leben Zusammen mit Michail Marynitsch zählt Sannikau zu den Gründern der Bürgerbewegung „Europäisches Belarus“.European Belarus: „About campaign“, ohne Datum. Abrufdatum: 18. Juli 2020. Bei der Präsidentschaftswahl in Belarus 2010 trat er gegen den Wahlgewinner und Amtsinhaber Aljaksandr Lukaschenka an.

Sannikau ist mit der Journalistin Iryna Chalip verheiratet und hat einen Sohn.

Der Filmemacher Pawel Siczek widmete dem politischen Leben von Andrej Sannikau und den Ereignissen in Belarus den Film This Kind of Hope. Der Film erschien im Jahr 2023 und war auch in Deutschland in den Kinos zu sehen.

Festnahme Laut Angaben von Amnesty InternationalUrgent Action. Oppositioneller gefoltert. Amnesty International Deutschland, 23. Dezember 2010. wurde Sannikau am Abend des 19. Dezember 2010 festgenommen, als er in Minsk an einer Demonstration gegen den Wahlsieg von Lukaschenko teilnahm, bei der es zu Gewalttätigkeiten kam. Bei der Festnahme soll er durch Sicherheitskräfte schwer an beiden Beinen verletzt worden sein.

Laut derselben Quelle konnte sein Anwalt Andrej Sannikau am Folgetag im Gefängnis aufsuchen. Der Zustand Sannikaus war seiner Aussage nach „erschreckend“. Sannikau zeige Zeichen einer Hirnverletzung und frische Verletzungen, die er nach Augenzeugenangaben bei seiner Festnahme noch nicht gehabt habe. Dies lege den Schluss nahe, dass Sannikau im Polizeigewahrsam misshandelt oder gefoltert worden sei. Amnesty International führte daraufhin eine Urgent Action durch, um den belarussischen Oppositionspolitiker durch Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit vor weiterer Misshandlung zu schützen.Christian Esch: Stabile Seitenlage. Minsk wird von politischen Prozessen, einem Bombenanschlag und einer Rubelkrise erschüttert. Eine Reise in eine Stadt, die auf bessere Zeiten wartet. In: Berliner Zeitung, 7. Mai 2011.

Im Mai 2011 wurde Sannikau wegen „Organisation von Massenunruhen“ zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.Lukaschenko-Gegner Sannikow verurteilt. In: Sueddeutsche.de, abgerufen am 14. Mai 2011. Mitte April 2012 wurde er aus der Haft entlassen. bei tagesschau.de, 15. April 2012; abgerufen am 15. April 2012. Noch im selben Jahr deutete Lukaschenko an, dass Sannikau erneut festgenommen werden könnte. Daraufhin floh er nach London. Heute (Stand: 2020) lebt er in Polen.

Auszeichnungen 2005: Bruno Kreisky Preis für Verdienste um die Menschenrechte „für seine Arbeit im Rahmen von Charta 97, einer Bürgerinitiative und Bürgerrechtsorganisation in Minsk“.

Weblinks

EU streckt Diktator die Hand entgegen – wo ist da die Logik? Interview mit Sannikau, derstandard.at, 22. Juni 2013.

Einzelnachweise

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