Der Ziegelbraune Täubling (Russula lateritia) ist ein Pilz aus der Familie der Täublingsverwandten (Russulaceae).
Merkmale Makroskopische Merkmale Der Hut erreicht einen Durchmesser zwischen 4 und 7 Zentimeter. Er ist weinrotbraun bis ziegelrötlich gefärbt, ähnliche wie der Ziegelrote Täubling (R. velenovsky) oder der Fleischviolette Herings-Täubling (R. graveolens); grünliche Farben sind nicht enthalten. Die Oberfläche ist stark glänzend. Die Lamellen sind cremefarben, später jedoch hell ocker getönt.
Der Stiel ist weiß und erreicht eine Länge zwischen 5 und 6,5 sowie eine Dicke von 1 bis 1,5 Zentimetern. Die Basis ist mehr oder weniger bräunlich getönt.
Das Sporenpulver ist hell dotterfarben.
Mikroskopische Merkmale Die Sporen messen 7–8,5 × 6–7 Mikrometer. Die Oberfläche ist mit Stacheln oder Warzen bedeckt, die isoliert stehen und kurzreihig miteinander verbunden sind. Die Stacheln oder Warzen werden bis zu 1,3 Mikrometer hoch. Die Primordialhyphen sind zwischen 3 und 4 Mikrometer breit und kräftig inkrustiert.
Artabgrenzung Der Ziegelrote Täubling (R. velenovsky) besitzt meist eine glanzlose Huthaut. Der Fleischviolette Herings-Täubling (R. graveolens) weist braun verfärbende Lamellen auf.
Verbreitung mini|300px|Europäische Länder mit Fundnachweisen des Ziegelbraunen Täubling. Legende: Der seltene Ziegelbraune Täubling ist in West-, Mittel und im südlichen Nordeuropa verbreitet. In Frankreich liegen die Fundorte im Jura und im Département Oise.
In Deutschland ist die Art bisher nur in Baden-Württemberg und einmal in Rheinland-Pfalz (Eifel) nachgewiesen.
Infragenerische Systematik Der Ziegelbraune Täubling ist ein Vertreter der Untersektion Integroidinae, einer Untersektion, die innerhalb der Sektion Lilaceae steht. Die Untersektion vereinigt mittelgroße Täublinge mit ocker- oder blassgelbem Sporenpulver, deren Fleisch graut oder schwärzt. Das Fleisch schmeckt mild, in den Lamellen aber bisweilen deutlich scharf. Die Huthautdeckschicht (Epicutis) enthält inkrustierte Primordialhyphen, aber keine Dermatozystiden.
Bedeutung Der Ziegelbraune Täubling ist vermutlich essbar.
Literatur German Josef Krieglsteiner (Hrsg.), Andreas Gminder, Wulfard Winterhoff: Die Großpilze Baden-Württembergs. Band 2: Ständerpilze: Leisten-, Keulen-, Korallen- und Stoppelpilze, Bauchpilze, Röhrlings- und Täublingsartige. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3531-0.
Einzelnachweise German Josef Krieglsteiner (Hrsg.), Andreas Gminder, Wulfard Winterhoff: Die Großpilze Baden-Württembergs. Band 2: Ständerpilze: Leisten-, Keulen-, Korallen- und Stoppelpilze, Bauchpilze, Röhrlings- und Täublingsartige. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3531-0, S. 477.
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Kategorie:Täublinge