Die Liste von Brücken in Dänemark führt große und bedeutende Straßen- und Eisenbahnbrücken auf, die im Gebiet des eigentlichen Staatsgebietes von Dänemark liegen. Brücken in den autonomen Gebieten Färöer und Grönland sind nicht aufgeführt.
Erst ab Ende des 19. Jahrhunderts gewann der Brückenbau im Land an Bedeutung. Zuvor wurde der Transport über weite Entfernungen vorwiegend über den Seeweg abgewickelt. Im Laufe von drei Epochen erreichte die Brückenbaukunst in Dänemark Weltklasseniveau, dazu zählen drei der längsten, kombinierten Straßen- und Eisenbahnbrücken Europas: die 3199 m lange Storstrømsbro von 1937, der Westteil der Storebæltsbro von 1998 mit einer Länge von 6611 m und die 7845 m lange Öresundbrücke von 2000.
Geschichte des Brückenbaus in Dänemark Die vermutlich älteste Brückenanlage mit überregionaler Bedeutung für den Verkehr, die über 1000 Jahre alte Brücke über die Ravning Enge bei Vejle, stammt aus der Wikingerzeit und diente als Zufahrt zum Königssitz von Jelling in Jütland.DSB und Vejdirektoratet (Hrsg.): AT SLÅ BRO – på dansk. S. 11 Der Nachweis eines weiteren frühen Brückenbaus gelang bei Sjellebro in Djursland. Hinweise auf ehemalige Brücken finden sich auch auf Runensteinen. Im Mittelalter bestanden fast alle Brückenbauten aus Holz, von denen jedoch keine erhalten blieb.DSB und Vejdirektoratet (Hrsg.): AT SLÅ BRO – på dansk. S. 12Erik Johannesen: Danmarks Broer. S. 9 Der Bau und die Instandhaltung der bis Ende des 18. Jahrhunderts errichteten Holzbrücken erforderten weniger fachliches Wissen als z. B. Brücken aus Granitstein.DSB und Vejdirektoratet (Hrsg.): AT SLÅ BRO – på dansk. S. 15
1844 wurde mit der Frederiksbro in Odense die erste Gusseisenbrücke fertiggestellt. Mit der Eröffnung der ersten Bahnlinie zwischen Kopenhagen und Roskilde 1847 begann das Zeitalter der Eisenbahnen, in der sich Eisenbrücken durchsetzten und sich die staatliche Gesellschaft Danske Statsbaner als führende Institution in Bezug auf das Anlegen von Brücken in Dänemark behauptete.DSB und Vejdirektoratet (Hrsg.): AT SLÅ BRO – på dansk. S. 18/19 Einige Beispiele sind die Eisenbahnbrücken bei Nykøbing Falster über den Guldborgsund (1875), in Aalborg über den Limfjord (1879) und bei Vordingborg über den Masnedsund (1883).
Die ersten Brücken über Fahrwasser waren Pontonbrücken, die für den Schiffsverkehr über ein Schwungteil geöffnet werden konnten, so wie über den Als Sund 1856 (Vorläufer der Kong Christian den X’s Bro), den Limfjord 1865 (Vorläufer der heutigen Limfjordsbro) und über den Roskilde-Fjord 1868 (Vorläufer der Kronprins Frederiks Bro).Sund & Bælt Holding A/S und Autoren (Hrsg.): In: Landet, vandet og broen. S. 152
Erste Epoche Wurde der Bau aller größeren Eisenbahnbrücken im 19. Jahrhundert zunächst noch von ausländischen Firmen durchgeführt, begründete später Agger Skovgaard Ostenfeld die Wissenschaft des Brückenbaus in Dänemark, indem er Wissen über Statik und Elastizität vermittelte. Ab Mitte der 1920er Jahre entstanden einige größere Brücken an stark frequentierten Fährstellen und verbanden so größere Landesteile. Finanziert wurden sie aufgrund von Wirtschaftskrisen vornehmlich durch ausländische Kredite; der dänische Staat als Bauherr versuchte mit den Brückenbauprojekten die Wirtschaft anzukurbeln. Dazu zählen die ersten Großbrücken Dänemarks, Lillebæltsbroen von 1935, Storstrømsbroen von 1937, seinerzeit mit einer Länge von rund 3,2 km eine der längsten Brücken Europas,DSB und Vejdirektoratet (Hrsg.): AT SLÅ BRO – på dansk. S. 26 sowie Oddesundbroen von 1938.DSB und Vejdirektoratet (Hrsg.): AT SLÅ BRO – på dansk. S. 53 ff. Die einzigen Großbrücken, die während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit gebaut wurden, sind Aggersundbroen von 1942 sowie die Dronning Alexandrines Bro von 1943,Sund & Bælt Holding A/S und Autoren (Hrsg.): In: Landet, vandet og broen. S. 160Sund & Bælt Holding A/S und Autoren (Hrsg.): In: Landet, vandet og broen. S. 164 die als „schönste Brücke Dänemarks“ gilt. Vejdirektoratet; abgerufen am 10. November 2011 (dänisch)Lars Bugge: Kort og godt om danske broer. S. 32 ff.Henrik Lange: Highways.dk; abgerufen am 10. November 2011 (dänisch) Die meisten Projekte wiesen die Handschrift von Anker Engelund auf, einem Schüler des Brückenbaupioniers Agger Skovgaard Ostenfeld.Erik Johannesen: Danmarks Broer. S. 13.
