Der Kreis Danziger Höhe war von 1887 bis 1920 ein Landkreis im Regierungsbezirk Danzig der preußischen Provinz Westpreußen. Von 1920 bis 1939 bestand er ohne seine nun polnischen Anteile als Landkreis Danziger Höhe in der Freien Stadt Danzig fort. Sein Gebiet liegt heute im polnischen Powiat Gdański. Der Sitz des Landratsamtes befand sich in der Sandgrube 24 in Danzig. mini|Der Kreis Danziger Höhe bis 1920 mini|Die Provinz Westpreußen

Verwaltungsgeschichte Deutsches Reich Durch das kontinuierliche Anwachsen der Bevölkerung im 19. Jahrhundert erwiesen sich die Flächen mancher Kreise in Westpreußen als zu groß. Eine Verkleinerung der Kreise erschien erforderlich. Dadurch entstanden am 1. Oktober 1887 auf dem Gebiet des bisherigen Landkreises Danzig die neuen Kreise Danziger Höhe und Danziger Niederung, während der südliche Teil des Landkreises Danzig an den neu eingerichteten Kreis Dirschau fiel. Die Landratsämter für die beiden neuen Danziger Kreise wurden in Danzig eingerichtet. Am 1. April 1902 schieden die beiden Landgemeinden Heiligenbrunn und Zigankenberg sowie der Gutsbezirk Hochstrieß aus dem Kreis aus und wurden in den Stadtkreis Danzig eingemeindet. Am 1. April 1914 folgten die Landgemeinden Brösen, Saspe und Schellmühl.

Freie Stadt Danzig mini|Staatsgebiet der Freien Stadt mit den zwei Stadtkreisen (orange) und drei Landkreisen (gelb), die Danziger Höhe im Westen Mit dem Inkrafttreten des Versailler Vertrages am 10. Januar 1920 fiel der Kreis Danziger Höhe an die neu gebildete Freie Stadt Danzig. Deren Grenzen durchschnitten die historischen Kreisgrenzen, so dass der Kreis Danziger Höhe neu zugeschnitten wurde: Die Gemeinden Bissau, Gluckau und Ramkau des Kreises Danziger Höhe fielen an Polen. Die Gemeinden Barenhütte, Ellerbruch, Grenzacker, Groß Paglau, Oberhölle, Ochsenkopf, Scharshütte, Schwarzhütte, Strauchhütte, Strippau, Trockenhütte und Wiesenthal des aufgelösten Kreises Berent kamen zum Kreis Danziger Höhe. Die Gemeinden Golmkau, Hohenstein, Klempin, Kohling, Lamenstein, Postelau, Rambeltsch, Sobbowitz und Uhlkau des aufgelösten Kreises Dirschau kamen zum Kreis Danziger Höhe. Die Gemeinden Babenthal, Buschkau, Czapielken, Glasberg, Klanau, Maidahnen, Mariensee, Marschau, Neuendorf, Niedersommerkau, Oberhütte, Oberkahlbude, Obersommerkau, Ostroschken, Ottomin, Pomlau, Prangenau, Schönbeck, Stangenwalde und Tiefenthal des aufgelösten Kreises Karthaus kamen zum Kreis Danziger Höhe. Die Stadt Zoppot aus dem aufgelösten Kreis Neustadt in Westpreußen kam zum Kreis Danziger Höhe.

Der Kreis wurde ab 1920 als Landkreis Danziger Höhe bezeichnet. Anders als in Deutschland, wo die Bezeichnung Landkreis 1939 durchgängig eingeführt wurde, galt sie in der Freien Stadt Danzig gemäß Art. 68 ihrer Verfassung ab 1920.Vgl. Verfassung der Freien Stadt Danzig vom 17. November 1920, Artikel 68, abgerufen am 30. September 2019.

Zoppot schied am 15. März 1920 wieder aus dem Landkreis aus und wurde zu einem Stadtkreis erhoben.Stadtkreis Zoppot, auf: Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten: 1874–1945, abgerufen am 7. Oktober 2011. Zum 1. Juli 1926 wurden Landgemeinde und Gutsbezirk Oliva aus dem Landkreis Danziger Höhe in den Stadtkreis Danzig umgegliedert. Zum 1. Oktober 1929 fand entsprechend der Entwicklung in Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle Gutsbezirke bis auf die unbewohnten Forstgutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Die Gemeinden Altdorf, Brentau und Ohra wurden 1933 in die Stadt Danzig eingemeindet, ebenso 1934 die Gemeinde Emaus.

Nach dem Überfall auf Polen wurde das Gebiet der Freien Stadt Danzig am 1. September 1939 vom Deutschen Reich annektiert. Zum 1. Dezember 1939 wurde der Landkreis Danziger Höhe in den neuen Landkreis Danzig eingegliedert. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das ehemalige Kreisgebiet im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde es seitens der sowjetischen Besatzungsmacht der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. In der Folgezeit wurde die einheimische Bevölkerung von der polnischen Administration bis auf wenige Ausnahmen aus dem ehemaligen Kreisgebiet vertrieben.

Landräte 1887–1904Heinrich Maurach (1854–1904) 1904–1915Emil Venske 1915–1920von Unger 1925–1933George Hinz

Bevölkerung Einwohnerentwicklung 1890: 39.763 1900: 53.119 1910: 53.506

Konfessionen Jahr evangelisch katholisch jüdischabsolut %absolut %absolut %1890 17.46543,9 22.11655,6 69  0,21910 23.95544,8 29.20654,6 83  0,2

Gliederung in kommunale Einheiten Als kommunale Einheiten umfasste der Kreis Danziger Höhe bis 1920 Gemeinden und Bezirke (Forst- und Gutsbezirke). Durch die neuen Staatsgrenzen fielen 1920 neun kommunale Einheiten an den Powiat Kartuski in der neuen Woiwodschaft Pommerellen, wohingegen mehr kommunale Einheiten aus anderen Kreisen neu hinzutraten (21 vom Kreise Karthaus, 13 vom Kreise Berent, 12 vom Kreise Dirschau, für wenige Monate noch eine Stadt vom Kreis Neustadt in Westpreußen). Die Danziger Höhe gab sukzessive 17 kommunale Einheiten durch Eingemeindung an die Stadt Danzig ab. Ebenfalls wurden sukzessive Guts- und Forstbezirke entweder zu Gemeinden erhoben, benachbarten Gemeinden zugeschlagen oder mit weiteren Bezirken zu einer neuen Gemeinde zusammengefasst, bis schließlich 1929 für alle verbliebenen Bezirke der Wandel der Rechtsform zwingend wurde. Nur der Forstbezirk Oliva blieb bestehen. Die Tabelle führt amtliche Namen, die vielfach, gelegentlich sogar mehrmals, wechselten, und gängige Varianten derselben zusammen. Grund der Namensänderungen waren v. a. politisch gewollte Bestrebungen, den Toponymen ihr angestammtes Gepräge zu nehmen und sie zu germanisieren bzw. polonisieren. Zu den Quellen des Verzeichnisses siehe in den Fußnoten.www.territorial.de: Landkreis Danziger Höhe 1939Insbesondere zu Namensvarianten und Änderungen des rechtlichen Status vgl. Familienforschung in Westpreußen in: westpreussen.de, abgerufen am 3. Februar 2018.