mini|hochkant|Frank Stronach (2008) Frank Stronach (* 6. September 1932 in Kleinsemmering bei Weiz als Franz Strohsack) ist ein österreichisch-kanadischerStronach nahm um 1962 die kanadische Staatsbürgerschaft an und verlor dabei die österreichische. Er bekam sie 1995 wieder. Angabe bei Lit. Mappes-Niediek: Let’s be Frank, S. 45/46 (). Industrieller, Milliardär und ehemaliger Politiker. Er war Parteiobmann des von ihm gegründeten Teams Stronach.
Leben Frank Stronach wurde am 6. September 1932 als Sohn des kommunistischen ELIN-Arbeiters Anton „Toni“ Adelmann und Elisabeth „Liesl“ Strohsack in Kleinsemmering bei Weiz in der Steiermark geboren.Geld, Macht, Politik: Frank Stronach intim, abgerufen am 6. Dezember 2025 Der Vater, als Dreher beschäftigt, war bereits in der Zwischenkriegszeit KPÖ-Mitglied und ein entschiedener Gegner des Nationalsozialismus.Politbetrieb wird ins Groteske verzerrt – Über Stronach, seine Partei ..und über den Kommunisten Toni Adelmann, abgerufen am 6. Dezember 2025 Stronach selbst beschrieb seinen Vater als „Erzkommunisten“, der im Laufe der NS-Zeit mehrmals inhaftiert war. Laut einem Artikel im Neuen Grazer Tagblatt vom 7. Dezember 1933 ist darin von einem ehemaligen NSDAP-Mitglied namens Anton Adelmann aus Kleinsemmering die Rede. Sein Stiefvater wurde später Karl Stelzer. Durch seinen leiblichen Vater hat er einen sieben Jahre jüngeren Halbbruder, Hans Adelmann (* 1939).Adelmanns Aufstieg – Seite 1/2, abgerufen am 6. Dezember 2025Adelmanns Aufstieg – Seite 2/2, abgerufen am 6. Dezember 2025
Nach dem Besuch der Volks- und Hauptschule absolvierte er bei ELIN in Weiz eine Lehre zum Werkzeugmacher. In seiner Freizeit spielte er Fußball beim ATuS Weiz. Nachdem er ein Jahr in der Schweizer Hauptstadt Bern gelebt hatte, wo er als Maschinist tätig war und nebenbei beim Amateurverein FC Helvetia Fußball spielte, wanderte er 1954 mit – nach eigenen Angaben – 200 Dollar in der Tasche nach Kanada aus.Tages-Anzeiger: Der Revolutionär mit Steuerdomizil Zug, 9. Mai 2012. Dort änderte er seinen Namen zu Stronach. Als sogenannter Weißer Jahrgang musste er keinen Wehrdienst leisten.Kleine Zeitung: Politiker beim Bundesheer – Untauglich, unwillig, unabkömmlich. Artikel vom 17. Jänner 2013, abgerufen am 25. Oktober 2015. Sein erstes Geld verdiente er nach eigenen Angaben mit dem Aufsammeln von Golfbällen oder als Tellerwäscher in einer Spitalsküche. Mit 25 Jahren mietete er zusammen mit seinem Jugendfreund Anton „Toni“ Czapka eine Garage in Toronto, setzte im ersten Jahr 13.000 Dollar um und schaffte 1959 durch einen Großauftrag von General Motors den Durchbruch.
Unternehmerische Tätigkeit Nachdem 1965 die Regierungen der Vereinigten Staaten und Kanadas das Canada–United States Automotive Products Agreement (kurz Auto Pact beziehungsweise APTA) beschlossen hatten, das die Autohersteller von staatlicher Seite dazu verpflichtete, bei der Produktion in Kanada verkaufter Autos auch festgelegte Quoten von in Kanada produzierten Autoteilen zu verwenden, erlebte die Autozulieferindustrie in Kanada einen Aufschwung.Canadian Broadcasting Corporation: A continental auto industry In einer gemieteten Garage begann Stronach, Teile für die Autoindustrie herzustellen. 1968 fusionierte die von ihm gegründete Firma Multimatic mit dem Unternehmen Magna Electronics, einem Hersteller von Rüstungselektronik, und wurde im Laufe der Jahre als Magna International Inc. unter seiner Leitung eines der größten Unternehmen der Autozulieferindustrie Nordamerikas.Wolfgang Zwander in Falter 28/2012: Stronachs Staatsaffären – Frank Stronach schimpft auf die Politik, obwohl er von ihr mehrfach gerettet wurde Magna International Inc. mit Hauptsitz in Aurora in der Provinz Ontario ist heute ein führender global tätiger Zulieferer von Autoteilen mit rund 40 Milliarden Dollar Umsatz und mehr als 169.000 Mitarbeitern. 1986 wurde die für den europäischen Markt zuständige Tochterfirma Magna Europa gegründet, deren Zentrale als Magna Holding AG in Oberwaltersdorf (Niederösterreich) ansässig ist.
