mini|Barockkirche im Ortsteil Ebersbach Ebersbach-Neugersdorf () ist eine Kleinstadt in Sachsen, die zum 1. Januar 2011 aus der Fusion der benachbarten Städte Ebersbach/Sa. und Neugersdorf entstand. Ein Zusammenschluss der beiden Gemeinden, die 1306 erstmals urkundlich erwähnt und jeweils 1925 und 1924 das Stadtrecht erhielten, war bereits 1925 angestrebt, jedoch nicht verwirklicht worden.

Die im Lausitzer Bergland in der südlichen Oberlausitz an der Grenze zur Tschechischen Republik gelegene Stadt ist mit rund 11.000 Einwohnern nach Görlitz, Zittau, Weißwasser und Löbau die fünftgrößte Stadt im Landkreis Görlitz. Im 20,42 Quadratkilometer großen Gemeindegebiet liegen zwei der drei Spreequellen, die der Stadt den Beinamen Spreequellstadt einbrachten.

Geografie Geografische Lage Die Stadt liegt auf halber Distanz zwischen Bautzen und Zittau entlang der deutsch-tschechischen Grenze im Lausitzer Bergland. Während die Ebersbacher Innenstadt bei liegt, befinden sich die höchsten Punkte auf dem Hutungsberg (474 m) und dem Schlechteberg (485 m).

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind die Stadt Neusalza-Spremberg im Nordwesten, Kottmar im Norden und Nordosten, Leutersdorf im Südosten und die Stadt Seifhennersdorf im Süden. Auf tschechischer Seite grenzen die Städte Jiříkov (Georgswalde) im Westen und Rumburk (Rumburg) im Südwesten an Ebersbach-Neugersdorf.

Stadtgliederung Ebersbach-Neugersdorf besteht aus den beiden Stadtteilen Ebersbach/Sa. und Neugersdorf und unterteilt sich in weitere Ortsteile, u. a. in Oberland, Haine, Spreedorf, Neue Sorge und Hempel.

Geschichte Die beiden namensgebenden Orte wurden urkundlich erstmals im Mai 1306 erwähnt. Die Lage an der Grenze begünstigte ab dem 17. Jahrhundert den Zuzug böhmischer Exulanten, die beiden Orten ein Bevölkerungswachstum einbrachten. Bereits früh war die Leinenweberei eine wichtige Einnahmequelle und entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einer florierenden Textilindustrie. Der Bedarf an Arbeitskräften sicherte ein weiteres Wachstum, so dass Neugersdorf am 15. Dezember 1924 und Ebersbach am 5. September 1925 das Stadtrecht erhielten.

Am 4. November 2010 unterzeichneten die Bürgermeisterin von Neugersdorf (Verena Hergenröder) und der Bürgermeister von Ebersbach/Sa. (Bernd Noack) die Vereinbarung über die Vereinigung der Städte Ebersbach/Sa. und Neugersdorf zur neuen Spreequellstadt Ebersbach-Neugersdorf zum 1. Januar 2011. Am 26. März 2012 stimmte der Stadtrat über die Annahme eines neugeschaffenen Wappens ab, das die Wappentiere der beiden heutigen Ortsteile, den Eber und den Kranich enthält. Das Wappen entstand nach einem Wettbewerb, zu dem 70 Vorschläge von 58 Bürgern eingereicht wurden.

Einwohnerentwicklung Ebersbach Jahr Einwohner 1777 49 besessene Mann,29 Gärtner,515 Häusler,21 Wüstungen 1834 5622 1871 7049 1890 7833 1910 9585 1925 9419 1939 9560 1946 11.315 1950 11.789 1964 11.312 1971 11.340 1981 12.153 1990 12.669 2000 10.382 2007 8451 Neugersdorf Jahr Einwohner 1777 4 besessene Mann,32 Gärtner,207 Häusler,11 Wüstungen 1834 2325 1871 3562 1890 4972 1910 11.595 1925 11.165 1939 11.026 1946 12.526 1950 13.313 1964 11.970 1971 … 1981 … 1990 7725 2000 6660 2007 6163 Ebersbach-Neugersdorf Jahr Einwohner 2010 13.817201113.662201213.272201312.951201412.713201812.033201911.881202011.715202111.705202211.535202311.448 Einwohnerzahl aus dem Spreequellboten 01/2024202411.301 Einwohnerzahl aus dem Spreequellboten 01/2025

Politik mini|Rathaus im OT Ebersbach mini|Ebersbach/Sa.: ehemaliges Amtsgericht

Stadtrat Seit der Stadtratswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 21 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

