Der Oberleitungsbus Linz ist neben dem Oberleitungsbus Salzburg eines von zwei verbliebenen Oberleitungsbus-Systemen in Österreich. Der Linzer Obus-Betrieb besteht seit dem 15. Mai 1944 und ergänzt seither die schon seit 1880 verkehrende Straßenbahn Linz und den im Jahr 1928 aufgenommenen städtischen Autobusverkehr. Derzeit bedient die Verkehrsgesellschaft Linz Linien, eine Tochtergesellschaft der Linz AG, vier Linien mit Obussen. Eine davon bedient auch die südlich angrenzende Nachbarstadt Traun.
Linien und Betrieb Streckentabelle
Die vier Linzer Obus-Linien verkehren wie folgt:
41 Hessenplatz – Baintwiese Takt: Mo–Fr 15 min (HVZ früh 10 min), Sa 15 min (vormittags) / 20 min (nachmittags), So+Fei 30 min (vormittags) / 20 min (nachmittags), abends alle Tage 30 min 43 Hessenplatz – Traun Stadtfriedhof Takt: Mo–Fr 15 min (HVZ früh 10 min), Sa 15 min (vormittags) / 20 min (nachmittags), So+Fei 30 min (vormittags) / 20 min (nachmittags), abends alle Tage 30 min 45 Stieglbauernstraße – Hauptbahnhof (Busterminal) Takt: Mo–Fr 15 min (HVZ nachmittags 10 min), Sa 15 min (vormittags) / 20 min (nachmittags), So+Fei 60 min (früh) 30 min (tagsüber), abends alle Tage 60 min 46 Hafenportal – Hauptbahnhof (Busterminal) Takt: Mo–Fr 15 min (HVZ nachmittags 10 min), Sa 15 min (vormittags) / 20 min (nachmittags), So+Fei 60 min (früh) 30 min (tagsüber), abends alle Tage 60 min
Die Netzlänge des Linzer Oberleitungsbusses beträgt 18,70 Kilometer, die kumulierte Linienlänge 28,32 Kilometer. Die Linien 41 und 43 teilen sich eine gemeinsame Strecke, wobei sie sich im Linzer Süden nach der Haltestelle Salzburger Straße auf zwei Äste teilen. Analog teilen sich auch die Linien 45 und 46 eine Strecke, wobei sie sich bei der Garnisonstraße verzweigen. Beide Strecken sind durch Betriebsstrecken verbunden.
Das Depot liegt abseits des regulären Netzes in der Oberfeldstraße und ist durch eine weitere Betriebsstrecke an die Linien 45 und 46 angebunden. Eine frühere Obus-Garage befand sich im Trauner Stadtteil St. Martin, aber auf dem Gemeindegebiet von Leonding. Sie wurde 1961 eröffnet und im Dezember 1982 stillgelegt. 2006 wurde das Gebäude abgerissen und durch Wohnhäuser ersetzt.
Weil in den Hauptverkehrszeiten nicht genügend Obusse zur Verfügung stehen, wird zu diesen Zeiten im Mischbetrieb mit Hybridbussen gefahren.
Kurzgeführte Kurse werden wie in Linz generell üblich mit einem der Liniennummer nachgestellten Stern gekennzeichnet. So existieren die Signale 41* und 43* für Einrückfahrten zur Unionkreuzung, sowie 45* und 46* für Einrückfahrten zur Fadingerstraße.
Geschichte Netzentwicklung mini|links|Historischer Oberleitungsplan, Stand Mai 1997
Die erste Linzer Obus-Linie – die spätere O1 – wurde 1944 eröffnet, war 8,2 Kilometer lang und pendelte zwischen Hessenplatz und St. Martin. Sie diente zur Verstärkung der Straßenbahnlinie E, man bezeichnete die Verbindung in Planungen als Linie W (steht für Wegscheid), an der Unionkreuzung trafen sich diese beiden Linien. Die Linie fuhr ab 15. Mai 1944 im Zehn-Minuten-Takt und wurde zwischen 6:00 und 22:30 Uhr betrieben. Bei der Eröffnung fuhren noch Dieselbusse mit, weil nicht alle Obusse betriebsbereit waren. Durch technische Probleme konnten erst ab 1947 Anhänger eingesetzt werden. Die Oberleitung wurde im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe beschädigt.
mini|Linie 46 bei der Haltestelle Stadion; beachtenswert der alte Ausleger für die Oberleitung
Am 17. September 1945 wurde der Obus-Betrieb auf der Linie 10 wieder aufgenommen; sie verkehrte von 5:30 bis 20:00 Uhr. Es gab zwei Zwischenschleifen (Salzburger Straße und Hanuschstraße/Glimpfingerstraße), die meistens für Einschubfahrten genutzt wurden. Im Jahr 1952 wurde aus der Linie 10 die Linie O1. Die Linie O1, die zuvor in St. Martin endete, wurde im Jahr 1963 bis zum Stadtfriedhof verlängert.
