mini|hochkant=1.23|Lage der Gemarkung 3463 Schniegling in Nürnberg

Schniegling ist ein Stadtteil im Westen von Nürnberg und auch der Name der Gemarkung 3463 und des statistischen Bezirks 71. (PDF; 887 kB), abgerufen auf archiv.statistik.nuernberg.de am 29. Dezember 2010

Lage Schniegling grenzt im Nordwesten an Poppenreuth, im Südwesten entlang der Pegnitz an Doos, im Südosten an den Bezirk Westfriedhof und im Nordosten an Wetzendorf.Stadtplandienst der Stadt Nürnberg, abgerufen am 28. Dezember 2010.Schniegling im BayernAtlas

Geschichte Der Ort wurde 1146 als „Snigelingen“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von seinem Gründer Snigilo ab. 1281 erwarb der Burggraf von Nürnberg Friedrich III. Snigelingen. 1427 kam Snigelingen in den Besitz der Reichsstadt Nürnberg und wurde 1796 preußisch.G. Voit: Schniegling, S. 944. Der ursprüngliche Siedlungskern bestand aus einer Mühle und wenigen Höfen, später kamen ein Zainhammerwerk, weitere Betriebe und mehrere Herrensitze in Schniegling hinzu.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Schniegling 13 Anwesen (3 Herrensitze, 1 Zainhammerwerk, 5 Höfe, 1 Spiegelschleife, 1 Polierwerk, 1 Mühle, 2 Häuser). Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Cadolzburg aus, was aber von der Reichsstadt Nürnberg bestritten wurde. Alleiniger Grundherr war das Amt der Vesten der Reichsstadt Nürnberg.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 169.

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Schniegling gebildet, zu dem Doos gehörte. Im selben Jahr entstand die Ruralgemeinde Schniegling, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Nürnberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Fürth. Ab 1862 wurde die übergeordnete Verwaltung vom neu geschaffenen Bezirksamt Nürnberg übernommen, während die Gerichtsbarkeit beim Landgericht Nürnberg verblieb (1879 in Amtsgericht Nürnberg umbenannt). Seit 1871 gehört Schniegling zum Sprengel des Rentamts Nürnberg (1919 in Finanzamt Nürnberg umbenannt).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 243. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 2,135 km². Am 1. Januar 1899 wurde Schniegling nach Nürnberg eingemeindet.

Baudenkmäler Ehemaliger Dannreuther’scher Herrensitz Ehemaliges Serz’sches Herrenhaus Ehemaliger Hörmann’scher Herrensitz Ehemaliger Verwaltungsbau der Bonbonfabrik Dr. C. Soldan Schulhaus Ehemaliges zweites Schnieglinger Schulhaus Ehemalige Wohn- und Pflegestätte für Lungenkranke Sturmauslassabzweigung des nördlichen Hauptsammelkanals Neuer Jüdischer Friedhof Wohnhäuser

Einwohnerentwicklung Gemeinde Schniegling Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900Einwohner 311 379 456 487 620 728 820 1254 1562 1789 2024 2263 2645HäuserEs werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1900 als Wohngebäude. 32 46 71 142 163Quelle Für die Gemeinde Schniegling zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Doos (S. 19). Die Gemeinde war zu diesem Zeitpunkt bereits nach Nürnberg eingegliedert.

Ort Schniegling Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 Einwohner 218 283 422 582 853Häuser 25 35 78Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Peter und Paul (Poppenreuth) gepfarrt, aktuell ist die Pfarrei Versöhnungskirche zuständig. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Konrad gepfarrt.

Literatur

Geschichtstreff Schniegling (Hrsg.): Schniegling, Wetzendorf und Alt Doos; 2006.

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Stadtteil von Nürnberg Kategorie:Statistischer Bezirk von Nürnberg Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Nürnberg) Kategorie:Gemarkung von Nürnberg Kategorie:Ersterwähnung 1146 Kategorie:Gemeindegründung 1808 Kategorie:Gemeindeauflösung 1898