Die Wahl zum Schwedischen Reichstag 1970 fand am 20. September 1970 statt.
Es war die erste Wahl nach Einführung des Einkammersystems. Außerdem wurde ab dieser Wahl die planmäßige Länge einer Legislaturperiode von vier auf drei Jahre verkürzt.
Wahlergebnis Die Sozialdemokraten traten unter Führung von Ministerpräsident Olof Palme an, der das Amt 1969 von Tage Erlander (seit 1946) übernommen hatte. Nach vier Wahlen mit Zugewinnen verloren die Sozialdemokraten erstmals wieder Stimmen. Von den Verlusten konnte zum einen die Zentrumspartei profitieren, was u. a. auf die einsetzende Atomkraftdebatte zurückgeführt worden ist. Das Zentrum profilierte sich mit atomenergiekritischen Aussagen. Auch die Liberalen erzielten Zugewinne und konnten sich als drittgrößte Partei behaupten. Unter dem neuen Namen Moderata samlingspartiet erzielten die Konservativen mit 11,5 Prozent ihr historisch schlechtestes Ergebnis. Die Kommunisten gewannen hinzu und kehrten massiv gestärkt ins Parlament zurück. Die Christdemokraten konnten hingegen erneut keine Mandate erobern.
Die Sozialdemokraten verloren ihre absolute Mehrheit im Parlament und bildeten eine Minderheitsregierung.
+ Ergebnis der Wahl zum Schwedischen Reichstag 1970 Partei Vorsitzender Stimmen Sitze Anzahl % +/− Sozialdemokratische Arbeiterpartei Schwedens (S) Olof Palme 2.256.369 45,34 −4,78 163 Zentrumspartei (C) Gunnar Hedlund 991.208 19,91 +3,78 71 Volkspartei (FP) Gunnar Helén 806.667 16,21 +1,20 58 Moderate Sammlungspartei (M) Yngve Holmberg 573.812 11,53 −2,35 41 Linkspartei Kommunisten (V) Carl-Henrik Hermansson 258.432 4,75 +1,74 17 Christliche Demokratische Sammlungsbewegung (KD) Birger Ekstedt 73.844 1,80 +0,30 — Sonstige 21.972 0,46 — — Gesamt 4.977.336 100,00 350 Wahlberechtigte 5.645.804 Wahlbeteiligung 88,30 % Abgegebene Stimmen 4.984.207 Ungültige Stimmen 6.871 Quelle:
Weblinks Offizielle Website des Schwedischen Reichstags
Siehe auch Politisches System Schwedens
Einzelnachweise
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