Le Bourdeix (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Nontronnais. Die Einwohner werden Bourdeixois bzw. Bourdeixoises genannt.
Etymologie Der Name des Ortes erschien erst im 13. Jahrhundert als Borc Deu (1285) und Burgo Ageduno (1291). Bordeys wurde erst ab dem 18. Jahrhundert bekannt, ist aber wahrscheinlich älter.
Diese Namen lassen sich nur schwer miteinander verbinden. Der letztere, Bordeys, nahe an der heutigen Form, könnte den gleichen Ursprung wie bei der Gemeinde Bourdeilles haben. Er kommt von einem germanischen Wort °borda, welchem als Suffix das Diminutiv -icula angehängt ist. °Borda gab dem Okzitanischen bòrda () im 12. Jahrhundert und dem Altfranzösischen borde (was ein kleines Haus bezeichnete) in der Folge die Bedeutung eines Bauernhofs.
Aber dieser Ursprung erklärt nicht die Formen des 13. Jahrhunderts. Sie könnten die Verbindung zweier Ortsnamen derselben Bedeutung sein. Das okzitanische borc (), dann (), könnte gefolgt sein von einem alten Toponym, das aus zwei gallischen Wörtern °agedo () und dunum () besteht. Man könnte annehmen, dass bei Borc Deu der zweite Teil aus Deus () stammt. Der Ursprung von borc ist zumindest gesichert. Er kommt aus dem lateinischen burgus (), aus dem sich das französische bourg entwickelte.Tanet, Hordé, Seiten 67–68
Geographie
Le Bourdeix liegt etwa sieben Kilometer nordnordwestlich von Nontron in der Région naturelle des Nontronnais im touristisch benannten Landesteil des Périgord vert.
Le Bourdeix wird von folgenden sieben Nachbargemeinden umgeben:
Zum Gemeindegebiet von Le Bourdeix gehören folgende Weiler, Gehöfte, eine ehemalige Schmiede, eine Ziegelei und Geländepunkte: Bonnefont, Bouchardières, Chaffrelière, Chez Carrier, Combas, La Bosse, La Chapoulie, La Grange, La Renardière, Le Claud, Le Débat, Le Doyer, Le Dubreuil, Le Moulin Rou, Le Petit Pys, Le Pont de Lavaud, Le Prieuré, Les Forges, Les Grenouilles, Les Queyroux, Moulin de Pinard, Pay Blanc, Plaisance, Puydivert, Rapy, Rouméjoux und Serpine.
Der topografisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit über dem Meer an der Doue im äußersten Südwesten, der höchste Punkt mit beim Weiler Puydivert im Nordosten. Die absolute Höhendifferenz beträgt 134 Meter. Der Ortskern befindet sich auf etwa Meerhöhe. mini|Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018) Verkehrsanbindung Le Bourdeix liegt an der Departementsstraße D 3 von Nontron nach Bussière-Badil. Über die nach Nordosten abzweigende D 91 E3 kann Piégut-Pluviers erreicht werden. Eine vom Ortskern nach Osten ausgehende Kommunalstraße führt nach dem benachbarten Saint-Estèphe. Eine weitere Kommunalstraße zieht nach Süden, durchquert das Tal der Doue und gabelt sich dann in Richtung Saint-Martin-le-Pin und Nontron auf. Ferner besteht eine Verbindung nach Westen in Richtung D 93 mit Anschluss nach Javerlhac bzw. über Étouars nach Piégut-Pluviers.
Hydrographie mini|Hydrographische Karte von Le Bourdeix
Die Gemeinde Le Bourdeix gehört vollständig zum Einzugsgebiet der Charente. Das Flussnetz hat eine Gesamtlänge von 9,0 Kilometern.
Das Gemeindegebiet wird von der Doue in zwei Hälften geteilt. Die Doue kommt von Saint-Estèphe herüber und fließt anfänglich noch in west-östlicher Richtung. Südwestlich vom Ortskern nimmt sie als rechten Seitenarm den Ruisseau des Forges auf und biegt dann nach Südwesten ab. Die Südgrenze des Gemeindegebiets zu Saint-Martin-le-Pin bildet der in westnordwestliche Richtung fließende Ruisseau de Combas, ein kleiner linker Seitenbach der Doue.
