mini|Das Logo: Ein Wolf umgeben von Sternen, die auf die europäische Flagge anspielenDas Multimediaprojekt Grand méchant loup – Böser Wolf ist ein ursprünglich deutsch-französisches journalistisches Projekt in Berlin, das sich seit 2012 auch an polnischsprachige Kinder und Jugendliche richtet. Es verfügt über ein medienkompetentes Team, das Kinder- und Jungreporter mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten betreut: ob Politik, Sport oder Kultur, ob Ton, Text, Foto oder Video. Alle Aktivitäten des Bösen Wolfes sind auf der dreisprachigen Internetseite zu finden.Website der Bösen Wölfe. Die Website ist journalistisch, pädagogisch, interaktiv und spielerisch ausgelegt. Sie beinhaltet Interviews, Artikel, Reportagen, Zeichnungen, Fotos und Spiele. Die Materialien sind durchweg von Kindern gestaltet. Folgende Portale findet man:

Deine Stadt – Ta ville: Eine Internet-Stadt mit vielen Infos auf Deutsch über Frankreich mit Spielen und Mitmachmöglichkeiten und in der man sogar französisch mit Audio-Hilfe dabei lernen kann.Deine Stadt – Ta ville. Jahresthemen zu aktuellen Anlässen: 20 Jahre Maueröffnung / Frauenfußball-WM / 100 Jahre Erster WeltkriegJahresthemen. Grenzen überwinden: Engagement über die GrenzenRubrik Grenzen überwinden. Europa einmal anders: Informationen zu aktuellen Projekten der Bösen WölfePortal Europa einmal anders. Złe wilki – redakcja młodych reporterów: Willkommen in Polen, die polnischsprachige Rubrik der Bösen WölfeZłe wilki – redakcja młodych reporterów. Spielen und Mitmachen: Rätsel, Quiz, Ausmalbilder, GraffitiPortal Spielen und Mitmachen. Portal Erwachsene: Informationen für Eltern, Lehrkräfte und Multiplikatoren und für alle, die sich für den Bösen Wolf interessierenPortal Erwachsene.

Die Website richtet sich in erster Linie an Kinder und Jugendliche, das Material kann aber auch von Lehrern und Eltern zu pädagogischen Zwecken verwendet werden. Der Böse Wolf gehört zu dem Netzwerk „Seitenstark“ und zum Programm Ein Netz für Kinder, einer Initiative vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und vom Bundesfamilienministerium.

Geschichte Die Initiative Grand méchant loup | Böser Wolf wurde im Jahr 2000 von Eltern der Judith-Kerr-Grundschule, einer Europa-Schule mit deutsch-französischem Zweig in Berlin gegründet. Zwei- bis viermal im Jahr erschien die Zeitung des Bösen Wolfes auf Französisch und Deutsch. Die Kinder erzählten von ihrer Schule, ihrer Klasse, ihren Freizeitaktivitäten und Interessen. mini|Die deutsche Version der Startseite der Website Grand méchant loup – Böser WolfSeitdem hat sich das Projekt weiterentwickelt und ist über den schulischen Kontext hinaus eine Art journalistisches Laboratorium für Kinder geworden. Nachdem im Jahr 2004 auch der Förderverein Grand méchant loup | Böser Wolf e. V. entstand, widmeten sich die Kinder den Themenfeldern Kultur, Politik und Sport. Bei dem wöchentlichen Treffen werden die Teilnehmer des Projekts dazu angeregt, wie Reporter zu arbeiten. Das erstellte Material wie Artikel, Reportagen, Illustrationen, Interviews und Fotos wird hinterher von der Redaktion des Bösen Wolfes oder den Kindern selbst auf die Website gestellt. Seit 2007 ist das Projekt Böser Wolf eine „eEducation Masterplan-AG“, d. h. das Projekt ist in Form eines außerschulischen Ateliers an das Französische Gymnasium Berlin gebunden. Das eEducation-Berlin-Masterplan-Programm wendet sich an alle Initiativen, die einen Beitrag zur Entwicklung der IT-Kompetenz als Teilbereich einer umfassenden Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen leisten: Medienerziehung wird in diesem Kontext nicht als Schulfach unterrichtet, sondern als fächerübergreifender außerschulischer Aufgabenbereich betrachtet.

