Augignac (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Nontronnais. Die Einwohner werden als Augignacois und Augignacoises bezeichnet.
Die Gemeinde erhielt 2024 die Auszeichnung „Eine Blume“, die vom Conseil national des villes et villages fleuris (CNVVF) im Rahmen des jährlichen Wettbewerbs der blumengeschmückten Städte und Ortschaften verliehen wird.
mini|Lagekarte von Augignac
Etymologie Der Name von Augignac in der Form Auginhac erschien erstmals im Jahr 1315. Die Endungen -nhac und -gnac werden identisch ausgesprochen. Wenig später (1365) liefert ein Text die latinisierte Form Auguilhacum anstelle von Auguinhacum. Der Name hat seinen Ursprung im Namen einer Person Algeinus oder Adgennus, gefolgt von der Endung -iacum, das ein Anwesen bezeichnet. Es ist unklar, ob er germanischen oder gallischen Ursprungs ist. Die romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert zeigt, dass der Standort schon vor der erstmaligen Erwähnung besiedelt war.Tanet, Hordé, Seite 35 1793 hieß die Gemeinde nach Auginac, 1801 noch Augigniac.
Geographie Augignac liegt etwa acht Kilometer nordnordöstlich von Nontron und etwa 45 Kilometer nördlich von Périgueux in der Région naturelle des Nontronnais, Teil des touristisch benannten Périgord vert. Das Gemeindegebiet ist Teil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.
Augignac wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:
Zum Gemeindegebiet von Augignac gehören folgende Weiler, Gehöfte, Mühlen, Schlösser und Geländepunkte: Bel-Air, Bois de Château Reynaud, Boudignac, Château Reynaud, Chez Pey, Clos Neuf, Étang des Merles, Étang Millau, Font de Pique, La Beaufarie, La Cornadelle, La Ferrière, La Franche, La Garde, La Petite Tavernerie, La Tavernerie, Lacour, Lafarge, Lapeyre, Laubanie, Le Clos des Landes, Le Clos Neuf, Le Fagnou, Le Ménichou, Le Moulin de Lapeyre, Le Moulin de Nebout, Le Moulin de Tignac, Le Point du Jour, Le Semis, Le Tupet, Les Brégères, Les Chadauds, Les Landes, Les Moutas, Les Petits Champs, Leygurat, Maine du Bost, Maison Neuve, Manzac, Nauvialle, Pouzol, Puy du Pin, Puybégout, Roc de Poperdu, Rochefoulée, Rochers de Rochezide, Roubardières und Tignac.
Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit am Flüsschen Bandiat beim Weiler Chez Baillot (bereits Savignac-de-Nontron) im Süden. Der höchste Punkt mit befindet sich in der Nähe von Laubanie an der Grenze zur Nachbargemeinde Piégut-Pluviers im Norden. Die absolute Höhendifferenz beträgt 117 Meter. Der Ortskern befindet sich auf etwa Meereshöhe.
Verkehrsanbindung Durch den Ortskern von Augignac verläuft in Nord-Süd-Richtung die zur Departementsstraße D 675 herabgestufte ehemalige Route nationale 675 von Contres (Loir-et-Cher) über Piégut-Pluviers nach Brantôme über Nontron. Lokale Landstraßen verbinden die Gemeinde mit weiteren Nachbargemeinden.
Fernwanderweg Das Gemeindegebiet wird vom 1580 Kilometer langen Fernwanderweg GR 4 „vom Atlantik zum Mittelmeer“ von Royan nach Grasse durchquert.
Hydrographie mini|Hydrographische Karte von Augignac
Die Südostgrenze des Gemeindegebiets zu Abjat-sur-Bandiat wird vom nach Südwesten entwässernden Bandiat gebildet, welcher dem Entwässerungsnetz der Charente angehört. Die Doue stellt im Nordwesten die Grenze zu Piégut-Pluviers und Saint-Estèphe. Sie fließt ebenfalls in südwestlicher Richtung zum Bandiat hin ab. Das Gemeindegebiet liegt folglich auf einem Höhenrücken zwischen den beiden genannten Flussläufen; dieser Höhenrücken wird allmählich gen Südsüdwest niedriger. Der Bandiat besitzt im Gemeindegebiet drei kleine rechtsseitige Nebenbäche, die nach Südosten drainieren. Die Doue nimmt linksseitig einen aus dem Weiler Puybegout kommenden Seitenast auf, der kurz vor seiner Mündung von rechts einen kleinen Zustrom erhält, welcher bei Le Moulin de Lapeyre und bei Le Moulin de Tignac rückgestaut wird.
