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Mit dem Begriff Ökostrom werden üblicherweise Stromlieferverträge bezeichnet, mit denen ein direkter Geldfluss zwischen dem Abnehmer und Anbietern elektrischer Energie aus umweltfreundlichen erneuerbaren Energiequellen hergestellt wird. Dies geschieht in Abgrenzung zu konventionell erzeugtem Strom aus Kernenergie und fossilen Energieträgern, wie hauptsächlich Kohle, Erdöl und Erdgas. Gleichbedeutende Begriffe sind Grünstrom und Naturstrom.Artikel „Ökostrom“ in RP-Energie-Lexikon

Definitionen mini|Werbung für Ökostrom an der Tür eines ICE der Deutschen Bahn mini|Ein Supermarkt wirbt damit, nur Ökostrom zu nutzen „Ökostrom“ ist kein schutzfähiger Begriff. Eine Legaldefinition bietet die EU-Richtlinie 2018/2001/EU mit Artikel 19:

In den nationalen Gesetzgebungen sind unterschiedliche Auslegungen in Gebrauch: In Österreich ist im Ökostromgesetz definiert, dass jeder Strom, der aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt wurde, als Ökostrom gilt. Bei Pumpspeicherkraftwerken gilt das nur für die Nutzung des natürlichen Zulaufs, nicht für hochgepumptes Wasser.§ 5 Ökostromgesetz 2012 in Österreich In Deutschland gibt es keine verbindliche Definition.test.de Die Bundesnetzagentur definiert Ökostromtarife im Kontext der Datenerhebung Monitoring Energie wie folgt: „Ein Stromtarif, der aufgrund von Ökostrom-Labeln oder Stromkennzeichnung als Stromtarif mit besonderer Relevanz des Anteils/der Förderung der effizienten oder regenerativen Energiegewinnung ausgewiesen und zu einem Tarif angeboten/gehandelt wird.“ Die „Marktanalyse Ökostrom II“ des Umweltbundesamts definiert Ökostrom wie folgt: „Ein Ökostromprodukt ist ein Stromprodukt, dessen Stromkennzeichnung ausschließlich Erneuerbare Energieträger ausweist, die mit mengenmäßig korrespondierenden HKN hinterlegt werden müssen.“ Daneben existieren weitere Definitionen: Der Bundesverband Erneuerbare Energie lässt die Bezeichnung „Ökostrom“ aufgrund der losen Sprachregelung für alles zu, das wenigstens zur Hälfte aus erneuerbaren Energien wie Windenergie, Bioenergie, Solarenergie, Hydroenergie und Geothermie stammt. Die andere Hälfte muss in diesem Fall aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen kommen.Informationen zum Thema auf Steckdose.de Es wird argumentiert, dass diese als Übergangslösung zu fördern seien, um den Ausstieg aus fossiler und atomarer Stromerzeugung zu beschleunigen. Umweltschutzorganisationen schließen zuweilen Großwasserkraft vom Ökostrom-Begriff aus. Sie kritisieren z. B. Mammutprojekte wie den Drei-Schluchten-Damm in China als unökologisch. In einem liberalen Energiemarkt kann jeder Verbraucher frei entscheiden, von welchem Anbieter er seinen Strom bezieht. Entscheidet er sich für Ökostrom, so kann er ein entsprechendes Angebot von Ökostromanbietern oder entsprechende Stromtarife nutzen. Um einen Stromtarif als „Ökostrom“ verkaufen zu dürfen, hat der Lieferant mehrere Möglichkeiten: Ökostrom produzieren, Herkunftsnachweise ausstellen lassen und diese im Anschluss entwerten. handelbare Herkunftsnachweise erwerben und diese entwerten. Weil alle Verbraucher Strom aus demselben Verbundnetz beziehen und Strom physikalisch immer gleich ist, hat der Bezug von Ökostrom keine direkte Auswirkung auf den beim einzelnen Kunden gelieferten Strom. Stattdessen werden die Zahlungsströme am Energiemarkt und womöglich der Strommix des Landes verändert.

Zertifizierung Zertifikate (auch Gütesiegel oder Label genannt) sollen die ökologische Produktion eines Stromangebotes bestätigen und gehen oft über die Mindestanforderungen von Ökostrom hinaus.

Aus Marketingsicht sind Ökostrom-Labels Methoden des Co-Brandings. Je nachdem, ob die Erzeugung oder der Verbrauch des Stroms zertifiziert werden soll, werden zwei Arten von Zertifizierungen unterschieden:

Die Erzeugungszertifizierung bezieht sich immer auf Erzeugungsquellen und garantiert dem Abnehmer die Herkunft der Energie aus erneuerbaren Energien. Diese Art der Zertifizierung wird in der Regel auf der Handelsebene verwendet; Abnehmer sind meist Anbieter von Ökostromprodukten.

