Mohammad Reza Parwaresch (* 23. August 1940 in Täbris, Iran; † 1. November 2005 in Kiel) war ein iranisch-deutscher Pathologe und Hochschullehrer.

Leben Parwareschs Eltern waren der Gymnasialdirektor Mahmoud Parwaresch und seine Frau Mahi-Sultan geb. Rafii.Die Tübinger Rhenanen, 5. Auflage, 2002, Nr. 1137, S. 271 Nach dem Abitur in Teheran begann Parwaresch an der Eberhard Karls Universität Tübingen sein Studium der Medizin. Am 23. November 1959 wurde er Fuchs im Corps Rhenania Tübingen. Er wurde am 18. Juli 1960 recipiert und focht 5 Mensuren.Kösener Corpslisten 1996, 133/1221 Am 24. Februar 1961 inaktiviert, wechselte er an die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Er bestand 1965 das Staatsexamen und wurde 1966 zum Dr. med. promoviert.Dissertation: Steigerung der Vaterschaftsausschließungschancen durch Einführung neuer Blutgruppensysteme. Eine statistische Erfassung des Untersuchungsmaterials aus den Jahren 1952–1963. Er begann seine Ausbildung bei Karl Lennert in der Kieler Pathologie. 1967/68 war er am Institut für Pathologische Physiologie im Universitätsklinikum Essen. 1970 heiratete er Liselotte Mettler. Er habilitierte sich 1973.Habilitationsschrift: The human blood basophil morphology, origin, kinetics, function, and pathology. Er wurde 1975 zum apl. Professor und 1977 zum Oberarzt ernannt. In Würdigung seiner außerordentlichen Leistungen errichtete ihm die Fakultät 1991 ein eigenständiges Institut für Hämatopathologie, dem er bis zu seinem Tod als Direktor vorstand. Zugleich führte er die Arbeit seines Lehrers fort und leitete das weltberühmte Lymphknotenregister Kiel. Parwaresch galt als schöpferisches Genie der Pathologie. Er schrieb über 400 Publikationen, betreute über 300 Doktorarbeiten von Medizinern und Biologen und brachte 17 Kollegen zur Habilitation. An einer Muskeldystrophie erkrankt, arbeitete er die letzten Jahre im Rollstuhl. Er hinterließ seine Frau und drei Söhne.

Ehrungen Ehrenmitglied der Iranischen Gesellschaft für Pathologie Dr. med. h. c. der Georg-August-Universität (2000)

Literatur Karl Lennert: Geschichte und Tätigkeit des Kieler Lymphknoten-Registers. Vorgeschichte. In: Der Pathologe. Bd. 22 (2001), S. 167–174. Günter Klöppel: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Mohammad Reza Parwaresch. In: Christiana Albertina. Forschungen und Berichte aus der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Heft 63, November 2005, S. 86f.

Weblinks

U.S. National Library of Medicine

Karl Lennert (2001)

Einzelnachweise

Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Pathologe Kategorie:Hochschullehrer (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Kategorie:Hämatologe Kategorie:Ehrenmitglied einer wissenschaftlichen Organisation Kategorie:Ehrendoktor der Georg-August-Universität Göttingen Kategorie:Person (Täbris) Kategorie:Iraner Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1940 Kategorie:Gestorben 2005 Kategorie:Mann Kategorie:Iranischer Emigrant in Deutschland