Die Gesamtlänge des Entwässerungsnetzes beträgt 20 Kilometer.
Geologie mini|Geologische Karte von Augignac
Augignac liegt vollständig auf dem zum Grundgebirge des nordwestlichen Massif Central gehörenden Piégut-Pluviers-Granodiorit, der im Gemeindegebiet vorwiegend in seiner grobkörnigen Normalfazies (γ3M) ansteht. Beim Weiler Puybégout ist jedoch die grobkörnige Porphyrfazies (pγ3M) aufgeschlossen. Der Ortskern wird von einigen rosafarbenen, mehrere Kilometer aushaltenden Mikrogranitgängen (μγ) in NNW- und NNO-Richtung und auch mehreren Störungen in NW-, NNW- und N-Richtung durchzogen. Die mehr oder weniger senkrecht stehenden Gänge zeigen Mächtigkeiten im Dezimeter- bis hin zum Meterbereich.
Das sich erweiternde Bandiattal östlich vom Weiler Les Chadauds wird von holozänem Alluvium (Formation Fz) ausgefüllt.
Im äußersten Nordosten beim Weiler Laubanie wird der eigentliche Granodiorit von grusigen Alteriten (Formation A) maskiert.
Bodenbedeckung mini|Bodenbedeckung in Augignac
Die Bodenbedeckung der Gemeinde Augignac schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:.
Wälder – 55,1 % heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 38,6 % Wiesen – 3,2 % Bebaute Flächen – 3,1 %
Wälder und seminaturelle Lebensräume stehen mit 55,1 % eindeutig im Vordergrund und haben im Vergleich mit 1990 (53,7 %) sogar leicht zugenommen.
Naturrisiken mini|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Augignac
Naturrisiken manifestieren sich in Augignac als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen entlang der Flussläufe Dürren Stürme Bodensetzungen.
In den Jahren 1982, 1983, 1999, 2009 und 2018 kam es aufgrund erhöhter Niederschläge zu Überschwemmungen, größeren Bodenbewegungen und Rutschungen (insbesondere 1999).
Ein Dürrejahr war 2005. In diesem Jahr herrschte erhöhte Waldbrandgefahr.
Ein herausragendes Wintersturmereignis war das Sturmtief Martin im Dezember 1999, das enorme Schäden an den Wäldern und auch an der Infrastruktur hinterließ. Die Zerstörungen in den Wäldern sind selbst im Jahr 2025 noch zu erkennen.
Wie die Risikokarte zeigt, ist Augignac so gut wie nicht von der Gefahr durch Bodensetzungen betroffen. Eine Ausnahme bildet ein kleiner Zwickel (1,3 % des Gemeindegebiets) mit grusigen Alteriten im Nordosten beim Weiler Laubanie.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.
Ökologie mini|Schutzgebiete in Augignac
Schutzgebiete Unter Naturschutz stehen das Bandiattal im Osten, der flussabwärtige Teil seiner beiden rechten Nebenflüsse, das Tal der Doue im Westen sowie der Unterlauf eines ihrer linken Nebenflüsse (siehe die rechts nebenstehende Karte). Diese Gebiete sind als kontinentale ZNIEFF-Naturzone des Typus 1 unter der Bezeichnung Vallées du réseau hydrographique du Bandiat ausgewiesen.
Die Flora besteht aus über 100 Pflanzenarten mit Großer Odermennig (Agrimonia procera) und Atlantisches Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta) als Indikatorpflanzen.
Geschichte Es sind zahlreiche vorgeschichtliche Fundstätten in der Gemeinde Augignac bekannt. Ein bedeutender Fundort ist der in der Nähe des Monolithen Roche de Pierre Tanche (auch in der Schreibweise Pierre-Tenche) gelegene Weiler Maine du Bos(t). Hier wurden zahlreiche Artefakten gefunden. So erschienen im Feld am Nordabhang Kratzer in Rundform und mit Papageischnabel, Schaber, Bohrer, Stichel, Hacken, Sägen und unterschiedliche Spitzen. Ihr Material besteht aus grauem oder hellem Silex, Onyx und Jaspis. Die beiden letztgenannten Materialien sind bunt gefärbt, wobei rosa und rote Farbtöne überwiegen. Die meisten Abschläge waren recht grob gefertigt, obwohl auch sehr delikat gearbeitete Stücke vorhanden sind. Fundstücke dieses Abschlagplatzes finden sich bis auf die Plateaus um Varaignes. Wie am Butte du Collège in Piégut werden auch hier sehr schöne Bergkristalle vorgefunden. Ferner werden bis zu 3 Meter hohe Mauern angetroffen, die den Mauerresten in Puygaud (ebenfalls Piégut) ähneln.
