miniatur|Mariam Kühsel-Hussaini bei einer Lesung auf dem Erlanger Poetenfest 2010 Mariam Kühsel-Hussaini (* 23. Dezember 1987 in Kabul) ist eine deutsche Schriftstellerin afghanischer Herkunft.

Leben und Wirken Mariam Kühsel-Hussaini ist die Tochter von Sayed Rafat Hussaini, Sekretär im afghanischen Schriftstellerverband, und Enkelin des afghanischen Kalligrafen Sayed Da'ud Hussaini. Aufgrund des anhaltenden Raketenbeschusses der Stadt verließ ihre Familie Kabul im Jahr 1989 und floh mit ihr zunächst nach Indien. Im Jahr 1990 kam sie nach Deutschland ins Exil.Erik Heier: Du bist Berlin: Mariam Kühsel-Hussaini – Die Weltenverbinderin, in: Tip Berlin, Archivlink vom 8. Januar 2011 Sie lebt heute als Schriftstellerin in Berlin, ist verheiratet und hat eine Tochter.

Ihr Erstlingswerk Gott im Reiskorn erschien 2010 bei Berlin University Press. Neben der Literatur schreibt Mariam Kühsel-Hussaini Essays und Kritiken zu Kunst und Musik.

Werk Gott im Reiskorn (Roman), Berlin University Press, Berlin 2010, ISBN 978-3-940432-88-9. Gott im Reiskorn (Hörbuch), Berlin University Press, Berlin 2011, ISBN 978-3-86280-009-4. Abfahrt (Roman), Berlin University Press, Berlin 2011, ISBN 978-3-86280-010-0. Attentat auf Adam (Roman), Berlin University Press, Berlin 2012, ISBN 978-3-86280-040-7.In diesen Perlenmomenten kam eine Helligkeit über sein Antlitz, in: FAZ vom 3. Dezember 2012, Seite 26 Tschudi (Roman), Rowohlt, Hamburg 2020, ISBN 978-3-498-00137-7. Tschudi (Hörbuch), argon verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-7324-1784-1. Tuschrote Fragen an den Fluch der Schönheit (Essay), in: Brücke-Museum, Lisa Marei Schmidt, Isabel Fischer (Hrsg.): 1910: Brücke. Kunst und Leben. [Ausstellungszeitung Brücke Museum]. Berlin 2022, S. 5 ff., ISBN 978-3-9820178-3-9. Emil (Roman), Klett-Cotta, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-608-98351-7. 57 (Roman), Europa Verlag, München 2023, ISBN 978-3-95890-609-9. Ferdinand Hodler. Eine Hand malt Gefühle (Essay), in: Kunsthaus Zürich, Sandra Gianfreda, Cathérine Hug (Hrsg.): Apropos Hodler. Aktuelle Blicke auf eine Ikone. [Ausstellungskatalog Kunsthaus Zürich], Wienand Verlag, Köln 2024, S. 28–35, ISBN 978-3-86832-786-1. Tucholsky (Roman), Europa Verlag, München 2024, ISBN 978-3-95890-611-2. Amadé. Sommer der Zauberflöte (Roman), Konrad Verlag, Weißenhorn 2026, ISBN 978-3-87437-652-5.

Rezeption Das literarische Werk von Mariam Kühsel-Hussaini wird in den deutschsprachigen Feuilletons intensiv und kontrovers diskutiert. Ihr Debütroman Gott im Reiskorn (2010) erreichte das Finale des aspekte-Literaturpreises und wurde unter anderem von Denis Scheck, in der FAZ und bei Spiegel Online besprochen.Vgl. die entsprechenden Besprechungen in FAZ, Spiegel Online und die Shortlist des aspekte-Literaturpreises 2010. Bereits mit dem Nachfolgewerk Abfahrt (2011) zeichnete sich eine polarisierende Wahrnehmung ab, die vor allem an der „romantisch-aufgeladenen“ Gestaltung der Hauptfiguren festgemacht wurde.Vgl. zeitgenössische Rezensionen zu „Abfahrt“ 2011.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Roman Tschudi (2020). Während Niklas Maak (FAZ) das Buch als „Meisterwerk“ mit einer „wilden“ und „neuen“ Sprache feierte und Elke Heidenreich (Die Zeit) sowie Martina Läubli (NZZ) die „federleichte“ Wortkunst abhoben, gab es auch deutliche kritische Stimmen. Catrin Lorch bezeichnete den Roman in der Süddeutschen Zeitung als „Vergangenheitsverklärung nach Berliner Art“ und bemängelte eine fehlende Distanz zum Stoff. Deutschlandfunk Kultur kritisierte ein „schwelgerisches Pathos“, mit dem die Autorin eine „überholte Genieästhetik“ rehabilitiere. Michael Köhler nannte den Stil der Autorin im Deutschlandfunk zudem „schwülstig“. Rezensent Paul Stoop äußerte im Deutschlandfunk, er habe nach der Lektüre den Drang verspürt, „sofort ins Museum“ zu gehen, um dem revolutionären Geist Tschudis nachzuspüren. Er lobte das hohe Tempo der Erzählung und wie geschickt die Autorin die Intrigen der Gesellschaft mit der psychologischen Belastung durch Tschudis Krankheit kontrastiert.

Literatur Hans-Christoph Graf v. Nayhauss (Karlsruhe, Deutschland): Der Raum als Denkform in Mariam Kühsel-Hussainis Roman Gott im Reiskorn. In: Kulturraum. Zur (inter)kulturellen Bestimmung des Raumes in Sprache, Literatur und Film. Herausgegeben von Ernest W. B. Hess-Lüttich gemeinsam mit Pornsan Watanangura. Frankfurt am Main 2013, S. 91–102. ISBN 978-3-631-64301-3. Riham Tahoun (Universität Helwan): Begegnungen zwischen Orient und Okzident. Inaam Kachachis Die amerikanische Enkelin (2008) und Mariam Kühsel-Hussainis Gott im Reiskorn (2010). In: Ernest W.B. Hess-Lüttich/Yoshito Takahashi (Hrsg.): Orient im Okzident - Okzident im Orient. West-östliche Begegnungen in Sprache und Kultur, Literatur und Wissenschaft, Frankfurt am Main 2015, S. 317–334. ISBN 978-3-631-65766-9. Rahmenthema 5. LITERATUR UND SPRACHE VON 1945 BIS ZUR GEGENWART. Inhalt und Erzählhaltung eines Romanauszugs über die Verbrechen des Nationalsozialismus aus der Täterperspektive erschließen. Mariam Kühsel-Hussaini. EMIL (Auszug, 2022). In: Schroedel Abitur NI QP 2027 EGB II SB, S. 86-88. ISBN 978-3-14-169136-8.

Monografien Friederike Aminy: Repräsentationen Afghanistans im zeitgenössischen deutschen Roman. Mariam Kühsel-Hussainis „Gott im Reiskorn“ und Linus Reichlins „Das Leuchten in der Ferne“. Studylab 2016. ISBN 978-3-9464-5856-2.

Auszeichnungen Kühsel-Hussaini erhielt ein Schriftstellerstipendium aus dem Else-Heiliger-Fonds der Konrad-Adenauer-Stiftung 2013/14.EHF-Stipendiatinnen und Stipendiaten. Auf kas.de

Weblinks

Gott im Reiskorn bei perlentaucher.de

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