Die Produktzertifizierung stellt unter Umständen weitergehende Anforderungen an die Herkunft der Erneuerbaren Energien oder den Anbieter. Die Erfüllung dieser Anforderungen wird vom Labelgeber geprüft und bezeugt. Der Anbieter nutzt das Label im Anschluss werblich.

Label im Vergleich Eine Übersicht über am Markt verfügbare Label mit ihren Eigenschaften und Marktanteil: LabelgeberProdukt (Link zum Kriterienkatalog)VarianteStromherkunftBesonderheiten Herkunft EEBesonderheitenAnbietereigenschaftenFörderbeitragVerwendung Förderbeitragweitere MerkmaleKommentarVerteilungs-/Markt-anteil DEEKOEnergie (ekoenergy.org)100 % EEWind, Solar, Wasser (ohne Pumpstrom), Meeresenergie, Geothermie, Bioenergie, Deponiegas, KlärgasAnlagen werden einzeln genehmigt, keine EE in Natur-/Artenschutzgebieten, besondere Anforderungen Biomasse0,1 ct/MWh bzw. 0,2 ct/MWh (Wasser)Klimafonds: Zukunftsinvestitionen (EE-Projekte, aber auch ETS Aufkäufe)EKOenergie ist ein Netzwerk von europäischen Umweltorganisationen. Das EKOenergie-Label ist das einzige gesamteuropäische Label für 100 % erneuerbaren Strom. Elektrizität kann nur dann als EKOenergie verkauft werden, wenn das Produkt die vom EKOenergie-Netzwerk festgelegten Kriterien erfüllt. Dazu gehören die folgenden Aspekte: Genaue Verbraucherinformationen Nachhaltigkeit Klima Tracking und Herkunftsnachweise

