mini|Porträt des Jakob Sotriffer miniatur|Zeichnung des Jakob Sotriffer im Museum Gherdëina aus seinen Lehrjahren in Wien miniatur|Portal der Pfarrkirche St. Ulrich des Jakob Sotriffer Jakob Sotriffer (* 30. Januar 1796 in St. Ulrich in Gröden; † 28. April 1856 ebenda) war ein Südtiroler Bildhauer. Er war der erste Lehrer der Zeichenschule in St. Ulrich.
Leben Jakob wurde von seinem Vater "guter Schnitzer" Sotriffer Christian d. Ä. (1751–1830) vom Hof Ruf in St. Ulrich ausgebildet. Marina Demetz: Hausierhandel, Hausindustrie und Kunstgewerbe im Grödental vom 18. bis zum beginnenden 20. Jahrhundert. 1987. Seine Mutter war Maria Anna Runggaldier.
1821 Bewilligte Kaiser Franz I. die Errichtung einer Zeichenschule in St. Ulrich. Jakob Sotriffer wurde unter vier Bewerbern ausgesucht und nach Wien zur Ausbildung geschickt. Er besuchte dort die Akademie und zugleich "die Werkstätten der Bildhauer, Drechsler, Vergolder und Lackierer"Franz Moroder: Das Grödner Tal. 2. Auflage. Section Gröden des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, St. Ulrich in Gröden 1914, S. 83.. Bei seiner Ankunft in der Stadt Wien 1822 überreichte er dem Kaiser zwei Bildsäulen aus Alabaster mit einer Immaculata nach Canova und einem Johannes dem Täufer wofür er 300 Gulden erhielt.
Bevor Sotriffer an der Akademie abschloss errang er dort noch den 1. Gundel-Preis.Morgenblatt für gebildete Leser, Volume 28, 2. Teil (Bote von und für Tirol 7. März 1825)
Am 15. Oktober 1824 beendete Sotriffer seine Ausbildung und am 25. Januar 1825 wurde die erste Grödner Zeichenschule im Haus Steifl in St. Ulrich mit großen Feierlichkeiten eröffnet. Erst im Jahre 1832 wurde dem Sotriffer auch der Unterricht des Modellieren in Wachs gestattet, wobei jedoch das Zeichnen als Hauptfach galt. Im Unterricht folgten dann sein Sohn Christian (1835–1908), Johann Burgauner und schließlich Vinzenz Runggaldier-Janon (1839–1892), bis die Schule im Jahre 1890 geschlossen wurde.
1928 vermittelte er dem neugegründeten Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum eine Sammlung von 169 Spiezeugstücke und Kleinplastiken von 133 Grödner Holzschnitzern und 33 Schnitzerinnen.
Sotriffer war Armenfondverwalter der Gemeinde St. Ulrich.
Er heiratete am 27. Oktober 1834 Maria Anna Prinoth.
Werke Eine Pietà aus Alabaster und einige Zeichnungen von ihm sind im Museum Gherdëina ausgestellt. Er schnitzte das Hauptportal der Pfarrkirche St. Ulrich in Gröden (siehe Bild) und Engel für die Pfarrkirche in Brixen.
Siehe auch Bildhauerei in Gröden
Literatur
Franz Moroder: Das Grödner Tal. 2. Auflage. Section Gröden des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, St. Ulrich in Gröden 1914. Marina Demetz: Hausierhandel, Hausindustrie und Kunstgewerbe im Grödental. Vom 18. bis zum beginnenden 20. Jahrhundert (= Tiroler Wirtschaftsstudien.) Bd. 38. Wagner, Innsbruck 1987, ISBN 3-7030-0186-0 (Zugleich: Innsbruck, Universität, Dissertation, 1984).
Weblinks Morgenblatt für gebildete Leser, Volume 28, 2. Teil (Bote von und für Tirol 7. März 1825); abgerufen am 29. Dezember 2010.
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Österreich) Kategorie:Historische Person (Südliches Tirol) Kategorie:Person (St. Ulrich in Gröden) Kategorie:Geboren 1796 Kategorie:Gestorben 1856 Kategorie:Mann