mini|Sophie Germain (1776–1831)
Diese Liste von Mathematikerinnen enthält bekannte Mathematikerinnen und Vorreiterinnen sowie theoretische Informatikerinnen und theoretische Physikerinnen mit deutlich mathematischer Ausrichtung. Gelistet werden auch Preisträgerinnen der Noether Lecture und des Ruth Lyttle Satter Prize in Mathematics und anderer Mathematikpreise sowie Mathematikhistorikerinnen (zu Mathematikern siehe diese Liste). Nicht gelistet sind Personen mit Mathematik-Abschlüssen, die sich aber in anderen Bereichen einen Namen gemacht haben (etwa Danica McKellar als Schauspielerin), Astronominnen (häufiges Betätigungsfeld für Mathematikerinnen im 18. Jahrhundert, etwa Caroline Herschel, oder im Umkreis von Jérôme Lalande wie Nicole-Reine Lepaute) sowie theoretische Physikerinnen (siehe dazu die Physikerinnen- oder Astronominnen-Liste). Die Einordnung in das jeweilige Jahrhundert erfolgt nach dem zeitlichen Wirkungsschwerpunkt, der sich in der Regel am Datum der Promotion festlegen lässt.
Antike Pandrosion, lehrte in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts in Alexandria, noch vor Hypatia. Von Pappos abfällig und wahrscheinlich aus Rivalität kritisiert, in der Mathematikgeschichte lange unbeachtet bzw. trotz eigentlich eindeutig weiblicher Schreibform in der handschriftlichen Quelle zum Mann erklärt. Hypatia (* um 355; † 415/416), Mathematikerin, Philosophin und Astronomin, war die Tochter des Mathematikers Theon von Alexandria. Sie lehrte in Alexandria. Von ihren Werken (auf mathematischem Gebiet Kommentare zu Diophant, Apollonius und Ptolemäus) ist nichts erhalten. Sie wurde als herausragende, noch dem Heidentum anhängende Persönlichkeit Alexandrias von einem christlichen Mob ermordet. Ihre Geschichte ist Gegenstand von Romanen, von denen einer von Charles Kingsley im 19. Jahrhundert besonders einflussreich für ihr Bild war, und Filmen geworden.
18. Jahrhundert mini|Émilie du Châtelet (1706–1749)
Maria Gaetana Agnesi (1718–1799), Italien, Professorin in Bologna (wo sie allerdings keine Vorlesungen hielt) und Verfasserin eines damals verbreiteten frühen Analysislehrbuchs (1748). Émilie du Châtelet (1706–1749), französische Salondame und wohlhabende Adlige, die das Hauptwerk Principia von Isaac Newton ins Französische übersetzte und kommentierte und dabei mit Voltaire zusammenarbeitete, mit dem sie eng befreundet war. Faustina Pignatelli (1705–1769), italienische Mathematikerin und Physikerin Anna Barbara Reinhart (1730–1796), Schweizer Mathematikerin in Winterthur, die mit vielen bedeutenden Gelehrten der damaligen Zeit korrespondierte. Wang Zhenyi (1768–1797), chinesische Astronomin, Mathematikerin und Dichterin
19. Jahrhundert mini|Ada Lovelace (1815–1852) mini|Sofja Wassiljewna Kowalewskaja (1850–1891) Hertha Marks Ayrton (1854–1923), Großbritannien, lehrte Mathematik, ist aber vor allem als Elektroingenieurin bekannt und hielt als erste Frau einen Vortrag vor der Royal Society (1905). Clara Latimer Bacon (1866–1948), USA, Mathematikerin und Hochschullehrerin. Sie war die erste Frau, die an der Johns Hopkins University in Mathematik promoviert wurde. Grace Marie Bareis (1875–1962), USA, Mathematikerin und Hochschullehrerin. Sie erwarb 1909 als erste Frau an der Ohio State University einen Doktorgrad in Mathematik. Charlotte Barnum (1860–1934), USA, Mathematikerin. Sie erwarb 1895 als erste Frau an der Yale University einen Doktorgrad in Mathematik. Agnes Sime Baxter (1870–1917), kanadische Mathematikerin, die als zweite kanadische Frau in Mathematik promoviert wurde. Dorothea Beale (1831–1906), Mathematikerin, Hochschullehrerin und Bildungsreformerin Suzan Rose Benedict (1873–1942), USA, Mathematikerin und Hochschullehrerin. Sie wurde 1914 als erste Frau an der University of Michigan in Mathematik promoviert. Edith Bush (1882–1977), US-amerikanische Mathematikerin und Hochschullehrerin. Sie war die zweite Dekanin des Jackson College und die erste Professorin, die am