AfD: 7 Sitze (ein Sitz bleibt mangels Bewerber unbesetzt) Freie Wählergemeinschaft: 6 Sitze CDU: 4 Sitze FDP: 2 Sitze Linke: 1 Sitz Grüne: 1 Sitz +letzte StadtratswahlenListe202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %AfD736,1124,4––Freie Wählergemeinschaft625,4728,7732,7CDU417,4417,4833,1FDP210,6312,728,9Linke15,9210,4418,2Grüne14,516,417,1Wahlbeteiligung63,7 %57,0 %46,6 %

Bürgermeister

Bürgermeister der Stadt Ebersbach-Neugersdorf ist Steffen Ain (parteilos) mit Amtsantritt zum 1. Januar 2025. Seine Vorgängerin Verena Hergenröder (parteilos) war bis zum 30. September 2024 im Amt.

Bei den Bürgermeisterwahlen am 22. September 2024 setzte sich Steffen Ain im zweiten Wahlgang mit 81 % gegen Mario Kumpf durch.Ergebnis 2. Wahlgang

+letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2024Steffen Ain Ain 81,02018Verena Maria HergenröderHergenröder 63,32011 52,7Neugründung

Städtepartnerschaften Die Stadt übernahm die Partnerschaften ihrer Vorgänger. Dies sind im Einzelnen die französische Gemeinde Bourg-lès-Valence, die Stadt Ebersbach an der Fils in Baden-Württemberg, die Gemeinde Gründau in Hessen, die tschechische Nachbarstadt Jiříkov (Georgswalde) und die polnische Stadt Krapkowice (Krappitz).

Des Weiteren ist Ebersbach-Neugersdorf unter Bürgermeister Steffen Ain seit dem 4. November 2011 Mitglied des kommunalen grenzüberschreitenden deutsch-tschechischen Verbundes Fünfgemeinde. Dieser Verbund wurde im Interesse einer engen Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und ihren Bürgern in der Grenzregion Südliche Oberlausitz/Schluckenauer Zipfel am 19. Oktober 2000 in Schluckenau ins Leben gerufen.

Infrastruktur Öffentlicher Personennahverkehr Anders als in Zittau und Löbau existiert in Ebersbach-Neugersdorf kein Stadtverkehr. Teilweise erfüllt die PlusBus-Linie 50 eine solche Erschließungsfunktion durch eine Direktverbindung vom Ebersbacher Krankenhaus bis zum Neugersdorfer Marktplatz. Der Ort ist an den durch die Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländereck betriebenen Regionalverkehr mit folgenden Buslinien angeschlossen: Bus 19: Zittau – Oderwitz – Ebersbach PlusBus 30: Löbau – Kottmarsdorf – Neugersdorf (– Seifhennersdorf) Bus 33: Löbau – Dürrhennersdorf – Schönbach – Ebersbach Bus 36: Löbau – Eibau – Neugersdorf Bus 38: Ebersbach – Neugersdorf – Leutersdorf – Großschönau PlusBus 50: Löbau – Oppach – Ebersbach – Neugersdorf die Sonderlinien S36, S37 und S38

Schienenverkehr mini|Bahnhof Ebersbach (Sachs) Durch Ebersbach-Neugersdorf verläuft die in der Relation Dresden – Bischofswerda – Zittau (– Liberec) befahrene Bahnstrecke Oberoderwitz–Wilthen der Süd-Lausitzer Bahn. Im Stadtteil Ebersbach befindet sich ein Bahnhof, zudem gibt es im Stadtteil Neugersdorf einen Haltepunkt. An beiden Ebersbach-Neugersdorfer Bahnhöfen halten sowohl die Züge der Trilex-Express-Linie TLX2 (Dresden – Zittau (– Liberec)) als auch die Regionalbahnen des Trilex TL61 (Dresden – Zittau). Auf der Nordseite des Bahnhofs Ebersbach zweigt die nicht fahrplanmäßig befahrene Bahnstrecke Ebersbach–Löbau ab und auf der Südseite, Richtung Haltepunkt Neugersdorf, die Bahnstrecke Bakov nad Jizerou–Ebersbach nach Rumburk in Tschechien.

Straßenverkehr Durch die Stadt verlaufen die Bundesstraße 96 und die Staatsstraße 148. Ebersbach-Neugersdorf hat keinen eigenen Autobahnanschluss. Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse zur A4 Aachen–Görlitz befinden sich in Weißenberg und Bautzen-Ost.

