mini|Ortsplan von Oberpreuschwitz 1850 mini|Ortsplan von Oberpreuschwitz 2012

Oberpreuschwitz ist ein Stadtteil und der 38. Distrikt der kreisfreien Stadt Bayreuth im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken. Die Gemarkung Oberpreuschwitz hat eine Fläche von 5,329 km². Sie ist in 1171 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 4550,80 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Dörnhof, Teufelsgraben, Unterpreuschwitz und Wiesen.

Lage Der Dorfkern von Oberpreuschwitz liegt westlich der Stadt im Tal und an den Talhängen des 4,7 Kilometer langenUmweltschutzbericht Bayreuth 2012, abgerufen am 28. April 2018 Rotmainzuflusses Preuschwitzerin. Auf den angrenzenden Hochflächen entstanden Neubaugebiete.

Name Der Name gilt, wie die übrigen auf -itz endenden Namen im Bayreuther Raum, als slawischen Ursprungs.

Geschichte mini|hochkant|Der Bach Preuschwitzerin ist unter dem Ortskern verrohrt Im Giechburgvertrag von 1149 ist „Eberhardus de Briscvvize“ erwähnt.Ernst Eichler, Albrecht Greule, Wolfgang Janka, Robert Schuh: Beiträge zur slavisch-deutschen Sprachkontaktforschung. Band 2: Siedlungsnamen im oberfränkischen Stadt- und Landkreis Bayreuth. Heidelberg 2006, ISBN 3-8253-5091-6, S. 188. Briscvvize ist vermutlich mit dem heutigen Oberpreuschwitz identisch.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Oberpreuschwitz 29 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Bayreuth zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Hofkastenamt Bayreuth. Grundherren waren das Hofkastenamt Bayreuth (4 Halbhöfe, 5 Viertelhöfe, 2 Sölden, 4 Söldengüter, 1 Söldengütlein mit Zapfenschenke, 1 Tropfsölde, 4 Tropfhäuser, 1 Tropfhaus mit Schmiede, 1 Haus, 1 Wohnhaus), die Verwaltung Glashütten (1 Söldengütlein), die Superintendentur Bayreuth (1 Söldengütlein), das Rittergut Danndorf (2 Halbhöfe) und das Rittergut Thurnau (1 Gut).R. Winkler: Bayreuth, S. 380.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Bayreuth. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde Oberpreuschwitz bayerisch. Infolge des Gemeindeedikts wurde Oberpreuschwitz dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Eckersdorf zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Oberpreuschwitz, zu der Teufelsgraben gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Bayreuth zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Bayreuth (1919 in Finanzamt Bayreuth umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden zwei Anwesen bis 1836 dem Patrimonialgericht Danndorf und ein Anwesen bis 1848 dem Patrimonialgericht Thurnau. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 erfolgte die Eingemeindung von Dörnhof und Unterpreuschwitz mit Wiesen. Ab 1862 gehörte Oberpreuschwitz zum Bezirksamt Bayreuth (1939 in Landkreis Bayreuth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Bayreuth (1879 in Amtsgericht Bayreuth umgewandelt).R. Winkler: Bayreuth, S. 480f. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 5,391 km².

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Oberpreuschwitz am 1. Juli 1976 nach Bayreuth eingemeindet. Diese Maßnahme war nicht unumstritten und von den Oberpreuschwitzern mehrheitlich nicht gewollt.Als Laineck sich teuer verkaufte in: Nordbayerischer Kurier vom 10. Januar 2022, S. 8. Letzter Bürgermeister der unabhängigen Gemeinde war der 1989 verstorbene Georg Schill.

Durch die Anlage von Neubaugebieten im Süden und Osten des einstigen Dorfkerns stieg die Einwohnerzahl in den letzten Jahrzehnten stark an.

Nach ca. einjähriger Bauzeit wurde im Juli 1992 das neue Feuerwehrhaus eingeweiht.Vor 25 Jahren: Neues Feuerwehrhaus für Oberpreuschwitz in: Nordbayerischer Kurier vom 13. Juli 2017, S. 12. Im September 2008 wurde in Oberpreuschwitz das Albert-Schweitzer-Hospiz eröffnet.Sterben in l(i)ebenswerter Umgebung bei kurier.de vom 19. September 2008, abgerufen am 12. März 2021 Im April 2018 wurde bekannt, dass der Bach Preuschwitzerin nach Gülleeintrag Ende März biologisch tot ist.Wenig Hoffnung für die Preuschwitzerin in: Nordbayerischer Kurier vom 28./29. April 2018, S. 13.

Baudenkmäler Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges 1914–18

Einwohnerentwicklung Gemeinde Oberpreuschwitz Jahr 1822 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 354 430 467 440 481 506 502 494 536 543 503 512 510 504 523 490 546 570 553 707 694 687 673 641HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 61 75 71 74 82 82 94 121 Quelle

Ort Oberpreuschwitz Jahr 1819 1822 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2011Einwohner 166 196 250 285 326 326 336 456 464 419 618 1210Häuser 32 42 50 49 58 81 162 Quelle Oberpreuschwitz bei citypopulation.de, abgerufen am 28. April 2018

Religion Oberpreuschwitz ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Ägidius (Eckersdorf) gepfarrt.

Verkehr Die Preuschwitzer Straße führt in Richtung Innenstadt, die Dörnhofer Straße zum Gemeindeteil Dörnhof, wo sie auf die Heinersreuth mit Eckersdorf verbindende Kreisstraße BTs 14 stößt. Oberpreuschwitz und Dörnhof werden von der Stadtbuslinie 307 im Rahmen des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg (VGN) werktags tagsüber weitgehend im Halbstundentakt erschlossen.

Vereine ASV Oberpreuschwitz e. V. 1921 mit knapp 600 Mitgliedern, wobei die Frauenfußballabteilung besonders im Nachwuchsbereich einige Erfolge erzielen konnte. So spielte die U17 einige Zeit lang in der Bayernliga, derzeit ist die Mannschaft in der Bezirksoberliga vertreten. Kindergartenverein mit einem Kindergarten Oberpreuschwitzer Freiwillige Feuerwehr Gesangverein Preuschwitzer Kunst Häusla (2021 gegründete Künstler-Plattform, gehostet derzeit auf Instagram)

Literatur

Inge Fischer: Die Flurkarte als Quelle für den Heimatkunde-Unterricht dargestellt am Beispiel der Gemeinde Oberpreuschwitz, Bayreuth, Pädagogische Hochschule 1959.

Ernst Wiedemann: Hofgeschichte der Gemeinde Oberpreuschwitz, in: Archiv für Geschichte von Oberfranken, 47 (1967), S. 5–98.

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Bayreuth Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Bayreuth) Kategorie:Ersterwähnung 1149 Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1976 Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft Kategorie:Gemarkung in der kreisfreien Stadt Bayreuth