Walter Körte (* 14. August 1893 in Magdeburg; † 10. August 1972 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Architekt, der in Frankfurt am Main und Freiburg im Breisgau praktizierte und dort Geschäftshäuser, Krankenhäuser, Pflegeheime, eine Kirche und zahlreiche Privathäuser plante. Zeitweilig war er auch als Baubeamter und als Hochschullehrer tätig.
Leben und Wirken Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums in Stettin nahm Walter Körte 1914 das Studium der Architektur an der Technischen Hochschule (Berlin-)Charlottenburg auf. Im Ersten Weltkrieg meldete er sich zur Pilotenausbildung und kam 1917 an die Westfront in Frankreich. Als der Krieg beendet war, setzte Körte sein Studium an der Technischen Hochschule Stuttgart fort. Er kam in die Meisterklasse von Paul Bonatz und arbeitet in dessen Büro, wo er sowohl durch praktische Tätigkeit als auch durch Teilnahme an einer Studienreise nach Italien erste Erfahrungen sammeln und an interessanten Aufgaben mitwirken konnte.
1925 wurde er Baurat im Hochbauamt der Stadt Frankfurt.Alexander Brockhoff: Walter Körte – Ein deutscher Architekt in der Geschichte, auf criticalarchitecture.com, abgerufen am 9. Mai 2026. Seine städtischen Aufgaben verband er bald mit der Gründung eines eigenen Architekturbüros. Sein wichtigster Mitarbeiter und späterer Freund wurde Ernst May, mit dem er erfolgreich an Ausschreibungswettbewerben teilnahm und Schulen, ein Krankenhaus sowie Privathäuser bauen konnte.
Im Jahr 1930 wurde Körte Dozent für Entwerfen an der Technischen Hochschule Stuttgart, 1931 dort außerordentlicher Professor. Als er wegen der Entwicklung im nationalsozialistischen Staat einen Eintritt in die NSDAP ablehnte und die folgende ständige Stimmungsmache nicht länger ertrug, legte er 1934 die Professur nieder und kehrte Stuttgart den Rücken. 1935/36 war er Chefarchitekt für den Aufbau des Flughafens in Oldenburg (Oldb). Von 1936 bis 1945 war er als Referent im Reichsluftfahrtministerium in Berlin für Entwurf und Bau sämtlicher Luftwaffenlazarette verantwortlich. Am 30. November 1937 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 5.917.585).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/21990362 Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges verließ er Berlin und zog nach Freiburg, wo er ab Juni 1945 bis zu seinem Tode als freier Architekt tätig war.
Zu seinen Schülern gehörte auch Werner Gabriel.Bilderübersicht auf saai.kit.edu (PDF; 928 kB)
Der Nachlass des Architekten gelangte 2013 an das Deutsche Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt am Main.
Walter Körte hatte einen Bruder, Hugo Körte, der sich als Maler und Glaskünstler einen Namen machte, und war seit 1928 mit der gebürtigen Karlsruherin Leonore von Clossmann verheiratet. Aus der Familie gingen eine Tochter, die Architektin Barbara Knopp-Körte (1938–2025), und der Sohn Klaus Körte (1939–2016) hervor.
Bauten mini|Thomaskirche in Freiburg-Zähringen 1929: Röntgeninstitut für das Städtische Krankenhaus Frankfurt-SachsenhausenHans Holfelder, Walter Körte: Das Röntgeninstitut der chirurgischen Universitätsklinik im Städtischen Krankenhaus Sachsenhausen in Frankfurt a. M. Thieme, Leipzig 1929. 1933: ein Haus in der Kochenhofsiedlung in StuttgartKurzinformation über die Kochenhofsiedlung; Im Suchfenster Walter Körte eingeben 1945–1949: Wiederaufbau der Institutsgebäude der Universität Freiburg 1958–1959: Thomaskirche in Freiburg-ZähringenThomaskirche auf alemannische-seiten.deDie Fenster dieser Kirche wurden von Walter Körtes jüngerem Bruder Hugo gestaltet.Thomaskirche wird 50 1961–1962: Matthias-Claudius-Kapelle in Freiburg-GünterstalBaden-Württemberg. Kunstdenkmäler und Museen. Reclam, Stuttgart 1979, S. 195; Fenster von Hugo Körte. sowie Altenwohnheim des Evangelischen Stifts in Freiburg Lehrlings-, Mädchen-, Alten-, Kinderheime Krankenhäuser (Emmendingen, Breisach) zahlreiche Privathäuser
Weblinks
Karl-Heinz Böttcher: Findbuch zum Bestand SN 60 Nachlass Walter Körte (1893-1972). Universitätsarchiv Stuttgart 2011.
Alexander Brockhoff: Walter Körte – Ein deutscher Architekt in der Geschichte, auf criticalarchitecture.com
Einzelnachweise
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