Bildungseinrichtungen Kindertageseinrichtungen Integrative Kindertagesstätte „Oberlandknirpse“, OT Ebersbach Kindertagesstätte „Knirpsenland“, OT Neugersdorf Integrative Kindertagesstätte „Spreequellspatzen“, OT Neugersdorf Kindertagesstätte „Knirpsenvilla“, OT Ebersbach Integratives Johanniter-Kinderhaus „Oberland“, OT Ebersbach Bewegungskindergarten „Hüpfburg“ (private Einrichtung), OT Neugersdorf

Schulen Jahn-Grundschule, OT Ebersbach Fichte-Grundschule, OT Neugersdorf Andert-Oberschule, OT Ebersbach Förderzentrum Oberland, OT Ebersbach SCHKOLA Oberland, OT Ebersbach

Medien

Fernsehen In Ebersbach-Neugersdorf wird das lokale Fernsehprogramm Spree-TV produziert.

Hörfunk In Ebersbach-Neugersdorf können über UKW und Digitalradio DAB+ alle sechs Hörfunkprogramme des Mitteldeutschen Rundfunks empfangen werden, darunter die für die Region Bautzen lokalisierte Ausgabe von MDR 1 Radio Sachsen. Ebenfalls regionale Fenster sendet Radio Lausitz aus dem Sachsen-Funkpaket.

Zeitungen In Ebersbach-Neugersdorf erscheint die Löbauer Lokalausgabe der Sächsischen Zeitung, die eine für die Region Ebersbach-Neugersdorf eingerichtete Lokalseite Oberland enthält. Die Seite wird in einer Lokalredaktion im Stadtteil Ebersbach produziert. Weiterhin erscheinen mit dem Oberlausitzer Kurier und dem Wochenkurier zwei wöchentliche Anzeigenblätter. Zusätzlich erscheint einmal im Monat der Spreequellbote.

Wirtschaft Ebersbach-Neugersdorf ist Sitz folgender, überregional agierender Unternehmen: Klinikum Oberlausitzer Bergland gGmbH Standort Ebersbach mit Innerer Medizin (inkl. Herzkatheterlabor), Chirurgie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie Anästhesie und Intensivmedizin bwin (früher betandwin), Sportwettenanbieter Linke Fruchtsäfte GmbH MBN Sachsen Maschinenbaubetriebe Neugersdorf, u. a. Fertigungen für Volkswagen OKA Büromöbel EAB Neugersdorf GmbH

Kulturdenkmale und Sehenswürdigkeiten mini|Kaffeemuseum im OT Ebersbach

Ebersbach-Neugersdorf gilt mit mehr als 700 Umgebindehäusern als die Stadt mit den meisten erhaltenen Bauten dieser Art in der Oberlausitz. Neben der hohen Anzahl an Umgebindehäusern in beiden Stadtteilen (von denen ein Großteil unter Denkmalschutz steht) gibt es noch weitere Sehenswürdigkeiten in der Stadt zu entdecken, dazu zählen:Sehenswürdigkeiten in Ebersbach-Neugersdorf die Alte Mangel, ein 1782 erbautes, historisches Faktorenhaus, OT EbersbachFaktorenhaus Alte Mangel in Ebersbach das Kaffeemuseum im Vierseithof am Oberen Kirchweg 26, OT EbersbachKaffeemuseum Ebersbach zwei der drei Spreequellen, der Spreeborn im OT Ebersbach und die ertragreichste Spreequelle am Volksbad im OT Neugersdorf der Bismarckturm und Eiskeller auf dem 474 m hohen Hutungsberg, OT Neugersdorf das Feuerwehrmuseum in der BahnhofstraßeFeuerwehrmuseum der Ortsfeuerwehr Ebersbach/Sa. das Viadukt Ebersbach über das Spreetal der Bahnstrecke Ebersbach–Löbau die Stadtbibliothek im OT Ebersbach mit originaler Umgebindehaus-Blockstube

Naturschutz

Söhne und Töchter der Stadt

Erwin Buder (1885–1915), Turner Paul Sinkwitz (1899–1981), Grafiker Erwin Marschner (1931–1998), Maler Rolf Jobst (1951–2020), Ruderer Jürgen Krüger (* 1954), Schwimmer Michael Hennig (* 1955), Gewichtheber Uwe Daßler (* 1967), Schwimmer Julia Preussger (* 1994), Skilangläuferin

Einzelnachweise Ortsgeschichte auf den Websites der beiden Vorgängerstädte:

, Radio Lausitz, 27. März 2012.

Weblinks

Website der Stadt

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