Am 1. Juli 1949 wurde zwischen der Haltestelle Garnisonstraße und Volksgarten das erste Teilstück der Obus-Linie 20 auf den Froschberg eröffnet. Wenige Monate später, am 28. September 1949, wurde auch der Betrieb zwischen Volksgarten und Froschberg aufgenommen. Die Obus-Linie wurde errichtet, weil die zehnprozentige Steigung auf den Froschberg von Straßenbahnen nicht überwunden werden konnte. 1952 erhielt die Linie die Bezeichnung O2. Die Linie hatte aber ein geringeres Fahrgastaufkommen als die Linie O1.
mini|Van Hool Exqui.City 24 235 auf Linie 43 an der Haltestelle Salzburgerstraße (2019) mini|Linie 41 stadteinwärts in der Dinghoferstraße
Im Jahr 1952 wurde der nächste Ast geplant, Richtung Neupeint (die heutige Linie 41). Dieser Ast zweigt von der Obus-Linie nach St. Martin bei der Salzburger Straße ab. Dieser Abschnitt wurde im Jahr 1959 eröffnet. Seit dem Jahr 1961 verkehren die Linien 41 und 43 nach einer geänderten Linienführung: stadteinwärts durch die Dinghoferstraße und stadtauswärts durch die Humboldtstraße.
Im Jahr 1962 wurde am Bindermichl aufgrund des Baues des Autobahnzubringers (der späteren Mühlkreis Autobahn) die Streckenführung geändert. Der Fahrdraht der Zwischenschleife Hanuschstraße wurde entfernt. 1967 wurde die Streckenführung der Linie O2 geändert: statt über die Weingartshofstraße verkehrt die Linie über die Kärntner Straße beim Linzer Hauptbahnhof. 1965 bis 1967 wurden die Solo-Obusse auf Einmannbetrieb umgestellt. Im Dezember 1969 wurden die ersten Fahrscheinautomaten probeweise bei der Haltestelle Hatschekstraße aufgestellt. In den Jahren 1971 und 1972 wurden Haltewunschtasten und Haltewunschanzeigen sowie eine Funkeinrichtung und eine Anlage für Haltestellenansagen eingebaut.
1972 wurde die gesamte Linie O1 auf Fahrgastselbstbedienung umgestellt, es wurden 47 elektrische Fahrkartenautomaten aufgestellt. Im Jahr 1974 wurden alle Linienbezeichnungen umgestellt, aus der Linie O1 nach Neupeint wurde die Linie 41 und aus der zum Stadtfriedhof wurde die Linie 43. Die Kurzführung der Linie 43, die bereits in St. Martin endete, wurde als die Linie 42 bezeichnet; diese Kurzführung wurde 1982 eingestellt. Aus der Linie O2 entstand die Linie 45.
mini|Bei der Haltestelle Garnisonstraße befand sich die Endstation der 1968 eingestellten Straßenbahnlinie M mini|Linie 45 bei der Haltestelle Paula-Scherleitner-Weg
Nach der Einstellung der Straßenbahnlinie M entstand im Jahr 1968 die Bus-Linie M, die ab dem Jahr 1974 dann Linie 20 genannt wurde. Die Linie wurde als Linie 21 zum Hafen verlängert. Es wurde überlegt, die Bus-Linie auf Obus-Betrieb umzustellen. Des geschah aber erst im Jahr 1991. Damals erhielt sie aber keine 40er-Liniennummer; es blieb bei der bekannten Bezeichnung Linie 21. Die Line verkehrte vom Hauptbahnhof zum Hafen und über die Mozartkreuzung, wie die heutigen Linien 45 und 46. Im Jahr 1996 wurde untersucht, die Linie wieder auf Busbetrieb umzustellen. Im September desselben Jahres wurde die Linie 41 von Neupeint bis zum Zöhrdorferfeld verlängert und dabei auf Busbetrieb umgestellt. Dies bedeutete auch das Ende der in den Abendstunden verkehrenden Obus-Linie 41/43 Hessenplatz–Stadtfriedhof, die in beiden Richtungen zusätzlich den Ast Salzburger Kreuzung–Neupeint der Linie 41 mitbediente. Die Bus-Linie 41 wurde 1997 bis zu Baintwiese verlängert. Im Jahr 1999 schlussendlich wurde auf der Strecke von Neupeint bis Baintwiese eine Fahrleitung errichtet, sodass ab dem Jahr 2000 wieder Obusse auf der Linie 41 verkehren.
