mini|Teterow von Süden, von links Rostocker Tor, Schlauchturm der Feuerwehr, Stadtkirche, Rathaus Teterow [], regional auch [], ist eine mecklenburgische Stadt im Landkreis Rostock in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Von 1952 bis 1994 war Teterow Kreisstadt des gleichnamigen Kreises. Die Stadt ist Sitz des Amtes Mecklenburgische Schweiz, dem 15 Gemeinden angehören, selbst aber amtsfrei. Sie ist eines der 18 Mittelzentren des Landes und nach Güstrow und Bad Doberan die drittgrößte Stadt im Landkreis Rostock.

Im 13. Jahrhundert entstanden ist Teterow heute durch seinen See mit der Burgwallinsel, die Altstadt mit vielen Baudenkmalen und die alljährlichen Motorradrennen auf dem Bergring bekannt als ein wichtiges Ziel in der Urlaubsregion Mecklenburgische Schweiz. Seit September 2017 führt Teterow die Bezeichnung Bergringstadt vor dem Namen.

Geographie Lage mini|Teterower See mit Burgwallinsel Die Stadt liegt in einer Senke in der Mecklenburgischen Schweiz am Teterower See und ist der geographische Mittelpunkt von Mecklenburg-Vorpommern.

Südwestlich von Teterow entspringt die Kleine Peene und fließt in den Mühlenteich. Den Mühlenteich verlässt sie an der alten Stadtmühle Teterow (heute Restaurant und Kulturzentrum) als Mühlbach und westlich davon als Freibach. Beide Bachläufe sind im Stadtkern größtenteils unterirdisch kanalisiert. Der Mühlbach folgt der Großen Bachstraße und fließt ab der Seestraße im offenen Kanal in den Teterower See. Der Freibach folgt der Straße Am Wall und entlang der Gasstraße in den Teterower See. Auch hier läuft der Bach, im oberen Drittel der Gasstraße, im offenen Kanal.

Die höchste Erhebung des Stadtgebiets liegt mit in den maximal hohen Heidbergen; dort befindet sich auf dem Ehrenmal in den Heidbergen eine Aussichtsplattform. Weitere Erhebungen sind der Hollerberg mit 68 m, der Silberberg (63,7 m) bei Teschow, der Grambzower Berg (61,9 m) und das Hohe Holz (59,3 m).

Stadtgliederung mini|Stadtkarte von Teterow Teterow ist in die eigentliche Stadt, die Stadtrandsiedlung, die Teschower Siedlung und die Plattenbaugebiete Teterow-Ost, -Nord und -West gegliedert. Historisch wurde die eigentliche Stadt in die Altstadt (das von den vier Ringstraßen umschlossene Gebiet zwischen den Stadttoren) und die Rostocker-, Malchiner- und Warener Vorstadt eingeteilt.

Zu Teterow gehören seit 1952 als Ortsteile die ehemaligen Gemeinden und Gutsdörfer Niendorf,Gutshaus Niendorf bei Teterow. PampowGutshäuser in Mecklenburg-Vorpommern. Pampow. Im Gutshauskalender 2020. und Teschow,Friedhof Teschow (Stadt Teterow). Erbbegräbnis der Familie v. Blücher sowie der Wohnplatz Abgegrabenfelde.

Nachbargemeinden An die Stadt grenzen folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn im Südosten beginnend): Schorssow, Hohen Demzin, Groß Wokern, Groß Roge, Dalkendorf, Thürkow, Alt Sührkow, Malchin (im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte). Bis auf Malchin gehören alle Nachbargemeinden zum Landkreis Rostock.

Geschichte Name und Vorgeschichte Der Name Teterow kommt aus dem Altpolabischen tetrev und ist von dem slawischen Wort für Auerhahn abgeleitet (siehe tschechische Version des Artikels "Auerhahn"). Das Birkhuhn kann auch als Namensgeber angegeben werden, weil das slawische Wort "kleiner Auerhahn" heißt (siehe tschechische Version des Artikels "Birkhuhn"). 1272 wird der Ort Thiterow, 1285 Teterowe, 1288 Thitterowe und 1352 auch Thetherow genannt. mini|Steinkiste Hohes Holz Bereits im Neolithikum war der Raum Teterow besiedelt, wovon die Steinkiste Hohes Holz zeugt. Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. von germanischen Stämmen. Nach deren weitgehendem Abzug zur Zeit der Völkerwanderung siedelten ab dem 6. oder 7. Jahrhundert in der Gegend um den Teterower See die slawischen Liutizen. Teterow war der Zentralort des Stammes der Zirzipanen. Ihr Einzugsgebiet erstreckte sich über eine Reihe von Burgwardbezirken wie Dargun, Krakow, Sukow und Altkalen. Im 9. Jahrhundert wurde auf der Insel im Teterower See ein Burgwall errichtet. Die Burg diente als Fürstensitz und vermutlich als Kultstätte und Tempelort. Unter dem Schutz der Burg entwickelte sich die am Westufer des Teterower Sees gelegene Siedlung zum Marktort.