Mit seiner Rückkehr nach Österreich erregte Stronach bei Medien und in der Öffentlichkeit großes Aufsehen. 1989 plante er, in Ebreichsdorf einen Vergnügungspark zu errichten, dessen Hauptattraktion eine Weltkugel mit einem Durchmesser von 200 Metern hätte sein sollen. Das Projekt scheiterte. 1998 übernahm er mit seinem Unternehmen die Steyr Daimler Puch AG.
Im Zuge einer Restrukturierung des Magna-Konzerns gründete er 1999 in Kanada unter dem Dach von MI Developments Inc. (MI für Magna International), in der er nicht zum Automobilbau gehörende Firmenbeteiligungen und Unternehmen der Magna International Inc. zusammengeführt hatte, die Magna Entertainment Corporation (MEC), die als Besitzer und Betreiber einiger Pferderennbahnen und Anbieter von Pferdewetten in Nordamerika bald Marktführer in diesen Geschäftsfeldern wurde. Industrie- und Immobilienbeteiligungen wurden in das Unternehmen Granite Real Estate überführt.
Die versuchte Übernahme von Staatsanteilen an der Voest Alpine Stahl AG durch Stronachs Magna scheiterte 2003 nach öffentlichen Protesten. Als Unternehmung der MEC eröffnete am 4. April 2004, der laut Stronach deswegen zum niederösterreichischen Nationalfeiertag erklärt gehörte, in Ebreichsdorf ein Freizeitzentrum und die Pferderennbahn Magna Racino.Seit der Eröffnung kommt die Rennbahn nicht aus den roten Zahlen. Am 10. August 2007 auf diepresse.com. Deren Betrieb war offensichtlich unrentabel, und 2007 kündigte Stronach das erste Mal ihre Schließung an.Mit Jahresende. Am 10. August 2007 auf noev1.orf.at. Die Ausrichtung und Organisation der Rennen wurde daraufhin gemeinsam mit dem Austrian Racehorse Owners Club (AROC) und mit Stronach als Geldgeber durchgeführt.. Auf: aroc.at. Nach der Insolvenz der MEC betrieb Stronach die Rennbahn dann ab 2009 zunächst mithilfe eines Firmenkonstrukts, ausgehend von einer Briefkastengesellschaft auf Jersey, weiter,Andrea Hodoschek: . Am 19. April 2014 auf kurier.at. bevor er schließlich im November 2014 das Ende des Rennbetriebs auf der Anlage bekannt gab.Stronach dreht Magna Racino den Hahn ab. Am 30. November 2014 auf derstandard.at. Dieser wird seit Frühjahr 2015 vom AROC in Eigenregie fortgeführt.. Am 30. November 2014 auf aroc.at.. Am 19. März 2015 auf traber-news.com
Neben dem Pferdesport engagiert sich Stronach im Profifußball. So unterstützte er ab 2001 finanziell vor allem den FK Austria Wien, der bis 2007 seinen Profibetrieb per Betriebsführervertrag an Magnas Entertainment-Tochter MEC übertragen hatte, aber auch andere österreichische Vereine sind und waren mit Stronach verbunden.
Stronach gründete 2000 in Hollabrunn die Frank-Stronach-Fußballakademie und amtierte von 1999 bis 2005 als Präsident der österreichischen Fußball-Bundesliga. Zeitgleich mit der Aufgabe seines Präsidentenamtes leitete er im November 2005 nach wiederholten Fanprotesten auch seinen Rückzug bei Austria Wien ein. Der ab dem Jahr 2000 laufende Betriebsführungsvertrag von Magna mit Austria Wien endete am 30. Juni 2007; nach der Saison 2007/08 zog sich Magna schließlich auch als Hauptsponsor der Austria zurück. Stronach führte den SC Wiener Neustadt von 2008 bis 2011 als Präsident und blieb dem Verein auch danach als Privatsponsor erhalten. Zumindest zu seiner Anfangszeit im Fußballgeschäft galt er als mit der Materie nur bedingt vertraut. Er wird unter anderem mit dem Ausspruch „Der beste Trainer kann nichts machen, wenn die Spieler keine Kondition haben“ zitiert.
