miniatur|Józef Pankiewicz, „Stillleben mit Wassermeloneen“ (Martwa natura z kawonami), 1920 Als Polnischer Kolorismus (polnisch: Koloryzm) oder auch als Kapismus (polnisch: Kapizm) wird eine dem Kolorismus zugerechnete Kunstbewegung bezeichnet, die die polnische Malerei in den 1930er und 1940er Jahren dominierte. Die ästhetischen Vorstellungen dieses Stils bestimmten die kunstwissenschaftliche Entwicklung der Zeit.gem. dem Artikel Bildende Kunst auf der Webseite des polnischen Instituts in Wien Die Errungenschaften der Koloristen wurden aber auch zu einem Dauerwert der gegenwärtigen polnischen Malerei.gem. Wojciech Włodarczyk, bei Culture.pl
Entwicklung Das Verständnis der Vertreter dieser Kunstrichtung entwickelte sich aus den Überlegungen des „Pariser Komitees“ (in Polnisch: Komitet Paryskiej Pomocy dla Wyjeżdżających Studentów na Studia Malarskie do Francji)Aus der polnischen Abkürzung für das Komitet Paryskiej - KP - entstand der Ausdruck „KPści“ oder „Kapiści“, das 1923 von Józef Pankiewicz mit elf Studenten an der Kunsthochschule Krakau (Akademia Sztuk Pięknych) gegründet worden war. Diese Vorstellungen standen im Gegensatz zu den Traditionen romantischer Kunst in Polen, die den Mitgliedern des Komitees zu eng an das polnische Geschichtsverständnis und den polnischen Symbolismus gebunden war. Die Mitglieder der Gruppe siedelten nach Paris über. Die Bewegung wurde dort stark von Pierre Bonnard, der Modernen École de Paris in ihrer Spätphase und vom französischen Post-Impressionismus beeinflusst. Nach bis zu sieben Jahren Aufenthalt in Paris kehrten die Mitglieder der Gruppe nach Krakau zurück.
Umsetzung Ziel der Koloristen war eine Änderung des Kunstverständnisses in Polen. Eine malerische Entscheidung des Bildes sollte das Hauptziel des Schaffens ohne Beachtung politischer oder gesellschaftlicher Kontexte sein. So glaubten sie an eine „ewige Kunst“. In Anknüpfung an den französischen Impressionismus kämpften sie auch um eine bessere Qualität der Malerei. Um die Unabhängigkeit in der Malerei zu wahren, wurden vorwiegend neutrale Themen wie Stillleben, Landschaften, Akte oder Porträts gewähltgem. Anda Rottenberg, Sztuka w Polsce 1945-2005, ISBN 83-89315-57-2, Wydawnictwo Piotra Marciszuka Stentor, Warschau 2005, S. 437.
Im Ergebnis dominierte die Farbe über die Struktur eines Bildes, sie schaffte die Stimmung. Form wurde mittels Farbe gestaltet. Schwarztöne wurden vermieden, Licht wurde mittels warmer Farben, Schatten mit kalten Schattierungen dargestellt. Die Malweise war einfach, Symbolik und Zweideutigkeit wurden unterdrückt.
Vertreter Als Begründer der Bewegung gilt Józef Pankiewicz. Bedeutende Vertreter und Gründungsmitglieder waren Jan CybisJan Cybis (1897–1972) war ein polnischer Maler und Hochschullehrer, Józef Czapski, Józef JaremaJózef Jarema (1900–1974) war ein polnischer Maler, Artur Nacht-Samborski, Piotr Potworowski, Hanna Rudzka-CybisowaHanna Rudzka-Cybisowa, geb. Rudzka (1897–1988) war eine polnische Malerin, Hochschullehrerin und Leiterin des Dekanats Malerei an der Kunsthochschule in Krakau. Sie war mit Jan Cybis verheiratet. und Zygmunt Waliszewski. Weitere, teilweise spätere Mitglieder des Komitees waren Seweryn Boraczok, Janusz Strzałecki, Marian Szczyrbuła, Jacek Puget, Józef Krzyżański, Dorota Seydenmann und Stanisław Szczepański.
Das Nationalmuseum in Krakau verfügt über die größte Gemäldesammlung polnischer Koloristen. Hier sind Schüler von Józef Pankiewicz vorwiegend mit Nachkriegswerken vertretengem. der Information zur auf der Webseite des Krakauer Nationalmuseums.
Einzelnachweise und Anmerkungen
Kategorie:Kunststil Kategorie:Kunst (Polen)