mini|280px|Queensrÿche beim Bang Your Head Festival, Balingen (2008) Queensrÿche [] ist eine US-amerikanische Progressive-Metal-Band. Sie wurde im Jahr 1981 in Bellevue bei Seattle, Washington von den beiden Gitarristen Chris DeGarmo und Michael Wilton – zunächst ohne Sänger – unter dem Namen The Mob gegründet. Queensrÿche war eine der ersten Bands, die den Heavy-Metal-Umlaut über das y setzten. Geoff Tate bemerkte dazu einmal im Jahr 2000: „Wir verbrachten elf Jahre damit, zu erklären, wie man das ausspricht.“„We spent 11 years trying to explain how to pronounce it.“ Interviewzitat von Geoff Tate im Zusammenhang mit dem Umlaut. spiraling.com; abgerufen am 10. September 2013. Das auf den meisten Albencovern verwendete sowie auch sonst öfter mit der Band in Verbindung gebrachte Logo ist das sogenannte „Tri-Ryche“-Symbol.Das Tri-Ryche-Symbol von Queensrÿche als Illustration von Kyler Sharp. kylersharp.com (englisch).

Zwischenzeitlich bestanden zwei Versionen der Gruppe, da Sänger Geoff Tate im Juni 2012 nach 30 Jahren Bandzugehörigkeit und langzeitigen bandinternen Schwierigkeiten von seinen Mitmusikern entlassen und durch den Sänger Todd La Torre ersetzt wurde und dieser daraufhin seine eigene Queensrÿche-Version ins Leben gerufen hatte. Beide veröffentlichten 2013 ein Studioalbum und waren auch auf Tournee unterwegs. Nach einer außergerichtlichen Einigung beider Parteien agiert die Besetzung um Geoff Tate mittlerweile unter dem Namen Operation: Mindcrime. Der Rest der Originalband um die Gründungsmitglieder Scott Rockenfield, Michael Wilton und Eddie Jackson veröffentlichte seit 2013 unter dem ihnen zugespochenem Namen Queensrÿche wieder weitere eigene Alben.

Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen Alben von Queensrÿche verkauft, davon mehr als 6 Millionen in den Vereinigten Staaten. montereyinternational.net; abgerufen am 22. Dezember 2015.www.insideoutmusic.com/newsdetailed.aspx?IdNews=11609&IdCompany=9 insideoutmusic.com abgerufen am 21. Oktober 2013. Das kommerziell erfolgreichste Album ist das 1990 erschienene Empire, das sich durch seine hochwertige Produktion auszeichnet und mit Silent Lucidity auch das bekannteste Lied der Band enthält. Künstlerisch wird jedoch sehr häufig seitens Fans und Kritikern das zwei Jahre zuvor veröffentlichte Konzeptalbum Operation: Mindcrime vorgezogen, mit dem die Band ihren Durchbruch erlangte.

Bandgeschichte mini|links|Tate und Rockenfield, im Hintergrund das Logo und Symbol der Gruppe (2011) 1978–1985: Vorgängerbands, Gründung und Debütalbum Die beiden Gitarristen Chris DeGarmo und Michael Wilton waren anfangs in diversen Coverbands aktiv. Zwischen 1978 und 1980 spielte zunächst Wilton, später auch DeGarmo bei der Band „Joker“, die sich auf Lieder von Künstlern wie AC/DC, Van Halen, den Scorpions und Judas Priest konzentrierte.

Im Jahr 1980 gründete Wilton zusammen mit dem späteren Queensrÿche-Drummer Scott Rockenfield die Heavy-Metal-Band „Cross+Fire“, die hauptsächlich Lieder von Iron Maiden (in diesem Jahr erschien deren Debütalbum) coverte und der später auch Eddie Jackson als Bassist angehörte sowie weiterhin von Chris DeGarmo als Gitarrist unterstützt wurde. Bereits ein Jahr später gründeten die vier Instrumentalisten der späteren Queensrÿche eine Band namens „The Mob“ (nach dem Lied The Mob Rules von Black Sabbath), aus der 1982 schließlich mit dem Einstieg von Geoff Tate Queensrÿche wurde.Die Anfangsjahre vor und von Queensrÿche. queensrychehistory.com (englisch). So bestand die Band schließlich aus dem Sänger Geoff Tate, dem Bassisten Eddie Jackson, den beiden Gitarristen Michael Wilton und Chris DeGarmo sowie dem Schlagzeuger Scott Rockenfield.