Pro verkaufte kWh EKOenergie muss ein Mindestbeitrag von 0,01 Cent in einen EKOenergie-Klimafonds eingezahlt werden und 0,008 Cent an EKOenergie gezahlt werden.Kriterienkatalog EKOenergie 2013 (PDF; 252 kB) 0,008 kWh in Kap 6.3 Der im Fonds enthaltene Betrag wird dafür eingesetzt, Zukunftsinvestitionen in erneuerbarer Energie anzuregen und um den Anteil der erneuerbaren Energien an der Weltenergieproduktion zu erhöhen. Zusätzlich werden für jede als EKOenergie Wasserkraft verkaufte Megawatt-Stunde 0,01 Cent in einen EKOenergie-Umweltfonds eingezahlt. Es wird angegeben, dass EKOenergie Stromprodukte im Schnitt 10 % über dem Marktpreis konventionellen Stroms liegen.0,20 %Grüner Strom Label e. V. Grüner Strom-Label (gruenerstromlabel.de)100 % EEBiomasse entsprechend BiomasseVO, keine Gentechnik, kein Deponiegas, keine MischfeuerungKopplung von HKN und Strommengekein Verhalten kontra EE/KWK, keine Beteiligung an Atomkraft, keine zukünftige Beteiligung an Kohle, nachhaltige Unternehmenspolitikgestaffelt nach Verbrauch, mind. 0,1–0,5 ct/kWhBau von REG- oder KWK-Anlagen (dezidierte Anforderungen), Zukunftsprojekte, Effizienz, Direktversorgung, Entwicklungszusammenarbeit, soweitere optionale Zertifizierungsmöglichkeiten8,30 %EnergieVision e. V.ok-Power (ok-power.de) Pflichtkriterien (P) + Wahlpflichtkriterium (W)ok-power-plus: Alle Kunden < 30 MWh zertifiziert100 % EE (P)besondere Anforderungen an Wasser und Biomasse, keine Schutzgebiete, kein Deponiegas, kein Grubengas, Abfall nur bedingt, kein Torf (P)Beschaffung von HKN aus Neuanlagen, mind. 33 %, Höchstalter technologieabhängig (W); Initiierung sowie ggf. Betrieb von Neuanlagen unter differenzierten Bedingungen (W); Umsetzung von in Auktion nichtbezuschlagter Anlagen (W); Weiterbetrieb von ehem. EEG-vergüteten Anlagen (W)keine Aktivitäten gegen Ziele der Energiewende (P); keine (downstream) bzw. geringe (upstream) Beteiligung an Atomkraft oder Braunkohle (P); kein Erwerb von Beteiligung an Steinkohle ab 2011 bzw. an Steinkohlekraftwerken, die nach dem 1.1.2015 ans Netz gingen (P).0,2 bis 0,3 ct/kWhInnovative Projekte, bspw. Effizienz, Speichertechnologien, virtuelle Kraftwerke; Innovative Geschäftsfelder; ggf. Pooling von mehreren Labelnehmern; Generell Freigabe von Projekten durch energieVision e. V.Mindestkriterien Vertragskonditionen (Verbraucherschutz) (P), EnergieVision veröffentlicht alle zertifizierten Labelnehmer mit Mengen und ModellEin Siegel mit Fokus auf hoher Ausbauwirkung. 100 % regenerativ (vor 2013: Anteil von Kraft-Wärme-Kopplung maximal 50 %) (PDF; 849 kB), aus Anlagen mit ökologischen Zusatzanforderungen (z. B. geringer Eingriff ins Ökosystem) Mindestens ein Drittel des Stroms muss aus Anlagen kommen, die nicht älter als sechs Jahre sind. Ein weiteres Drittel muss aus Anlagen kommen, die nicht älter als zwölf Jahre sind. Die Anlagen beider Kategorien müssen außerhalb des Förderbereichs des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) entstehen.12,10 %TÜV Nord CertGeprüfter Ökostrom (tuev-nord.de)Händlermodell100 % EEgemäß Definition EEG mindestens ein Drittel aus Anlagen nicht älter als sechs Jahre (Bau|Repower)27,10 %Fondsmodell0,1–0,25 ct/kWhNeubau in AnlagenTÜV Rheinlandgem. VdTÜV Energie 1304 (shop.tuev-verband.de)100 % EEgemäß Definition EEG Förderung einer nachhaltigen Energieversorgung muss Unternehmensziel sein10,00 %TÜV SüdCMS 83 (Erzeugung) (tuvsud.com)3,90 %CMS 87 (EE+Erzeugung)1,00 %EE01 (tuvsud.com)Neuanlagen-anteil100 % EEEE für die HKN ausgestellt werden (können)mindestens 30 % der Anlagen bei Zertifizierung nicht älter als 3 Jahre, max. 10 JahreSteigerung des Anteils an EE am Strommix (Kunden < 50 GWh), erfüllt bei 80 % EE-LieferanteilTÜV-Süd Netto-Prinzip: Ausgleich aller bei Bau und Betrieb anfallenden Emissionen, weitere optionale Module: Regionalität, CO2-Kompensation oder „physische“ Lieferung4,60 %Förderfonds0,2 ct/kWhErrichtung EE Neuanlagen, Förderprogramme, weitere Klimaschutz/EE Projekte; PositivlisteTechnologiemixbestimmter EE Energieträger-mix aus Anlagen nach 1.1.2000Direktstrom / MieterstromMindestens 30 % Strom als Direktlieferung aus Anlagen ab 1.1.2016EE02 (tuvsud.com)Zeitgleichheit zwischen EE Erzeugung und Verbrauch in kürzest-möglichen Einheiten1,80 %EWU (tuvsud.com)0,60 %Bischoff & DitzeEuropean Green100 % EEnur Wasser, Wind, Biomasse, Geothermie und SolarStrommix aus mind. 4 verschiedenen Erzeugungsarten aus mind. 4 europ. LändernHKN NEU100 (certipedia.com)gemäß Definition EEG Mix aus fluktuierenden und regelbaren EE, 100 % der Anlagen nicht älter als 6 Jahremonatliche Zeitgleichheit (75 % der Kundenprognose), Klima-Neutralstellung von Bau und BetriebRenewable Plus (bd-energy.com)Anlagenbetreiber muss Ausbau von EE fördern und in neue Anlagen, Erweiterungen oder freiwillige ökologische Maßnahmen investieren8,90 %First ClimateBasis (firstclimate.com)100 % EEgemäß Definition EEG 0,40 %Wasser und Wald (firstclimate.com)2ct/MWh mind. 250 € (je EVU)Bergwaldprojekt e.V0,20 %KlimaInvest Green Concepts GmbHÖkostrom (klima-invest.de)Basiert laut Aussage auf Website auf TÜV Nord. Kriterien werden jedoch nicht veröffentlicht (Stand November 2017).5,90 %Ökostrom Plus0,60 %Ökostrom RE3,60 %Verein für umweltgerechte Energie VUEnaturemade (naturemade.ch) basic 0,7 Rp/kWhEs ist fast ausschließlich in der Schweiz verbreitet und hatte dort 2018 einen Marktanteil von 35 % star0,10 %TÜV nicht spezifiziert10,70 %

RenewablePLUS

Das Label garantiert, dass 100 % des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien stammt. Bei diesem Label garantieren die Betreiber/Eigentümer der Kraftwerke, dass sie den Ausbau der erneuerbaren Energien fördern. Sie investieren entweder in neu gebaute Anlagen oder in den Ausbau und die Erweiterung bestehender Anlagen. Auch können Investitionen in ökologische Maßnahmen im Rahmen der Erzeugung von erneuerbaren Energien getätigt werden. Ein Alterskriterium für die Erzeugungsanlagen gibt es nicht. Die Investitionen der Betreiber/Eigentümer erfolgen im jeweiligen Jahr der Stromerzeugung in Kraftwerke bzw. Projekte, die neu realisiert werden und so eine erhöhte Stromerzeugung garantieren.