mini|Wappen derer von Suttner (1715) in Siebmachers Wappenbuch Die Freiherrn von Suttner sind ein österreichisches Adelsgeschlecht, aus dem der kaiserliche Leibarzt und Protomedicus Dr. med. et phil. Matthias Suttner 1715 in den Ritterstand erhoben und am 10. Dezember 1727 unter die neuen niederösterreichischen Ritterstandsgeschlechter aufgenommen wurde. Es teilte sich im 18. Jahrhundert in zwei Linien, in die ältere Linie auf Kirchstetten etc. und in die jüngere Linie zu Harmannsdorf bzw. zu Stockern. Aus der älteren Linie wurde Ritter Gustav Ferdinand im Jahre 1867 und aus der jüngeren Ritter Karl Gundacker 1866 in den Freiherrenstand erhoben.J. Siebmacher’s großes Wappenbuch, Die Wappen des Adels in Niederösterreich, Teil 2, S – Z, Verlag Bauer & Raspe, Neustadt a. d. Aisch 1983, S. 289. Das berühmteste Mitglied der Familie (jüngere Linie) war Bertha Freifrau von Suttner (* 1843; † 1914), geborene Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau, die 1905 als erste Frau den Friedensnobelpreis bekam.

Stammwappen mini|Wappen derer von Suttner (1866) Diese wurde Matthias Ritter von Suttner am 29. November 1715 verliehen.

Ein von Rot über Blau quer geteilter Schild. Das obere Feld durchzieht ein schrägrechter, mit einer natürlichen goldbequasteten Hellebarde belegter goldener Balken. In dem unteren Feld steigt ein schroffer silberner Felsenberg aus dem Fußrande empor. Auf dem Hauptrande des Schildes ruht die Freiherrnkrone mit drei darauf gestellten Turnierhelmen. Der mittlere Helm trägt einen geschlossenen roten Adlerflug, der von einem dem im Schilde ersichtlichen, ähnlichen, Schrägbalken durchzogen ist. Auf der Krone des Helmes zur Rechten steht ein roter Zinnenturm mit offenem Tor, über welchem drei Schießscharten nebeneinander angebracht sind. Auf der Krone des Helmes zur Linken ist ein rot bezungter und goldgekrönter schwarzer Adler sichtbar.

Helmdecken: Die des mittleren Helmes sind rechts rot mit Gold, links blau mit Silber. Die des Helmes zur Rechten rot mit Silber, und die jenes zur Linken schwarz mit Gold unterlegt.

Schild: Halter sind zwei gegeneinander gekehrte, rotbezungte goldene Greife, flehend auf einer unter dem Schild verbreiteten goldenen Arabeske, welche ein rotes Band mit dem Wahlspruch „Schwinge die Lanze und traue auf Gott“ in goldener Lapidarschrift trägt.Constant von Wurzbach: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Einundvierzigster Theil, Druck und Verlag der k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1880, S. 10.

