mini|Heute sind außerhalb des Tretlagergehäuses liegende Lager üblich. Das linke Lager befindet sich hier unter dem genuteten Ring neben der verschraubten Tretkurbel (Shimano Hollowtech II)

Das Tretlager eines Fahrrads lagert die Tretlagerwelle, an die linke und rechte Tretkurbel befestigt sind. Im Handel wird oft der Begriff Innenlager verwendet, der in den 1980er Jahren vom Fahrradversandhändler Brügelmann eingeführt wurde.

Ein Tretlager besteht aus zwei Drehlagern (i. d. R. Wälzlager) und der Tretlagerwelle (auch: Achse). Das Tretlager wurde traditionell in das Tretlagergehäuse eingeschoben und durch Lagerschalen verschraubt oder eingepresst. Das Tretlagergehäuse ist ein Teil des Fahrradrahmens. Heute sind außenliegende Lager verbreitet, die aus Platzgründen neben dem Tretlagergehäuse liegen und über Schraub- oder Presshülsen im Gehäuse befestigt werden.

Befestigung im Fahrradrahmen Innenlager werden in das Tretlagergehäuse des Fahrradrahmens eingepresst oder geschraubt. Die folgende TabelleSiehe auch Sheldon Browns tabellarische Übersicht der verschiedenen Tretlagertypen (englisch) gibt eine Übersicht über die gängigen Maße der Passungen bzw. Gewinde und der Breite des Tretlagergehäuses.

