mini|Fliegender Braunmantel-Austernfischer mini|Braunmantel-Austernfischer Der Braunmantel-Austernfischer (Haematopus palliatus) ist eine Art aus der Familie der Austernfischer. Die Art kommt in Nord-, Zentral- und Südamerika vor. Es werden mehrere Unterarten unterschieden.
Erscheinungsbild Der Südamerikanische Austernfischer erreicht eine Körperlänge von 42 Zentimeter. Die Flügelspannweite beträgt 76 Zentimeter. Chandler, S. 58 Es besteht kein sehr auffälliger Sexualdimorphismus, Männchen sind jedoch auf der Körperoberseite etwas dunkler als die Weibchen.
Adulte Südamerikanische Austernfischer haben einen schwarzen Kopf und einen schwarzen Hals. Die Körperoberseite ist bräunlich schwarz. Frisch vermauserte Südamerikanische Austernfischer haben auf dem Mantel hell gesäumte Federn, so dass sie dann insgesamt auf der Körperoberseite etwas heller wirken. Dies verliert sich jedoch bei abgenutzterem Gefieder. Die Körperunterseite ist weiß. Der kräftige und lange Schnabel ist leuchtend orange-rot und hellt bei brütenden Vögeln zu einem Gelbrot auf.
Der Braunmantel-Austernfischer kann mit dem in Eurasien vertretenen Austernfischer verwechselt werden. Dieser hat aber einen deutlich kürzeren Schnabel, der außerdem leuchtender rot ist. Auf der Körperoberseite ist der Austernfischer schwarz und nicht, wie der Braunmantel-Austernfischer, braun. Das Verbreitungsgebiet des Klippenausternfischers überlappt sich teilweise mit dem des Braunmantel-Austernfischers. Die zwei Arten sind jedoch leicht auseinanderzuhalten, da der Klippenausternfischer ein gänzlich dunkles Gefieder hat.
Verbreitungsgebiet mini|Orange=Brutgebiet, Gelb=Durchzugsgebiet und Blau=Überwinterungsgebiet Der Braunmantel-Austernfischer ist in seiner Lebensweise eng an die Küste gebunden. Er kommt im Osten der Vereinigten Staaten von Neuengland bis nach Florida, der Golfküste und der Karibik vor. Einzelne isolierte Beobachtungen liegen an der Ostküste der Vereinigten Staaten sogar für Neufundland vor. An der Westküste Nordamerikas brütet der Braunmantel-Austernfischer ab Niederkalifornien. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich weiter im Süden entlang der Küste Zentralamerikas bis weit nach Südamerika. Braunmantel-Austernfischer sind überwiegend Standvögel.
Lebensweise Der Braunmantel-Austernfischer frisst überwiegend Muscheln, die er mit seinem großen Schnabel aufbricht. Das Gelege besteht aus zwei bis drei Eiern.
Unterarten Es sind folgende Unterarten bekannt:IOC World bird list Buttonquail, thick-knees, sheathbills, plovers, oystercatchers, stilts, painted-snipes, jacanas, Plains-wanderer, seedsnipes Haematopus palliatus palliatus , 1820Coenraad Jacob Temminck (1820), S. 532–533. kommt an den Küsten des östlichen Nordpazifik von Isla Coronado und dem Golf von Kalifornien südlich bis Panama, an den Küsten des westlich zentraklen Kolumbiens bis ins südliche zentrale Chile vor. Außerdem ist er an der westlichen Nordatlantik Küste vom südlichen Nova Scotia und Massachusetts bis Florida, den Küsten des nördlichen Golf von Mexiko von Tamaulipas bis zur Halbinsel Yucatán verbreitet. Zusätzlich kommt er auf den Bahamas, auf Puerto Rico, auf den Jungferninseln und auf den Kleinen Antillen vor. Schließlich gehört die Küste Venezuelas und deren nördliche Inseln und südlich bis Argentinien zu seinem Verbreitungsgebiet. Haematopus palliatus galapagensis , 1886Robert Ridgway (1886), S. 331. kommt auf den Galapagosinseln vor mit Ausnahme von Isla Darwin und Isla Wolf
Haematopus prattii , 1898Charles Johnson Maynard (1898), S. 34. wird heute als Synonym für die Nominatform betrachtet. Haematopus durnfordi , 1896Richard Bowdler Sharpe (1896), S. 117–118, Tafel 6., Haematopus palliatus pitanay , 1925Robert Cushman Murphy (1896), S. 1. und Haematopus frazari , 1888William Brewster (1888), S. 84. sind vermutlich klinische Variationen oder Introgressionen mit dem Klippenausternfischer (Haematopus bachmani , 1838) oder dem Chileausternfischer (Haematopus ater ), 1825.Erica Nol u. a.(2012).
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Braunmantel-Austernfischers erfolgte 1820 durch Coenraad Jacob Temminck unter dem wissenschaftlichen Namen Hamatopus palliatus. Als Verbreitungsgebiet gab Südamerika an. 1758 führte Carl von Linné die neue Gattung Haematopus ein.Carl von Linné (1758), S. 152. Dieser Name hat seinen Ursprung in und .Haematopus The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling Der Artname palliatus leitet sich von ab.palliatus The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling Galapagensis bezieht sich auf die Galapagosinseln. Prattii ist Marland Langdon Pratt (1857–1931) gewidmet, durnfordi Henry Durnford (1848–1878) und frazari Marston Abbott Frazar (1859–1925). Pitanay ist der Quechua Name für den Vogel. Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. Er betrachtete den Braunmantel-Austernfischer nur als im Departamento Alto Paraná durch Arnaldo de Winkelried Bertoni nachgewiesen.Arnaldo de Winkelried Bertoni (1914), S. 38. Vermutlich handelte es sich dabei um einen Irrgast. Außerdem ordnete er die Art als Unterart des Austernfischers (Haematopus ostralegus palliatus) ein und erwähnte, dass hier weitere Forschungen wünschenswert wären.Alfred Laubmann (1939), S. 86.
Belege Literatur
Einzelbelege
Weblinks
Kategorie:Austernfischer