Kolochau, bis 10. November 1937 Colochau geschriebenStatistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich. Teil I. Berlin 1939, S. 262., ist ein Ortsteil von Kremitzaue im südbrandenburgischen Landkreis Elbe-Elster.

Geschichte 1346 wurde Kolochau erstmals urkundlich in den Meißner Bistumsmatrikeln erwähnt, ist aber vermutlich wesentlich älter. Der Ortsname ist aus dem Slawischen abgeleitet und bedeutet „Ort des Koloch“.

Im Dreißigjährigen Krieg ließ der kaiserliche Obrist Hans von Götz den Ort plündern und brandschatzen, starb allerdings kurz darauf in Kolochau an einer beim letztlich erfolglosen Angriff auf die nahe gelegene Stadt Herzberg zugezogenen Schussverletzung. Der Vorfall soll sich am 29. September 1631 zugetragen haben. Einzige Quelle ist allerdings die erst 1842 erschienene "Chronik der ehemaligen Chur- und jetzigen Kreisstadt Herzberg".

Der Bahnhof Kolochau lag an der Bahnstrecke Falkenberg–Beeskow.

Die Gemeinde Kremitzaue entstand am 31. Dezember 2001 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Kolochau, Malitschkendorf und Polzen.Historisches Gemeindeverzeichnis 2005 für Brandenburg (PDF).

Bevölkerungsentwicklung von 1875 bis 2010 Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner 1875 480 1946 656 1989 485 1995 710 1890 480 1950 654 1990 480 1996 710 1910 480 1964 569 1991 549 1997 715 1925 481 1971 546 1992 582 1998 714 1933 507 1981 552 1993 723 1999 484 1939 501 1985 544 1994 717 2000 466 mini|Die Kirche. Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges. mini|Carl August Gadegast, Porträt anlässlich der Weltausstellung. Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Kremitzaue.

In Kolochau steht die 1994 restaurierte evangelische Kirche unter Denkmalschutz. Sie stammt aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Außerdem befindet sich in der Kolochauer Dorfstraße 30 mit der Durchfahrtsscheune eines Mittelbauerngehöfts ein weiteres Baudenkmal.

Ein Denkmal erinnert an die im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallenen Einwohner Kolochaus.Onlineprojekt Gefallenendenkmäler., Stand 29. Dezember 2010.

Historisch interessant das Museum des Historischen Felds im Herrenhaus. Die zahlreichen Zimmer des Hauses sind gefüllt mit Kulturgütern aus dem Alltag der Dorfbevölkerung, unter anderem einem kompletten alten Schulzimmer.Kolochau, Stand 20. November 2020. Die Interessengemeinschaft veranstaltet im Jahr mehrere große Feste, wie das Garbenfest im Juli und das Kürbisfest im Oktober.

Zeitgenössische moderne Kunst zeigt das Kunst&Archiv des Konzeptkünstlers Hans-Peter Klie im ehemaligen Pfarrhaus.Kolochau, Stand 20. November 2020.

Söhne und Töchter der Gemeinde Carl August Gadegast (1791–1865), Merinoschafzüchter, Abgeordneter d. Sächsischen Landtags Gustav von Kleist (1801–1884), langjähriger örtl., Gutsbesitzer, Landrat u. a. Kreis Schweinitz Friedrich Stoy (1887–1978), Heimatforscher u. Lehrer

Literatur Sybille Gramlich, Irmelin Küttner: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Brandenburg. Band 7.1.: Die Stadt Herzberg/Elster und die Ämter Falkenberg/Uebigau, Herzberg, Schlieben und Schönewalde. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1998. ISBN 978-3-88462-152-3. Jürgen Bergmeier: Die Trauungen in den Kirchspielen zwischen Stolzenhain und Kolochau vor 1800. BücherKammer, Herzberg (Elster) 2025. ISBN 978-3-940635-85-3.

Weblinks

Homepage von Kolochau Beitrag in der RBB-Sendung „Landschleicher“, 11. November 2012. Beitrag Lausitzer Rundschau über die Ausstellung Philosophische Perspektiven im Kunst&Archiv 2018. Beitrag Besuch d. Kulturministerin Manja Schüle im Kunst&Archiv und im Herrenhaus Historisches Feld im August 2020.

Einzelnachweise

Kategorie:Kremitzaue Kategorie:Ort im Landkreis Elbe-Elster Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Elbe-Elster) Kategorie:Ersterwähnung 1346 Kategorie:Gemeindeauflösung 2001