Entgegen früheren Annahmen hatte die Burg im Teterower See keine überregionale Bedeutung. Sie war auch nicht Sitz des slawischen Fürsten Otimar, der heute auf der Burg Behren-Lübchin nordwestlich von Gnoien angenommen wird. In Auseinandersetzungen zwischen den slawischen Stämmen und ihren Fürsten untereinander sowie mit deutschen und dänischen Fürsten war das Gebiet um Teterow zwischen Dänen, Pommern und Obodriten strittig. Im 11. und 12. Jahrhundert kam die Burg mehrfach unter dänische Herrschaft. Letztlich setzten sich die obodritischen Herren von Werle als Vasallen der sächsischen Herrscher durch, und die Region wurde Teil der Herrschaft Werle. Durch die Kriege war ein großer Teil der ansässigen Bevölkerung vernichtet worden. Um das Land zu entwickeln, holten die Werleschen Fürsten deutsche Siedler ins Land und gründeten nahe bei der verlassenen Burgwallinsel zunächst ein Bauerndorf (Budorp) mit einem wendischen (also slawischen) Vogt.

Stadtgründung und Mittelalter mini|150px|Stadtplan angefertigt von Chr. A. Reinhard 1753 Um 1230 legten die Werleschen Herren neben dem Dorf Budorp die neue Stadt Teterow an der Straße von Rostock nach Malchin auf einem von Morast und Wasser umgebenen Hügel in der Nähe des Teterower Sees planmäßig an. In der Stadt, der um 1235 vermutlich von Fürst Nikolaus I. von Mecklenburg das Schweriner Stadtrecht verliehen wurde, lebten sowohl deutsche Kolonisten als auch wendische Bürger und waren beide im Rat der Stadt vertreten. Ein wendischer Ritter übte in Teterow als Vogt die Macht des Landesfürsten aus. Die Stiftung und der Bau einer Kirche erfolgte ebenso ab ca. 1230.

Die Stadt war über zwei Dämme zugänglich, die die Stadt nach Norden und Süden öffneten. Vor diesen Dämmen liefen die Landstraßen aus verschiedenen Richtungen zusammen: im Norden die Landstraßen von Wokern, Güstrow, Appelhagen, Rostock und Jördenstorf; im Süden die Malchiner, Glasower und die Plauer Landstraße. Die städtischen Straßen wurden rechtwinklig angelegt und auf der planierten Hügelkuppe der Marktplatz, das Rathaus und die Kirche angelegt bzw. gebaut. Am 17. Dezember 1272 wurde Teterow erstmals als oppidum urkundlich erwähnt. Die Urkunde war bis zum Zweiten Weltkrieg im Heimatmuseum ausgestellt und ging mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges verloren. Die am Ufer des Teterower Sees lebenden übrig gebliebenen Slawen siedelten sich in der Stadt Teterow an. Die heutige Stadtkirche St. Peter und Paul entstand ab ca. 1270 (Chor) und war um 1350 vollendet.

1301 begann Magnus II. (Bischof zu Cammin) (?) mit dem Bau der St. Marienkirche vor dem Stadtausgang Richtung Malchin. Diese Kirche entwickelte sich zu einer beliebten Wallfahrtskirche für Marienwallfahrten. Um Teterow wurde eine Stadtmauer gebaut, die sich entlang der heutigen Ringstraßen erstreckte. Den Schutz verstärkten wassergefüllte Wallgräben, die durch die Kleine Peene gespeist wurden. Im 14. Jahrhundert wurden die beiden Stadttore (Rostocker und Malchiner Tor) erbaut. Sie bestanden jeweils aus dem bis heute erhaltenen Haupttor und einem Außentor. Ein drittes Stadttor, wohl mehr eine kleine Pforte, war das „Gänsetor“ an der Warener Straße. Dieses Tor wurde im 19. Jahrhundert abgebrochen.

