John Paul Livadary (* 20. Mai 1896 in Istanbul, Türkei; † 7. April 1987 in Balboa Island, Newport Beach, KalifornienAudio Engineering Society: Journal of the Audio Engineering Society. Band 35, April 1954, S. 741.) war ein US-amerikanischer Tontechniker. Livadary wurde drei Mal mit dem Oscar für den Besten Ton ausgezeichnet und war insgesamt 17 Mal für diesen Preis nominiert.
Leben John P. Livadary studierte am Massachusetts Institute of Technology und machte 1923 seinen Abschluss in Mathematik und Elektrotechnik. 1929 wurde er von Columbia Pictures als Tontechniker angestellt und war als solcher fortan für zahlreiche Filme des Studios zuständig. Zu diesen gehörten unter anderem mehrere Filme von Regisseur Frank Capra wie Mr. Deeds geht in die Stadt (1936) sowie Filmmusicals mit Columbias größtem Star Rita Hayworth wie Es tanzt die Göttin (1944).
Livadary war insgesamt 17 Mal für den Oscar in der Kategorie Bester Ton nominiert, so zum Beispiel für Capras utopischen Abenteuerfilm In den Fesseln von Shangri-La. Für die Filme Das leuchtende Ziel (1934), Der Jazzsänger (1946) und Verdammt in alle Ewigkeit (1953) konnte Livadary den Filmpreis gewinnen. Mit vier Sonderauszeichnungen für technische Errungenschaften in den Jahren 1938, 1945, 1951 und 1955 erwies er sich als Pionier seines Fachs. Im Jahr 1959 zog er sich mit seiner langjährigen Erfahrung als tontechnischer Leiter von Columbia Pictures aus dem Filmgeschäft zurück und wurde stattdessen leitender Direktor bei Everest Records,Name Livadary everest Exec. In: The Billboard, 24. August 1959, S. 3. einem ehemaligen Plattenlabel, das auf klassische Musik spezialisiert war. Mit der Verwendung von 35-mm-Magnetband zur Mehrkanaltonaufnahme setzte er für die Plattenindustrie der 1960er Jahre neue Qualitätsmaßstäbe. Er war zudem Mitglied der Audio Engineering Society, der Acoustical Society of America, der Society of Motion Picture and Television Engineers und der Academy of Motion Picture Arts and Sciences.
Er starb 1987 im Alter von 90 Jahren auf Balboa Island, einem Stadtteil von Newport Beach. Sein Grab und das Grab seiner Frau Helen (1908–2001) befinden sich im Pacific View Memorial Park in Corona del Mar.
Filmografie (Auswahl) 1931: Das Luftschiff (Dirigible) – Regie: Frank Capra 1934: Das leuchtende Ziel (One Night of Love) – Regie: Victor Schertzinger 1935: Love Me Forever – Regie: Victor Schertzinger 1936: Mr. Deeds geht in die Stadt (Mr. Deeds Goes to Town) – Regie: Frank Capra 1937: In den Fesseln von Shangri-La (Lost Horizon) – Regie: Frank Capra 1937: Criminals of the Air – Regie: Charles C. Coleman 1937: The Shadow – Regie: Charles C. Coleman 1938: Who Killed Gail Preston? – Regie: Leon Barsha 1938: There’s Always a Woman – Regie: Alexander Hall 1939: Lebenskünstler (You Can’t Take It with You) – Regie: Frank Capra 1939: Mr. Smith geht nach Washington (Mr. Smith Goes to Washington) – Regie: Frank Capra 1940: Ein Ehemann zuviel (Too Many Husbands) – Regie: Wesley Ruggles 1940: The Lady in Question – Regie: Charles Vidor 1940: Angels Over Broadway – Regie: Ben Hecht 1941: Reich wirst du nie (You’ll Never Get Rich) – Regie: Sidney Lanfield 1942: Du warst nie berückender (You Were Never Lovelier) – Regie: William A. Seiter 1943: Sahara – Regie: Zoltan Korda 1944: Es tanzt die Göttin (Cover Girl) – Regie: