Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Ergebnisse der Gemeinderatswahlen in St. Pölten seit 1919. Bisher konnte immer die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) oder ihre Vorgängerparteien die meisten Stimmen auf sich vereinen und, mit Ausnahme der zwei Wahlen 1960 und 2026, die absolute Mehrheit erringen.

Antretende Parteien

In den bisher 18 Wahlen auf Gemeindeebene in der Stadt St. Pölten in der 2. Republik traten Parteien und Listen unter 21 Bezeichnungen an. In den ersten beiden Jahren traten nur die Sozialistische Partei Österreichs (SPÖ), die Österreichische Volkspartei (ÖVP) sowie die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) an, die allerdings 1950 als Linksblock (LB) und 1955 als Wahlgemeinschaft Österreichische Volksopposition (VO) und nach einer Unterbrechung 2021 als KPÖplus antrat. Im Gemeinderat vertreten war die KPÖ bis zur Wahl 1986 und ist es wieder seit der Wahl im Jahr 2026. Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) trat 1960 das erste Mal zu Wahlen an. Die nächsten Jahre waren die wahlwerbenden Parteien jene vier, erst 1986 trat mit der Grün-alternative Bürgerliste (GABL) eine fünfte Partei an.Umsturz bei Kandidaten der FPÖ für Gemeinderat. In: Niederösterreichische Nachrichten, Regionalausgabe St. Pölten, 4. November 1986 (Nr. 45), S. 5. Von dieser von einem Ex-FPÖ-Gemeinderat gegründeten Liste distanzierten sich jedoch alle St. Pöltner Grünen. Diese traten als Grüne Alternative St. Pölten (GAS) erstmals 1991 an,Niederösterreichische Nachrichten, Regionalausgabe St. Pölten, Ausgabe 41, 1991. ab 1996 als Die Grünen – Die Grüne Alternative (Grüne). Ab 1991 tritt die SPÖ als Sozialdemokratische Partei Österreichs an, 1996 und 1997 schaffte zudem das Liberale Forum (LiF) den Einzug in den Gemeinderat. Bei der Wahl 2016 schafften es die NEOS – Das Neue Österreich (NEOS) noch nicht in den Gemeinderat. Seit der Wahl 2021 sind sie aber in diesem vertreten.

Kurz nach der Wahl 2001 traten die drei FPÖ-Gemeinderäte aus der Partei aus und gründeten die Liste Für St. Pölten (FSP). Diese trat bei der darauffolgenden Wahl als Liste Hermann Nonner (Nonner) an, 2011 war Nonner wieder Spitzenkandidat der FPÖ. 2016 trat Nonner als Listenzweiter der BLÜH an.

Alle anderen Parteien und Listen schafften es bisher nicht im Gemeinderat vertreten zu sein. 2001 scheiterte die Liste Otto Schwarz (LOS), 2006 die Gerechtigkeit-Partei-Österreich (GPÖ) und die Liste Mehmet Isik (ISIK) am Einzug. Bei der Wahl 2011 scheiterten die Bürgerliste Für St. Pölten (FSP), die Unabhängige Bürgerplattform Wir für St. Pölten (WIR) und die Christliche Partei Österreichs (CPÖ). Presseaussendung der Stadt St. Pölten, 3. Juli 2011. 2016 kamen die Bürgerliste Überparteiliches St. Pölten (BLÜH) sowie dieKühnen.jetzt (jetzt) nicht in den Gemeinderat. auf stp-konkret.at, 18. April 2016 Bei der Wahl 2026 scheiterte die Liste Multikulturelle Gesellschaft (LMG) klar am Einzug in den Gemeinderat.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die prozentuale Verteilung der gültig abgegebenen Stimmen (Ergebnis) sowie der erreichten Mandate (Mandate). Die Partei, die die meisten Stimmen errang, wird farblich hervorgehoben. In der Spalte Sonst. werden alle Parteien aufgeführt, die bei keiner Wahl ein Mandat erreichten.

