Der Llevant (deutsch: Osten) ist eine Landschaftszone (katalanisch: Comarca) auf der Ostseite der Baleareninsel Mallorca. Sie umfasst die Gemeindegebiete von Artà, Capdepera, Manacor, Son Servera und Sant Llorenç des Cardassar (San Lorenzo).
Beschreibung Hügel und Berge, fruchtbare Felder, Steilküsten mit eingelagerten Buchten und Sandstrände, machen aus dem Landschaftsgebiet eine Art Mallorca-Konzentrat. Nirgendwo sonst auf der Insel sind alle Elemente auf so engem Raum vereint.
Wind, Wetter und Regen haben sanfte Hügel aus Kalkfelsen geformt, bewachsen von einer Macchia aus Mastix- und Ginstersträuchen, Baumheide, wilden oder verwilderten Olivenbäumen, Pinien und Aleppo-Kiefern, im Unterwuchs Lavendelsträucher, Rosmarin und Zistrosen. Wie ein roter Faden zieht sich die garriga durch den Osten. Hochoben vom Cap Ferrutx blickt man über die Sierra de Artàna, mit der höchsten Erhebung (509 Meter) von Son Salvador, bis hinunter zu den 25 Meter unter dem Meeresspiegel reichenden Drachenhöhlen Coves del Drac.
Richtung Nordosten wartet der Llevant mit zahlreichen Buchten auf, darunter das touristisch erschlossene Cala Rajada sowie etwas südlicher die bekannten Strände von Cala Millor, Sa Coma und S’Illot, die heute zum Ziel des Massentourismus geworden sind.
Im Westen des Llevant liegen die weiten Felder der Landwirtschaft im Gebiet von Sant Llorenç und Manacor. Früher wurden Esel und Maultiere für landwirtschaftliche Arbeiten eingesetzt, nach und nach wurden sie durch moderne Traktoren und Maschinen ersetzt. Die Pferde auf Mallorca wurden dagegen als Rennpferde gehalten.
Zweimal im Jahr finden sich im Llevant alle Traberfans, Wettbürobesitzer und Züchter auf der Trabrennbahn von Manacor ein, wenn es um den Gran Premio para Potros de Tres Años (Trabrennen der Dreijährigen) geht. Ursprünglich geht diese Tradition auf die Bauern aus dem Llevant zurück. Gemeinden
Geschichte Die Frühgeschichte des Llevant reicht über 3000 Jahre zurück. In der Talayot-Siedlung Ses Païsses bei Artà haben rund 2000 v. Chr. die Ureinwohner der Insel aus riesigen Steinplatten Wohnhäuser, Verteidigungstürme und Schutzmauern gebaut. Jene Türme heißen talàia (Katalanisch) oder talayot (Kastilisch), welches auf das arabische Wort atalaji (Wache) zurückgeht. Neben dem wichtigsten Fundort, dem Ses Païsses, gibt es weiter im Süden des Llevants noch eine weitere bekannte Siedlung Capocorb Vell aus dem gleichen Zeitraum.
Die überwiegenden anderen Bauten der „Meister des Steins“ sind im Laufe der Zeit von Invasoren und Herrschern der Insel als Steinbrüche benutzt worden. So wurden für den Bau der Kathedrale von Mallorca Megalithen, großen Steine aus der Vorzeit, verwendet. Über die Bewohner der Talayots und ihre Lebensart herrscht bis heute Unklarheit.
Obwohl die Ureinwohner keine Schrift besaßen, ist doch ein Name untrennbar aus ihrer Kultur mit Mallorca verbunden: Die Kunstfertigkeit der Els Foners Balears, mit Wurfsteinen und einer passenden Schleuder umzugehen, gab der ganzen Inselgruppe ihren Namen: Balearen, vom Griechischen ballein, auf Deutsch: werfen.
Auf die maurische Zeit gehen die üppigen Gärten, Obst- und Gemüseanpflanzungen vor den Toren der Städte zurück.
Naturschutz Llevant hat den jüngsten Naturschutzpark der Insel Mallorca. Er wurde im November 2001 zum Schutzgebiet Parc natural de la península de Llevant erklärt und umfasst insgesamt 21.507 Hektar, davon sind 16.232 ha Landfläche und 5.275 ha Meeresfläche. Er befindet sich im Nordosten des Gebietes. Man findet hier unberührte Buchten und Berge, wo die Zwergpalme aspektbestimmend ist. Unter den Vögeln gibt es die Korallenmöwen, die Wanderfalken und die Zwergadler. Die meisten Landschildkröten Mallorcas leben in diesem Naturpark.
Klima Das mediterrane Klima der Region Llevant wird bestimmt durch kurze, milde und feuchte Winter sowie lange, trockene und zum Teil sehr heiße Sommer. Die sommerlichen Meerwinde beeinflussen insbesondere das Mikroklima der Gebiete in Meeresnähe, die dort für ausgeglichene Temperaturverhältnisse sorgen. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge, die zu 90 % von Herbst bis weit ins Frühjahr fällt, beläuft sich auf 450–500 mm pro Jahr.