College of Engineering des Tufts College lehrte. Nora Calderwood (1896–1985), schottische Mathematikerin und Hochschullehrerin Beatrice Cave-Browne-Cave (1874–1947), englische Mathematikerin und Ingenieurin Sophie Bryant (1850–1922), irische Mathematikerin, Pädagogin und Aktivistin; erste Frau, die in England promovierte wurde, eine der ersten drei Frauen, die 1894 in eine königliche Kommission berufen wurde und eine der ersten drei Frauen, die in den Senat der Universität London berufen wurden. Susan Jane Cunningham (1842–1921), USA, Mathematikerin und Hochschullehrerin. Sie erhielt 1888 die erste Ehrendoktorwürde der Wissenschaft am Swarthmore College. Philippa Fawcett (1868–1948), britische Mathematikerin, erreichte als erste Frau die höchste Punktzahl bei den Tripos-Prüfungen in Cambridge, was einem Senior Wrangler entsprach (offiziell war sie aber als Frau nicht zugelassen). Lehrte an den Universitäten in London und Cambridge und war dann Lehrerin. Ruth Gentry (1862–1917), USA, Mathematikerin und Hochschullehrerin. Sie erwarb 1896 als erste Frau am Bryn Mawr College und als erste in Indiana geborene Frau einen Doktorgrad in Mathematik. Sie gehörte zu den ersten in Indiana geborenen Frauen, die in einer wissenschaftlichen Disziplin promoviert wurden. Sophie Germain (1776–1831), Zahlentheorie (Fermat-Problem) und Elastizitätstheorie (Schalentheorie), korrespondierte mit Carl Friedrich Gauß (zunächst unter männlichem Pseudonym), auf dessen Wunsch sie 1831 die Ehrendoktorwürde der Universität Göttingen erhalten sollte, starb aber vorher. Marie Gernet (1865–1924), erste deutsche Frau, die in Mathematik promovierte wurde (1895, mit Rigorosum). Sie war Lehrerin am ersten deutschen Mädchengymnasium. Frances Hardcastle (1866–1941), arbeitete im Bereich der algebraischen Geometrie zur Theorie der damals sogenannten Punktgruppen, welche heute als Divisoren bekannt sind Sofja Wassiljewna Kowalewskaja (auch Kovalevskaya oder von Kowalevsky; 1850–1891), russische Mathematikerin, Schülerin von Karl Weierstraß in Berlin. Wurde 1883 (durch Vermittlung von Gösta Mittag-Leffler) Professorin in Stockholm und damit die erste Mathematikprofessorin im eigentlichen Sinn. Wurde 1874 promoviert (Universität Göttingen auf Vermittlung von Weierstraß bei Ernst Schering) als erste Frau in Mathematik (in absentia, ohne mündliche Prüfung). Arbeiten: Theorie der partiellen Differentialgleichungen, Gestalt der Saturnringe und Klassen abelscher Integrale Christine Ladd-Franklin (1847–1930), USA, mathematische Logikerin und experimentelle Psychologin (Farbsehen), die als erste Frau gilt, die in den USA die formalen Promotionsvoraussetzungen in Mathematik erfüllte (1883) und nur durch ihr Geschlecht an der Promotion gehindert wurde. Alice Lee (1858–1939), britische Mathematikerin und Hochschullehrerin; eine der ersten Frauen, die 1884 ihren Abschluss an der Universität London erhielt. Ada Lovelace (1815–1852), britische Aristokratin, Tochter von Byron und Mitarbeiterin des Computerpioniers Charles Babbage, für dessen mechanischen Computer sie Programme entwarf. Die Programmiersprache Ada wurde nach ihr benannt. Isabel Maddison, (1872–1934), britisch-amerikanische Mathematikerin und Hochschullehrerin. Sie war Professorin am Bryn Mawr College und für ihre Arbeiten im Bereich Differentialgleichungen bekannt. Marie Cecilia Mangold, (1872–1934), USA, Mathematikerin und Hochschullehrerin. Margaret Evelyn Mauch (1869–1936), USA, Mathematikerin und Hochschullehrerin. Helen Abbot Merrill (1864–1949), USA, Mathematikerin und Hochschullehrerin. Winifred Edgerton Merrill (1862–1951), erste Frau in den USA, die in Mathematik promovierte wurde (Columbia University 1886). Sie war mit dem Geologen Frederick Merrill verheiratet und gründete später eine Schule. Ida Martha Metcalf (1857–1952), USA, Mathematikerin. Sie erwarb 1893 als erste Frau an der Cornell University und als zweite Amerikanerin einen Doktorgrad in Mathematik. Mary Winston