Obersulzbach (fränkisch SultsbaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 152.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Lehrberg im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und eine Gemarkung-
Geografie Lage Das Pfarrdorf liegt am Sulzbach, einem rechten Zufluss der Fränkischen Rezat. Im Süden grenzt das Heiligenholz an, 0,5 km östlich liegt das Waldgebiet Kleiner Lenker, 1 km nördlich liegt das Waldgebiet Eberstall mit dem Deutschen Bühl ().
Durch Obersulzbach verläuft die Kreisstraße AN 2, die nach Unterhegenau (1,5 km westlich) bzw. nach Untersulzbach führt (1,7 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt die Bundesstraße 13 kreuzend nach Hohenau (2,5 km nordöstlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Berndorf (0,7 km südlich).
Gemarkung Die Gemarkung Obersulzbach hat eine Fläche von 9,669 km². Sie ist in 736 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 13.136,71 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Berndorf, Birkach und Untersulzbach.
Geschichte Der Ort wurde 1169 als „Sulzbach“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname verweist auf den gleichnamigen Bach, der seinen Namen aufgrund seines Salzgehaltes bekam. Laut der Urkunde gelangte der Ort mit vielen weiteren durch Tausch vom Bistum Eichstätt an das Zisterzienserkloster Heilsbronn. Der Bischof Cunrad von Eichstätt hatte über das Benediktinerkloster Herrieden schon größeren Grundbesitz in der Gegend, beispielsweise Lehrberg und Birkach. Nach dem Dreißigjährigen Krieg siedelten sich in dem inzwischen protestantischen Ort zahlreiche Glaubensvertriebene aus Oberösterreich sowie einige aus Niederösterreich an, die wesentlich zum erneuten aufstieg der Gemeinde beitrugen.Eberhard Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Leutershausen, S. 57 u. passim.
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Obersulzbach 18 Mannschaften verzeichnet. Grundherren waren das Hofkastenamt Ansbach (3), das Stiftsamt Ansbach (6), das Vogtamt Birkenfels (6) und die Pfarrei Obersulzbach (3). Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 128, 2814. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 690.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Obersulzbach 16 Anwesen. Das Hochgericht übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Vogtamt Birkenfels. Alleiniger Grundherr über alle Anwesen war das Fürstentum Ansbach (Hofkastenamt Ansbach: 1 Halbhof, 1 Söldengütlein, 1 Tafernwirtschaft; Stiftsamt Ansbach: 4 Köblergüter, 2 Söldengüter; Vogtamt Birkenfels: 2 Köblergüter, 1 Tafernwirtschaft, 1 Leerhaus; Pfarrei Obersulzbach: 1 Köblergut, 1 Köblergut mit Bräuhaus, 1 Schmied-Söldengütlein). Neben den Anwesen gab es noch kirchliche Gebäude (Kirche, Pfarrgut) und kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 898.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 230. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.
1806 kam Obersulzbach an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Obersulzbach gebildet, zu dem Berndorf, Birkach und Untersulzbach gehörten. Die Ruralgemeinde Obersulzbach entstand 1810Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. und war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen (1808–1862) zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg (1808–1879).
Am 23. Oktober 1836 beantragte Unterhegenau die Umgemeindung von Binzwangen nach Obersulzbach. Dem wurde stattgegeben unter der Auflage, die dabei entstehenden Kosten von 250 fl. zu übernehmen. Daraufhin zog der Ort seinen Antrag zurück.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 950. Ab 1862 gehörte Obersulzbach zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt), ab 1880 überging die Finanzverwaltung an das Rentamt Ansbach (1919 in Finanzamt Ansbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Leutershausen, seit 1880 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1005. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 9,690 km². Am 1. Mai 1978 wurde Obersulzbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Lehrberg eingemeindet.
Baudenkmäler Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Maria: Wehrkirche mit dazugehörigen Wehrfriedhof. Turm und Chor stammen noch aus dem 14./15. Jahrhundert, der Saal wurde 1728 errichtet. Friedhofsbefestigung aus starker, ursprünglich noch höherer Bruchsteinmauer. Rundbogenportal im Süden; großes Nordportal mit profiliertem Rundbogen und wohl im 18. Jahrhundert aufgetragener Lisenengliederung, ferner mit tiefen Gewänden und breiter Verdachung sowie Anbau nach Osten. Auf dem aufgelassenen Friedhof 10 Grabsteine des 17. bis beginnenden 19. Jahrhunderts Schulscheune: Bruchsteinbau mit Walmdach, 18. Jahrhundert Pfarrhaus von 1685, zweigeschossig mit Satteldach und späteren Umbauten. Pfarrscheune, Bruchstein mit Walmdach, 18. Jahrhundert
Bodendenkmäler In der Gemarkung Obersulzbach gibt es drei Bodendenkmäler.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Obersulzbach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 295 330 353 351 356 360 359 337 349 348 322 337 315 345 340 338 344 333 294 466 452 411 313 294HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 77 74 66 67 69 68 69 64 62 Quelle Für die Gemeinde Obersulzbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Berndorf (S. 9), Birkach (S. 10) und Untersulzbach (S. 96).
Ort Obersulzbach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2008Einwohner 137 157 180 161 167 152 163 230 158 150 132 130Häuser 28 37 33 33 33 31 31 35 Quelle
Religion Obersulzbach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Maria. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Dionysius (Virnsberg) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Lehrberg) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1169 Kategorie:Gemeindegründung 1811 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach