mini|hochkant|Franz Hessel (etwa 1910) Der Franz-Hessel-Preis für zeitgenössische Literatur ist ein deutsch-französischer Literaturpreis.
Beschreibung Namensgeber des Preises ist der deutsche Schriftsteller, Übersetzer und Lektor Franz Hessel (1880–1941), der mit seinem Leben und seinem Werk ein Mittler zwischen den Ländern und Kulturen, insbesondere zwischen Deutschland und Frankreich, war. Der Preis wird an jeweils einen deutsch- und einen französischsprachigen Autor oder eine Autorin vergeben. Voraussetzung für eine Nominierung sind eine aktuelle Veröffentlichung, nach Möglichkeit im Jahr der Preisvergabe, und dass das Werk noch nicht ins Deutsche bzw. Französische übersetzt wurde. „Dabei werden Publikationen berücksichtigt, die vorrangig die Gegenwart reflektieren und die unter dem Eindruck des Wandels der Lebenswelten eine Zeitdiagnose erlauben sowie zu einem Brückenschlag ins jeweils andere Land einladen“Kathrin Röggla erhält ersten deutsch-französischen Literaturpreis. In: Der Standard vom 10. Dezember 2010.
Die Auszeichnung wird jährlich im Nachhinein für das Vorjahr verliehen; sie ist mit einem Preisgeld in Höhe von jeweils 10.000 Euro dotiert (Stand 2022). Der Preis ist mit einer Schriftstellerresidenz in der Stiftung Genshagen verbunden. Er soll außerdem dazu beitragen, dass die ausgezeichneten Werke ins Deutsche beziehungsweise Französische übersetzt werden.
Stifter Der Franz-Hessel-Preis wurde im Jahr 2010 neu gestiftet. Initiatoren sind die deutsche Stiftung Genshagen und die Villa Gillet in Lyon. Gefördert wird der Preis vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem französischen Ministère de la Culture et de la Communication. Die Preisträger werden jeweils von einer deutschen und einer französischen Jury ausgewählt.
Der Preis wurde erstmals am 10. Dezember 2010 vom deutschen Kulturstaatsminister Bernd Neumann und Frankreichs Kulturminister Frédéric Mitterrand als Schirmherren im Rahmen des deutsch-französischen Ministerrats in Freiburg i.Br. vergeben.
Preisträger Die Jahreszahlen beziehen sich auf das Jahr der Bekanntgabe. 2010: Kathrin Röggla für Die Alarmbereiten (S. Fischer) und Maylis de Kerangal für Naissance d'un pont (Verticales).france-allemagne.fr: (französisch) 2011: Thomas Melle für seinen Roman Sickster (Rowohlt-Berlin) und Céline Minard für So long, Luise (Denoël)Deutsch-französischer Literaturpreis vergeben. In: Saarbrücker Zeitung (Kultur) vom 9. Dezember 2011, S. B4 2013: Andreas Maier für Das Haus (Suhrkamp) und Éric Vuillard für La Bataille d'Occident (Actes Sud)Andreas Maier und Éric Vuillard werden geehrt, in: Börsenblatt, 7. Januar 2013 2014: Jonas Lüscher für seine Novelle Frühling der Barbaren (C.H. Beck) und Frédéric Ciriez für seinen Roman Mélo (Verticales)Die Bundesregierung Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters Meldung vom 18. Februar 2014: Franz-Hessel-Preis. Deutsch-französischer Literaturpreis verliehen, abgerufen am 19. Februar 2014 2015: Esther Kinsky für Am Fluß (Matthes & Seitz Berlin) und Christine Montalbetti für ihren Roman Plus rien que les vagues et le vent (P.O.L.)Franz-Hessel-Preis 2014 – Deutsch-französischer Literaturpreis verliehen, bundesregierung.de, 9. Februar 2015, abgerufen am 4. April 2017 2016: Ulrich Peltzer für seinen Roman Das bessere Leben (S. Fischer)fischerverlage.de: und Michaël Ferrier für seinen Roman Mémoires d’outre-mer (Gallimard)Prix Franz Hessel 2015 auf maisondelapoesieparis.com, abgerufen am 5. Februar 2017 2017: Christine Wunnicke für ihren Roman Der Fuchs und Dr. Shimamura (Berenberg Verlag) und Philippe Forest für Crue (Gallimard)Franz-Hessel-Preis 2016: Die Longlist steht auf buchmarkt.de, 15. Dezember 2016, abgerufen am 5. Februar 2017Franz-Hessel-Preis für Christine Wunnicke und Philippe Forest / Preisverleihung in Frankfurt auf buchmarkt.de, 5. Oktober 2017, abgerufen am 5. Oktober 2017 2018: Fatma Aydemir für ihren Roman Ellbogen und Michel Jullien für Denise au Ventoux 2019: Susanne Röckel für Der Vogelgott und Anne-Marie Garat für Le Grand Nord-Oueststiftung-genshagen.de: 2020: Lola Randl für Der Große Garten und Emmanuelle Pireyre für Chimère 2021: Camille de Toledo für Thésée, sa vie nouvelle und Dorothee Elmiger für Aus der Zuckerfabrik 2022: Maryline Desbiolles für Charbons ardents und Fridolin Schley für Die VerteidigungFranz-Hessel-Literaturpreis 2022 für Schley und Desbiolles, deutschlandfunkkultur.de, veröffentlicht und abgerufen am 12. Dezember 2022. 2024/2025: Beata Umubyeyi Mairesse für Le convoi und Zora del Buono für SeinetwegenPreisträger*innen des Franz-Hessel-Preises, Stiftung Genshagen, abgerufen am 1. Februar 2026. 2026: Laura Vazquez für Les Forces und Christoph Peters für Innerstädtischer Tod
Weblinks Franz-Hessel-Preis bei Kulturpreise.de Franz-Hessel-Preis auf der Website der Stiftung Genshagen Website der Villa Gillet
Einzelnachweise
Kategorie:Literaturpreis (Deutschland) Kategorie:Literaturpreis (Frankreich) Kategorie:Deutsch-französische Auszeichnung Kategorie:Erstverleihung 2010