2007 brachte Stronach in Konkurrenz zu dem Energydrink Red Bull das koffeinhaltige Getränk Frank’s Energy Drink auf den Markt,News: Stronach auf den Spuren von Mateschitz: „Frank’s“-Energydrink soll Kanada erobern, 23. März 2007. das zunächst auf den Pferderennbahnen der Magna Entertainment Corporation verkauft wurde.
Anfang 2009 meldete die Magna Entertainment Corporation Insolvenz nach Chapter 11 des US-amerikanischen Insolvenzrechts an.Kurtzman Carson Consulting: Magna Entertainment Corp., et al. Im selben Jahr verhandelte Stronach mit General Motors und der deutschen Bundesregierung über die Übernahme von Opel durch Magna, wozu es aber nicht kam.Die Presse: Stronach und die Moskau-Connection, 19. Mai 2009. Als gemeinsames Tochterunternehmen von Magna International und der Stronach Group wurde 2010 Magna E-Car Systems gegründet, ein Unternehmen, das sich mit der Weiterentwicklung von Elektroautos beschäftigt.Magna:
Im Juni 2010 kündigte Stronach an, seine Stimmrechtsmehrheit von 66 Prozent beim Magna-Konzern auf 7,4 Prozent reduzieren zu wollen und somit faktisch die Kontrolle an dem von ihm gegründeten Konzern aufzugeben. Bei der Magna-Hauptversammlung am 28. Juni 2010 wurde der Ausstieg Stronachs beschlossen, wofür er eine Abfertigung in Höhe von 983 Millionen Dollar erhalten sollte. Allerdings steht über die tatsächliche Höhe noch eine gerichtliche Auseinandersetzung mit den anderen Aktionären, die diese Summe als zu hoch ansehen, aus-.
2011 erwarb die von seiner Tochter Belinda Stronach geleitete Magna Group die Pferderennen- und Wettspielsparten von MI Developments Inc.Canada Newswire: , 30. Juni 2011. (englisch). Im Mai 2011 trat er als Präsident von Magna International zurück.ORF: Stronach will ins Glücksspiel einsteigen, 25. August 2011. Im selben Jahr ging er eine Kooperation mit dem deutschen Glücksspiel-Unternehmen Gauselmann-Gruppe ein, um mit der eigens gegründeten Merkur Entertainment AG eine Spielcasino-Konzession für Österreich und Lizenzen zum Betrieb von Spielautomaten in Nieder- und Oberösterreich zu erhalten. Aufsichtsratsvorsitzender der Merkur Entertainment AG wurde der damalige Vorsitzende des Finanzausschusses des österreichischen Parlaments Günter Stummvoll.na-Presseportal: Neue Allianz am österreichischen Glücksspielmarkt, 26. August 2011.Die Presse: Frank Stronach steigt groß ins Casinos-Geschäft ein, 25. August 2011. Da der Finanzausschuss für die Gesetzgebung im Bereich Glücksspiel zuständig war und bald ein möglicher Interessenkonflikt ruchbar wurde,Günther Oswald: Die Crux mit der Unvereinbarkeit. Am 28. August 2011 auf derstandard.at. legte Stummvoll mit Beginn des Dezembers desselben Jahres den Aufsichtsratsvorsitz bei Stronach und Gauselmann zurück.Stummvoll: „Lasse mich nicht in Schmutz ziehen“. Am 9. November 2011 auf kurier.at.
Den Zuschlag als Bestbieter für das Vergabeverfahren der Automatenlizenzen in beiden Bundesländern erhielt schlussendlich der Automatenhersteller Novomatic beziehungsweise dessen Tochterunternehmen Admiral. Die Mitbewerber, darunter auch die Merkur Entertainment AG, kündigten daraufhin an, Beschwerden beim Unabhängigen Verwaltungssenat einzulegen sowie vor dem Verfassungs- und dem Verwaltungsgerichtshof zu klagen. Begründet wurden diese Schritte mit der Aussage, dass die Unterlagen zum Vergabeverfahren und das Glücksspielgesetz aus Sicht von Merkur nicht verfassungskonform sind.OÖ Nachrichten: Novomatic erhält Automaten-Lizenz, und die Verlierer wollen klagen, 3. April 2012.orf.at: Glücksspiel: Widerstand gegen Lizenzvergabe, 13. März 2012. Im Sommer 2012 kündigte die Gauselmann-Gruppe an, sich um die Vergabe der Automatenlizenzen für das Burgenland zu bewerben. Man hoffe auf ein „faires Vergabeverfahren“, so der Sprecher der Merkur International. Die Merkur Entertainment AG mit dem Teilhaber Frank Stronach werde sich bei dieser Ausschreibung im Hintergrund halten.Wirtschaftsblatt: , 22. November 2012.