Name Der Name bezieht sich auf ein beliebtes französische Kinderlied: Qui a peur du Grand méchant loup … „Wer hat Angst vorm Bösen Wolf?“ Als böser Wolf kann dabei das Unbekannte, eine fremde Sprache, ein fremdes Land, eine fremde Stadt betrachtet werden. Die Assoziation des bösen Wolfes soll den Kindern zeigen, dass diese Angst vor dem Unbekannten überwindbar ist und es Spaß machen kann, Europa und den Rest der Welt zu entdecken. Außerdem leben Wölfe im Rudel. Sie sind solidarisch und haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Das ist die Grundidee des Bösen Wolfes.

Deutschland, Frankreich und Polen: das Weimarer Dreieck Es war schon länger der Wunsch der Teilnehmer, ein anderes Land in die Redaktionstätigkeit einzubeziehen, zumal dem Redaktionsteam Kinder mehrerer Kulturen angehören. Da Polen unmittelbares Nachbarland ist, lag es nahe, es in die Arbeit, die als interkulturell (also nicht nur deutsch-französisch) begriffen wird, einzubeziehen. Durch das Online-Projekt und den trinationalen Wettbewerb werden auf diese Weise Schulen und Schüler in Polen erreicht. So entstand 2012 die polnischsprachige Rubrik der Bösen Wölfe.złe wilki – redakcja młodych reporterów. 2014 bekam der Verein den Weimarer-Dreieck-Preis für zivilgesellschaftliches Engagement, der Projekte, die sich für die Verbesserung und Vertiefung des französisch-polnisch-deutschen Verhältnisses einsetzen, auszeichnet.

Projekte Im Laufe der Jahre hat der Böse Wolf Projekte gegründet und weiterentwickelt: Interviews, Blogs, Filme, Rundfunkreportagen, Wettbewerbsaktionen, Ausstellungen und Werkstätte zu bestimmten Jahresthemen. Hier wird eine Auswahl vorgestellt:

Interviews Die Reporter des Bösen Wolfes haben Interviews mit rund 120 Persönlichkeiten aus Politik, Sport, Kultur und Wirtschaft und ebenso viele mit nicht oder noch nicht bekannten Menschen durchgeführt. Genannt seien Valéry Giscard d’Estaing, Helmut Schmidt, Richard von Weizsäcker, Simone Veil, die Bundesminister Wolfgang Schäuble und Frank-Walter Steinmeier, der französische Außenminister und frühere Premier Jean-Marc Ayrault, Klaus Wowereit und Franz Müntefering, Christine Hohmann-Dennhardt, VW-Vorstand und ehemals Vorstand Daimler AG, die Schauspieler Daniel Brühl, Julia Jentsch und Dieter Hallervorden, die Regisseure Wim Wenders und Christian Duguay, der Poetry-Slam-Künstler Grand Corps Malade, Ben (Sänger), die Schriftsteller Jean Echenoz und Marie NDiaye, die Fußballerinnen Anja Mittag und Gaëtane Thiney, der Diskuswerfer Robert Harting oder der Torwart Jens Lehmann. mini|Helmut Schmidt mit den Kinderreportern des Bösen Wolfes in seinem Büro beim ZEIT-Magazin Die Interviews informieren auch über Alltag und Tätigkeit einer Schornsteinfegerin, eines Zahnarztes, einer Airbus-380-Pilotin oder einer Kripo-Beamtin, aber auch über das Leben von Diplomaten wie Maurice Gourdault-Montagne, Susanne Wasum-Rainer, Philippe Étienne oder Jerzy Margański. Die jungen Journalisten haben ihre Alter Egos aus den TV-, Print- oder Hörfunkbereichen befragt u. a. Ulrich Wickert, Roman Leick des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, Jean-Pierre Bidet der Sport-Tageszeitung L’Équipe, Pascal Thibault von Radio France Internationale und Hervé Deguine, Reporter ohne Grenzen. Die unbefangenen Fragen der Kinder führen zu originellen und überraschenden Antworten, aber auch Gespräche mit Professoren und Publizisten wie Alfred Grosser, Adam Krzemiński, Rudolf von Thadden sind unkonventionell, für das jüngere Publikum verständlich und für Erwachsene informativ..

Jahresthemen Nachdem die gedruckte ZeitungAlles Zeitungen Grand méchant loup auf einen Blick. 2009 eingestellt wurde, bietet der Böse Wolf nun ein „Jahresthema“ an. Dieses bildet den thematischen Schwerpunkt. Es entstehen dazu diverse Artikel, Interviews, Umfragen, Reportagen, Videos und interaktive Spiele.

