Großdechsendorf war ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Erlangen (Mittelfranken, Bayern). Seit 1973 zählt Großdechsendorf zum neu geschaffenen Gemeindeteil Dechsendorf. Großdechsendorf ist heute nur noch der Name der Gemarkung. Diese hat eine Fläche von 6,001 km². Sie ist in 2423 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2476,61 m² haben.

Geographie Das Pfarrdorf Großdechsendorf lag nördlich des Seebachs und südlich des Kleinen und Großen Bischofsweihers, die vom Forstgraben gespeist werden. Die Staatsstraße 2259 verläuft nach Röttenbach (4,3 km nördlich) bzw. zur Staatsstraße 2240 (0,2 km südlich). Die Kreisstraße ER 4/ERH 31 führt nach Möhrendorf (4,5 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Kleindechsendorf zur St 2240 (0,2 km südlich).

Geschichte Der Ort wurde im Jahr 1315 als „Tessendorf“ erstmals schriftlich erwähnt. Margarete von Brauneck wurde vom Hochstift Bamberg mit dem Erbe der Herren von Gründlach belehnt, zu dem u. a. Großdechsendorf gehörte. 1461 bestand Großdechsendorf aus 2 Huben und 10 Lehen bei 13 Untertansfamilien. Der Güterkomplex gehörte der bambergischen Oblei Lauf.M. Meyer: Dechsendorf, im: Erlanger Stadtlexikon, S. 199.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Großdechsendorf aus 19 Anwesen (4 Höfe, 1 Halbhof, 2 Viertelhöfe, 1 Höflein, 1 Gut, 5 Gütlein, 5 Sölden). Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Herzogenaurach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte die bambergische Oblei Dechsendorf.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 65.

1802 kam Großdechsendorf an das Herzogtum Bayern. Von 1803 bis 1810 unterstand der Ort dem preußischen Justiz- und Kammeramt Herzogenaurach. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Großdechsendorf dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Hannberg zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Großdechsendorf, zu der Kleindechsendorf gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herzogenaurach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen. Am 1. Oktober 1847 wurde die Finanzverwaltung vom Rentamt Herzogenaurach übernommen. Ab 1862 gehörte Großdechsendorf zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin zum Rentamt Herzogenaurach (1919 in Finanzamt Herzogenaurach umbenannt, seit 1929: Finanzamt Erlangen). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Herzogenaurach (1879 in das Amtsgericht Herzogenaurach umgewandelt), seit 1959 ist das Amtsgericht Erlangen zuständig.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 141. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 6,388 km².

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Großdechsendorf am 1. Juli 1972 nach Erlangen eingegliedert. 1973 wurde der Ortsname Großdechsendorf per Regierungsbescheid aufgehoben. Der Ort wurde anstelle dessen zusammen mit Kleindechsendorf Dechsendorf genannt.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Großdechsendorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 212 240 225 230 227 228 233 236 229 228 206 236 236 236 228 211 217 291 322 539 629 782 1417 1950HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 28 45 42 40 42 44 85 239 Quelle Für die Gemeinde Großdechsendorf zuzüglich der Einwohner und Feuerstellen von Großdechsendorf (S. 48).

Ort Großdechsendorf Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961Einwohner 177 189 197 185 193 173 551 1129 Häuser 23 35 35 36 75 196Quelle

Religion Großdechsendorf ist römisch-katholisch geprägt und war ab 1511 nach Geburt Mariens (Hannberg) gepfarrt, seit 1973 ist die Pfarrei Unsere Liebe Frau (Dechsendorf) zuständig.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Erlangen Kategorie:Ersterwähnung 1315 Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Erlangen) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung in der kreisfreien Stadt Erlangen