Conrad Red war ein deutscher Kirchenlieddichter, der im 16. Jahrhundert wirkte. Er dichtete das Lied Ick dancke dy, Godt, vor alle dyne woldadt, dat du heffst mick u. s. f., das 1558 in Hamburg im Enchiridion geistliker Leder und Psalmen gedruckt wurde.Enchiridion Geistliker Leder vn̄ Psalmen. Johann Wickradt der Jüngere, Hamburg 1558, . Vorherige Veröffentlichungen des Liedes sind nicht bekannt, es erfuhr aber eine große Verbreitung im norddeutschen Raum. 1576 wurde das Lied in einem Stettiner Gesangbuch verwendet,Psalme, Geistlicke Lede vnd Gesenge / van D. Martino Luthero ock velen anderen Christliken Leerern vnd Gottseligen Mennern gestellet … Andreas Kellner, Stettin 1576, . dort wurde als Dichter Johannes Freder angegeben; doch scheint es sich dabei um eine Verwechslung zu handeln, da Freder ein Lied mit ähnlichem Textanfang gedichtet hatte.[Hermann] Franck: Das evangelische Kirchenlied in Pommern. In: Baltische Studien. Band 28, 1878, S. 85–121, hier S. 112 () Karl Goedeke vermutete, Dichter des Liedes könne eine Frau gewesen sein, was aber wohl auf einem falschen Verständnis des Wortes „Gemahl“ beruht.Philipp Wackernagel: Das deutsche Kirchenlied von der ältesten Zeit bis zu Anfang des XVII. Jahrhunderts. 4. Band. Teubner, Leipzig 1874, S. 111 (Digitalisat). Mehrere Autoren gehen davon aus, dass es sich bei dem im Gesangbuch angegebenen Kürzel Con. Red wohl um eine Abkürzung handle. So vermutete Philipp Wackernagel 1874, der vollständige Name könnte „Conrad Redinger“ gelautet haben; der Hymnologe Albert Fischer schloss sich 1878 in seinem Kirchenlieder-Lexikon dieser Vermutung an.Albert Friedrich W. Fischer: Kirchenlieder-Lexicon. Erste Hälfte. Perthes, Gotha 1878, S. 325 ().Joachim Scherf: Nacht aus Licht: 526 geistliche Abendlieder und -gedichte aus 5 Jahrhunderten. BoD – Books on Demand, Norderstedt 2020, ISBN 978-3-7504-7001-9, S. 45 f. (). Der unbekannte Autor der ADB verweist darauf, das Kürzel könne auch für Conrad Rheder stehen oder für Konrad Redeker stehen, obwohl letzterer erst später gelebt hatte. Weiterhin vermutete der Autor, die Abkürzung sei im 16. Jahrhundert nicht missverständlich gewesen, die Identität der Person könne aber nicht geklärt werden.
Literatur
Johannes Geffcken: Die Hamburgischen Niedersächsischen Gesangbücher des sechszehnten Jahrhunderts. Meißner, Hamburg 1857, S. 142 () Julius Mützell: Geistliche Lieder der Evangelischen Kirche aus dem sechszehnten Jahrhundert: Nach den ältesten Drucken. Band 1. T. C. F. Enslin, Berlin 1855, S. 333–335 ().
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchenlieddichter Kategorie:Geboren im 15. oder 16. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 16. Jahrhundert Kategorie:Mann