Catherine Leroy (* 27. August 1944 in Paris, Frankreich;Catherine Leroy (1944-2006). IMDb, abgerufen am 13. Mai 2026 † 8. Juli 2006 in Santa Monica, Kalifornien) war eine Fotografin und Kriegsjournalistin, die durch ihre Reportagen und Bilder über den Vietnamkrieg bekannt wurde. Leroy kam mit dem Wunsch, dem Krieg durch ihre Arbeit „ein menschliches Gesicht zu geben“ nach Vietnam.Giving War a Human Face: The Vietnam War Through the Lens of Catherine Leroy. vom 8. März 2019 Medium, abgerufen am 13. Mai 2026
Leben und Werk Catherine Leroy wuchs in einem Vorort von Paris auf. Nachdem sie 1966 ein Foto vom Vietnamkrieg in der Zeitschrift Paris Match gesehen hatte, beschloss sie, Journalistin zu werden. Sie kaufte sich ein Flugticket ohne Rücktrittsmöglichkeit nach Laos. Zu diesem Zeitpunkt war Leroy gerade einmal 21 Jahre alt und hatte auf ihrer Reise nur eine Leica M2 und 100 Dollar im Gepäck.
In Saigon wandte sie sich an Horst Faas, den damaligen Leiter der Bildagentur Associated Press. Dieser machte sie zu einer akkreditierten Kriegsberichterstatterin. Leroy war zu diesem Zeitpunkt die einzige weibliche Kriegsreporterin, nachdem Dickey Chapelle, 1965 im Vietnamkrieg von einer Granate getötet worden war. Leroy war die erste akkreditierte Korrespondentin, die an einem Angriff durch Fallschirmjäger der 173. US-Luftlandebrigade bei der Operation Junction City teilgenommen hat. In der Folge der Schlacht um Khe Sanh wurde sie in der demilitarisierten Zone von Vietnam verletzt.
Während der Tet-Offensive wurde Leroy von der Vietnamesischen Volksarmee gefangen genommen. In der Geschichte der Kriegsberichterstattung ist sie die Einzige, die es geschafft hat, sich in ihrer Funktion als Kriegsberichterstatterin durch Überreden aus der Kriegsgefangenschaft Nordvietnams zu befreien. Zudem gelang es ihr, Offiziere und Soldaten der nordvietnamesischen Armee hinter den feindlichen Linien zu fotografieren. Diese Fotografien wurden 1967 mit Leroys Bericht im LIFE Magazine veröffentlicht.
Ihr berühmtestes Bild aus dem Vietnamkrieg A Corpsman in Anguish (‚Ein verzweifelter Sanitäter‘) zeigt den US-Marine Vernon Wike, der einen Kameraden retten will, dessen plötzlichen Tod bemerkt und verzweifelt aufschreit. Das Bild entstand während der Kämpfe um den Hügel 881 (Hill 881) bei der Schlacht um Khe Sanh.
Nach dem Ende des Vietnamkrieges arbeitete sie weiterhin als Reporterin. Sie berichtete über den Nordirlandkonflikt, die Zypernkrise, den Somaliakonflikt und über Kriegsschauplätze in Afghanistan, Irak, Iran und Libyen.
Im Jahre 1972 führte Leroy bei dem Film Operation Last Patrol Regie. Der Film war ein Bericht über Ron Kovic und weitere Vietnamveteranen. 1983 schrieb sie zusammen mit Newsweek Berichterstatter Tony Clifton das Buch God Cried (‚Gott weinte‘) über den Bürgerkrieg im Libanon.
Sie lebte in den späten 1980er Jahren im Chelsea Hotel in New York. In ihren letzten Lebensjahren konzentrierte sie sich auf ihr Modelabel Pièce Unique. Im Jahr 2002 interviewte Peter Howe sie für das Buch Shooting Under Fire. 2006 starb sie an einem Bronchialkarzinom in Kalifornien.
Auszeichnungen 1976: Robert Capa Gold Medaille 1967: George Polk Journalistenpreis
Veröffentlichungen
Literatur
Sebastian Knoll: Catherine Leroy. In: Fotografinnen an der Front. Von Lee Miller bis Anja Niedringhaus. Prestel, München u. a. 2019, ISBN 978-3-7913-5863-5, S. 81–102.
Weblinks
Einzelnachweise
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