Nachdem in dieser Besetzung erste Demos aufgenommen worden waren, brachte die Band im Jahr 1982 zunächst ihre erste EP unter dem Bandnamen auf ihrem eigenen Label 206 Records heraus.Queensrÿche-Veröffentlichungshistorie. Discogs (englisch). Als Diana und Kim Harris, Inhaber eines ortsansässigen Plattenladens, auf die vier Titel umfassende Demoaufnahme aufmerksam wurden, boten sie der Band ihr Management an. Die EP Queensrÿche wurde bereits in ihrer ersten Fassung über 60.000 Mal verkauft, was für eine Debüt-EP ohne eine große Plattenfirma dahinter einen großen Erfolg darstellte.

So wurde dann auch EMI Records auf die Band aufmerksam. Queensrÿche wurde nach Vertragsunterzeichnung bei EMI ein zweites Mal im September 1983 verlegt und erreichte Platz 81 in den US-Charts.Billboard-Einträge für Queensrÿche Im Jahr 1989 erschien die EP auch als CD, erstmals mit dem zusätzlichen Song Prophecy, der ursprünglich 1986 zusammen mit dem zweiten Album Rage for Order aufgenommen wurde.Queensrÿche-Veröffentlichungshistorie. Discogs (englisch). Die erste Tournee zu dieser Veröffentlichung bestritt die Band mit Ronnie James Dio und anschließend als Vorprogramm von Twisted Sister.

Mit ähnlichem Erfolg wie ihre erste EP wurde auch das Debütalbum The Warning aus dem Jahr 1984 belohnt. Für die Produktion wurde die Band zusammen mit dem Produzenten James Guthrie, der bereits mit Pink Floyd gearbeitet hatte, sowie dem bekannten Komponisten und Orchestrator Michael Kamen, mit dem die Band in ihrer Karriere häufiger zusammengearbeitet hat, nach London geschickt. Das Album, das progressiv angehauchten Metal mit stilfremden Einflüssen kombinierte, platzierte sich in den US-Billboard-Charts auf Platz 61 und erwies sich langfristig als noch erfolgreicher als die EP Queensrÿche. Die Tournee zum Album beinhaltete Auftritte im Vorprogramm von Kiss. Ein in dieser Zeit in Japan aufgenommenes Live-Video erschien 1985 unter dem Titel Live in Tokyo.

1986–1989: Weiterentwicklung und Durchbruch mit Operation: Mindcrime mini|180px|Eddie Jackson (2008), Bassist seit der Band­gründung Im Jahr 1986 erschien mit Rage for Order das zweite Studioalbum der Gruppe. War das Debüt noch stark vom Heavy Metal beeinflusst, so wurde hier der Einfluss von elektronischen Instrumenten, hauptsächlich den in dieser Zeit sehr populären Synthesizern, miteinbezogen. Im selben Jahr veröffentlichten mit den beiden Heavy-Metal-Bands Iron Maiden (Somewhere in Time) und Judas Priest (Turbo) zwei populäre Vorbilder von Queensrÿche ebenfalls erstmals Songmaterial, das diese damalig-zeittypischen Einflüsse zuließ. Das Werk beinhaltet mit dem auch als Single vermarkteten Gonna Get Close to You erstmals auch eine Coverversion. Das Original wurde 1984 von Dalbello veröffentlicht. Zu dem Lied drehte die Band das erste offizielle Musikvideo ihrer Geschichte. Geoff Tate äußerte sich später bei der Videoveröffentlichung Building Empires (1992), dass es bedauerlich sei, dass die Band zu diesem Album keine weiteren Videos produziert habe, da es auf Rage for Order ausreichend starkes Song-Material dafür gegeben hätte.

Rage for Order bedeutete für die Band erneut einen noch größeren Erfolg als der Vorgänger. Das Album schaffte es in den US-Billboard-Charts bis auf Platz 47 und auch in Deutschland konnte die Band mit Platz 58 erstmals einen Charteinstieg verbuchen.

In dieser Zeit tourte die Band mit AC/DC, Ozzy Osbourne sowie in England auch mit der Band Bon Jovi, die in diesem Jahr mit dem Album Slippery When Wet nicht nur sich selbst, sondern auch dem Glam Metal (auch Hair Metal genannt) zum Durchbruch verhalf.You Give Love a Bad Name-Eintrag. AllMusic (englisch). Durch den zu der Zeit in der Metal-Szene noch verpönten Einsatz von Synthesizern in ihrer eigenen Musik und ihren „tuntigen Kostümen“ in jener Zeit wurde teils auch Queensrÿche damals von Kritikern dem Glam Metal zugeordnet.

Im Jahr 1988 schließlich kam mit dem dritten Album Operation: Mindcrime der große Durchbruch, der für die Band auch bis heute den kreativen Höhepunkt bedeutet, den die Band danach nie wieder erreichen sollte. Die Idee zu dem Konzept kam Sänger Geoff Tate bei einem Besuch in der Kirche; sie dreht sich um den Protagonisten Nikki und dessen Beteiligung an einer Untergrundorganisation, die ihn schließlich ins Gefängnis führt.