Geologie mini|Geologische Karte von Le Bourdeix
Die Gemeinde Le Bourdeix liegt zum Großteil auf dem Piégut-Pluviers-Granodiorit in seiner grobkörnigen Normalfazies (γ3M). Nur im Westabschnitt (am Höhenrücken westlich des Ruisseau des Forges und der Doue) transgredieren flachliegende Liassedimente des nordöstlichen Aquitanischen Beckens – Arkosen des Hettangiums (Formation l1-4) und Tonsteine des Toarciums (Formation l5-9) über den Granodiorit. Der Höhenrücken nördlich des Ruisseau de Combas (zwischen Le Prieuré und La Chapoulie) wird ebenfalls vom Lias eingenommen. Die Tonsteine des Toarciums wurden früher bei Les Grenouilles als Rohstoff für die mittlerweile stillgelegte Ziegelei abgebaut. An der äußersten Südwestecke tritt auch noch ein kleines Vorkommen von rekristallisiertem Dogger auf (Formation jC).
Westlich vom Weiler Bouchardières quert eine Nordnordwest-streichende Störung; die im Westen liegenden Liassedimente sind an ihr gegenüber dem Granodiorit abgesenkt worden. Eine weitere Störung zieht in Ostnordost-Richtung am Weiler Combas vorbei.
Die Liassedimente des südlichen Höhenrückens werden an zwei Stellen von pleistozänem Kolluvium der Formation HC maskiert (bei Les Queyroux und bei Le Moulin Rou) – sandig-tonige Kiese mit Quarzgeröllen. Sie finden sich auch östlich unterhalb von Le Petit Lys (Gemeinde Teyjat). Diese werden hier von aus dem Zentralmassiv geschütteten kontinentalen tertiären Sedimenten abgedeckt, welche den Überrest eines fossilen Flusssystems bilden (Formation H-F).
Das Flussbett der Doue verläuft kurz vor Verlassen der Gemeinde in holozänem Alluvium (Formation Fy-z).
Der Granodiorit zeigt Vererzungen an Baryt bei Combas und Moulin de Pinard sowie Bleiglanz bei Moulin de Pinard.
Bodenbedeckung Die Bodenbedeckung der Gemeinde Le Bourdeix schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:
Wälder – 56,5 % Heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 24,1 % Wiesen – 19,4 %
Die Wälder und seminaturellen Ländereien stehen eindeutig im Vordergrund, sie haben sich in ihrem prozentualen Anteil gegenüber 1990 nicht verändert.
Naturrisiken mini|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Le Bourdeix
Naturrisiken manifestieren sich in Le Bourdeix als Dürren Stürme Bodensetzungen.
Ein herausragendes Wintersturmereignis war das Sturmtief Martin im Dezember 1999, das enorme Schäden an den Wäldern und auch an der Infrastruktur hinterließ. Die Zerstörungen in den Wäldern sind selbst im Jahr 2025 noch zu erkennen.
Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte sowie eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.
Wie die Risikokarte zeigt, ist Le Bourdeix von der Gefahr durch Bodensetzungen kaum betroffen, eine Ausnahme bilden jedoch die beiden Liasvorkommen, die zusammen 27 % des Gemeindegebiets in Anspruch nehmen.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.
Ökologie mini|Die unter Naturschutz stehenden Flussläufe in Le Bourdeix
Naturpark Le Bourdeix bildet einen integralen Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.
Schutzgebiete Unter Naturschutz stehen sämtliche Flussläufe innerhalb des Gemeindegebiets. Eine Ausnahme bildet der Ruisseau de Combas, der nur in seinem Unterlauf bis zum Weiler Le Doyer geschützt ist. Die Flussläufe sind als ZNIEFF (Französisch zone naturelle d'intérêt écologique, faunistique et floristique) des Typus 1 ausgewiesen. Ihre Flora setzt sich aus gut 100 schützenswerten Pflanzenarten zusammen, wobei die beiden Taxa Großer Odermennig (Agrimonia procera) und Atlantisches Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta) eine Indikatorrolle ausüben.
Geschichte mini|Der Weiler Bouchardières, Blickrichtung nach Westen vom Ortskern aus
Le Bourdeix war mit ziemlicher Sicherheit schon in der Eisenzeit besiedelt. Im Ortskern befanden sich einst ein kleines Oppidum und eine gallorömische Villa, in deren Umgebung viele Silexe entdeckt wurden.
Die ältesten erhaltenen Bauwerke in Le Bourdeix sind der aus Granodioritquadern erbaute Donjon aus dem 11. Jahrhundert und die romanische Kirche Saint-Pierre et Saint-Paul aus dem 12. Jahrhundert, ebenfalls in Granodiorit. Der Donjon ist der einzige Überrest der einstigen Wehrschlösser von Le Bourdeix, deren erstes in der Regierungszeit von Karl VII. gegen 1450 von den Engländern im Verlauf des Hundertjährigen Kriegs zerstört wurde. Im 15. Jahrhundert wurde ein zweites Wehrschloss 50 Meter weiter errichtet, im 17. Jahrhundert folgte ein drittes nahe der Kirche. Im 18. Jahrhundert waren diese beiden Wehrschlösser noch erhalten.
