Konrad Kurt Ludwig Ritter von Molo (* 21. Dezember 1906 in WienGeburts- und Taufbuch, Archiv der Erzdiözese Wien; Katholische Kirchenbücher; Pfarre: Rossau; Signatur: 9059; laufende Nummer: 01-31; abrufbar unter ancestry.com; † 12. August 1997 in München)lt. Filmarchiv Kay Weniger war ein deutsch-österreichischer Filmeditor, Synchronregisseur, Filmproduzent und Dialogautor.

Leben und Wirken Der Sohn von Walter von Molo und Zwillingsbruder der Schauspielerin Trude von Molo wuchs in Berlin auf. Hier besuchte er von 1924 bis zu seinem Abitur 1927 die reformpädagogische Schulfarm Insel ScharfenbergDietmar Haubfleisch: Schulfarm Insel Scharfenberg. Mikroanalyse der reformpädagogischen Unterrichts- und Erziehungsrealität einer demokratischen Versuchsschule im Berlin der Weimarer Republik (= Studien zur Bildungsreform, 40), Frankfurt u. a. 2001, S. 319, 341, 381 und 584-585.. Anschließend studierte er an der Berliner Universität. Während seines Studiums knüpfte Molo ersten Kontakt zum Journalismus und arbeitete als Nachtredakteur beim Berliner Tageblatt. In dieser Funktion war er auch 1928 bei der Weltpremiere von Bertolt Brechts und Kurt Weills Die Dreigroschenoper anwesend.

1929 knüpfte Molo ersten Kontakt zum Film, ging aber gleich darauf für zwei Jahre nach Indien, um von dort für deutsche Zeitungen zu berichten. Wieder zurück, begann er als Schnittassistent zu arbeiten. Bei Fritz Langs letztem deutschen Film vor dem Machtantritt der Nationalsozialisten, Das Testament des Dr. Mabuse, fungierte Molo als Schnittmeister. Er folgte Lang im Sommer 1933 ins Exil, nachdem dieser ihm angeboten hatte, den Schnitt zu seiner Molnar-Verfilmung Liliom zu übernehmen. Conrad von Molo blieb bis 1939 im Ausland, in dieser Zeit schnitt er unter anderem in London auch britische Produktionen. Im April 1939 wurde seine Anwesenheit in Rom vermeldet.lt. Pem’s-Privat-Berichte, 153. Ausgabe vom 5. April 1939

Infolge des Kriegsausbruchs kehrte Conrad von Molo nach Deutschland zurück und fand rasch Anschluss an das Filmgeschehen im NS-Staat. Dort besorgte er den Schnitt zu einer Reihe von NS-Filmen. Sein Hauptarbeitgeber während des Krieges war nun die UFA. Anfänglich (1940) wurde er auch als Regieassistent eingesetzt.

Nach dem Kriegsende beteiligte sich von Molo am Aufbau der deutschen Wochenschau Welt im Film und an der Wiedereröffnung der Bavaria in Geiselgasteig. 1947 gründete er die ‘Ala-Film’, die er zwei Jahre später in ‘Aura-Film’ umbenannte. Erst 1978 wurde diese Firma aufgelöst. Vor allem in den 50er und frühen 60er Jahren produzierte von Molo eine Reihe von Filmen und war überdies (besonders in den 50er bis frühen 70er Jahren) als Synchronregisseur und Autor der deutschen Dialoge an einer Fülle von deutschen Fassungen ausländischer Filme beteiligt.

Im März 1942 heiratete von Molo in Berlin Beatrice (später: Beate) Moissi (* 1906 in München; † 1998), die Tochter des Schauspielerehepaars Alexander Moissi und Marie Urfus.Standesamt Berlin-Wilmersdorf, Heiratsurkunde Nr. 339 vom 31. März 1942 Beider Tochter ist die Schauspielerin Elisabeth von Molo (* 1944), der Schauspieler Gedeon Burkhard ist ihr Enkelkind.

Zuletzt führte er seine eigene Synchronfirma Molo-Film als einen Familienbetrieb, so etwa bei der deutschen Fassung von Peter Bogdanovichs frühem Meisterwerk Die letzte Vorstellung. Dort führte Conrad von Molo Regie, seine Frau schrieb das Dialogbuch und die Tochter wurde die deutsche Stimme von Cybill Shepherd.

Molo, seit 1974 überzeugter VegetarierMichael Graeter: Wer ist was in München, S. 219, starb 90-jährig in München. Seine Frau überlebte ihn um ein Jahr. Beide sind auf dem Münchner Waldfriedhof Solln beerdigt.

Filmografie (Auswahl) Als Editor 1931: Die Koffer des Herrn O.F. 1932: Die Vier vom Bob 13 1932: Kavaliere vom Kurfürstendamm 1933: Ich will Dich Liebe lehren 1933: Das Testament des Dr. Mabuse 1934: Liliom 1935: Der Amateur-Gentleman (The Amateur Gentleman) 1936: Im Banne der Eifersucht (Accused) 1936: Gangster, Frauen und Brillanten (Jump for Glory) 1940: Unser Fräulein Doktor 1940: Stukas 1942: GPU 1943: Der kleine Grenzverkehr

Als Produzent, Produktions- oder Herstellungsleiter 1952: Der große Zapfenstreich 1954: Ludwig II. 1955: Ich suche Dich 1958: Der Mann, der nicht nein sagen konnte 1959: Ja, so ein Mädchen mit 16 1960: Mit Himbeergeist geht alles besser 1961: Eins, zwei, drei 1966: Lautlose Waffen (ungenannt) 1968: Die Katze (TV)

Literatur Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, , S. 496. Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 2: Hed–Peis. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1961, , S. 1151 f. Michael Graeter: Wer ist was in München in Wort und Bild. 3. Aufl., Starnberg 1987, S. 219

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Einzelnachweise

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