Der Pestausbruch 1340 senkte die Einwohnerzahl von fast 2000 auf wenige hundert. 1357 verhängte der Papst über Teterow aus heute unklaren Gründen den Bann. Zwei Jahre später gelang es dem Teterower Priester Gerhard Vogelsang durch Vermittlung des Camminer Bischofs, den Bann aufzuheben. Als Bedingung musste die St.-Jürgens-Kapelle vor dem Rostocker Tor gebaut werden. Zur Abwendung von Seuchen nahmen antijüdische Ausschreitungen zu. Ab 1436 wurde Teterow Landstadt in Mecklenburg und war als solche eine der Städte im Wendischen Kreis, die bis 1918 auf mecklenburgischen Landtagen der 1523 vereinten Landstände vertreten waren. 1492 stiftete der Bürgermeister Hagen die Kapelle St. Gertruden vor dem Malchiner Tor.

Von der Reformation bis ins 19. Jahrhundert Die Reformation setzte sich in Teterow um 1525 durch. In der Teterower Pfarrkirche wurde 1530 für ein- bis zweimal im Monat ein evangelischer Gottesdienst gehalten. Glaubenskämpfe zwischen katholischen Klerikern und den Reformatoren eskalierten. 1553 wurde der evangelische Geistliche Dietrich Mayer umgebracht, als Strafe wurden 1554 der verantwortliche Mönchsorden aufgelöst und drei Vertreter auf dem Teterower Markt öffentlich enthauptet. Ein Bildersturm vernichtete 1559 den Großteil der Kunstwerke (Heiligenbilder, Reliquien, Altäre) in der Pfarrkirche und der St. Marienkirche, die durch den Ablasshandel und Wallfahrten besonders reich geworden waren. Die Predigt auf Niederdeutsch wurde eingeführt und der evangelische Gottesdienst die Regel. 1591 wurde die zerstörte Marienkirche abgerissen. Um 1585 begann eine besonders intensive Hexenverfolgung.http://www.anton-praetorius.de/downloads/namenslisten/Teterow_Namen_der_Opfer_Hexenverfolgung.pdf

Vor dem Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) hatte Teterow ungefähr 1800 Einwohner. Im Krieg verwüsteten versprengte Soldaten mehrfach die Stadt. Es kam zu Vergewaltigungen, Verschleppungen und Ermordungen durch die Besatzer. So zerstörte 1632 ein Großbrand einen Großteil der Stadt. Die Stadtmauer wurde im Krieg zu großen Teilen vernichtet. Auch die Gertrudenkapelle überstand den Krieg nicht. Nach Ende des Krieges hatte Teterow nur noch 300 Einwohner. Vielfach wurde Land widerrechtlich angeeignet. Die Bauern, die wirtschaftlich nicht mehr für sich sorgen konnten, gerieten in die Leibeigenschaft.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts erholte sich die Stadt ein wenig und die Stadtmauer und das Malchiner Außentor wurden wieder ausgebessert. Das Rostocker Außentor und die St.-Jürgen-Kapelle wurden dagegen abgerissen. Pastor Felix Fidler gründete eine Stiftung zur Unterstützung armer Schulkinder. Am 18. August 1700 wütete zum zweiten Mal eine Feuersbrunst, die Teterow in wenigen Stunden fast vollständig vernichtete. Nach Kriegen und dem dritten Großfeuer im Jahr 1722 war die Stadtmauer zu großen Teilen zerstört und nutzlos geworden. Der verarmten Bevölkerung wurde erlaubt, sich aus den Trümmern Häuser zu bauen. So entstand zur Mitte des 18. Jahrhunderts die Ringstraße. Während des Siebenjährigen Krieges wurden auch viele Teterower eingezogen, einige gerieten in österreichische Gefangenschaft. Beim vierten großen Stadtbrand 1793 wurde der westliche Stadtteil (Köthelsches Viertel) vernichtet.

Im 19. Jahrhundert wuchs Teterow über seine mittelalterlichen Grenzen hinaus. Mit dem Aufkommen der Industrie (Schevens Maschinenfabrik, Müller Feldbahnen und Waggonfabrik, Zuckerfabrik, Brikettfabrik für Torfbriketts, Maschinenfabrik Lohff, Drahtzaunfabrik Moritz Hinzenstern) und dem Bevölkerungswachstum entstanden die Rostocker Vorstadt im Nordwesten, die Warener Vorstadt im Süden und die Malchiner Vorstadt im Osten. Der langjährige Bürgervorsteher und Ältermann der Zimmerer Vollrath Zingelmann prägte bis zur Jahrhundertmitte die Teterower Kommunalpolitik, wanderte jedoch nach dem Scheitern der Revolution von 1848 in Mecklenburg in die USA aus. 1850 brach in Teterow die Cholera aus. 1860 wurde in Teterow die erste Volksschule gebaut, 1868 die Freiwillige Feuerwehr gegründet.

Kaiserreich und Weimarer Republik 1871 bis 1933 mini|Rathaus am Marktplatz