Berliner Mauer Anlässlich des 20-jährigen Mauerfall-Jubiläums im Jahr 2009 hat der Böse Wolf Reportagen, Zeitzeugen-Interviews und Artikel zu dem Thema veröffentlicht.Reportagen, Interviews, Artikel und Quiz zum Thema Mauerfall. Vor allem aber wurde eine Online-MauerOnline-Mauer. erstellt, auf der Kleine und Große ihr eigenes Graffiti „sprühen“ können. Bis jetzt wurden fast 9.000 Graffiti online gestellt.Ausstellung auf der Online-Graffitimauer der Bösen Wölfe. Seit 2014 wurden auch einige Interviews, Artikel und Quiz ins Polnische übersetzt, die in der Rubrik über die Berliner Mauer zu lesen sind.

100 Jahre Erster Weltkrieg Im Jahr 2014 befassten sich die Bösen Wölfe mit dem 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkrieges: Europa 1914–1918 – was wissen Kinder und Jugendliche von ihren Nachbarn? Deutschland, Frankreich und Polen heute und vor 100 Jahren – ein trinationales Multimedia-Projekt anlässlich des Beginns des Ersten Weltkriegs im August 1914". Das Projekt der Bösen Wölfe bekam das Label „Centenaire“ für das trinationale Webportal zum 100. Jahrestag des Ersten Weltkrieges und mehrere Auszeichnungen.Label Mission Centenaire Die Absicht war, einen besonderen Jahrestag zum Anlass nehmen, 2014 – 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs –, um eine Zeit- und Entdeckungsreise durch die drei Länder Deutschland, Frankreich und Polen auf der Webseite www.boeser-wolf.schule.de anzubieten. Die virtuelle Reise informiert und lädt durch vielfältige Mitmachangebote zur aktiven Teilnahme ein und zeigt den Werdegang bis zum heutigen Europa. Mithilfe eines Internetportals wird Schülern eine neuartige interaktive Informationsquelle zu den drei Ländern sowie der Zeit vor und während des Ersten Weltkrieges und zur Entstehung des europäischen Gedankens im 20. Jahrhundert geboten.

Ziel ist, mit dem Webportal Europa 1914–1918 ein innovatives und interaktives pädagogisches Angebot zu erarbeiten, das die Vorstellungskraft der Schüler der drei Länder anregt, ihnen die Erfahrung eines gemeinsamen Erlebnisses bietet und ihnen die Aktualität ihres Tuns bewusst macht. mini|Startseite der Webrubrik Europa 1914–1918 auf der Website der jungen ReporterDa diese Generation nicht mehr von Zeitzeugenberichten profitieren kann, wollten wir das Projekt zwar durch Bilder, Schriftstücke, sowie Audio- und Videodateien stützen, aber auch die Arbeit auf die Verwendung neuer Medien, wie v. a. des Internets ausrichten, und das Wort den Schülern selbst überlassen: Welche Vorstellung haben sie von dieser Zeit? Dort wo keine Erinnerungen (mehr) existieren, haben die Kinder und Jugendlichen sie mit ihrer Vorstellungskraft entstehen lassen. Es ist gleichermaßen ein Projekt zum kollektiven Gedächtnis geworden als auch ein Projekt, das ganz gezielt den Alltag der Menschen vor hundert Jahren und heute in Deutschland, Frankreich und Polen beleuchtet. Mithilfe unserer Jungreporter haben wir das Projekt zudem durch Interviews mit Experten der drei Länder bereichert. In der Durchführung wollten wir den teilnehmenden Klassen sowohl für den Alltag in der Friedensperiode vor Kriegsausbruch als auch während der Kriegszeit selbst Raum geben.

Das Portal enthält sieben Rubriken [Tiere im Krieg | Schule und Arbeit | Alltag | Kommunikation | Spiele | Film | Interviews ] in Form von Paketen auf dem Hintergrund einer Europakarte aus dem Jahr 1914 [Rubrik Europa] sowie die pädagogische Rubrik Arbeitsmaterialien. Jede Rubrik greift ein Thema auf mit Infos, Interviews, Reportagen, Slideshows, Fotos, Erzählungen, Filmen. Die Rubrik „Spiele“ (ein Mitmachangebot mit Spielen und interaktiven Seiten) nimmt eine Sonderstellung ein. Die Inhalte auf der Website entstehen sowohl über den online-Austausch als auch über konkrete Begegnungen. Medienkompetenz ist hier gefragt und wird übermittelt.

Grenzen überwinden | Engagement