Newson (1869–1959), USA, Mathematikerin und Hochschullehrerin. Sie war die erste Amerikanerin, die einen Doktorgrad in Mathematik von einer europäischen Universität erhielt. Sie erstellte die erste englische Übersetzung des Vortrags von David Hilbert aus dem Jahr 1900, in dem die ersten zehn seiner berühmten Probleme vorgestellt wurden, die im Bulletin der American Mathematical Society veröffentlicht wurden. Florence Nightingale (1820–1910), Großbritannien, befasste sich als Pionierin der Krankenpflege und Gesundheitsfürsorge auch mit Statistik. Leona May Peirce (1863–1954), USA, Mathematikerin. Flora Philip (1865–1943), schottische Mathematikerin, eine der ersten acht Frauen, die einen Abschluss an der University of Edinburgh erlangten Josephine Roe (1858–1946), USA, Mathematikerin und Hochschullehrerin. Sie wurde 1910 als erste Frau an der Syracuse University in Mathematik promoviert. Ida May Schottenfels (1869–1942), USA, Mathematikerin und Hochschullehrerin. Charlotte Angas Scott (1858–1931), britische Mathematikerin, die 1885 bei Arthur Cayley promoviert wurde und in den USA am Bryn Mawr College lehrte. Gründungsmitglied der American Mathematical Society und dessen Vizepräsidentin (1905). Algebraische und Analytische Geometrie. Clara Eliza Smith (1865–1943), USA, Mathematikerin und Hochschullehrerin. Mary Somerville (1780–1872), Britin, die später überwiegend in Italien lebte. Sie übersetzte Teile der Himmelsmechanik von Pierre Simon de Laplace ins Englische und schrieb populärwissenschaftliche Bücher. Elizabeth Stephansen (1872–1961), norwegische Mathematikerin, war die erste promovierte Norwegerin. Alicia Boole Stott (1860–1940), Tochter von George Boole, befasste sich mit Polyedern in höheren Dimensionen, wobei sie mit Pieter Schoute und H. S. M. Coxeter zusammenarbeitete. Ehrendoktor in Groningen (1914). Anna Lavinia Van Benschoten (1866–1927), USA, Mathematikerin und Hochschullehrerin. Roxana Vivian (1871–1961), USA, Mathematikerin und Hochschullehrerin. Sie erwarb 1893 als erste Frau an der University of Pennsylvania einen Doktorgrad in Mathematik. Charlotte Wedell (1862–1953), eine dänische Mathematikerin; eine von vier Mathematikerinnen, die an dem ersten internationalen Mathematikerkongress (ICM) teilnahmen, der 1897 in Zürich stattfand. Marion Ballantyne White (1871–1958), USA, Mathematikerin und Hochschullehrerin. Grace Chisholm Young (1868–1944), britische Mathematikerin, promovierte 1895 in Göttingen bei Felix Klein. Damit war sie die erste Frau, die in Mathematik mit regulärer Doktorprüfung promoviert wurde.Sofja Wassiljewna Kowalewskaja war 1874 in Göttingen noch in absentia nur durch Einreichung von Arbeiten promoviert worden, vgl. Schrieb mehrere Bücher mit ihrem Mann William Henry Young, auch für Jugendliche. Geometrie und Mengenlehre.
20. Jahrhundert
A Tatjana van Aardenne-Ehrenfest (1905–1984), wurde 1931 in Leiden promoviert, Tochter von Paul Ehrenfest und Tatjana Ehrenfest-Afanassjewa (beide als Physiker bekannt), führte mit Nicolaas Govert de Bruijn 1951 De-Bruijn-Folgen ein und ist für zwei weitere Resultate bekannt. Rachel Blodgett Adams (1894–1982), amerikanische Mathematikerin und Hochschullehrerin. Sie gehörte zu den ersten Frauen, die 1921 am Radcliffe College in Mathematik promoviert wurden. Ilka Agricola (* 1973), Professorin in Marburg, Globale Analysis, Differentialgeometrie mit Anwendungen in mathematischer Physik Dorit Aharonov (* 1970), israelische Informatikerin und Physikerin, die sich mit Quanteninformatik befasst Susanne Albers (* 1965), Informatikerin, Professorin an der Technischen Universität München, Algorithmentheorie, Leibniz-Preisträgerin Helen Popova Alderson (1924–1972), russisch-britische Mathematikerin, Übersetzerin und Hochschullehrerin Grace Alele-Williams (1932–2022), nigerianische Mathematikerin und Hochschullehrerin. Sie war die erste Nigerianerin, die promoviert wurde und die erste Vizekanzlerin einer afrikanischen Universität