Die Linie 45 wurde im Jahr 2002 von der Goethestraße in die Mozartstraße verlegt. Die Oberleitung in der Goethestraße ist immer noch vorhanden und wird für Fahrten in die Garage benutzt. Gleichzeitig übernahm die Linie 21 damals den Ast Hauptbahnhof–Froschberg der Linie 45, während die Linie 45 bis Ende 2025 nur mehr zum Hauptbahnhof fuhr, seit 2026 fährt sie wieder bis Froschberg. Zu den Schwachverkehrszeiten wurde bis 2025 eine Linie 45a anstelle der Linie 45 angeboten, die auf den Froschberg fuhr. Zwischen Garnisonstraße und Prinz-Eugen-Straße wurde eine neue Oberleitung durch das Areal des Allgemeinen Krankenhauses verlegt. Aus der Linie 21 wurde mit der Verlängerung zum Froschberg die Linie 46. Die Fahrleitungen der Linie 21 in der Waldeggstraße und in der Stockhofstraße bis zur Karl-Wiser-Straße wurden im Zuge der Änderung der Linienführungen abgetragen. Gleichzeitig wurde eine neue Strecke vom Volksgarten über die Coulinstraße – beziehungsweise in der Gegenrichtung über die Gärtnerstraße – zur Stockhofstraße in Betrieb genommen. Die an der alten Strecke gelegene Haltestelle Märzenkeller wurde ersatzlos aufgelassen.
In jüngerer Zeit war der Linzer Oberleitungsbus zugunsten einer flächendeckenden Einführung von Erdgasbussen einstellungsgefährdet. Am 13. August 2007 erklärte die Linz AG jedoch, den Obus-Betrieb auch in Zukunft aufrechterhalten zu wollen.
Seit 12. August 2024 verkehrt die Linie 46 bis zur neuen Endhaltestelle Hafenportal, welche sich beim gleichnamigen Bürogebäude befindet.
Seit Juli 2026 wurden die Linien 45 und 46 zum Hauptbahnhof (Busterminal) zurückgezogen. Der Streckenabschnitt Hauptbahnhof – Froschberg wird seitdem mit Autobussen bedient, da aufgrund von Bauarbeiten für die Linzer Autobahn die Fahrleitung zwischen Hauptbahnhof und Froschberg abgetragen wurde.
Betriebsstrecken Neben den linienmäßig befahrenen Strecken existieren folgende Betriebsstrecken mit Fahrleitung: Kreuzung Lenaustraße/Hamerlingstraße – Lenaustraße – (Gegenrichtung Rilkestraße – Hamerlingstraße) – Raimundstraße – Heizhausstraße – Westbahnstraße – Busgarage Friedhofstraße zwischen Dinghoferstraße und Lenaustraße (nur in diese Richtung) Kreuzung Prinz-Eugen-Straße/Darrgutstraße – Goethestraße – Stelzhamerstraße – Figulystraße bis Coulinstraße Dinghoferstraße zwischen Volksfeststraße und Mozartstraße (nur in diese Richtung) Dametzstraße zwischen Mozartstraße und Hessenplatz (nur in diese Richtung) Kärntnerstraße zwischen Einfahrt Busterminal und Volksgartenstraße
Ehemalige Obuslinien Nr. Strecke Anmerkung 21 Hauptbahnhof – Märzenkeller – Auerspergplatz – Mozartkreuzung – Hafen Die Linie bestand als Obuslinie von 1991 bis 2002. Sie wurde durch die geänderte Linie 45 und die neu eingeführte Linie 46 ersetzt. Hessenplatz – Salzburger Kreuzung – Neupeint – Salzburger Kreuzung – St. Martin – Salzburger Kreuzung – Neupeint – Salzburger Kreuzung – Hessenplatz Die Linie bestand bis zur Auflassung der Obusgarage St. Martin 1982 und verkehrte in den Abendstunden als Kombination anstelle der Linien 41 und 42. Hessenplatz – Salzburger Kreuzung – Neupeint – Salzburger Kreuzung – Stadtfriedhof – Salzburger Kreuzung – Neupeint – Salzburger Kreuzung – Hessenplatz Die Linie bestand bis 1997 und verkehrte in den Abendstunden als Kombination anstelle der Linien 41 und 43. 42 Hessenplatz – St. Martin Die Linie bestand bis zur Auflassung der Obusgarage St. Martin 1982 und verkehrte als Kurzführung der Linie 43 abwechselnd mit dieser. 45a Stieglbauernstraße – Froschberg Die Linie bestand 2002 bis 2025 und verkehrte abends und Sonntag Früh anstelle der Linie 45, die in diesen Jahren nur bis Hauptbahnhof fuhr. Seit 2026 bedient die Linie 45 ganztägig diese Strecke.
Ehemalige Obushaltestellen