Forchheim ist ein Ortsteil der sächsischen Stadt Pockau-Lengefeld im Erzgebirgskreis.
Geografie Lage mini|Schloss Niederforchheim (2006) Das Waldhufendorf Forchheim liegt etwa 4 Kilometer nordöstlich von Pockau im Erzgebirge. Nordwestlich der Ortsmitte liegt die Talsperre Saidenbach, nördlich die Vorsperre Forchheim. Durch den Ort führt die Bundesstraße 101 Annaberg-Buchholz–Freiberg, über weitere Straßen bestehen Verbindungen nach Görsdorf, Haselbach, Hutha und Wernsdorf. Die zu Forchheim gehörige Siedlung "Neusorge" liegt südlich des Orts. Sie wird durch die Zoblitz, einem Zufluss der Flöha von der zu Olbernhau gehörigen Siedlung Hutha getrennt.
Nachbarorte
Geschichte mini|Rittergut Niederforchheim (um 1860) mini|Rittergut Niederforchheim (2015) mini|Rittergut Oberforchheim (um 1860) Ortsgeschichte In einer Urkunde von 1299 wird ein Herrensitz eines Wernerus de Wrcheim genannt, 1428 schreibt man den Ortsnamen Vorcheymvgl. . 1558 wurde das Herrenhaus des „niederen Rittergutes“ (Schloss) mit Renaissanceportal errichtet. Die Grundherren von Berbisdorf ließen sich 1559 in Forchheim nieder. 1576 erfolgte die Teilung des Ortes (Berbisdorfer Erbteilung) zwischen den Brüdern Christoph und Haubold, die Grenze bildete der Dorfbach. 1818 wurden Nieder- und Oberforchheim versteigert. Unter Gustav Heinrich Freiherr von Biedermann war das Rittergut Niederforchheim ab Juli 1819 Sitz Amtshauptmannschaft des dritten erzgebirgischen Kreises. 1844 wurden die Häuser von Neusorge und Drachenwald im Südosten Forchheim zugeordnet. Ein Schulneubau für den ganzen Ort wurde 1889 errichtet. Bereits 1913 wurde eine elektrische Straßenbeleuchtung in Betrieb genommen. Die Rittergutsbezirke wurden 1924 der Gemeinde zugeordnet. 1925 erfolgte der Bau der Zoblitzbrücke, die Neusorge und Hutha seitdem verbindet. In den Jahren 1929 bis 1933 erfolgte der Bau der Saidenbachtalsperre, wofür einige Gebäude im Einzugsbereich abgebrochen werden mussten. Zwischen 1972 und 1976 wurde die Vorsperre Forchheim gebaut.
Zum 1. März 1994 wurde Forchheim nach Pockau eingemeindet.Gebietsänderungen ab 1. Januar 1994 bis 31. Dezember 1994 auf der Internetpräsenz des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen, S. 24 (PDF; 64 kB), abgerufen am 17. Dezember 2010.
Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl1552 34 besessene Mann, 3 Häusler, 50 Inwohner1764 7 besessene Mann, 28 Häusler, 11 ½ Hufen1764 19 besessene Mann, 13 Gärtner, 20 Häusler, 13 ¼ Hufen1834 6231834 5701834 20 Jahr Einwohnerzahl1871 1.4371890 1.3731910 1.2051925 1.1841939 1.1201946 1.241 Jahr Einwohnerzahl1950 1.2611964 1.0201990 8411993 826
Kirche Forchheim mini|hochkant|Kirche Forchheim
mini|Forchheim, George-Bähr-Kirche mit Silbermann-Orgel Mit Dörnthal besteht ein Schwesterkirchenverhältnis, eingepfarrt sind die Orte Görsdorf, Haselbach und Wernsdorf.
Persönlichkeiten Adelheid Kohlschütter (1876–1945), Malerin. Adolf Hitler (1889–1945), Reichskanzler, im März 1933 zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannt.Hitler zum Ehrenbürger ernannt. In: Dresdner Nachrichten vom 6. März 1933, S. 3. Volkmar Neubert (* 1950 in Forchheim), Fußballspieler.
Literatur
Die Parochie Forchheim. in: Neue Sächsische Kirchengalerie, Ephorie Marienberg. Strauch Verlag, Leipzig, S. 235–288 (Digitalisat) Landratsamt Mittlerer Erzgebirgskreis (Hrsg.): Zur Geschichte der Städte und Gemeinden im Mittleren Erzgebirgskreis, Eine Zeittafel (Teile 1–3)
Günther Franze: 750 Jahre Forchheim: Chronik eines Erzgebirgsdorfes. Pockau 2000. Wolfgang Matthes: Festschrift zur 750-Jahr-Feier von Forchheim: Festwoche vom 23.6.–02.07.2000. Forchheim 2000. Mirko Steiner: Familien der Kirchgemeinde Forchheim im Erzgebirge mit Regesten und mit den eingepfarrten Orten Gorsdorf, Haselbach und Wernsdorf. Weißenthurm: Cardamina 2018
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Erzgebirgskreis Kategorie:Geographie (Pockau-Lengefeld) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Erzgebirgskreis) Kategorie:Gemeindeauflösung 1994