Geschichte mini|Schloss Kirchstetten miniatur|Schloss Ebenfurth miniatur|Suttnersches Anwesen in Wien, Matthias Suttner (1673–1733) erwarb das Gebäude (136) im Jahre 1718. Nach seinem Tod erbte der Sohn Leopold Gundacker von Suttner (1717–1754) das Anwesen, dann dessen Witwe Maria Anna Edle von Garelli (1717–1784), welche in zweiter Ehe den Namen „Hallweil“ trug. Sie vererbte an die gemeinsame Tochter Leopoldine Maria Clara von Suttner († 1789). Das Haus hatte den Schild „zum weißen Hahn“ (Karl August Schimmer, Ausführliche Häuserchronik der inneren Stadt Wien, Wien 1849). Das Anwesen war über 3 Hektar und 20 Ar groß. Bereits im Dreißigjährigen Krieg fand das Geschlecht mit dem Stuckhauptmann Ferdinand Suttner (׆ in Schweden) Erwähnung, Stammvater aller heute lebenden von Suttner. Er kämpfte auf Seiten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation 1) Sein Sohn Leonhardt siedelte sich als erster Suttner in Niederösterreich an. Er führte im Krieg gegen die Tataren 1683 die polnischen Hilfstruppen durch die Wälder zum Kahlenberg und zum Angriff auf die Türken vor Wien. 1.1) Dr. med. et phil. Matthias Suttner (* 1673 zu Inzersdorf; † 6. Juni 1733), Protomedicus der niederösterreichischen Landschaft, kaiserlichen Rat und Leibarzt wurde durch Kaiser Karl VI. am 29. November 1715 in Wien in den böhmischen Ritterstand erhoben und erhielt die böhmische, mährische und schlesische Landmannschaft. Bereits am 22. Mai 1699 erhielt er für seine Verdienste um die Wissenschaft von der Universität Bologna ein auf seinen Namen lautendes, mit Wappen versehenes Diplom, welches ihn zum Doctor der Weltweisheit und Arzneigelahrtheit ernannte.Johann Svoboda: Die Theresianische Militärakademie zu Wiener-Neustadt und ihre Zöglinge von der Gründung der Anstalt bis auf unsere Tage. Dritter Band, Kaiserlich Königliche Hof- und Staatsdruckerei Wien 1897, S. 38. 1723 kauft er die Herrschaft und Schloss Kirchstetten. Im Jahre 1724 erwarb er in Oberhöflein die Herrschaft des Grafen Johann Joseph von BreunerVerein für Landeskunde von Niederösterreich (Hrsg.): Topographie von Niederösterreich. Vierter Band, Wien 1896, S. 10. und besaß auch die Herrschaften Wildendürnbach und Freyen-Thurn. Verehelicht (I) seit 26. Juni 1701 mit Barbara Regina Schwandner (* 1657; † 13. August 1715) und (II) seit 22. Juli 1716 mit Juliana Catharina von Eybl (* 20. Februar 1698; † 17. Oktober 1745) 1.1.1) (II) Leopold Gundacker (Gundakar) von Suttner (* 29. Mai 1717; † 26. November 1754), k.u.k. Hofkammerrat und Fideikommissherr der Herrschaften Kirchstetten, Mitterhof, Oberhöflein in den Jahren 1733–1754, Freyenthurn bei Klagenfurt, Theras sowie Ebenfurth in den Jahren 1747–1754. Im Jahre 1747 erwarb er die Herrschaft Ebenfurth vom Malteser-Orden, das Schloss, Land und Leibeigene der Familie von Unverzagt. Kurz vor seinem Tod im Jahre 1754 beauftragte er Franz Anton Maulbertsch, die Gestaltung der Schlosskapelle, eines Turmzimmers und eines Zimmers in der ersten Schlossetage zu übernehmen. Im Turmzimmer gestaltete er ein Deckenfresko mit der Geschichte Actaeons und Dianas aus Ovids Metamorphosen. Das Nutzungsrecht am Schloss hatte bis zu ihrem Tod Margarethe de Maistre († 1965), geborene von Suttner. Sie war nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 in das ehemalige Jägerhaus im Schlosspark eingezogen und setzte sich zeit ihres Lebens für den Erhalt und die Sanierung der Anlagen ein. Mit ihrem Tod gab die Familie den Besitz auf, im Jahre 1974 begannen erste Restaurierungen der Fresken, ehe mit dem Verkauf des Gebäudes und Grundstücksanteilen im Jahre 1979 der Besitz derer von Suttner an Schloss Ebenfurth endete.Geschichte des Schloss Ebenfurth Leopold Gundacker war verehelicht mit Maria Anna Edle von Garelli (* 1717; † 28. Februar 1784)Gustav Freiherr von Suttner: Die Garelli. Ein Beitrag zur Culturgeschichte des XVIII. Jahrhunderts. Gerold, Wien 1885, S. 101ff., mit welcher er 12 Kinder hatte. Ihr Vater war Pius Nikolaus Garelli (1675–1739), Leibarzt Kaiser Karls VI., Dekan der medizinischen Fakultät der Universität Wien. Dessen enormer Bibliotheksbestand war bis 1748 in Verwahrung des Schwiegersohnes, ehe er auf Befehl der Kaiserin Maria Theresia der k.k. Theresianischen Ritterakademie eingegliedert wurde; Duplikate kamen in die Lemberger Bibliothek und wurden beim Beschuss vom 1. November 1848 eingeäschert. 1.1.1.1) Anna Therese von Suttner-Gundacker (* 7. Juli 1745; † 17. Januar 1792)Joseph Bergmann: Medaillen auf berühmte und ausgezeichnete Männer des Oesterreichen Kaiserstaates, vom XVI. bis XIX. Jahrhunderte. Zweiter Band, Tendler & Compagnie, Wien 1857, S. 264., vermählt am 26. Mai 1771 mit Karl Leopold Joachim Daniel Moser von Ebreichsdorf (* 2. September 1744; † 21. August 1823 in Wien). Ihr Ehemann erbte die Suttner’sche Herrschaft Ebenfurth, dort wurden beide bestattet.Constant von Wurzbach: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Neunzehnter Theil, Druck und Verlag der k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1868, S. 152f, (Anmerkung: lt. dieser Quelle starb die Ehefrau 1795) 1.1.1.2) Vinzenz Ferrerius Ritter von Suttner (* 2. Mai 1752; † 2. April 1795), Fideikommissherr der Herrschaften Kirchstetten, Mitterhof, Oberhöflein in den Jahren 1755–1795, Freyenthurn, Theras und Alt Prerau (Přerov nad Labem), vermählt (I) am 19. Jänner 1778 mit seiner Cousine (Person 1.1.2.1) Maria Theresia Reichsfreiin Moser von Ebreichsdorf (* 27. November 1755; † 3. Januar 1788 in Wien), Erbin der Herrschaft Harmannsdorf und (II) Maria Johanna Wilhelmine Freiin von Walterskirchen (* 19. September 1761; † 31. Mai 1832), eine Tochter des Josef Wilhelm Edlem Herren von Walterskirchen Reichsfreiherren zu Wolfstal und der Maria Anna Josefa Reichsfreiin Moser von Ebreichsdorf. 1.1.1.2.1) Maria J o s e p h a von Suttner (* Wien 3. Februar 1780; † dort 15. April 1828, begraben in Ober-Höflein), vermählt am 2. Februar 1801 mit A n t o n Paul Nikolaus Reichsgraf von Thurn und Valsassina, auf Spessa, Villalta, Cargnasco und Ziracco, Obersterbmarschall der gefürsteten Grafschaft Görz und Gradisca, Obersterblandsilberkämmerer in Kärnten, k. k. Kämmerer (* Görz 15. November 1775; † dort 7. Juli 1846)Siebmacher’s Großes Wappenbuch. Band 26, Die Wappen des Adels in Niederösterreich. Band 2, S. 345. 1.1.1.2.2) Vincenz von Suttner (* 4. Februar 1785; † 28. August 1827), Besitzer von Oberhöflein in den Jahren 1795–1827 und der Feste Emmerberg von 1809–1811Franz Xaver Schweickhardt Ritter von Sickingen: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten x.x. Erster Band. Viertel untern Wiener Wald, Gedruckt bei den PP. Mechitaristen. Wien 1832, S. 260.. Er war verehelicht mit Karolina Porodim, → weiter dort: Gründer der Älteren Linie. 1.1.1.2.3) Ferdinand von Suttner (* 11. März 1786; † 1. März 1859), vermählt mit Cajetana von Keßlern (* 11. März 1786; † 1. März 1859), → weiter dort: Gründer der Jüngeren Linie. 1.1.1.3) Leopoldine Maria Clara von Suttner († 1789)