BezeichnungSiehe auch die sehr detaillierten Maßangaben von Sheldon Brown für Innenlager verschiedener Hersteller (englisch) Außen-Ø Schalen oder Lager [mm] Gehäusebreite Erklärung verwendete Wellen BSA 1,370″ × 24 tpi (ENG; BC 1.37; „englisch“) selten als ISO 1,375″ × 24 (früher auch bei Raleigh) BSA 34,8; Gewinde 34,8 × 1,058 ISO 34,925 meist 68 bzw. 73 (oversized), seltener 83 oder 100 mm BSA ist in Deutschland am häufigsten. Meist auf der linken Seite Rechtsgewinde und rechts Linksgewinde; sehr selten rechts Rechtsgewinde. Mit angeschmiedetem Ring mit Lauffläche für Kugellager-Kugeln, alternativ ohne Ring zur Verwendung von Industrielagern. Ø bei Keil- oder Vierkantverbindung zur Kurbel: ~ 17 mm;, bei Vielzahn- oder Klemmverbindung Octalink und ISIS 22 mm, bei Hollowtech II/MegaExo(FSA)/X-Drive(Race Face)/Easton 24 mm, bei GXP (SRAM/Truvativ) 22 mm links und 24 mm rechts und bei Campagnolo Ultra-Torque 25 mm; Wellenlänge allg. 113–125 mm, bei Rennrad 103–119 mm, und bei MTB 107–132 mm (Octalink-zweifach-Kettenblatt: 109,5 mm; -dreifach-: 118,5 mm) ISIS (Overdrive) 48 × 1,5 48; Gewinde M48 × 1,5 68 oder 100 mm vorgeschlagen als neuer Standard mit Übergröße glatt oder abgesetzt zur Verwendung mit Industrielagern; Ø 22 mm; Vielzahnverbindung zur Kurbel; Länge Rennrad 108 mm (auch 118 mm für dreifach-Kettenblatt) / MTB 113 mm (auch 128 mm für DH bzw. 138 mm bei außenliegenden Lagern) ITA 36 × 24 tpi („italienisch“) 35,9; Gewinde M36 × 1,058 bzw. 1,42″ × 24 tpi 70 mm beidseitig Rechtsgewinde; oft mit der Kennzeichnung „36 × 24“ auf der rechten LagerschaleSiehe Anleitung zum In: Jochen-Schweiger.de, abgerufen am 30. November 2012 (PDF; 362 kB) wie BSA FRA 1,378″ × 25,4 tpi („französisch“) 34,8; Gewinde M35 × 1 wie BSA; Achslänge: Rennrad 107–119, allg. 113–125 mm beidseitig Rechtsgewinde; wurde bis in die 1980er Jahre verwendet; bis in die 1970er Jahre selten auch als „Schweizer Gewinde“ mit Linksgewinde rechtsTour-Sonderheft „Velowerkstatt“ I, Seite 127 oder II, Smolik wie BSA Glockenlager; Thompson 34,7 bzw. 35 oder 40; selten 30, 34, 35,9 oder 37,5 (franz.) bzw. 38Beschreibung Thompson-Lager. In: Scheunenfun.de meist 70 mm Schlagschalen sitzen im gewindelosen Tretlagergehäuse; Konen auf der Welle (beidseitig oder nur links geschraubt); kaum noch gebräuchlich; wurde z. B. bei Tourenrädern und Lastenrädern verwendet rechts meist mit aufgepresstem Konus, links mit Gewinde zum Aufschrauben des Konus oder beidseitig glatt bzw. abgesetzt zur Verwendung mit Industrielagern; Keil- oder Vierkantverbindung wie BSA Fauber; engl. OPC (One Piece Cranks), Pro Size oder AshtabulaSiehe Sheldon Browns Lexikon (englisch) 51,3–51,5 (2.02″); evtl. auch 45 z. B. 70 mm Lagerart wie Thompson (statt Schlagschalen gelegentlich auch verschraubte Schalen); bei älteren amerikanischen oder skandinavischen sowie BMX-Rädern (mit einteiligem Kurbel-Wellen-Element) und versch. Gewinden Kurbeln und Welle sind aus einem Stück geschmiedet und müssen durch das Tretlagergehäuse gefädelt werden, das daher einen größeren Außendurchmesser besitzt Mavic Kegel kegelförmig 34 bis ca. 38 Kegel-Patrone; Reparaturlager zur Verwendung in Gehäusen mit beschädigtem Gewindeandere Reparaturlager auch von Stronglight (JP 1000), Point oder YST BB30Skizzen der neuen, gewindelosen Tretlagergehäuse (PDF; 142 kB) 42 68, 73 oder 83 mm Kugellager werden direkt in den Rahmen gepresst. Offener Standard (ursprünglich von Cannondale eingeführt)Eine Beschreibung der modernen Lagersysteme findet sich auf der Seite , abgerufen am 4. Dezember 2016. Hohlwelle Ø 30 mmÜbersicht mit den Maßen moderner Innenlager, ProblemSolversBike.com, USA, abgerufen im Juli 2016 Specialized OS-BB 42 84,5 mm Kugellager werden direkt in den Rahmen gepresst. Hohlwelle Ø 30 mm, größere Stützbreite als BB30-Kurbeln BB90; BB95 37 90,5 oder 95,5 mm Kugellager werden direkt in den Rahmen gepresst. Hohlwelle Ø 24 mm, ursprünglich zur Verwendung mit Shimano Hollowtech II-Kurbeln vorgesehen BB86; BB89,5; BB92 (Pressfit, Shimano Pressfit) 41 86,5 mm (Rennrad); 91,5 (oder 89,5 mm mit 2,5 mm breiter Unterlegscheibe) (MTB); Die Kugellager befinden sich in Schalen (meist aus glasfaserverstärktem Polyamid (Nylon)) Hohlwelle Ø 24 mm, glatt bzw. abgesetzt zur Verwendung mit Industrielagern; ursprünglich zur Verwendung mit Shimano-Hollowtech-II-Kurbeln bzw. ähnlichen vorgesehen, Innenlager für Truvativ/SRAM GXP und Campagnolo ebenfalls erhältlich PF30, Pressfit 30 46 68 mm (Rennrad), 73 mm oder 83 mm (MTB) Die Kugellager befinden sich in Schalen (meist aus glasfaserverstärktem Polyamid (Nylon)) Hohlwelle Ø 30 mm (wie BB30) 386 EVO 46 86,5 mm (MTB) eine Variante des Pressfit-30-Lagers, verwendet dieselben Lagerschalen Hohlwelle Ø 30 mm (wie BB30) mini|Vierkantinnenlager mit BSA-Gewinde und ISO-Vierkantwelle. Ohne Konterring zur Justage der Lagerschale, daher wohl ein Industrie- oder Patronenlager. mini|Vierkantinnenlager mit ITA-Gewinde, Konterring und ISO-Vierkantwelle. Nach dem Lösen des äußeren Konterrings kann das Lagerspiel eingestellt werden, indem die Lagerschale mit einem speziellen Schlüssel an den vier Bohrungen herein- oder herausgeschraubt wird. Die Befestigungsarten in der ersten Hälfte der Tabelle bis einschließlich des Fauber-Lagers wurden ursprünglich bei klassischen Konuslagern verwendet. Heute werden Tretlagergehäuse dieser Art meist mit Patronenlagern oder mit Industrielagern (Rillenkugellager) bestückt. Die neueren Befestigungsarten in der zweiten Hälfte der Tabelle sind nicht für die Verwendung mit Konuslagern vorgesehen. Diese werden grundsätzlich mit Industrielagern bestückt. ENG und FRA sind manchmal nicht eindeutig zu unterscheiden. Hier hilft nur vorsichtiges Probieren. Glockenlager hatten eine Vierkant-, seltener Sechskant-Aufnahme für die Kurbeln und die namensgebenden gewölbten Staubkappen. Sie wurden abgelöst durch Thompson-Lager, zunächst mit Keilbefestigung und später ebenfalls mit Vierkantaufnahme der Kurbeln und kantigen Staubkappen. Verwendet werden Kugeln mit 1/4 Zoll (6,35 mm) Durchmesser. Optisch unterscheiden sich Thompson-Lager von den verbreiteten Konus- und Patronenlagern durch die kleinere Kontermutter, die auf der Welle sitzt (statt auf den äußeren Lagerschalen) und somit ebenso wie die Staubkappe beim Treten rotiert. Rechte Lager mit Rechtsgewinde können sich selbsttätig herausdrehen und sollten dann mit Schraubensicherung oder einer Kontermutter gesichert werden.