Die ursprüngliche romanische Kirche wurde 1480 um ein auf der Südseite angebautes zweites Seitenschiff erweitert und bildet jetzt eine 21 × 6 Meter messende, rechteckige Hallenkirche. Der romanische Deckenteil wird von einem runden Tonnengewölbe abgestützt, der Anbau jedoch von Spitzbögen. In der ehemaligen Schmiede Les Forges, durch die die Grenze zum benachbarten Étouars läuft, wurde zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert Eisenerz aus dem Nontronnais in Hochöfen geschmolzen (Gusseisen) und zu Kanonen für die französische Marine in Rochefort weiterverarbeitet. Die Schmiede wurde mit Wasserkraft betrieben, für diesen Zweck wurde der Ruisseau des Forges daher zu einem Weiher aufgestaut.
Bevölkerungsentwicklung Bevölkerungsentwicklung in Le BourdeixJahrEinwohnerEinwohnerdichte 1962 296 25/km² 1968 254 22/km² 1975 207 18/km² 1982 212 18/km² 1990 230 20/km² 1999 229 20/km² 2006 251 22/km² 2007 254 22/km² 2008 260 22/km² 2012 240 20/km² 2013 239 20/km² 2015 234 20/km² 2017 226 19/km² 2019 227 19/km² 2022 240 21/km² 2023 246 21/km²
Quelle: INSEE
Die Bevölkerung hatte in den 1960er Jahren starke Einbußen erlitten, war jedoch seit 1975 wieder stetig am Wachsen, um dann ab 2008 erneut zurückzugehen. Ab 2017 ist wieder eine leichte Erholung am Einsetzen.
Im Jahr 2023 betrug die Bevölkerungsdichte 21,0 Einwohner/km².
Le Bourdeix hatte seinen höchsten Bevölkerungsstand mit 578 Einwohnern im Jahr 1846.
Bürgermeister Bürgermeister war seit März 2001 der Handwerker Alain Lapeyronnie, der zum Schluss Debout la France vertrat. Er wurde im Mai 2020 von Maurice Chabrol abgelöst, der im März 2026 wiedergewählt wurde.
Präsidentschaftswahlen 2022 Kandidaten Parteien 1. Wahlgang 2. Wahlgang Stimmen % Stimmen % Emmanuel Macron En marche ! EM 35 24,82 % 84 64,62 % Marine Le Pen Front national FN 18 12,77 % 46 35,38 % Jean-Luc Mélenchon Front de gauche FDG 39 27,66 % Éric Zemmour Reconquête REC 12 8,51 % Yannick Jadot Europe Écologie-Les Verts EELV 10 7,09 % Valérie Pécresse Les Républicains LR 8 5,67 % Jean Lassalle Résistons ! R 8 5,67 % Anne Hidalgo Parti socialiste PS 7 4,96 % Fabien Roussel Parti communiste français PC 2 1,42 % Nathalie Arthaud Lutte Ouvrière LO 1 0,71 % Philippe Poutou Nouveau Parti anticapitaliste NPA 1 0,71 % Nicolas Dupont-Aignan Debout la République DLR 0 0,00 % Gesamt 141 100 % 130 100 % Gültige Stimmen 141 95,92 % 130 89,04 % Ungültige Stimmen 6 4,08 % 16 10,96 % Wahlbeteiligung 147 82,12 % 146 81,56 % Enthaltungen 32 17,88 % 33 18,44 % Registrierte Wähler 179 179 Quelle: Ministère de l'Intérieur
Die Präsidentschaftswahlen 2022 in Le Bourdeix konnte Emmanuel Macron eindeutig für sich entscheiden. Die meisten Stimmen im 1. Wahlgang hatte jedoch Jean-Luc Mélenchon erzielt.
Sehenswürdigkeiten 20 Meter hoher Donjon aus dem 11. Jahrhundert, seit 1988 als Monument Historique eingeschrieben Kirche Saint-Pierre et Saint-Paul aus dem 12. Jahrhundert, seit 1988 als Monument Historique eingeschrieben. Da sie nur wenige Meter vom alten Burgturm entfernt lag, diente sie sicherlich als Burgkapelle. Ehemaliger Taubenturm Mühle Moulin de Pinard, in der Mehl gemahlen und Walnussöl produziert wurde Schmiede Les Forges d'Étouars.