Frühjahr
Im Frühjahr ist die Hauptblütezeit. Schon im Januar beginnt die Mandelblüte in den Tälern. Im März stehen auch die anderen Obstbäume in Blüte. Ab Mai beginnt die sommerliche Trockenperiode.
Sommer
Im Sommer ist es sehr heiß und trocken, die krautige Vegetation verdorrt. Während dieser Zeit kann die Temperatur tagsüber auf über 40 °C steigen. Regen kommt in den Sommermonaten äußerst selten vor. Im Juli und vor allem im August ist Hochsaison an den Stränden.
Herbst
Der Herbst beginnt nach den heißen Sommermonaten im September zunächst schwül und gewittrig. Erst ab Oktober wird das Herbstklima als angenehm empfunden: Es ist schon etwas kühler, die Sonne scheint aber noch recht häufig und wird gelegentlich von kurzen Regenschauern unterbrochen. Dafür beginnt die über den Sommer verdorrte Vegetation wieder zu ergrünen.
Winter
Der Winter ist recht mild, da die Tramuntana wie ein Schutzschild vor den kühlen Winden aus dem Norden abschirmt. Die Temperaturen liegen meist um 10 Grad Celsius, gelegentlich kann es bis in tiefe Lagen schneien.
Niederschlag
Im Llevant werden das ganze Jahr über Niederschläge registriert. Der trockenste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 8,8 l/m² Niederschlag. Im Oktober verzeichnet man die höchste Niederschlagsmenge mit durchschnittlich 101,3 l/m². 1945 wurde der höchste Wert mit 224,3 l/m² gemessen.
Wind
Die Winde sind vielfach Namensgeber der Landschaften und Gebirge, wie beispielsweise Tramuntana, Sierra Tramuntana, Llevant, Sierra de Llevant usw.
Auf einer Insel wie Mallorca, die bis weit ins 20. Jahrhundert hinein vorwiegend vom Fischfang und der Landwirtschaft lebte, war es lebenswichtig, die Winde deuten zu können. Welcher Wind bringt Regen, dörrt die Vegetation aus, sorgt für hohen Wellengang?
Der kalte Tramuntana aus dem Westen und Norden muss zuerst das nach ihm benannten Gebirge überqueren, bevor er den Raiquer und den Pla erreicht. Dort senkt er die Temperaturen im Landesinneren noch merklich ab. Ponenet und Llevant erreichen Orkanstärke, vor allem dann, wenn sie nicht schnurgerade aus Ost oder West kommen, sondern in einer leichten Nordkurve auf die Insel treffen, denn dann treffen sie auf kein Hindernis weit und breit. Der Westwind Ponent kühlt und mildert Sommertage als Brise, im Winter dagegen bringt er oft Regenwolken im Schlepptau mit sich. Der Ostwind Llevant im lauen Gewand ist im Sommer warm und kann im Winter Orkanstärke erreichen. Der Migjorn aus Süden hingegen transportiert Warmluft aus Nordafrika, was sich besonders im Sommer bemerkbar macht. Der Nordnordost-Wind Gregal bringt Regen, weshalb er von den Landwirten geschätzt wird. Der Südsüdost-Wind Xaloc ist der Saunawind. Er schiebt feuchte Sommerhitze und Winterregen vor sich her. Im Sommerregen lädt er den typischen roten Staub, den er aus Marokko mitbringt, über der Insel ab. Alles, was einmal in blankem Weiß erstrahlte, ist dann mehr oder weniger rot eingefärbt. Der Südsüdwest-Wind Llebetx, ein milder und feuchter Luft vom Atlantik her. Der Nordnordwest-Wind Mestral sorgt für einen klaren Himmel.
Verkehr Die Aufsicht über den Verkehr auf den Balearen untersteht dem Govern de les Illes Balears (Ministerium für Verkehrs- und Bauwesen). TIB ist die untergeordnete Zentralgesellschaft. Zuständigkeit: Koordination des Bahn-, Autobus-, Schiffs- und Flugverkehr
Straßen und Wege Alle Wege führen nach Palma de Mallorca. Diese Anlage geht auf die Römer zurück, welche Mallorca mit einem Straßennetz überzogen.
Das Straßenbild der Insel gleicht der gespreizten linken Hand, wobei der Daumen nach unten zeigt: Die Hauptverkehrsadern entsprechen den fünf Fingern: Dem Daumen folgend, die südliche Verbindung (MA-19) Palma - Santanyí, die weite Teile der Südküste erschließt. Der Zeigefinger weist von Palma über Manacor (MA-15) an die Ostküste in das Landschaftsgebiet Llevant. Von Manacor aus zweigen weitere Hauptstraßen ab: Manacor-Portocristo (MA-4020) südöstlicher Teil Llevant oder von Manacor in Richtung Sant Llorenç und dann: Sant Llorenç-Artà-Capdepera (MA-15) nordöstlicher Teil Llevant Sant Llorenç-Son Servera-Cala Millor (MA-4030 und MA-4026) Ostteil mit den größten Badestränden und Hotelanlagen des Llevant.