Übliche Wellenlängen bei Innenlagern mit integrierter Welle (Patronenlager): 103 – 107 – 110 – 113 – 116 – 119 – 122 – 132; Zwischengrößen möglich.

Gehäuse nach BB30 und PF30 sind für BB30-Kurbeln vorgesehen, können aber für andere Systeme reduziert werden. OS-BB-Tretlagergehäuse sind nicht mit BB30-Kurbeln kompatibel, können aber ebenfalls reduziert werden.

Einbau und Wartung Die meisten Tretlager wurden traditionell mit einem Feingewinde im Fahrradrahmen befestigt. Beim Einbau sollten Innen- und Außengewinde gründlich gefettet werden, da es sich sonst oft schwierig gestaltet, die Verschraubung später wieder zu lösen. Wird das Lager erst nach vielen Jahren getauscht, ist das Herausschrauben mit einfachen Mitteln oft nicht mehr möglich. Um mit dem Werkzeug nicht abzurutschen, ist es sinnvoll dieses mithilfe einer in die Welle gedrehten Schraube und einigen großen Unterlegscheiben oder notfalls einer Schraubzwinge zu sichern. Wenn auch ein verlängerter Hebelarm oder die Verwendung eines Schlagschraubers keinen Erfolg bringt, bietet es sich an, das Tretlagerwerkzeug in einen Schraubstock einzuspannen und das komplette Fahrrad horizontal über den Schraubstock zu legen. Zwei Personen können dann den Rahmen des Rads greifen und ihn um das Tretlager drehen. Schließlich kann das Tretlagergehäuse mit einer Flamme erhitzt werden. Ein schnelles Erwärmen führt zur thermischen Ausdehnung des Gehäuses, während die Lagerschale zunächst noch kühl bleibt. Danach muss oft der verbrannte Lack entfernt werden, um Rostschutzmittel und eine neue Beschichtung aufzubringen.

Lagertypen Innenlager besitzen jeweils ein Wälzlager an der rechten und eines an der linken Seite der Tretlagerwelle, in seltenen Fällen auch jeweils zwei. Die traditionell verwendeten Konuslager wurden bei Neurädern ab 1975 durch Rillenkugellager (Industrielager) und ab 1994 durch Patronenlager ersetzt. Trotz größerer Fertigungstoleranzen besitzen Konuslager in der Regel die längste Lebensdauer, da eine größere Anzahl von Kugeln mit einem zudem größeren Durchmesser verwendet wird und das Lagerspiel mehrfach nachgestellt werden kann. Wohl aufgrund der beschränkten Haltbarkeit der im Tretlagergehäuse innerhalb des Rahmens eingebauten Industrie- und Patronenlager wurden die Lager bei neueren Fahrrädern oft außerhalb des eigentlichen Tretlagergehäuses positioniert. Dies vereinfacht die Montage und es können größere Rillenkugellager verwendet werden. Durch die Vergrößerung des Abstands zwischen den Lagern (Stützweite) verringern sich die auf die Lager wirkenden Kräfte. mini|Beim typischen Konuslager werden die Laufflächen für die Kugeln in Form von außen angeschrägten Wülsten („Konus“) mit konkav geformter Laufbahn beim Schmieden unmittelbar auf der Tretlagerwelle angeformt. Die Lauffläche wird anschließend gehärtet. mini|Tretlagergehäuse. Sichtbar sind die beiderseits eingeschnittenen Gewinde (links ein normales Rechtsgewinde und rechts meist ein Linksgewinde), die Belüftungsöffnungen zu Sitz- und Unterrohr und die unterseitige Bohrung zur Entwässerung bzw. zur Befestigung der Brems- und Schaltzugführung.

Beim Austausch der traditionellen und bis nach der Jahrtausendwende üblichen Innenlager sind verschiedene Merkmale zu vergleichen (siehe Tabelle oben): Gehäusebreite meist 68 mm, bei italienischen Lagern 70 mm, bei einigen US-Mountainbikes 73 mm, auf der rechten Seite des Gehäuses befindet sich in der Regel ein Linksgewinde 1,37×24, bei italienischen Lagern jedoch ein Rechtsgewinde 36×24, bei Glocken- und Thompson-Lagern hat das Gehäuse kein Innengewinde Länge der Welle, Art der Kurbelbefestigung (Keil, Vierkant, Vielzahn) und der Außendurchmesser der Lagerschalen (BSA und FRA-Lager mit Linksgewinde auf der rechten Seite lassen sich nur mit Gewindelehre oder durch versuchsweises Einschrauben der Lagerschale unterscheiden).

Klassisches Konuslager Traditionell wurden Konuslager mit losen oder in Käfigen gehaltenen Kugeln verwendet, die zusammen mit Lagerfett in Lagerschalen eingesetzt wurden und eine lange Lebensdauer besaßen. Als Konus wird beim Fahrrad die Lauffläche der Kugeln bezeichnet, da diese in Form eines kurzen Kegelstumpfs angeschrägt war, um im Lager Axial- und Radialkräfte zugleich aufnehmen zu können.