Sowohl bei den Kritikern als auch beim Publikum wurde die ungewöhnliche Idee, ein Konzeptalbum im Metal-Bereich herauszubringen, positiv aufgenommen. Zwar veröffentlichte die britische Heavy-Metal-Band Iron Maiden mit Seventh Son of a Seventh Son bereits wenige Wochen vorher ebenfalls ein Konzeptalbum, das jedoch aus einzeln komponierten Songs mit einem Grundkonzept besteht, während das Album von Queensrÿche eine fortwährende Geschichte erzählt, mehrere Dialogpassagen enthält und die Songs wie bei klassischen Konzeptalben von Bands wie Pink Floyd direkt ineinander übergehen und als Gesamtwerk zu verstehen sind. Für Operation: Mindcrime bekam die Band am 15. August 1991 in den USA eine Platin-Schallplatte verliehen, nachdem das dazugehörige Video: Mindcrime (1989) bereits zwei Monate nach Veröffentlichung diesen Status erreichte.Platten-Auszeichnungen in den USA für Queensrÿche. RIAA; abgerufen am 21. September 2013. Zwar erreichte das Konzeptalbum in den Billboard-Charts nicht ganz die Chartposition von Rage for Order, hielt sich jedoch ein ganzes Jahr in den Charts und erwies sich somit eher als Dauerbrenner statt als klassischer Chartstürmer. Das auf dem Album enthaltene Lied I Don’t Belive in Love wurde 1990 für einen Grammy in der Kategorie „Best Metal Performance“ nominiert.

Auf der Tournee zu Operation: Mindcrime spielt die Band als Vorgruppe für Def Leppard in Amerika und anschließend für Metallica in Europa.

Operation: Mindcrime findet bis heute großen Anklang sowohl beim Publikum als auch bei Musikkritikern.Operation:-Mindcrime-Review. AllMusic; abgerufen am 23. September 2013. So wurde es beispielsweise im Januar 1989 auf Platz 34 der „100 größten Heavy-Metal-Alben aller Zeiten“ des britischen Kerrang!-Magazines gewählt.Kerrang!-Bestenlisten. Rocklist.net; abgerufen am 21. September 2013. Im selben Magazin erreichte es 1988 auch Platz 2 der jahresbesten Alben. Im Jahr 2007 wurde von dem deutschen Magazin Rock Hard ein Buch mit den 500 besten Rock- und Metalalben aller Zeiten veröffentlicht, das Operation: Mindcrime auf dem neunten Platz auflistet.Rock Hard: Die 500 stärksten Rock- und Metalscheiben, 2007. Benutzer:Rmw73 Auch der deutsche Metal Hammer listet das Album in seiner 100 Alben umfassenden Top-100-Metalalbenliste auf Platz 24.Metal Hammer: Die 100 besten Metalalben, 2005. metal-hammer.de; abgerufen am 21. Oktober 2013.

1990–1993: Kommerzieller Höhepunkt mit Empire 135px|mini|links|Michael Wilton (2006), zweiter Gitar­rist seit der Band­gründung Das Nachfolgealbum Empire wurde 1990 aufgenommen und veröffentlicht. Dieses war jedoch von ganz anderer Machart als der Vorgänger, wenn auch kommerziell erfolgreicher. Während Operation: Mindcrime von der ersten Sekunde an durchkonstruiert ist, macht Empire einen spontaneren, verspielteren Eindruck. Für die Produktion war erneut der britische Produzent Peter Collins, mit dem die Band bereits bei Operation: Mindcrime zusammengearbeitet hatte, verantwortlich.

Das Album ist mit allein in den USA bis 1994 über drei Millionen verkauften Einheiten und einer 3-fach-Platin-Auszeichnung das kommerziell erfolgreichste Queensrÿche-Album weltweit. Die mit Orchester aufgenommene Singleauskopplung Silent Lucidity schaffte es in den amerikanischen Billboard-Charts bis auf Platz 9, in Deutschland ist es mit Platz 46 der größte Single-Erfolg der Bandgeschichte. Zahlreiche Singles wurden zwischen 1990 und 1992 auf den Markt gebracht, die Band drehte in dieser Phase insgesamt sieben Musikvideos, zwei davon für die verhältnismäßig weniger erfolgreichere Single Another Rainy Night (Without You). Dieses Material wurde 1992 für das Videoalbum Building Empires zusammengefasst. Dieses enthält auch Ausschnitte des am 27. April 1992 im Rahmen der MTV-Unplugged-Serie gespielten Akustik-Konzertes in den Warner Hollywood Studios in Los Angeles, das nie vollständig als Konzert- oder Videoalbum veröffentlicht wurde.