Tabellen

Erste Republik Wahl-datum Wahl-beteiligung SDAPDÖ CS / WG / EL DVP / GDVP DNAP / NSDAP KPÖ Sonst. Ergebnis Mandate Ergebnis Mandate Ergebnis Mandate Ergebnis Mandate Ergebnis Mandate Ergebnis 22.06.1919 72,6 60,7 26 21,6 9 12,8 5 4,9 2 – – – 24.04.1921 ~ 88,2 60,4 26 23,8 10 9,5 4 4,8 2 1,5 – – 14.05.1922 86,2 63,9 28 28,9 12 – – 5,5 2 – – 1,4 (BDP); 0,2 (FP) 24.04.1927 93,2 64,1 28 31,0 13 – – 3,2 1 0,9 – 0,8 (VSB) 17.04.1932 88,7 53,9 23 26,7 12 – – 15,6 6 2,9 1 –

Zweite Republik Wahl-datum Wahl-beteiligung SPÖ ÖVP KPÖ FPÖ Grüne LiF NonnerNEOS Sonst. Ergebnis Mandate Ergebnis Mandate Ergebnis Mandate Ergebnis Mandate Ergebnis Mandate Ergebnis Mandate Ergebnis MandateErgebnisMandate Ergebnis 25.11.1945 97,1 52,0 22 34,7 15 13,3 5 – – – – – – – – –– – 07.05.1950 94,8 51,3 22 32,1 13 16,6 7 – – – – – – – – –– – 24.04.1955 95,1 52,8 22 34,7 15 12,5 5 – – – – – – – ––– – 10.04.1960 92,3 47,3 20 34,9 15 13,2 5 4,6 2 – – – – – ––– – 04.04.1965 90,7 53,0 23 36,0 15 9,4 4 1,6 – – – – – – ––– – 05.04.1970 88,2 57,0 25 34,8 15 6,2 2 2,0 – – – – – – ––– – 19.03.1972 86,7 55,1 24 35,7 15 6,5 2 2,7 1 – – – – – ––– – 13.03.1977 84,9 57,8 25 33,8 15 4,3 1 4,1 1 – – – – – – –– – 14.03.1982 80,8 57,4 25 33,2 14 3,6 1 5,8 2 – – – – – ––– – 23.11.1986 84,9 62,5 27 32,4 14 2,0 – 2,3 1 – – – – – ––– 0,7 (GABL) 06.10.1991 75,7 60,3 26 24,0 10 0,9 – 9,0 4 5,8 2 – – – ––– – 13.10.1996 76,8 56,4 25 21,2 9 1,1 – 12,5 5 5,1 2 3,6 1 – ––– – 31.08.1997 73,9 57,8 25 20,6 9 1,0 – 12,7 5 4,8 2 3,2 1 – ––– – 07.10.2001 70,6 56,5 25 25,7 11 0,8 – 7,3 3 7,5 3 – – – ––– 2,1 (LOS) 08.10.2006 68,1 59,6 26 24,2 10 – – 5,7 2 7,2 3 – – 2,4 1––0,5 (ISIK); 0,4 (GPÖ) 03.07.2011 58,0 56,8 25 25,3 11 – – 10,7 4 4,9 2 – – – ––– 1,2 (WIR); 0,7 (FSP); 0,5 (CPÖ) 17.04.2016 63,6 59,0 26 20,3 9 – – 14,7 6 2,7 1 – – – –1,6– 0,5 (BLÜH); 1,2 (jetzt) 24.01.2021 56,0 56,0 25 22,7 10 1,1 – 8,9 3 8,0 3 – – – –3,21 – 25.01.2026 59,1 42,5 19 21,4 9 3,8 1 19,8 8 9,7 4 – – – –2,710,1 (LMG)

Literatur

Siegfried Nasko, Willibald Rosner (Hrsg.): St. Pölten im 20. Jahrhundert. Geschichte einer Stadt. Residenz-Verlag, St. Pölten u. a. 2010, ISBN 978-3-7017-3155-8.

Weblinks

(PDF; 162 kB) auf st-poelten.gv.at Gemeinderatswahlen in der Statutarstadt St. Pölten (2001–2021) auf noe.gv.at

Einzelnachweise

*Sankt Polten *Sankt Polten Kategorie:Liste (Wahlen)