Der Mittelfinger, die Straße Palma-Inca-Alcúdia, verbindet das Landwirtschaftsgebiet von Sa Pobla und die Nordostregion mit der Hauptstadt (MA-13). Folgt man dem Ringfinger als Wegweiser, kommt man nach Sóller (MA-11). Der kleine Finger deutet auf Valldemossa (MA-1110), wo er auf die MA-10 lenkt, die der Nordwestküste von Andratx bis Pollença folgt.
Neben diesen rund 1200 Kilometern sehr gut ausgebauter asphaltierter Hauptstraßen sind auch die zum Teil schmalen Querverbindungen mit einer Asphaltdecke versehen und im Allgemeinen gut befahrbar. Es gibt nur wenige so genannte weiße Straßen. Kein Ort der Insel ist weiter als vierzig Kilometer vom Meer entfernt.
Radwege
Zwischenzeitlich wurde das Radwegenetz erheblich ausgebaut. Ciclismo ist eine mallorquinische Leidenschaft. Für Radler eignen sich besonders die wenig befahrenen Straßen und Wege des Llevant in der Umgebung von Cala Millor, im Gemeindegebiet von Son Servera gelegen.
Verkehrsmittel Bus
Mallorca verfügt über ein dichtes Busnetz. Rund 65 Buslinien, die von verschiedenen Unternehmen betrieben werden, verbinden Palma mit fast allen Orten der Insel. Der Hauptknotenpunkt ist der Plaça d’Espanya im Zentrum von Palma. Dort befindet sich auch das Oficina de Informatión turistica.
Eisenbahn
Die Haupteisenbahnlinie Palma-Inca-Manacor verkehrt im Stundentakt. siehe: Ferrocarriles de Mallorca
Mietwagen
Autovermietungen findet man fast an jedem Ferienort. Es gibt etwa 55 Verleihfirmen mit rund 35.000 Mietwagen. Voraussetzung für die Anmietung ist: Alter 23 Jahre und/oder seit 2 Jahren im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis.
Schiff
Zwischen Cala Rajada und Ciutadella (Menorca) gibt es eine Fährverbindung. Sie wird von Cape balear betrieben. Die Überfahrt dauert ca. 55 min.
Strände und Buchten des Llevant Folgende Strände und Buchten liegen im Landschaftsgebiet des Llevant
miniatur|hochkant=1.1|Strände und Buchten Artà miniatur|hochkant=1.1|Strände und Buchten Capdepera miniatur|hochkant=1.1|Strände und Buchten Son Servera miniatur|hochkant=1.1|Strände und Buchten Sant Llorenç miniatur|hochkant=1.1|Strände und Buchten Manacor Gemeinde Artà S’Arenal de sa Canova S’Estanoyl Cala Toró Caló d’es Parral Platja Colònia de Sant Pere Cala de s’Estret Cala des Camps Cala d’en Sureda Cala Mata Es Caló Cala Fosca S’Arenalet des Verger Sa Font Celada Cala des Matzoc Cala Dèntol Cala Estreta Cala Mitjana Cala Torta
Gemeinde Capdepera
Cala Rajada mit den touristisch erschlossenen Buchten Cala Mesquida Cala Moltó Cala Agulla Cala Lliteres Cala Gat Cala Son Moll Cala Pedruscada Cala des Carregador Sa Font de sa Cala Platja de Canyamel Cala Albarxians (Cala Auberdans) Cala Rotja
Gemeinde Son Servera Caló des Torrent des Morts Es Ribell Platja de sa Marjal Port Vell Port Nou Port Roig / S'Estany Cala Bona Cala Millor (Arenal de Son Servera)
Gemeinde Sant Llorenç des Cardassar
Cala Millor (Platja de Sant Llorenç) Son Moro (Platja de Sant Llorenç) Cala Nau Platja de sa Coma Cala Moreia (Sant Llorenç des Cardassar)
Gemeinde Manacor
Cala Moreia (Manacor) Cala Mosca Cala Morlanda Caló d’en Rafalino Cala Petita Caló de sa Ferradura Cala Manacor (Platja Porto Cristo) Cala Murta Cala Magrana Cala Anguila Cala Mendia S’Estany d’en Mas Cala Falcó Cala Varques Cala Sequer Caló des Serral Cala Magraner Cala Pilota Cala Virgili Cala Bóta Caló des Soldat (Caló des Llamp) Cala Antena Cala sa Romeguera Es Domingos Grans Es Domingos Petits (Cala Tropicana) Cala Murada
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