Der Hohe Wolfstrapp (Lycopus exaltatus) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Wolfstrapp (Lycopus) innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

mini|Hoher Wolfstrapp (Lycopus exaltatus) mini|links|Blüten mini|links|Frucht mini|Nüsschen Beschreibung Der Hohe Wolfstrapp wächst als immergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 90 bis 160 cm. Sein Erscheinungsbild ähnelt dem Ufer-Wolfstrapp. Seine Stängel sind jedoch kahl bis flaumig behaart. Die Laubblätter sind auf beiden Seiten rau und tief fiederspaltig. Sie sind gestielt, 5 bis 12 Zentimeter lang, 4 bis 6 (bis 8) Zentimeter breit und beiderseits von kurzen Haaren rau.

Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Die Scheinquirle sind wenigblütig. Die weißen Blüten sind etwa 3 bis 4 Millimeter lang. Die Kelchzähne stechen nicht und sind so lang wie die Kelchröhre. Die Lappen der Blütenunterlippe haben je einen roten halbmondförmigen Fleck. Die Staminodien sind kopfig oder fehlen ganz. Die Nüsschen sind fast so lang wie der Kelch.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.

Ökologie Die Bestäubung erfolgt über Insekten und die Ausbreitung der Diasporen über Wasser sowie durch Klettausbreitung.

Vorkommen Der Hohe Wolfstrapp kommt in Europa und von Westasien bis China vor. Während er in ganz Zentraleuropa als gefährdet oder ausgestorben gilt, ist er in Osteuropa teilweise und in Baschkirien, Kasachstan und in der Ukraine durchgehend häufig. Er stellt ein subkontinentales Element der südsibirisch-pontischen Waldsteppengebiete dar. In Europa erfolgte eine weitere Ausbreitung nach Norden nur entlang der großen Stromtäler. So wurde er 1856 im nordwestlichen Teil der Kreuzhorst nahe der Elbe bei Magdeburg gefunden, galt aber bereits als selten.Paul Ascherson: Flora der Provinz Brandenburg, der Altmark und des Herzogthums Magdeburg, Dritte Abteilung, Specialflora von Magdeburg, Verlag von August von Hirschwald Berlin 1864, Seite 85. In Deutschland gilt der Hohe Wolfstrapp als fast ausgestorben, er kommt aber noch im Chiemgau vor. In Europa kommt die Art in folgenden Ländern vor: Deutschland, Italien, Österreich, Polen, in der früheren Tschechoslowakei, im früheren Jugoslawien, Albanien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Russland, Belarus und Ukraine.

Der Hohe Wolfstrapp ist eine Halblichtpflanze und wächst auf nassen, stickstoffhaltigen Böden. Er ist schwach salzertragend und ein Anzeiger für schwach basische Böden. Er gilt als Art des Verbands Salicion albae, kommt aber auch in Magnocaricion-Gesellschaften vor.

Taxonomie Der Hohe Wolfstrapp wurde 1782 von Carl von Linné (Sohn) in Supplementum Plantarum Seite 87 als Lycopus exaltatus erstbeschrieben. Ein Synonym ist Lycopus laciniatus .

Einzelnachweise

Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 4. Verlag Carl Hanser, München 1964. S. 2388–2389.

Jens G. Rohwer: Lamiaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 688.

Weblinks

Thomas Meyer: Wolfstrapp Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)

Kategorie:Lippenblütler