Charles Vidor 1946: Der Jazzsänger (The Jolson Story) – Regie: Alfred E. Green 1953: Verdammt in alle Ewigkeit (From Here to Eternity) – Regie: Fred Zinnemann 1954: Lebensgier (Human Desire) – Regie: Fritz Lang 1954: Die Caine war ihr Schicksal (The Caine Mutiny) – Regie: Edward Dmytryk 1955: Mit Leib und Seele (The Long Gray Line) – Regie: John Ford 1955: Der Mann aus Laramie (The Man from Laramie) – Regie: Anthony Mann 1955: Ehe in Fesseln (Queen Bee) – Regie: Ranald MacDougall 1955: Picknick (Picnic) – Regie: Joshua Logan 1956: Schmutziger Lorbeer (The Harder They Fall) – Regie: Mark Robson 1956: Geliebt in alle Ewigkeit (The Eddy Duchin Story) – Regie: George Sidney 1956: Herbststürme (Autumn Leaves) – Regie: Robert Aldrich 1957: Zähl bis drei und bete (3:10 to Yuma) – Regie: Delmer Daves 1957: Pal Joey – Regie: George Sidney 1958: Cowboy – Regie: Delmer Daves 1958: Jakobowsky und der Oberst (Me and the Colonel) – Regie: Peter Glenville 1958: Das letzte Hurra (The Last Hurrah) – Regie: John Ford 1958: Sindbads siebente Reise (The 7th Voyage of Sinbad) – Regie: Nathan Juran 1958: Meine Braut ist übersinnlich (Bell Book and Candle) – Regie: Richard Quine 1959: Auf eigene Faust (Ride Lonesome) – Regie: Budd Boetticher 1959: April entdeckt die Männer (Gidget) – Regie: Paul Wendkos 1959: Mit mir nicht, meine Herren (It Happened to Jane) – Regie: Richard Quine 1959: Sie kamen nach Cordura (They Came to Cordura) – Regie: Robert Rossen 1959: Schrei, wenn der Tingler kommt (The Tingler) – Regie: William Castle 1959: Der Mann aus Arizona (Edge of Eternity) – Regie: Don Siegel 1960: Einer gibt nicht auf (Comanche Station) – Regie: Budd Boetticher 1960: Der Kommandant (The Mountain Road) – Regie: Daniel Mann
Auszeichnungen Oscar – Bester Ton
Gewonnen: 1935: One Night of Love 1947: Der Jazzsänger (The Jolson Story) 1954: Verdammt in alle Ewigkeit (From Here to Eternity)
Nominiert: 1936: Love Me Forever 1937: Mr. Deeds geht in die Stadt (Mr. Deeds Goes to Town) 1938: In den Fesseln von Shangri-La (Lost Horizon) 1939: Lebenskünstler (You Can’t Take It with You) 1940: Mr. Smith geht nach Washington (Mr. Smith Goes to Washington) 1941: Ein Ehemann zuviel (Too Many Husbands) 1942: Roman einer Tänzerin (The Men in Her Life) 1943: Du warst nie berückender (You Were Never Lovelier) 1944: Sahara 1945: Es tanzt die Göttin (Cover Girl) 1946: Polonaise (A Song to Remember) 1955: Die Caine war ihr Schicksal (The Caine Mutiny) 1957: Geliebt in alle Ewigkeit (The Eddy Duchin Story) 1958: Pal Joey
Oscar – Technische Verdienste 1938: Auszeichnung für die Anwendung eines biplanaren Lichtventils bei Filmtonaufnahmen 1945: Auszeichnung zusammen mit Bernard B. Brown für das Design und die technische Umsetzung eines separaten Aufnahmeraums für Solisten und Chöre 1951: Auszeichnung zusammen mit Floyd Campbell und Lloyd W. Russell für die Entwicklung eines Aufnahmesystems mit mehreren magnetisierten Tonspuren 1955: Auszeichnung zusammen mit Lloyd W. Russell für einen verbesserten auf Geräte für Pegelvergleiche angewandten Begrenzungsverstärker
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Tontechniker Kategorie:Oscarpreisträger Kategorie:Mitglied der Audio Engineering Society Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1896 Kategorie:Gestorben 1987 Kategorie:Mann