1.1.2) (II) Juliana von Suttner (* 30. August 1719; 3. November 1797), vermählt mit Ferdinand Maximilian Reichsfreiherr Moser von Ebreichsdorf (* 29. Juli 1718; † 25. Januar 1779), Herr der Herrschaften Harmannsdorf und Schiltern 1.1.2.1) Maria Theresia Reichsfreiin Moser von Ebreichsdorf (* 27. November 1755; † 3. Januar 1788 in Wien), Erbin der Herrschaft Harmannsdorf, vermählt mit ihrem Cousin (Person 1.1.1.1) Vinzenz Ferrerius Ritter von Suttner (* 2. Mai 1752; † 2. April 1795), Fideikommissherr der Herrschaften Kirchstetten, Mitterhof, Oberhöflein, Freyenthurn, Theras und Alt Prerau 1.1.3) (II) Antonia von Suttner (* 2. April 1722; † Juni 1785), vermählt mit Franz Xaver Ritter Koller von Nagy Magna (* 1721; † 30. Januar 1787), Geheimer Rath, Eques Auratus und Obergespann des Barser, später Sohler Comitates. Er wurde mit Diplom von 1758 ungarischer Baron, mit Diplom von 1772 ungarischer Graf.Gustav Freiherr von Suttner: Die Garelli. Ein Beitrag zur Culturgeschichte des XVIII. Jahrhunderts. Gerold, Wien 1885, S. 97.

2.1) Johann Ferdinand Suttner († Göllersdorf 7. November 1721), „Nobilis Dms., Ferdinandus Suttner Phil. et Medicinae Doctor, Xenodochii medicus“, verehelicht am 9. September 1714 mit Maria Theresia Schwandner (getauft am 11. Juni 1694 in St. Stephan, Wien; † 19. November 1752, bestattet am 20. November 1752 in der Gruft ihrer Eltern: Joachim Johann Reichard Schwandner und Anna Christina Schück in St. Peter, Wien)Gustav Freiherr von Suttner: Die Schwander, ein Beitrag zur Geschichte Wiens im XVIII. und XIX. Jahrhundert. Gerold, Wien 1892, S. 6ff [Anmerkung: die Quelle bezeichnet ihn als Vetter des Matthias (1673–1733)] nach Siebmacher’s Großem Wappenbuch. Band 26, Die Wappen des Adels in Niederösterreich, S. 289 war Johann Ferdinand hingegen ein Sohn der Leonhard Suttner.

Ältere Linie Freiherrliches Wappen Dieses wurde am 12. Juli 1887 – d. h. ein Jahr später als der jüngeren Linie – dem Freiherrn Gustav Ferdinand von Suttner verliehen.