An einer zweiten Fundstelle bei Maine du Bost wurden ebenfalls Steinartefakten mit den üblichen Werkzeugen entdeckt, hier fehlen jedoch Onyx und Jaspis. Auffallend sind Schlagringe aus abgerollten Silexen und Fossilien des Bandiats. Erwähnenswert ist ferner eine überaus sauber gearbeitete, in der Region einmalige, 10 bis 15 Zentimeter große Speerspitze, deren Retuschierungen kaum zu erkennen sind. Auch hier wurden wie schon in der ersten Fundstätte Ringe aus Bronze gefunden.
Die dritte Fundstelle von Maine du Bost 50 Meter weiter östlich der ersten erbrachte Steinwerkzeuge von hoher Qualität, darunter runde Kratzer, Bohrer, Klingen und Steinkerne aus grauem oder hellem Silex. Fragmente von polierten Steinäxten waren weiterverarbeitet worden. Wie schon an der zweiten Fundstelle wurden weder Onyx noch Jaspis verwendet.
Noch drei weitere Fundplätze sind in der Gemeinde Augignac anzuführen: Les Brégères, Le Ménichou und La Ferrière. In Les Brégères kamen Silexe, Keramikreste und Spitzen zum Vorschein, darunter eine aus Bergkristall. Le Ménichou war ein bedeutender Lagerplatz, der bis in die gallorömische Zeit überdauerte. La Ferrière lieferte Silexe, Schlagringe wie oben, polierte Steinäxte und Bronzeringe. Wie der Name des Weilers vermuten lässt, wurde hier früher Eisen gefunden, belegt durch ein Netzwerk aus Gräben und Gängen. Die Schlacken dieser wahrscheinlich eisenzeitlichen Industrie finden sich zu einem Hügel aufgehäuft zwischen Les Brégères und Le Ménichou mit erkennbaren Fundamenten von Schmelzöfen. Weitere Silexe finden sich ferner bei Les Morandières nordwestlich des Ortskerns und bei Lacour. In Les Morandières hat einst auch eine gallorömische Villa gestanden. Es wird angenommen, dass nahebei die große Römerstraße nach Pluviers und weiter nach Saint-Mathieu verlief. Sie hatte angeblich die stattliche Breite von 12 Meter und wurde beiderseits von Gräben begleitet. Gepflasterte Wege- oder Straßensegmente existieren auch nördlich von Lacour (wahrscheinliches Segment der Römerstraße), im Nordosten Richtung Laubanie und nördlich von Maine du Bost nach Lascaud und Piégut (mit dem Fundplatz von Silexabschlägen und polierten Steinäxten La Franche-Prieuraud). Die beiden den Roche de Pierre Tanche berührenden Wege bei La Beaufarie erbrachten ebenfalls Silexe.
In Augignac soll der nahegelegene Erdhügel „Terme de la Vigne“ die Überreste einer alten Burg aus dem 9. und 12. Jahrhundert bedecken, die die ersten Gebäude des Dorfes beherbergte. Berichten zufolge wurden dort unterirdische Gänge und Hohlräume entdeckt. Diese in den Boden gegrabenen oder in eine Felswand gehauenen Höhlen dienten als Schutz und verbanden manchmal Burgen. Das heutige Haus, einst Sitz des Lehens der Kastellanei von Piégut, wurde im 14. und 15. Jahrhundert an der Stelle dieser ursprünglichen Burg neu gebaut, von der nur noch ein unterer, tonnengewölbter Raum im Erdgeschoss erhalten ist. Das Feste Haus gehörte berühmten Familien aus dem Périgord, wie den Flamencs, den Chasteaus und später den Vandière de Vitracs.
Die romanische Pfarrkirche Saint-Martial wurde im 12. Jahrhundert erbaut.
Es findet sich keine Erwähnung der ins 13. Jahrhundert zurückgehenden Burg Leygurat in den Schriften.
Bevölkerungsentwicklung Bevölkerungsentwicklung in Augignac Jahr Einwohner 1962 954 1968 876 1975 791 1982 818 1990 838 1999 791 2005 811 2006 811 2010 836 2015 815 2016 814 2017 814 2019 821 2020 824 2022 825 2023 820
Quellen: EHESS/Cassini bis 1999, INSEE ab 2006
Die Bevölkerungszahlen von Augignac waren bis 1975 rückläufig. Seitdem haben sie sich unter leichten Fluktuationen wieder stabilisiert.
Ihren höchsten Bevölkerungsstand hatte die Gemeinde im Jahr 1886 mit 1439 Einwohnern.