Örtliche Interessensgruppen bewarben die Projekte, die aber auch Gegner der Brückenverbindungen zwischen den Inseln auf den Plan riefen und die Lokalbevölkerung in zwei Lager spaltete. Ein Beispiel, bei dem sich die Gegner durchsetzten, war der verworfene Plan zum Bau einer Brücke nach Fanø – ganz im Gegensatz zu deren südlichen Nachbarn auf Rømø, deren Rømødæmning 1948 fertiggestellt wurde.DSB und Vejdirektoratet (Hrsg.): AT SLÅ BRO – på dansk. S. 27.
Zweite Epoche In der zweiten Epoche ab Anfang der 1950er Jahre wurden unvollendete Pläne der Zwischenkriegszeit wiederaufgenommen, weiterentwickelt und realisiert, darunter vor allem Straßenbrücken über Sunde und Fjorde. Bauherren waren die Ämter, finanziert wurden die Projekte durch die Stiftung Vejfonden. Die erste Brücke nach dem Stillstand der 1940er Jahre war die Munkholmbro über den Isefjord von 1952, danach folgte 1954 die Fertigstellung der sechsspurigen Langebro in Kopenhagen.Sund & Bælt Holding A/S und Autoren (Hrsg.): In: Landet, vandet og broen. S. 164. Zu den typischen Beispielen aus dieser Zeit zählen ebenfalls Siødæmningen bzw. Siøsundbroen (1960), Langelandsbroen (1962), Svendborgsundbroen (1966) und Egernsundbroen (1968).
Dritte Epoche Ab Mitte der 1960er Jahre setzte eine Periode ein, in der der Bau neuer Autobahnbrücken vorangetrieben wurde. Wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens war es erforderlich, die Brücken aus den 1930er Jahren durch neue zu ergänzen oder zu ersetzen. Beispiele dieser Epoche sind die Autobahnbrücken Ny Lillebæltsbro (1970), Vejlefjordbroen (1980) und Farøbroerne (1984) sowie die vierspurigen Straßenbrücken Hadsundbroen (1976) und Alssundbroen (1981).Sund & Bælt Holding A/S und Autoren (Hrsg.): In: Landet, vandet og broen. S. 167. Limfjordtunnelen (1969) und Guldborgsundtunnelen (1988) sind Beispiele, bei denen zugunsten einer Tunnellösung entschieden wurde.Sund & Bælt Holding A/S und Autoren (Hrsg.): In: Landet, vandet og broen. S. 165.
Mit der Querung des Großen Belts, zu der der Storebælttunnelen und die Storebæltsbroen gehören, wurde 1998 die Lücke zwischen dem Westen Dänemarks (mit Jütland und Fünen) und dem Osten des Landes (mit Seeland und der Hauptstadt Kopenhagen) geschlossen. Die Eröffnung der Öresundbrücke zwischen Kopenhagen und Malmö/Schweden im Juli 2000 manifestierte das vorläufige Ende der dritten großen Brückenbauphase, die zwar nicht in der Anzahl, dafür aber im Volumen die anderen beiden Phasen übertraf.Sund & Bælt Holding A/S und Autoren (Hrsg.): In: Landet, vandet og broen. S. 171.
Bei der Planung einer festen Fehmarnbeltquerung zwischen Lolland und Fehmarn, die den Umweg der Jütlandlinie über die Vogelfluglinie verkürzt, setzte sich die Tunnellösung durch. Gegenstand häufiger Diskussionen sehen zudem eine direkte Verbindung zwischen Seeland und Jütland über Samsø und den Kattegat (Kattegat-forbindelsen) vor, die bisher jedoch auch aus finanziellen Gründen keine konkrete Form angenommen hat.Metropol Danmark: , abgerufen am 18. Juli 2012 (dänisch)
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